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Knochenuntersuchung im Vatikan endet ohne Spur von Orlandi

29. Juli 2019 in Chronik, keine Lesermeinung
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Vatikansprecher Bruni nach Untersuchung der jüngsten Knochenfunde: Keiner der untersuchten Überreste stammt aus "Epochen nach dem Ende des 19. Jahrhunderts"


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Der Vatikan hat die jüngste Spurensuche zum Fall Orlandi am Sonntag eingestellt. Knochen, die zu der seit 22. Juni 1983 verschollenen Vatikanbürgerin gehören könnten, seien nicht gefunden worden, so das Ergebnis forensischer Analysen vom Wochenende. Keiner der untersuchten Überreste stamme aus "Epochen nach dem Ende des 19. Jahrhunderts", teilte Vatikansprecher Matteo Bruni am Nachmittag mit. Ein Antrag des Gutachters der Familie Orlandi auf Analysen weiterer rund 70 Funde sei abgelehnt worden, da auch diese "Zeichen sehr antiker Datierung" aufwiesen, so Bruni.


Der Vatikan betonte erneut, jede mögliche Unterstützung bei der Suche nach der Wahrheit zu leisten. Sprecher Bruni verwehrte sich in der Mitteilung nachdringlich, die "Haltung der uneingeschränkten Zusammenarbeit und Transparenz" als "implizite Mitverantwortung" zu deuten.

Der vom Vatikan bestellte Forensiker Giovanni Arcudi hatten am Wochenende in Anwesenheit des von der Familie Orlandi bestellten Gutachters die Inhalte von zwei unterirdischen Gebeinkammern untersucht. Diese waren vor einer Woche im deutschen Priesterkolleg Campo Santo Teutonico am Petersdom entnommen und in mehr als 20 Beutel verpackt worden.

Die Nachforschungen sollten Licht in das Schicksal der jungen Vatikanbürgerin bringen, die im Sommer 1983 vom Musikunterricht nicht nach Hause zurückkehrte. Es ist einer der mysteriösesten Kriminalfälle Italiens. Zu Orlandis Verschwinden gibt es mehrere Theorien, etwa Bezüge zur Mafia oder dem Papst-Attentäter Ali Agca.

Auf dem Campo Santo Teutonico lief die Suche nach neuen Hinweisen seit Mitte Juli. Die Untersuchungen hatte die Familie Orlandi gefordert, nachdem sie laut eigenen Angaben konkrete Informationen von mehreren Personen aus dem Vatikan erhalten hatte. Der Vatikan hingegen sprach von einem "lediglich anonymen Hinweis". Eine erste Untersuchung der Gräber zweier deutscher Adliger, Sophie von Hohenlohe (1758-1836) und Charlotte Friederike zu Mecklenburg (1784-1840), blieb Mitte Juli ergebnislos. Die Gräber waren bei ihrer Öffnung leer.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Archivbild: Fahnungsplakat aus der Zeit nach dem Verschwinden Orlandis


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