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Erzbischof Thissen: Hatte „keine Ahnung von Folgen des Missbrauchs“

7. November 2019 in Deutschland, 24 Lesermeinungen
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Emeritierter Hamburger Erzbischof gesteht im Umgang mit sexuellem Missbrauch schwere Fehler ein – Die Tatverdächtigen seien ja Priester gewesen, „die wir gut kannten. Da kommt sehr schnell der Mitleidseffekt auf“ - KURZVIDEO


Hamburg (kath.net) Er habe keine Vorstellung davon gehabt, „was für ein Schaden bei einem jungen Menschen angerichtet wird durch Missbrauch“. Das sagt der emeritierte Hamburger Erzbischof Werner Thissen im Interview mit „Kirche und Leben“. Auch habe er in seiner Zeit als Personalverantwortlicher des Erzbistums Münster (er hatte diese Funktion mehr als 20 Jahre lang ausgeübt) kaum Kontakt mit Missbrauchsopfern gehabt. Erst als er als Erzbischof von Hamburg Betroffenen viele Stunden lang zugehört hatte, sei ihm klargeworden, „was Missbrauch an Verletzungen und Schaden anrichtet“.

Außerdem stuft er heute den Umgang mit dem Therapeuten als Fehler sein. „Mein Vertrauen in die medizinischen, therapeutischen Möglichkeiten überzogen und unrealistisch“ gewesen. Der Fehler habe seiner heutigen Einschätzung nach nicht bei dem zwischenzeitlich verstorbenen Therapeuten gelegen, sondern bei den Personalverantwortlichen: „Wir haben ihn ausgenutzt. Wir haben das von uns weggeschoben auf ihn und dort, wo er sich zu viel drum kümmern musste, haben wir zu wenig getan.“


Auch hätten bei der Personalkonferenz des Bistum Münster damals „jegliche Standards professioneller Personalführung“ gefehlt. Sexueller Missbrauch sei dabei eher ein „Nischenthema“ gewesen, das die Mitglieder der Personalkonferenz schnell an die Spezialisten (Arzt und Therapeuten) weitergegeben hätten. Es hätte in der Personalkonferenz (zu der damals auch der Bischof, alle Weihbischöfe sowie Generalvikar, Regens des Priesterseminars und Personalreferent gehört haben) auch Fachleute für diese Themen gebraucht, diese fehlten aber.

Außerdem, so kritisierte Thissen, fehlte eine „größeres Distanz zu den Tätern“. Thissen erläuterte, dass die Tatverdächtigen ja Priester gewesen seien, „die wir gut kannten. Da kommt sehr schnell der Mitleidseffekt auf. In einer Personalkonferenz fragte mal jemand: ‚Muss der Täter denn nicht bestraft werden?‘ Die übereinstimmende Meinung war: Der hat sich doch durch sein Vergehen am meisten schon selbst bestraft.“

Thissen kritisierte weiter, dass seinerzeit die Öffentlichkeit über solche Vorwürfe nicht informiert worden sei, ja, selbst die Pfarreileitung sei uninformiert geblieben.

Thissen war von 2002 bis 2014 Erzbischof von Hamburg gewesen.

Link zum „Kirche und Leben“-Interview in voller Länge: „Thissen: Ich habe Fehler gemacht“

"Kirche und Leben" - Hamburger Erzbischof em. Thissen zum Thema Missbrauch: "Ich habe Fehler gemacht."


Archivfoto Erzbischof Thissen (c) Erzbistum Hamburg


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Lesermeinungen

 Stefan Fleischer 9. November 2019 

Im Übrigen denke ich:

Wenn man heute so oft die klare Unterscheidung zwischen Tatbestand und Schuld sträflich vernachlässigt um irgendwelche Verhaltensweisen zur Lebensrealität erklären zu können, so sollte man diese Methode nicht auch dort einsetzen, wo es zuerst einmal darum geht Schuldige zu finden. (Die Suche nach den Schuldigen ist nicht erst seit heute in beliebtes, oftmals sehr grausames Gesellschaftsspiel.)


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 Diasporakatholik 9. November 2019 
 

@ Andrzej123; @Stefan Fleischer

Aber die neuen Gemeinden der Täter wurden nicht und in keiner Weise gewarnt!

Das ist unverantwortlich!


