Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Afd-Sieg in Sachsen-Anhalt - Panik bei den Kirchen
  2. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘
  3. 'Und ich dachte, es müßte um Gott und das Heil der Seelen gehen. Ich bin ja so naiv'
  4. Liebe 'Deutsche Kirche', ihr seid Heuchler vor dem Herrn!
  5. Ermahnung zur parteipolitischen Neutralität
  6. Nicht mehr zu retten - Zum Substanzverlust der Kirche
  7. Ein Drittel der 15-Jährigen in Deutschland kann nicht mehr ausreichend lesen oder rechnen!
  8. Wahl in Sachsen-Anhalt: AfD auch bei Kirchenmitgliedern stärkste Kraft
  9. Papst bereitet Debatte zu strittigen Lehren seines Vorgängers vor
  10. ‚Synodalität – ein Wort ohne Begriff? Ein erfundenes Narrativ macht Karriere
  11. Kritik von Theologen an der Beurlaubung von P. Edmund Waldstein
  12. Ein Mensch auf den Knien ist mächtiger als die Welt
  13. Wundersame Heilung, eine Marienerscheinung und Berufung mit 4 Jahren
  14. Leere der kirchlichen Lehre
  15. 'BILD' greift kath.net-Beitrag von Kardinal Müller auf

Wirklichkeiten: ein Blick auf 2019

27. Dezember 2019 in Kommentar, 12 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


2019 war auch das Jahr der Amazonassynode, inklusive der Versuchung, mit Karl Kraus (vgl. Beginn der „Dritten Walpurgisnacht“) zu sagen „Mir fällt zur Amazonassynode nichts ein“ - BeneDicta am Freitag von Gudrun Trausmuth


Wien (kath.net)
2019 als das Jahr, in dem in der Karwoche die Kathedrale „Notre Dame“ brannte, in dem am Ostersonntag auf Sri Lanka 253 Menschen in Kirchen und Hotels durch islamistische Bombenanschläge ums Leben kamen. Bilder, die sich einbrennen. Wirklichkeit des Bösen und Bedrohlichen.

Demgegenüber war 2019 aber auch ein Jahr dramatischer Worte und Inszenierungen: Greta Thunberg, die Ikone einer als Jugendbewegung aufgesetzten, globalisierten Panik um den Verlust unserer materiellen Lebensgrundlage. Was mobilisiert die smartphoneabhängige Generation? - Eine jugendliche Heldin, durch ihren Autismus radikal und unangreifbar zugleich. Ein Höhepunkt an Verstörung war die Droh- und Zornesrede („How dare you …?“) der als Person immer bedauernswerteren 16Jährigen am UN-Klimagipfel, zu dem Greta mit riesigem Aufwand per Segelschiff reiste. Voilà das Narrativ des menschheitsbedrohenden Klimawandels – das alles schlagende Thema, Schibboleth der p.c.-Zugehörigkeit.

Klima, das Thema, mit dem man aktuell Wahlen gewinnt. Deshalb tut man als politisches Genie und Karrierist natürlich gut daran, eine – wenn auch gesellschaftspolitisch brisante - Koalition mit den Grünen, als der Umweltpartei einzugehen. Dass die Umweltfreundlichkeit der Grünparteien bei der eigenen Spezies, dem ungeborenen Menschen, an ihre Grenze kommt und gerade die Grünparteien oft die liberalste Abtreibungspolitik befürworten, ist offenbar egal.


Egal auch, dass Türkis und Grün in Österreich bisher in puncto Einwanderungspolitik gänzlich unterschiedliche Konzepte verfolgten. Eines ist aber sicher: eine derartige Allianz beinhaltet per se jede Menge Sprengstoff, sollte auch sie wiederum vor der Zeit scheitern, wird es auch für einen politischen Superhelden allmählich eng werden, nicht zuletzt mangels koalitionswilliger Partner … Natürlich, die Neos gibt es da schon noch, zugleich aber auch zunehmend die Frage, ob eine ganz neue, konsequent wertekonservative Partei (die es ja in Österreich längst nicht mehr gibt!) nicht mindestens ebenso viele Wählerstimmen auf sich vereinen könnte …

2019 war auch das Jahr der Amazonassynode, inklusive der Versuchung, mit Karl Kraus (vgl. Beginn der „Dritten Walpurgisnacht“) zu sagen „Mir fällt zur Amazonassynode nichts ein“. Tatsächlich ist Unsägliches passiert: Eine Verschränkung von Themen (vgl. oben) und Intentionen, Vermischung und Funktionalisierung unvergleichlichen Ausmaßes. In Erwartung der päpstlichen Antwort auf das Abschlussdokument der Synode bleiben das Gebet und Notwendigkeit einer Treue zur Kirche, die auch dort nicht endet, wo Liebe sich mit Leid mischt. Als Ermutigung sei auf die Predigt des Nationaldirektor der Missio Österreich, P. Dr. Karl Wallner OCist verwiesen: „Diese fünf Punkte werden die Kirche retten“, https://www.youtube.com/watch?v=uTx5ZPDuMeg
2019 ist das Jahr der Geschichten.

