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Benedikt XVI: "Ich kann nicht still bleiben"

13. Jänner 2020 in Weltkirche, 91 Lesermeinungen
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Benedikt XVI. und Kard. Sarah appellieren an Papst Franziskus in gemeinsamen Buch, Zölibat nicht zu lockern – Kirche dürfe sich nicht von "schlechten Einlassungen, Theatralik, diabolischen Lügen und im Trend liegenden Irrtümern" beeinflussen lassen


Vatikan (kath.net)
Benedikt XVI., der emeritierte Papst, hat laut einem Bericht der französischen Tageszeitung "Le Figaro" an Papst Franziskus appelliert, den Zölibat nicht zu lockern. Die Zeitung hatte am Sonntag vorab Auszüge aus einem neuen und gemeinsamen Buch von Benedikt XVI. und dem römischen Kurienkardinal Robert Sarah veröffentlicht. Beide warnen laut einem Bericht der AFP in dem Buch, dass sich die katholische Kirche nicht von "schlechten Einlassungen, Theatralik, diabolischen Lügen und im Trend liegenden Irrtümern" beeinflussen lassen dürfe. Diese wollten den priesterlichen Zölibat entwerten. Gewarnt wird auch, dass Priester durch die "ständige Infragestellung" des Zölibats verwirrt würden. "Die Priesterschaft geht durch eine dunkle Zeit. Verwundet von der Enthüllung von so vielen Skandalen, verwirrt von der ständigen Infragestellung des Zölibats, sind viele Priester versucht, ans Aufgeben zu denken und alles zu verlassen." Der Zölibat sei laut Benedikt XVI. und Sarah auch mehr als ein Kirchengebot. Eine Erneuerung des Priesterzölibats sei notwendig für die Erneuerung der Kirche. Laut "Figaro" argumentieren beide, dass das Priesteramt als auch die Ehe den Mann in seiner Gesamtheit betreffe, daher scheint es nicht möglich, beiden Berufungen gleichzeitig nachzugehen.


Die Aussagen der beiden sind angesichts der umstrittenen Amazonas-Synode und der Ideen, dort den Zölibat aufzuheben, brisant. Papst Franziskus wird in den nächsten Wochen über diese Ideen eine Entscheidung treffen. Benedikt XVI. und Sarah schreiben in dem Buch auch ausdrücklich, dass sie diese, ihre Gedanken dem Volk Gottes und "natürlich im Geiste des brüderlichen Gehorsams" Papst Franziskus anbieten möchten.

Archivfoto Papst em. Benedikt XVI.



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