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 Stefan Fleischer 9. November 2019 

@ Diasporakatholik

Wie schon Andrzej123 bemerkte, war das "einfach versetzen" sicher nicht die Regel. Ich habe zwei oder drei Fälle persönlich etwas verfolgen können und kann bestätigen, dass in diesen die Verantwortlichen immer nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt haben, auch wenn man vielleicht heute nicht mehr genau so handeln würde. Mit der Brille von heute sieht vieles oft anders aus als mit der Brille von damals. (Wie es mit der Brille kommende Jahrzehnte aussehen wird, ist nochmals eine andere Frage). Das ist mit ein Grund, weshalb ich die Diskussion auf die Grundsatzfrage: «Gerechtigkeit und Barmherzigkeit» leiten wollte.


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 Andrzej123 9. November 2019 
 

@Diasporakatholik: Es gab kein "einfach Versetzen"

"Aber musste ein verantwortungsvoller Hirte nicht seine Herde vor infizierten Individuen schützen und nicht letztere einfach in andere noch gesunde Teile der Herde versetzen?"

Im Original Interview können Sie nachlesen, dass von "einfach versetzen" nicht die Rede war, sondern auf Unbedenklichkeitsaussage des dafür beauftragten Therapeuten hin erfolgte.


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 Diasporakatholik 9. November 2019 
 

@Ehrmann, @Stefan Fleischer

Ihre zartfühlend-nachdenklichen Überlegungen in allen Ehren.

Aber musste ein verantwortungsvoller Hirte nicht seine Herde vor infizierten Individuen schützen und nicht letztere einfach in andere noch gesunde Teile der Herde versetzen?


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 Stefan Fleischer 9. November 2019 

@ Ehrmann

Ein grossen "Vergelt's Gott" für Ihren Hinweis auf den Heiligen Josef. Schade, dass dieser ein sehr vernachlässigter Heiliger ist. Aber er hatte eben sehr viele Tugenden, welche heute schon fast auf der Negativliste zu finden sind, z.B. auch die stille treue Pflichterfüllung.


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 Ehrmann 8. November 2019 

Danke,@Stefan Fleischer - Ihr Unwohlsein ist mir ein großer Trost.

Die ach so sicheren Urteile vieler Foristen tun sehr weh. Meine Sicht der Gerechtigkeit bedeutet nämlich nichts anderes als ein "Auf Gott Gerichtet Sein", wie es aus der Absicht des Hl. Josef hervorgeht, der Maria (gegen den Buchstaben des Gesetzes)im Stillen entlassen wollte, als er nichts anderes meinen konnte, als daß sie durch Untreue schwanger geworden sei."Denn er war ein gerechter Mann und wollte sie nicht bloßstellen" - er handelte somit "gerecht und barmherzig" - ein Mann im Sinne Gottes.


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 Stefan Fleischer 8. November 2019 

@ Diadochus

Sie haben natürlich Recht. Und trotzdem ist mir nicht ganz wohl dabei. Dabei geht es mir nicht einfach um diesen Fall hier. Es geht um die ganz grundsätzliche Frage nach Gerechtigkeit einerseits und Barmherzigkeit andererseits. Von Gottes Barmherzigkeit ist heute viel die Rede, von seiner Gerechtigkeit kaum noch. Dafür wird sehr viel und laut nach der Gerechtigkeit dieser Welt geschrien, wobei dann die Barmherzigkeit gerne unter die Räder gerät. Ich weiss, dieser Spagat ist für uns Menschen an sich unmöglich. Wir sind weder allwissend noch allmächtig. Vielleicht aber sollten wir bei solchen Problemen immer zuerst bewusst auf das Kreuz Christi schauen, in welchem sich Gottes Gerechtigkeit und Barmherzigkeit gleichzeitig zeigen. Das könnte uns etwas von jener Gelassenheit und jenem Gottvertrauen schenken, welche unsere Welt schneller und nachhaltiger verbessern könnten als all unsere anderen Bemühungen - vom Gebet einmal abgesehen.


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 zeitblick 8. November 2019 

Arme, immerwährende Unwissenden

Na ja, mir ist bekannt, dass unlängst, der Wiener Kardinal einen Mißbrauchstäter sogar bei sich Unterschlupf gewährte und ihn im Stephansdom in den Beichtstuhl steckte. Natürlich als Beichtpriester. (da kommen ja sicher keine Kinder, Jugendliche oder schwache Erwachsene, die man verführen könnte?) Zudem dazu, wurde etwas zeitgleich in Wien bei einer Weiterbildung der Diözese rund um Thema Missbrauch vermittelt, dass herausgefunden wurde, dass Priester gerade in der Beichte sich ihre zukünftigen Opfer herauspicken. Sie haben da die Info, wer wo steht, wer mit welchen Schwierigkeiten zu kämpfen hat.
Daher auch Vorsicht angemahnt sei. Priester bzgl 6. Gebot nicht in Details gehen sollten.

Ist die Führungsspitze unwissend?
Leider nein! Lösungen für Wiedergutmachungen gäbe es so Manche! Dazu braucht es keine Studien. Was zu tun wäre, sagt einen ein klarer Hausverstand! Der fehlt bei der Kirchenelite! Aber nicht nur dort!


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 Ehrmann 8. November 2019 

@SpatzInDerHand :Auch daran erinnere ich mich: 1x wurde ein solches Urteil gesprochen und vollzogen

Aber die Homo-Lobby setzte sich ein und das Urteil wurde aufgehoben, Entschuldigungen ausgesprochen - ich glaube sogar eine Haftentschädigung für den Täter gewährt. So viel zu "Strafdelikt" - und Sie meinen, es sei selbstverständlich, daß Klagen etwas gebracht hätten? Möglicher weise ist das Ursache der Verletzungen, die heute beklagt werden: daß die Opfer auf diese Weise brüskiert wurden! - Aber von Polizei und Gerichten unter dem öffentlichkeitswirksamen Druck der HOMO-Organisationen - da waren Gesetze unwirksam und wurden sogar geändert (siehe oben).
PS.Echte (pathologische) Pädophilie ist Gott sei Dank selten -daß diese kaum therapierbar ist, wußte man auch damals. Aber die meisten nicht pathologischen Mißbräuche sind a) in der Art unterschiedlich (von der vom Opfer als unangenehm empfundenen leichten Berührung bis zur schweren Vergewaltigung) und b)eher einem Suchtverhalten vergleichbar, oft unter Drogeneinwirkung - also (wenn auch mühsam) therapierbar .


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 Andrzej123 8. November 2019 
 

@Stefan Fleischer: Merci :)

Herzlichen Dank für Ihre guten & weitreichenden Worte, ich hoffte ich fände solche selber öfter.
Säen ist der gute und engere Weg.


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 Diadochus 8. November 2019 
 

@Stefan Fleischer

Ihr Denkanstoß greift zu kurz. Sexueller Missbrauch ist keine Bagatelle. Das ist nicht nur ein kleiner "Fehler". Auf eine Wiedergutmachung zu beharren, ist keineswegs nachtragend. Was wir wieder gut machen können, das sollten wir tun. Das bleibt aus. Erzbischof Thissen hat klar versagt. Genau deshalb ist sehr viel ungesühnte Schuld vorhanden. Die Folgen tragen noch die nachfolgenden Generationen. Am Ende haben wir ein kranke Gesellschaft. Solche Ausmaße hat das angenommen.


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 Diasporakatholik 8. November 2019 
 

Ich bin durch em. Bf. Thissens Geständnis recht erschüttert

Was er hier schilderte, entspricht in der Tat einem stattgefundenen "Klerikalismus" gerade auch der damaligen Personal- und Leitungsverantwortlichen im Bistum Münster, die nach meinem Eindruck sich eher einem klerikalen Korpsgeist verantwortlich fühlten als der Sorge um das Seelenheil der ihnen anvertrauten Gläubigen - sowohl der Missbrauchsopfer als auch der Gemeinden, auf die man die unbestraften Täter ohne Warnung und unbeabsichtigt anschließend erneut losließ.

Unfassbar und hochgradig empörend!

Gerade Priester und Bischöfe sollten doch SEELSORGER und einzig und allein am Wort Gottes orientierte Experten für das wahre Heil ALLER ihnen anvertrauten Gläubigen sein.

Ich fasse es nicht, welcher Dilletantismus und welche Gleichgültigkeit hier im Nachhinein zu Tage tritt.

Hoffentlich wird daraus gelernt und Konsequenzen auch auf anderen Gebieten gezogen ...

Ich bin leider skeptisch.


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 Stefan Fleischer 8. November 2019 

An alle hier

Ich bin ja absolut mit Ihnen einverstanden. Aber irgendwie fühle ich mich dabei nicht wohl. Ich frage mich, wie weit wir heutige Menschen in der Lage sind, Versagen und Sünden Anderer von vor weiss wie vielen Jahren noch wirklich gerecht beurteilen zu können. Ich bin immer wieder dankbar, dass Gott meine Fehler und Sünden von anno dazumal nicht heute wieder ans Licht zerrt, sondern verziehen hat und nicht immer wieder darauf zurück kommt. Und ich glaube auch fest, dass er, der absolut Gerechte, Möglichkeiten und Wege hat, all das, was mir an Leid und Unrecht zugefügt wurde, zu vergelten, und sei es nur, dass er deswegen die Strafen und Folgen meiner Sünden so weit als möglich von mir abwendet, wenn ich nur ehrlich bete: «… wie auch wir vergeben … » Und; mein verstorbener Schatz pflege oft zu sagen: «Kein Mensch beleidigt uns so sehr, wie wir schon Gott beleidigt haben.»
Aber wie gesagt; das ist kein Urteil im fraglichen Fall, nur ein kleiner Denkanstoss ganz genereller Art.


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 GerogBer 8. November 2019 

Nachtrag

Unwissenheit schützt nicht vor Strafe!


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 GerogBer 8. November 2019 

Da räumt also Erzbischof em.Thissen

sein Versagen ein. Nun, welche Konsequenzen ergeben sich für ihn daraus?
So dolle ist es nicht, @winthir, denn solange EB Thissen nur sagt, er habe Fehler gemacht, aber nicht sagt, wie er den oder die Fehler beabschichtigt, wieder gut zu machen, ist sein Statement unredlich. Vorschlag, EB Thissen soll 50 % seiner Nettobezüge monatlich an die Opfer übrweisen und sich in ein Schweigekloster zurückziehen.


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 Fragezeichen?! 8. November 2019 
 

Aus meiner Sicht jahrelanges Totalversagen

eines Bischofs (ich mag ihn kaum so nennen) Bleiben da noch menschliche Züge? Hat er wohmöglich jahrelang nachts gut, satt und ruhig geschlafen, während die vielen meist (sehr) jungen Opfer vermutlich jahrelang nachts schreckliche Alpträume hatten und ihr Leben verpfuscht sahen; vielleicht bis heute? Wer ist schlimmer: der Täter oder der jahrelange Zuseher? Oder sind nicht beide ebenbürtige Täter? Er hätte viele der Taten verhindern können, wenn er nicht so jämmerlich versagt hätte: da reicht es nicht zu sagen mir/uns sind Fehler passiert. Ist ihm klar, dass erveigentlich ins Gefängnis gehört? Und heute, hat er wenigstens im Nachhinein versucht seine Ofer zu treffen, um für geschehenes Unrecht um Verzeihung zu bitten und seinen Opfern den inneren Frieden wiederzugeben? Oder auch nur schnell schnell und erledigt? Aber trotzdem: ich wünsche ihm Frieden und Umkehr und dass Gott ihm verzeihen möge und besonders auch seine Opfer. Möge so etwas niemals wieder vorkommen!


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 Hadrianus Antonius 8. November 2019 
 

"Ich habe es nicht gewußt" (2)

Zum St.-Willibrordus-instituut (Psych. Dr. A.J.A.M. Wijffels), dort untersucht und chirurgisch behandelt (mit Einverständnis).
In den katholischen und kirchlichen Homomilieus war der "Ballensnijder van Heiloo" noch bis in den 90er Jahren ein sehr bekannter Begriff.
Es fielen da natürlich Rechnungen an, die auch stillschweigend bezahlt wurden ;-)
Thissen dürfte mit 100% Sicherheit noch Operierte gekannt haben.
In der zweiten Hälfte der Jahren 60 wurde dann plötzlich eine andere Therapie modisch.
Irritierend daß Thissen jetzt sagt, daß er mehr mit dem Therapeuten als mit den Opfern beschäftigt war:-(
Mir scheint es als ob damals eine große Homophilisierung der Seminarien stattgefunden hat, mit auch Ephebo- und Pädophilie, und Vertuschung/Weggucken und Tolerieren in organisiertem Modus.
Erbärmlich wie die Wahrheit nur in dünne Scheibchen ans Licht kommt.


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 Hadrianus Antonius 7. November 2019 
 

"Ich habe es nicht gewußt" (1)

Werner Thissen wurde am 03.12.1938 geboren im Klevischen unweit der Grenze zu den Niederlanden (Prov. Niederländisch-Limburg, damals stockkatholisch).
Gymnasialunterricht im bischöfl. Collegium Augustinianum Gaesdonck (direkt a.d. Grenze).
1966 in Münster Priester geweiht, von 1971-1977 Subregens des Priesterseminars Münster.
1962 wurde letztmals vom BGH der Unzuchtparagraphen für Heteros angewandt; bis 1968 war in der BRD Homosexualität strafbar, danach nur unter 21 J. ab 1973 unter 18 J.
Die Gesetzeslage in den Niederlanden ähnlich, teils mit kräftiger Repression.
Daß Thissen davon im direkten Grenzgebiet und bei der Ausbildung zum Beichtvater nichts mitbekommen hätte, ist äusserst unwahrscheinlich.
In den 50er und tief in die 60er Jahren hinein wurden sehr viele Priester mit zuviel Libido, auch aus Belgien und Deutschland, zur forensisch-psychiatrischen Untersuchung nach Holland geschickt durch ihre Oberen.


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 Ehrmann 7. November 2019 

Wer erinnert sich noch: in den 70ern und 80ern des vorigen Jahrhunderts

-da forderten Homosexuellenverbände, speziell HOSI und HUK (Homosexuelle und Kirche) ganz offen die Senkung oder möglichst Abschaffung des Schutzalters für Jugendliche und Kinder! Was doch nichts anderes als Verlangen von Straffreiheit für pädophile Akte bedeutete !!!!


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 Kirchental 7. November 2019 

Mir wird wirklich übel!

Mitleidseffekt mit dem Täter? Ein Priester?
Das darf doch wirklich nicht wahr sein!
Oh, der arme Täter, jetzt hat er wieder so ein böses Opfer missbrauchen müssen!

Keine Ahnung, was sexueller Missbrauch anrichtet?

Mir wird wirklich schlecht.

Meinetwegen wurden LangzeitTraumata damals unterschätzt - aber wie @SpatzInDerHand richtig festgestellt - Missbrauch war auch früher strafbewehrt und nicht zu knapp!

Entweder Thissen ist wirklich grenzenlos naiv bis an die Grenze zur Dummheit - dann war er als GV eine krasse Fehlbesetzung. Oder er hält uns für grenzenlos dämlich - dann ist er erst recht eine Fehlbesetzung.


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 Andrzej123 7. November 2019 
 

Meine Hochachtung hält sich in Grenzen

Ist schon richtig: Die "Therapeuten" und "Helfer" haben ihre Meinung geändert:
In den 70ern schickten Berliner Verwaltungen Jugendliche bewusst zu Pädophilen (die "Aufarbeitung" erfolgt hier interessanterweise seeehr schleppend) , heute reicht Ihnen jede fragwürdige Denunziation, um Unschuldigen die Hölle auf Erden zu bereiten.
Erzbischof Thissen scheint risikoarm immer auf der Höhe seiner Zeit zu sein.
In der Tat war jedem mit ein bisschen Menschenverstand (und Bibelkenntnis) auch in den 70ern klar, dass unbeschadet des damaligen medialen Hypes Pädosexualität nicht gut sein kann, ebenso wie es heutzutage klar ist, dass die Abschaffung der Unschuldsvermutung und oft überzogene Hysterie Menschen ungerecht beschädigt.
Erzbischof Thissen will anscheinend zu keiner Zeit wahrhaben, dass die jeweils aktuelle Ideologie Wahrheitsdefizite aufweist.


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 winthir 7. November 2019 

danke, für diesen Artikel, und für den link.

ich habe das Interview gelesen.

(übrigens: "damals" war die Wissenschaft der Meinung, Pädophilie sei "therapierbar"). Die Kirche hat diese Meinung nur übernommen). Heute wissen wir es besser.

was ich wichtig finde:

Erzbischof em. Werner Thissen sagt _nicht_:

"Wir haben damals Fehler gemacht",

er sagt nicht: "damals wurden Fehler gemacht",

nein. er sagt:

"_Ich_ habe Fehler gemacht."

Hut ab. und: Hochachtung.

und: danke, Herr Erzbischof.

vom winthir.


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 SpatzInDerHand 7. November 2019 

hm... ja... weil sexueller Missbrauch so "harmlos" ist, deshalb war auch damals

schon das Ganze (mit Kindern unter 14 Jahren) ein Strafdelikt und konnte mit Gefängnisstrafe belegt werden. Jaja... ganz harmlos, musste man nicht der Polizei melden, nicht wahr?

Meine Güte, was für eine unglaubliche Naivität, falls er das wirklich denkt, was er sagt.

By the way: solche Leute belehren uns heute mit demselben "Fachwissen" über Umweltschutz, Wirtschaft, Politik... - unglaublich! Haben wir denn solche Milchbärte in unserer Leitung wirklich nötig?


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