Jahrtausende haben die Menschen nach der Wahrheit gesucht, jetzt sucht man Narrative, motivierende Kurzbotschaften. Am meisten erschüttert hat mich in diesem Jahr der Vortrag einer Geschichte im Dom zu St. Stephan im Kontext eines Aids-Benefizkonzerts. Eine „Legende“ (mglw. auch eine „urban legend“) über zwei in flagranti ertappte schwule Männer, die von der Dorfgemeinschaft in Winterskälte nackt an einen Baum gebunden, von der Madonna von Montevergine vor dem Erfrieren gerettet und daraufhin von der Dorfgemeinschaft akzeptiert wurden. Sine glossa, doch legte der Zusammenhang der Lesung eine Lesart im Sinne der LGBT-Aktivisten nahe. – Mir machte das Verkünden besagter Legende deutlich, dass es innerhalb der vielen Stimmen, innerhalb der jeweils tonangebenden Narrative, eine große Versuchung für die Kirche gibt: jene der Ambivalenz und jene der Angst. Doch wenn die Bindung an Wahrheit und Klarheit fehlt, trennen wir uns von der allergrößten und allerwirklichsten Geschichte, der Heilsgeschichte. Die größte wirkliche (nicht fiktive) Erzählung, oder besser: das größte Drama, ist, dass Gott aus Liebe zu uns Menschen seinen Sohn auf die Erde geschickt hat, der für uns gekreuzigt wurde und auferstanden ist. Der Grund unserer Hoffnung, der Sieger über Sünde und Tod. Das ist die Botschaft, die wir der Welt bringen müssen, und an der sich unser Sprechen ausrichten muss. Mit allem, was wir sonst so erzählen könnten, gehen wir am Wesentlichen vorbei und führen womöglich in die Irre.

A propos Wahrheit, noch einmal zurück zum Klimawandel: Irgendwann wird die Erde an ihr Ende kommen, die biblische Botschaft vom Ende der Zeiten – das wir nicht kennen und das natürlich kein Vorwand für respektlosen Umgang mit der Schöpfung ist – sollten wir uns manchmal vor Augen führen. Genauso aber auch, dass uns „ein neuer Himmel und eine neue Erde“ verheißen sind (Off 21, 1).

Der hl. Papst Johannes Paul II., der 2020 seinen 100. Geburtstag hat, möge uns führen. Sein erstes Wort als Papst brauchen wir heute mir denn je: „Fürchtet euch nicht!“


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

BeneDicta

  1. Technisch brillant, geistig obdachlos
  2. Beschließen ohne zu entscheiden?
  3. Die große Täuschung
  4. Hoffnung schlägt Optimismus
  5. Kirche zwischen Riss und Rückbindung
  6. Freu dich, Gott liebt dich
  7. 'Sommer ist, was in deinem Kopf passiert'
  8. Denn der Glaube ist kein Leistungssport
  9. Das Glück dieser Welt kauft man nicht mit Geld
  10. Herabsteigen in die „Tiefe unseres Seins“






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  3. Universität Texas A&M: 650 Personen bereiten sich auf Eintritt in die katholische Kirche vor
  4. Zwei muslimische Feiertage könnten bald in Kalifornien staatlich anerkannt werden
  5. Tausende beim „March for Life“ durch London – 15 katholische Bischöfe mit dabei
  6. Papst bereitet Debatte zu strittigen Lehren seines Vorgängers vor
  7. Die Freiheit der Liebe und die Einheit im Gebet
  8. „Wenn mich jemand fragen würde, ob ich der Kirche vertraue…“
  9. Papst Leo XIV. spricht mit Erzbischof Gänswein
  10. Wie die Dominikaner auf den Hund kamen
  11. Lopatka: EU muss Religionsfreiheit weltweit stärker schützen
  12. Ein Mensch auf den Knien ist mächtiger als die Welt
  13. ‚Man kann nicht ‚Black Lives Matter‘ sagen, wenn das Leben schwarzer Babys nicht zählt‘
  14. Wundersame Heilung, eine Marienerscheinung und Berufung mit 4 Jahren
  15. Ein Schlag ins Gesicht: Wenn der Schutzengel zur Rüge greift

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz