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QUERIDA AMAZONIA

12. Februar 2020 in Aktuelles, 123 Lesermeinungen
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'Viri probati' überhaupt kein Thema - Papst fordert Bischöfe auf, Missionare ins Amazonasgebiet zu schicken! - kath.net dokumentiert das nachsynodale Apostolische Schreiben zur Amazonassynode von Papst Franziskus - Wortlaut auf kath.net - TEIL 1


Rom (kath.net)
»Es nähert sich dieser Stern,
die Kolibris schlagen mit ihren Flügeln, lauter als der Wasserfall donnert mein Herz, die Erde werde ich mit deinen Lippen bewässern,
ach dass doch der Wind mit uns spiele.«

1. Das geliebte Amazonien steht vor der Welt mit all seiner Pracht, seiner Tragik und seinem Geheimnis. Gott hat uns die Gnade geschenkt, uns dieser Region in besonderer Weise in der vom 6. bis zum 27. Oktober in Rom abgehaltenen Synode zu widmen, die mit dem Dokument Amazonien: Neue Wege für die Kirche und für eine ganzheitliche Ökologie ihren Abschluss fand.

Der Sinn dieses Schreibens

2. Ich habe die Wortmeldungen auf der Synode gehört und die Beiträge der Arbeitsgruppen mit Interesse gelesen. Mit diesem Apostolischen Schreiben möchte ich zum Ausdruck bringen, welche Resonanz dieser Weg des Dialogs und der Unterscheidung in mir hervorgerufen hat. So werde ich hier nicht alle Fragen entfalten, die im Schlussdokument ausführlich dargelegt wurden. Ich habe auch nicht vor, es hiermit zu ersetzen oder zu wiederholen. Ich möchte nur einen groben Rahmen für die Reflexion bieten, um in der Wirklichkeit Amazoniens einer Zusammenschau einiger großer Anliegen konkret Gestalt zu geben, die ich schon in meinen früheren Dokumenten aufgezeigt habe und die eine Hilfe und Orientierung für eine harmonische, schöpferische und fruchtbare Rezeption des ganzen synodalen Weges sein kann.

3. Zugleich möchte ich das Schlussdokument offiziell vorstellen. Es bietet uns die Folgerungen der Synode, an der viele Menschen mitgearbeitet haben, die die Problematik Amazoniens besser kennen als ich und die Römische Kurie, da sie dort leben, mit ihm leiden und es leidenschaftlich lieben. Ich habe es daher vorgezogen, das Schlussdokument in diesem Apostolischen Schreiben nicht zu zitieren, weil ich vielmehr dazu einlade, es ganz zu lesen.

4. Gott gebe es, dass sich die ganze Kirche von dieser Arbeit bereichern und anregen lässt, dass sich die Hirten, die gottgeweihten Männer und Frauen und die gläubigen Laien in Amazonien um ihre Umsetzung bemühen und dass diese Arbeit irgendwie alle Menschen guten Willens inspiriert.

Visionen für Amazonien

5. Das Amazonasgebiet ist eine länderübergreifende, zusammenhängende Region, ein großes Biom, an dem neun Länder teilhaben: Brasilien, Bolivien, Kolumbien, Ecuador, Guyana, Peru, Suriname, Venezuela und Französisch-Guayana. Ich richte jedoch dieses Apostolische Schreiben an die ganze Welt. Einerseits tue ich dies, um zu helfen, die Liebe zu diesem Land und die Sorge darum zu wecken, weil es auch „unser“ Land ist, und um einzuladen, es gleichsam als ein heiliges Geheimnis zu bestaunen und zu erkennen; anderseits, weil die Aufmerksamkeit der Kirche gegenüber den Fragestellungen dieses Ortes uns verpflichtet, einige Themen kurz aufzugreifen, die nicht vergessen werden dürfen und die auch anderen Regionen der Erde im Hinblick auf ihre eigenen Herausforderungen als Anregung dienen können.

6. Alles, was die Kirche anzubieten hat, muss an jedem Ort der Welt auf eigene Art Fleisch und Blut annehmen, in einer Weise, dass die Braut Christi vielfältige Gesichter erhält, die den unerschöpflichen Reichtum der Gnade besser ausdrücken. Die Verkündigung muss Fleisch und Blut annehmen, die Strukturen der Kirche müssen Fleisch und Blut annehmen. Das ist der Grund, warum ich mir in diesem kurzen Apostolischen Schreiben bescheiden erlaube, vier große Visionen vorzustellen, zu denen Amazonien mich inspiriert.

7. Ich träume von einem Amazonien, das für die Rechte der Ärmsten, der ursprünglichen (autochthonen) Völker, der Geringsten kämpft, wo ihre Stimme gehört und ihre Würde gefördert wird.

Ich träume von einem Amazonien, dass seinen charakteristischen kulturellen Reichtum bewahrt, wo auf so unterschiedliche Weise die Schönheit der Menschheit erstrahlt.

Ich träume von einem Amazonien, das die überwältigende Schönheit der Natur, die sein Schmuck ist, eifersüchtig hütet, das überbordende Leben, das seine Flüsse und Wälder erfüllt.

Ich träume von christlichen Gemeinschaften, die in Amazonien sich dermaßen einzusetzen und Fleisch und Blut anzunehmen vermögen, dass sie der Kirche neue Gesichter mit amazonischen Zügen schenken.

ERSTES KAPITEL

EINE SOZIALE VISION

8. Unsere Vision ist ein Amazonien, das alle seine Bewohner integriert und fördert, damit sie das „buen vivir“ – das „Gute Leben“ – dauerhaft verwirklichen können. Es ist jedoch ein prophetischer Schrei und mühsamer Einsatz für die Ärmsten notwendig. Denn obschon Amazonien vor einer ökologischen Katastrophe steht, muss darauf hingewiesen werden, dass »ein wirklich ökologischer Ansatz sich immer in einen sozialen Ansatz verwandelt, der die Gerechtigkeit in die Umweltdiskussionen aufnehmen muss, um die Klage der Armen ebenso zu hören wie die Klage der Erde«[1]. Es nützt uns nicht ein Naturschutz, »der sich zwar um das Biom sorgt, aber die Völker Amazoniens außer Acht lässt«[2].

Ungerechtigkeit und Verbrechen

9. Die kolonisatorischen Interessen waren und sind der Grund für eine – legale und illegale – Ausweitung der Holzgewinnung und des Bergbaus; sie haben die indigenen Völker, die Flussanrainer und die afrikanischstämmige Bevölkerung vertrieben oder umringt. So rufen diese Interessen eine himmelschreiende Klage hervor:

»Zahlreich sind die Bäume,
wo die Folter wohnte,
und riesig die Wälder,
erworben unter tausendfachem Tode.«[3]

»Die Holzhändler haben Abgeordnete im Parlament,
doch unser Amazonien hat niemanden, der es verteidigt […]
Sie vertrieben die Papageien und die Affen […]
Die Kastanienernte wird nicht mehr die gleiche sein.« [4]

10. Dies hat die jüngsten Migrationsbewegungen der Indigenen zu den Peripherien der Städte befeuert. Dort finden sie keine echte Befreiung von ihren Dramen, sondern die schlimmsten Formen an Versklavung, Unterdrückung und Elend. In diesen Städten, die von einer großen Ungleichheit geprägt sind, wohnt der Großteil der Bevölkerung Amazoniens. Dort nehmen aber auch die Fremdenfeindlichkeit, die sexuelle Ausbeutung und der Menschenhandel zu. Daher erhebt sich der Schrei Amazoniens nicht nur aus dem Herzen der Wälder, sondern auch aus dem Inneren seiner Städte.

11. Es ist nicht notwendig, dass ich hier die sehr umfangreichen und vollständigen Analysen wiederhole, die vor und während der Synode vorgelegt wurden. Rufen wir uns zumindest eine der Stimmen, die wir gehört haben, in Erinnerung: »Holzhändler, Viehzüchter und weitere andere beschädigen uns. Wir werden von wirtschaftlichen Akteuren bedroht, die ein in unseren Territorien fremdes Wirtschaftsmodell durchsetzen. Die Holzindustrie dringt in das Gebiet ein, um den Wald auszubeuten, wir schützen den Wald für unsere Kinder, hier haben wir Fleisch, Fisch, pflanzliche Heilmittel, Obstbäume [...] Der Bau von Wasserkraftwerken und das Projekt von Wasserstraßen haben Auswirkungen auf den Fluss und das Land [...] Wir sind eine Region geraubter Gebiete.«[5]

12. Schon mein Vorgänger Benedikt XVI. klagte »die Umweltzerstörung in Amazonien und die Bedrohung der Menschenwürde der dortigen Bevölkerung«[6] an. Ich möchte hinzufügen, dass viele Dramen mit einem falschen „Mythos Amazonien“ in Verbindung standen. Bekanntlich wurde Amazonien seit den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts präsentiert, als wäre es einfach ein enormer leerer Raum, der besetzt, ein Reichtum im Rohzustand, der entwickelt, eine weite Wildnis, die gebändigt werden muss. All das im Zusammenhang mit einer Sichtweise, welche die Rechte der ursprünglichen Völker nicht anerkennt oder diese einfach ignoriert, als würde es sie gar nicht geben oder als würden ihnen die Gebiete, in denen sie wohnen, nicht gehören. Sogar in den Lehrplänen für die Kinder und Jugendlichen wurden die Indigenen als Eindringlinge oder Besetzer dargestellt. Ihr Leben, ihre Anliegen, die Art und Weise ihres Überlebenskampfes waren nicht von Interesse; vielmehr wurden sie als ein Hindernis angesehen, von dem man sich befreien muss, anstatt als Menschen, welche die gleiche Würde wie jeder andere und erworbene Rechte besitzen.

13. Einige Slogans haben zu dieser Unklarheit beigetragen, unter anderem der Spruch „Nicht nachgeben“[7], als ob eine solche Unterwerfung nur von außerhalb der Länder kommen könnte. Unter dem Vorwand der Entwicklung können jedoch auch lokale Mächte Allianzen eingehen, um den Wald samt den darin beheimateten Lebensformen ungestraft und uneingeschränkt zu zerstören. Sehr oft haben die ursprünglichen Völker der Zerstörung der Umwelt ohnmächtig zusehen müssen, die ihnen Nahrung, Heilung und Überleben bot und die es ihnen möglich machte, einen Lebensstil und eine Kultur zu bewahren, die ihnen Identität und Sinn gab. Die Ungleichheit der Macht ist enorm; die Schwachen haben keine Mittel, um sich zu verteidigen, während der Sieger weiter alles fortträgt. »Die armen Völker werden dabei immer ärmer, die reichen immer reicher.«[8]

14. Den nationalen oder internationalen Unternehmen, die Amazonien Schaden zufügen und das Recht der ursprünglichen Völker auf ihr Gebiet und seine Grenzen, auf Selbstbestimmung und vorherige Zustimmung nicht achten, muss man den Namen geben, der ihnen gebührt: Ungerechtigkeit und Verbrechen. Wenn sich einige Unternehmen in der Begierde nach schnellem Gewinn die Gebiete aneignen und am Ende sogar das Trinkwasser privatisieren, oder wenn der Holzindustrie und Projekten zum Bergbau oder zur Erdölförderung sowie anderen Unternehmungen, welche die Wälder zerstören und die Umwelt verschmutzen, seitens der Behörden grünes Licht gegeben wird, dann verändern sich die wirtschaftlichen Beziehungen auf ungerechtfertigte Weise und werden zu einem Instrument, das tötet. Gewöhnlich wird auf Mittel bar jeder Ethik zurückgegriffen. Dazu gehören Sanktionen gegen Proteste und sogar die Ermordung der Indigenen, die sich den Projekten entgegenstellen, die Brandstiftung in den Wäldern oder die Bestechung von Politikern und Indigenen selbst. Dies wird von schweren Menschenrechtsverletzungen und von neuen Arten der Sklaverei vor allem gegenüber den Frauen begleitet wie auch von der Plage des Rauschgifthandels, der die Indigenen zu unterwerfen sucht, oder vom Menschenhandel, der die aus ihrem kulturellen Umfeld Vertriebenen ausnutzt. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Globalisierung zu einer »neue[n] Form des Kolonialismus«[9] wird.

Sich empören und um Vergebung bitten

15. Man muss sich empören,[10] so wie Mose zornig wurde (vgl. Ex 11,8), so wie Jesus zürnte (vgl. Mk 3,5), so wie Gott angesichts der Ungerechtigkeit in Zorn entbrannte (vgl. Am 2,4-8; 5,7-12; Ps 106,40). Es ist nicht gesund, wenn wir uns an das Böse gewöhnen, es tut uns nicht gut, wenn wir zulassen, dass unser soziales Gewissen betäubt wird, während »immer mehr Spuren der Verwüstung, ja sogar des Todes in unserer gesamten Region […] das Leben von Millionen Menschen und speziell den Lebensraum der Bauern und Indigenen in Gefahr [bringen]«[11]. Die Vorfälle von Ungerechtigkeit und Grausamkeit, die selbst während des letzten Jahrhunderts in Amazonien stattfanden, sollten eine tiefe Ablehnung hervorrufen, uns jedoch zugleich sensibel machen gegenüber den auch gegenwärtigen Formen der Ausbeutung von Menschen, der Gewalttätigkeit und des Tötens. In Bezug auf die beschämende Vergangenheit nehmen wir als Beispiel eine Erzählung über das Leiden der Indigenen während des Kautschukbooms im venezolanischen Teil Amazoniens: »Den Indigenen gaben sie kein Geld, sondern Waren zu teurem Preis, und so wurden sie nie damit fertig, sie zu bezahlen […] Sie zahlten, aber sie sagten zum Indigenen: „Du hast hohe Schulden“, und der Indigene musste zurückkehren, um zu arbeiten […] Mehr als zwanzig Dörfer der Yekuana wurden vollständig zerstört. Die Frauen der Yekuana wurden vergewaltigt, ihnen wurden die Brüste entfernt und den Schwangeren wurde der Bauch aufgeschlitzt. Den Männern wurden die Finger oder die Hände abgeschnitten, damit sie nicht mit den Schiffen fahren konnten […] neben anderen Szenen von ganz sinnlosem Sadismus.«[12]

16. Eine solche Geschichte von Leid und Missachtung heilt nicht leicht. Ebenso nimmt die Kolonialisierung kein Ende, sondern verändert, tarnt und verbirgt sich an vielen Orten[13], verliert jedoch nicht ihre Rücksichtslosigkeit gegenüber dem Leben der Armen und der Zerbrechlichkeit der Umwelt. Die Bischöfe des brasilianischen Teils Amazoniens haben dies in Erinnerung gerufen: »Die Geschichte Amazoniens zeigt, dass es immer eine Minderheit war, die um den Preis der Armut der Mehrheit profitierte sowie dank des skrupellosen Raubbaus der Naturreichtümer in der Region, die eine göttliche Gabe an die seit Jahrtausenden dort lebenden Völker und an die im Lauf der vergangenen Jahrhunderte gekommenen Migranten darstellt.«[14]

17. Während wir eine gesunde Empörung aufkommen lassen, rufen wir zugleich in Erinnerung, dass es immer möglich ist, die verschiedenen kolonialen Mentalitäten zu überwinden, um Netze der Solidarität und Entwicklung aufzubauen. Denn »die Herausforderung besteht […] darin, eine Globalisierung in Solidarität, eine Globalisierung ohne Ausgrenzung zu sichern«[15]. Man kann nach Alternativen suchen im Hinblick auf eine nachhaltige Viehzucht und Landwirtschaft, auf Energien, die nicht verschmutzen, und auf würdige Arbeitsquellen, die nicht die Zerstörung der Umwelt und der Kulturen mit sich bringen. Gleichzeitig muss den Indigenen und den Ärmsten eine angemessene Bildung sichergestellt werden, die ihre Begabungen fördert und ihnen weitere Chancen bietet. Genau in diesem Bereich kommen die wahre Klugheit und das echte Können der Politiker ins Spiel. Hier geht es nicht darum, den Toten das Leben zurückzugeben, das ihnen verwehrt wurde, und auch nicht darum, die Überlebenden dieser Massaker zu entschädigen, sondern wenigstens heute wirklich menschlich zu sein.

18. Es ermutigt uns, daran zu erinnern, dass inmitten der schlimmen Exzesse der Kolonialisierung Amazoniens voll von »Widersprüchen und Irrungen«[16] viele Missionare mit dem Evangelium dorthin gekommen sind; sie verließen dafür ihre Länder und nahmen ein entbehrungsreiches und anstrengendes Leben an der Seite der ganz Schutzlosen in Kauf. Wir wissen, dass nicht alle vorbildlich waren, doch die Arbeit derer, die dem Evangelium treu blieben, »inspirierte […] auch die Gesetzgebung, zum Beispiel die „Leyes de Indias“. Diese haben die Würde der Indigenen vor der Verwüstung ihrer Dörfer und Territorien geschützt.«[17] Da es oft die Priester waren, welche die Indigenen vor den Angreifern und Ausbeutern schützten, erzählen die Missionare: »Sie baten uns inständig, sie nicht zu verlassen, und sie rangen uns das Versprechen ab, wieder zurückzukommen.«[18]

19. Heutzutage darf die Kirche nicht weniger engagiert sein, und sie ist gerufen, auf den Schrei der Völker Amazoniens zu hören, »um unzweideutig ihre prophetische Rolle wahrzunehmen«[19]. Zugleich schäme ich mich, da unleugbar der Weizen mit dem Unkraut vermischt wurde und die Missionare nicht immer den Unterdrückten zur Seite standen. So »bitte« ich einmal mehr »demütig um Vergebung, nicht nur für die Verletzungen der Kirche selbst, sondern für die Verbrechen gegen die Urbevölkerungen während der sogenannten Eroberung Amerikas«[20] und für die schrecklichen Verbrechen, die im Laufe der ganzen Geschichte Amazoniens folgten. Ich danke den Mitgliedern der ursprünglichen Völker und sage ihnen aufs Neue, »dass ihr mit eurem Leben in Wahrheit in die Gewissen […] schreit […] Ihr seid lebendige Erinnerung an die Sendung, die Gott uns allen anvertraut hat: das „gemeinsame Haus“ zu bewahren.«[21]

Gemeinschaftssinn

20 Der Der Einsatz für den Aufbau einer gerechten Gesellschaft erfordert eine Eignung zur Brüderlichkeit, einen Geist menschlicher Gemeinschaft. Wenn auch der Aspekt der persönlichen Freiheit nicht unwichtig ist, wird bei den ursprünglichen Völkern Amazoniens doch deutlich, dass sie einen starken Gemeinschaftssinn haben. Auf diese Weise leben sie »Arbeit und Ruhe, menschliche Beziehungen, Riten und Feiern. Alles wird miteinander geteilt. Private Räume, die für die Moderne typisch sind, gibt es nur wenige. Das Leben ist ein gemeinschaftlicher Weg, in dem Aufgaben und Verantwortlichkeiten so untereinander verteilt und miteinander geteilt werden, dass sie dem Gemeinwohl zugutekommen. Die Vorstellung von einem Individuum, das ohne Verbindung zur Gemeinschaft oder ihrem Territorium existiert, hat keinen Platz.«[22] Die menschlichen Beziehungen werden von der Natur um sie herum geprägt. Denn sie spüren und nehmen diese als eine Wirklichkeit wahr, die ihre Gesellschaft und ihre Kultur integriert, gleichsam als eine Art Verlängerung ihres eigenen Körpers bzw. den der Familie und der Gruppe:


»Es nähert sich dieser Stern,
die Kolibris schlagen mit ihren Flügeln, lauter als der Wasserfall donnert mein Herz, die Erde werde ich mit deinen Lippen bewässern,
ach dass doch der Wind mit uns spiele.«[23]

21. Dies verstärkt dann noch die zerrüttende Wirkung der Entwurzelung, welche die Indigenen erfahren, die sich zum Wegzug in die Städte gezwungen sehen, wo sie – manchmal auch auf unwürdige Weise – inmitten der ganz individualistischen Gewohnheiten urbanen Lebens und in einer feindlichen Umgebung zu überleben suchen. Wie kann eine solch schwere Verletzung geheilt werden? Wie können diese entwurzelten Leben erneuert werden? Angesichts dieser Situation müssen alle Anstrengungen gewürdigt und begleitet werden, die von vielen dieser Gruppen unternommen werden, um ihre Werte und Lebensstile zu bewahren und sich in die neuen Umfelder einzugliedern, ohne dass sie diese verlieren, sondern vielmehr als einen Beitrag zum Gemeinwohl anbieten.

22. Christus hat den ganzen Menschen erlöst und will in jedem die Fähigkeit, mit den anderen in Beziehung zu treten, wiederherstellen. Das Evangelium bietet uns die göttliche Liebe an, die aus dem Herzen Christi hervorströmt und ein Streben nach Gerechtigkeit bewirkt, die zugleich ein Loblied auf die Brüderlichkeit und Solidarität, eine Anregung zur Begegnungskultur ist. Die Weisheit des Lebensstils der ursprünglichen Völker – auch mit all den Grenzen, die er haben mag – regt uns an, dieses Bestreben zu vertiefen. Aus diesem Grund haben die Bischöfe Ecuadors »ein neues soziales und kulturelles System« gefordert, »das den solidarischen Beziehungen Vorrechte einräumt und sie in einen Rahmen stellt, der die verschiedenen Kulturen und Ökosysteme anerkennt und achtet als auch in der Lage ist, sich jeder Form von Diskriminierung und Vorherrschaft unter den Menschen zu widersetzen«[24].

Beschädigte Institutionen

23. In der Enzyklika Laudato si’ haben wir in Erinnerung gerufen: »Wenn zwischen allen Dingen Beziehungen bestehen, bringt auch der Gesundheitszustand der Institutionen einer Gesellschaft Folgen für die Umwelt und die menschliche Lebensqualität mit sich […] Innerhalb einer jeden sozialen Ebene und zwischen ihnen entwickeln sich die Institutionen, die die menschlichen Beziehungen regeln. Alles, was diese Institutionen beschädigt, hat schädliche Auswirkungen: sei es der Verlust der Freiheit oder seien es die Ungerechtigkeit und die Gewalt. Die Regierung verschiedener Länder stützt sich auf eine instabile institutionelle Basis, auf Kosten der leidenden Bevölkerung«[25].

24. Wie steht es um die Institutionen der Zivilgesellschaft in Amazonien? Das Instrumentum laboris der Synode, das viele Beiträge der Menschen und Gruppen in Amazonien beinhaltet, berichtet von einer »Kultur, die den Staat und seine Institutionen vergiftet und schließlich alle gesellschaftlichen Schichten, sogar die indigenen Gemeinschaften, durchdringt. Das ist wirklich eine moralische Plage; das Vertrauen in die Institutionen und deren Repräsentanten geht verloren; Politik und gesellschaftliche Organisationen werden völlig diskreditiert. Die Völker Amazoniens selbst bleiben von der Korruption auch nicht verschont, und werden schließlich ihre Hauptopfer.«[26]

25. Wir können nicht ausschließen, dass Mitglieder der Kirche Teil des Korruptionsnetzes waren; bisweilen ging dies soweit, dass sie zustimmten, im Austausch gegen finanzielle Unterstützung von kirchlichen Werken Stillschweigen zu wahren. Genau deswegen gingen bei der Synode Vorschläge ein, die dazu aufforderten, »besonders aufmerksam auf die Herkunft von Spenden oder anderen Zuwendungen zu achten, ebenso wie auf die Investitionen von kirchlichen Institutionen bzw. von einzelnen Christen«[27].

Sozialer Dialog

26. Amazonien sollte auch ein Ort für den sozialen Dialog sein, vor allem zwischen den verschiedenen ursprünglichen Völkern, um Formen der Gemeinschaft und des gemeinsamen Engagements zu finden. Wir anderen sind gerufen, als „Gäste“ teilzunehmen und mit größtem Respekt nach Wegen der Begegnung zu suchen, die Amazonien bereichern können. Wenn wir jedoch miteinander sprechen wollen, sollten wir dies zuallererst mit den Geringsten tun. Sie sind weder irgendein Gesprächspartner, den man überzeugen muss, noch eine weitere Person an einem Tisch mit gleichen Teilnehmern. Sie sind vielmehr die Hauptgesprächspartner: wir müssen vor allem von ihnen lernen, ihnen aus geschuldeter Gerechtigkeit zuhören und sie um Erlaubnis bitten, unsere Vorschläge darlegen zu dürfen. Ihr Wort, ihre Hoffnungen, ihre Befürchtungen sollten bei jedem Gesprächstisch über Amazonien die wichtigste Stimme darstellen. Und die große Frage ist: Wie stellen sie sich selbst das „buen vivir“, das „Gute Leben“, für sich und ihre Nachkommen vor?

27. Der Dialog muss nicht nur der vorrangigen Option für die Verteidigung der Armen, der Ausgegrenzten und der Ausgeschlossenen das Vorrecht einräumen, sondern diese als Hauptpersonen betrachten. Es geht darum, den anderen „als anderen“ anzuerkennen und mit seinem Empfinden, mit seinen ganz persönlichen Entscheidungen und seiner Lebens- und Arbeitsweise wertzuschätzen. Andernfalls wird das Ergebnis wie immer ein »Plan einiger weniger für einige wenige«[28] sein, wenn nicht sogar »einen Konsens auf dem Papier […] oder einen oberflächlichen Frieden für eine glückliche Minderheit«[29] darstellen. Wenn dies geschieht, »muss eine prophetische Stimme erhoben werden«[30] und sind wir Christen gerufen, diese zu Gehör zu bringen.

Daraus erwächst die folgende Vision.

ZWEITES KAPITEL

EINE KULTURELLE VISION

28. Es geht darum, Amazonien zu fördern; dies bedeutet jedoch nicht, es kulturell zu kolonisieren, sondern ihm dabei zu helfen, das Beste aus sich zu machen. Darin liegt der Sinn der besten Bildungsarbeit: erziehen ohne zu entwurzeln; wachsen lassen, ohne die Identität zu schwächen; fördern ohne zu vereinnahmen. Wie es in der Natur Möglichkeiten gibt, die für immer verloren gehen könnten, so kann das Gleiche mit Kulturen geschehen, die eine bisher ungehörte Botschaft beinhalten und heute mehr denn je bedroht sind.

Das Polyeder Amazoniens

29. In Amazonien finden sich viele Völker und Nationalitäten, und mehr als einhundertzehn indigene Völker leben in freiwilliger Isolation (pueblos indígenas en aislamiento voluntario - PIAV).[31] Ihre Situation ist sehr unsicher, und viele werden sich bewusst, zu den letzten Hütern eines Schatzes zu gehören, der zum Verschwinden bestimmt ist, so als ob man ihnen nur gestatten würde zu überleben, wenn sie nicht lästig werden, während die postmoderne Kolonialisierung voranschreitet. Man muss vermeiden, sie als „unzivilisierte Wilde“ zu betrachten. Sie sind einfach Träger von anderen Kulturen und anderen Formen der Zivilisation, die in frühen Zeiten zu bemerkenswerten Entwicklungsstufen gelangt sind.[32]

30. Vor der Kolonialisierung konzentrierten sich die Bevölkerungen an den Ufern der Flüsse und Seen, aber das Vorrücken der Kolonisatoren drängte die vorhandene Bevölkerung in die Tiefe der Wälder. Heute werden viele Menschen durch die fortschreitende Verödung vertrieben. Sie enden darin, die Peripherien oder die Gehwege der Städte zu bevölkern, zuweilen in äußerstem Elend, aber auch in einer inneren Zersplitterung aufgrund des Verlustes der Werte, die sie stützten. In diesem Umfeld verlieren sie gewöhnlich die Bezugspunkte und die kulturellen Wurzeln, die ihnen eine Identität und ein Gefühl der Würde gaben, und vergrößern die Reihen der Ausgegrenzten. Damit wird die kulturelle Weitergabe einer über Jahrhunderte von Generation zu Generation vermittelten Weisheit unterbrochen. Die Städte, die Orte der Begegnung, der gegenseitigen Bereicherung und der Befruchtung zwischen verschiedenen Kulturen sein sollten, werden zum Schauplatz einer schmerzhaften Ausgrenzung.

31. Jedes Volk, das es geschafft hat, im Amazonasgebiet zu überleben, besitzt seine eigene kulturelle Identität und einen einzigartigen Reichtum in einem plurikulturellen Universum aufgrund der engen Beziehung, die die Bewohner zu ihrer Umwelt aufbauen. Es erhält seine Eigenart in einer - nicht deterministischen - Symbiose, die mit externen Denkmustern schwer zu verstehen ist:

»Es war einmal eine Landschaft, die mit ihrem Fluss,
ihren Tieren, ihren Wolken und ihren Bäumen in Erscheinung trat.
Manchmal aber, wenn die Landschaft mit ihrem Fluss und den Bäumen
nirgendwo zu sehen war,
mussten sie im Geist eines Jungen zum Vorschein kommen.«[33]

»Aus dem Fluss mache dein Blut [...]
Dann lass dich pflanzen,
keime und wachse,
dass deine Wurzel
sich für immer
an die Erde klammere,
und schließlich
sei Kanu,
Boot, Floß,
Füße, Tonne,
Schutzhütte und Mensch.«[34]

32. Die menschlichen Gruppen, ihre Lebensweise und Weltanschauung sind so vielfältig wie das Territorium, da sie sich der Geographie und ihren Ressourcen anpassen mussten. Fischervölker, Völker, die im Landesinneren von der Jagd oder Landwirtschaft leben, und Völker, die Überschwemmungsgebiete bewirtschaften, sind nicht das Gleiche. Wir finden in Amazonien noch immer Tausende von Gemeinschaften der Indigenen, der afrikanischstämmigen Bevölkerungen, der Flussanrainer und Stadtbewohner, die sehr unterschiedlich sind und eine große menschliche Vielfalt in sich bergen. Gott zeigt sich durch ein Territorium und seine Eigenschaften, er lässt darin etwas von seiner unerschöpflichen Schönheit widerscheinen. Daher entwickeln die verschiedenen Gruppen in einer vitalen Synthese mit ihrer Umgebung ihre eigene Art der Weisheit. Die außenstehenden Beobachter unter uns sollten ungerechte Verallgemeinerungen, vereinfachende Reden oder Schlussfolgerungen vermeiden, die nur aus den eigenen Denkweisen und Erfahrungen gezogen werden.

Die Wurzeln pflegen

33. Ich möchte nun daran erinnern: »Die konsumistische Sicht des Menschen, die durch das Räderwerk der aktuellen globalisierten Wirtschaft angetrieben wird, neigt dazu, die Kulturen gleichförmig zu machen und die große kulturelle Vielfalt, die einen Schatz für die Menschheit darstellt, zu schwächen.«[35] Dies betrifft zunächst die jungen Menschen, wenn man dazu neigt »die ihrem Herkunftsort eigenen Unterschiede aufzulösen und sie in manipulierbare serienmäßig hergestellte Individuen zu verwandeln«.[36]Um diese Dynamik menschlicher Verarmung zu vermeiden, muss man die Wurzeln lieben und pflegen, da sie ein »Bezugspunkt [sind], der uns erlaubt, zu wachsen und auf die neuen Herausforderungen zu antworten«[37]. Ich lade die jungen Menschen Amazoniens ein, insbesondere die Indigenen »sich um die Wurzeln zu kümmern, denn von den Wurzeln kommt die Kraft, die euch wachsen, blühen und Frucht bringen lässt«[38]. Für die Getauften unter ihnen umfassen diese Wurzeln die Geschichte des Volkes Israel und der Kirche bis heute. Sie zu kennen, ist eine Quelle der Freude und vor allem der Hoffnung, die zu mutigen und edlen Taten inspiriert.

34. Über Jahrhunderte hinweg haben die Völker Amazoniens ihre kulturelle Weisheit mündlich weitergegeben in Mythen, Legenden und Erzählungen, wie es mit »jenen urzeitlichen Erzählern geschah, die durch die Wälder zogen und Geschichten von Dorf zu Dorf trugen, um eine Gemeinschaft am Leben zu erhalten, die sich ohne die Nabelschnur dieser Geschichten in der Distanz und der Isolation zersplittert und aufgelöst hätte«.[39] Daher ist es wichtig, »die älteren Menschen lang erzählen zu lassen«[40], und die jungen Menschen müssen dabei verweilen, aus dieser Quelle zu trinken.

35. Während die Gefahr, diesen kulturellen Reichtum zu verlieren, immer größer wird, haben in den letzten Jahren Gott sei Dank einige Völker begonnen, ihre Geschichten in Erzählungen aufzuschreiben und die Bedeutung ihrer Bräuche zu erklären. Auf diese Weise können sie selbst ausdrücklich anerkennen, dass es mehr als nur eine ethnische Identität gibt und dass sie Hüter wertvoller persönlicher, familiärer und kollektiver Erinnerungen sind. Es freut mich zu sehen, dass diejenigen, die den Kontakt zu ihren Wurzeln verloren haben, versuchen ihre beeinträchtigte Erinnerung zurückzuerlangen. Andererseits wurde auch in den professionellen Bereichen ein größeres Bewusstsein für die amazonische Identität entwickelt, und selbst für die, die oft Nachkommen von Einwanderern sind, ist Amazonien zu einer Quelle künstlerischer, literarischer, musikalischer und kultureller Inspiration geworden. Die vielfältigen künstlerischen Ausdrucksweisen und vor allem die Poesie ließen sich vom Wasser, vom Wald, vom pulsierenden Leben sowie von der kulturellen Vielfalt und den ökologischen und sozialen Herausforderungen inspirieren.

Interkulturelle Begegnung

36. Wie jede kulturelle Wirklichkeit haben auch die Kulturen des tiefen Amazoniens ihre Grenzen. Die westlichen urbanen Kulturen weisen sie ebenso auf. Faktoren wie Konsumverhalten, Individualismus, Diskriminierung, Ungleichheit und viele andere machen die zerbrechlichen Aspekte der scheinbar weiter entwickelten Kulturen aus. Die ethnischen Gruppen, die einen mit der Natur verbundenen Kulturschatz mit einem starken Gemeinschaftssinn entwickelt haben, bemerken leicht unsere Schattenseiten, die wir inmitten des vermeintlichen Fortschritts nicht erkennen. Deshalb wird es uns guttun, ihre Lebenserfahrung aufzugreifen.

37. Von unseren Wurzeln her sitzen wir am gemeinsamen Tisch, einem Ort des gemeinsamen Gesprächs und der Hoffnung. Auf diese Weise wird der Unterschied, der eine Flagge oder eine Grenze sein kann, zur Brücke. Identität und Dialog sind keine Feinde. Die eigene kulturelle Identität wurzelt im Dialog mit denen, die anders sind, und wird durch ihn bereichert. Echte Bewahrung ist keine verarmende Isolation. Daher ist es nicht meine Absicht, einen völlig geschlossenen, ahistorischen, statischen Indigenismus voranzutreiben, der jede Form der Vermischung ablehnt. Eine Kultur kann unfruchtbar werden, wenn sie sich »in sich selber verschließt und veraltete Lebensformen zu verewigen sucht, indem sie jeden Austausch und jede Auseinandersetzung über die Wahrheit vom Menschen ablehnt«[41]. Dies mag wenig realistisch erscheinen, da es nicht leicht ist, sich vor einer kulturellen Invasion zu schützen. Deshalb sollte dieses Interesse an der Pflege der kulturellen Werte der indigenen Gruppen uns allen gemeinsam sein, denn ihr Reichtum ist auch der unsere. Wenn wir nicht in diesem Sinn der Mitverantwortung angesichts der Vielfalt, die unsere Menschheit schön macht, wachsen, können wir nicht verlangen, dass sich die im Regenwald wohnenden Gruppen arglos der „Zivilisation“ öffnen.

38. In Amazonien ist es selbst unter den verschiedenen indigenen Völkern möglich, »interkulturell[e] Beziehungen [zu entwickeln], in denen Verschiedenartigkeit keine Bedrohung mehr darstellt und keine Rechtfertigung mehr für hierarchische Machtausübung der einen über die anderen liefert, in denen die Verschiedenartigkeit vielmehr die unterschiedlichen kulturellen Visionen von Fest und Feier, von zwischenmenschlichem Umgang und von der Wiederkehr der Hoffnung miteinander ins Gespräch bringt«.[42]

Bedrohte Kulturen, gefährdete Völker

39. Die globalisierte Wirtschaft beschädigt den menschlichen, sozialen und kulturellen Reichtum schamlos. Die Auflösung der Familien, die sich ausgehend von der erzwungenen Migration ergibt, zieht auch die Weitergabe der Werte in Mitleidenschaft, denn »die Familie ist und war immer die soziale Institution, die am meisten dazu beigetragen hat, unsere Kulturen am Leben zu erhalten«[43]. Darüber hinaus ist es notwendig, »gegenüber der kolonisierenden Invasion durch die Massenmedien« zugunsten der ursprünglichen Völker »von ihren eigenen Sprachen und Kulturen bestimmte Kommunikationsformen« zu fördern, und »dass die Themen der Indigenen selbst in den bereits vorhandenen Medien in Erscheinung treten«[44].

40. In jedem Projekt für Amazonien ist es »nötig, sich die Perspektive der Rechte der Völker und der Kulturen anzueignen, und auf diese Weise zu verstehen, dass die Entwicklung einer sozialen Gruppe […] verlangt, dass die lokalen sozialen Akteure ausgehend von ihrer eigenen Kultur ständig ihren zentralen Part übernehmen«[45]. Wenn aber die althergebrachten Kulturen der ursprünglichen Völker im engen Kontakt mit der natürlichen Umwelt entstanden sind und sich entwickelt haben, so können sie schwer unversehrt bleiben, wenn diese Umwelt Schaden erleidet.

Dies eröffnet den Weg für die folgende Vision.

DRITTES KAPITEL

EINE ÖKOLOGISCHE VISION

41. In einer kulturellen Landschaft wie dem Amazonasgebiet, wo eine so enge Beziehung zwischen Mensch und Natur besteht, hat das tägliche Leben immer eine kosmische Dimension. Andere aus ihrer Sklaverei zu befreien bedeutet gewiss, sich um die Umwelt zu kümmern und sie zu schützen[46], aber noch mehr, dem Herzen des Menschen zu helfen, sich vertrauensvoll dem Gott zu öffnen, der nicht nur alles, was existiert, geschaffen hat, sondern auch sich selbst in Jesus Christus uns geschenkt hat. Der Herr, der sich als Erster um uns sorgt, lehrt uns, uns um unsere Brüder und Schwestern und um die Umwelt zu kümmern, die er uns jeden Tag schenkt. Dies ist die erste Ökologie, derer wir bedürfen. In Amazonien versteht man die Worte Benedikts XVI. besser, als er sagte: »Neben der Ökologie der Natur gibt es also auch eine — wie man es ausdrücken könnte — „Humanökologie”, die ihrerseits eine „Sozialökologie“ erfordert. Und das bedeutet, dass sich die Menschheit […] die bestehenden Verbindungen zwischen der Natur-Ökologie — also der Rücksicht auf die Natur — und der auf den Menschen bezogenen Ökologie immer mehr vor Augen halten muss.«[47] Das Beharren darauf, dass »alles miteinander verbunden ist«[48], gilt besonders für ein Gebiet wie Amazonien.

42. Wenn die Sorge für die Menschen und die Ökosysteme untrennbar sind, erlangt dies dort besondere Bedeutung, wo »der Wald keine auszunutzende Ressource ist, sondern ein Wesen oder mehrere Wesen, mit denen man in Beziehung treten kann«[49]. Die Weisheit der ursprünglichen Völker Amazoniens »inspiriert dazu, sorgsam und respektvoll mit der Schöpfung zu leben, im klaren Bewusstsein ihrer Grenzen, das jeden Missbrauch verbietet. Die Natur missbrauchen bedeutet, die Vorfahren, die Brüder und Schwestern, die Schöpfung und den Schöpfer zu missbrauchen und dadurch die Zukunft aufs Spiel zu setzen.«[50] Wenn die Indigenen »in ihren Territorien bleiben, sind es gerade sie, die am besten für sie sorgen«[51], vorausgesetzt, dass sie nicht in die Sirenengesänge und eigennützigen Angebote von Machtgruppen verwickelt werden. Der Schaden für die Natur trifft sie auf sehr direkte und greifbare Weise, denn wir »sind Wasser, Luft, Erde und Leben der von Gott geschaffenen Umwelt. Deshalb bitten wir, dass die Misshandlung und Ausbeutung von Mutter Erde aufhört. Die Erde blutet und ist am Ausbluten, die multinationalen Konzerne haben die Adern unserer Mutter Erde aufgeschnitten.«[52]

Ein Traum aus Wasser

43. In Amazonien ist das Wasser König, die Flüsse und Bäche sind wie Adern und jede Form des Lebens hat in ihm seinen Ursprung:

»Dort, in der Fülle der brennenden Sommer, wenn die letzten Böen aus dem Osten tot in der unbeweglichen Luft sich verdünnen, wird das Thermometer durch das Hygrometer in der Bestimmung des Klimas ersetzt. Die Existenzen leiden unter einer schmerzhaften Alternative zwischen Abschwellen und Ansteigen der großen Flüsse. Diese steigen immer wieder auf erstaunliche Weise an. Der angeschwollene Amazonas kommt aus seinem Bett, hebt seinen Wasserspiegel in wenigen Tagen an [...] Die Flut ist ein Stillstand im Leben. Gefangen in den Maschen der „Wege der Kanus“ wartet der Mensch dann mit seltenem Stoizismus angesichts des unaufhaltbaren Schicksals auf das Ende jenes paradoxen Winters mit hohen Temperaturen. Das Fallen der Wasserstände markiert die Ankunft des Sommers. Es ist die Wiederauferstehung der ursprünglichen Tätigkeit derer, die sich dort schlagen, der einzigen Lebensform, die mit der Natur vereinbar ist, die in ihren unterschiedlichen Ausprägungen extrem ist und die Fortsetzung jeder Anstrengung unmöglich macht.«[53]

44. Das Wasser glitzert im großen Amazonasfluss, der alles um sich herum sammelt und belebt:

»Amazonas,
Hauptstadt der Silben des Wassers,
Vater, Patriarch, du bist
die geheime Ewigkeit der Befruchtung,
Flüsse steigen zu dir hinab wie Vögel …«[54]

45. Er ist darüber hinaus das Rückgrat, das harmonisiert und verbindet: »Der Fluss trennt uns nicht, er vereint uns, er hilft uns, unter verschiedenen Kulturen und Sprachen zusammenzuleben.«[55] Wenn es auch wahr ist, dass es in diesem Gebiet viele „Amazonien“ gibt, ist seine Hauptachse der große Fluss, der Sohn vieler anderer Flüsse ist:

»Von höchsten Gipfeln des Gebirgszugs, wo der Schnee ewig liegt, fließt das Wasser und zeichnet einen zitternden Umriss auf der alten Haut des Steins: der Amazonas ist gerade erst geboren. Er wird in jedem Moment geboren. Wie flackerndes Licht steigt er langsam, gewunden hinab, um in der Erde zu wachsen. Indem er grüne Flächen einnimmt, erfindet er seinen Lauf und vergrößert sich. Grundwasser quellen hervor, um sich mit dem aus den Anden herabfließenden Wasser zu umarmen. Aus dem Bauch der schneeweißen Wolken, die vom Wind angestoßen werden, fällt das himmelblaue Wasser. Sie rücken vereint vor, vervielfacht in unendlichen Pfaden, die unermessliche Ebene bewässernd [...] Es ist das große Amazonien, ganz in den feuchten Tropen, mit seinem dichten und verblüffendem Wald, wo noch immer das Leben pulsiert, unberührt und an weiten, vom Menschen nie erreichten Orten, das in der Intimität des Wassers gebildet wurde [...] Seitdem der Mensch es bewohnt, ist es aus den Tiefen ihrer Gewässer aufgestiegen, und aus dem tiefsten Inneren ihres Waldes verbreitet sich eine schreckliche Angst: dass dieses Leben langsam sich dem Ende zuneigt.«[56]

46. Die Volksdichter, die sich in seine unermessliche Schönheit verliebt haben, haben versucht, zum Ausdruck zu bringen, was sie der Fluss verspüren ließ, und das Leben, das er beim Vorüberziehen schenkt, mit einem Reigen von Delfinen, Anakondas, Bäumen und Kanus zu umschreiben. Sie bedauern zugleich die Gefahren, die ihn bedrohen. Diese Dichter sind kontemplativ und prophetisch, sie helfen uns, uns vom technokratischen und konsumistischen Paradigma zu befreien, das die Natur erstickt und uns einer wahrhaft würdigen Existenz beraubt:

»Die Welt leidet unter der Verwandlung der Füße in Gummi, der Beine in Leder, des Körpers in Stoff und des Kopfes in Stahl [...] Die Welt leidet unter der Verwandlung des Spatens zum Gewehr, des Pfluges zum Kriegspanzer, des Bildes des Sämanns, der aussät, zum Roboter mit seinem Flammenwerfer, aus dessen Saat Wüsten aufsprießen. Nur die Poesie, mit der Bescheidenheit ihrer Stimme, wird diese Welt retten können.«[57]

Der Schrei Amazoniens

47. Die Poesie hilft, ein schmerzhaftes Gefühl zum Ausdruck zu bringen, das heute viele teilen. Die unausweichliche Wahrheit ist, dass unter den gegenwärtigen Bedingungen durch diese Art, mit Amazonien umzugehen, viele Reichtümer des Lebens und großer Schönheit „sich dem Ende zuneigen“, auch wenn viele weiterhin glauben wollen, dass nichts geschehen sei:

»Diejenigen, die dachten, der Fluss sei ein Lasso zum Spielen, haben sich getäuscht.
Der Fluss ist eine dünne Ader auf dem Angesicht der Erde [...]
Der Fluss ist ein Seil, an dem Tiere und Bäume sich festklammern.
Wenn sie zu stark daran ziehen, könnte der Fluss bersten.
Er könnte bersten und unsere Gesichter in Wasser und Blut waschen.«[58]

48. Das Gleichgewicht des Planeten hängt auch von der Gesundheit Amazoniens ab. Zusammen mit den Biomen in Kongo und Borneo beeindruckt es durch die Diversität seiner Wälder, von denen auch die Regenzyklen abhängen, das Gleichgewicht des Klimas und eine große Vielfalt von Lebewesen. Es funktioniert als ein großer Kohlendioxydfilter, der hilft, die Erderwärmung zu vermeiden. Zum großen Teil ist der Boden arm an Humus, weshalb der Wald »in Wirklichkeit auf dem Boden und nicht aus dem Boden wächst«[59]. Wenn der Wald abgeholzt wird, ist er nicht zu ersetzen, es bleibt ein Gebiet mit wenigen Nährstoffen zurück, das sich in ein wüstenartiges und vegetationsarmes Areal verwandelt. Das ist schwerwiegend, weil im Inneren des Amazonaswaldes unzählige Ressourcen bestehen, die für die Behandlung von Krankheiten unverzichtbar sein könnten. Seine Fische, Früchte und die anderen üppigen Gaben bereichern die menschliche Ernährung. Darüber hinaus erweist sich in einem Ökosystem wie dem Amazoniens der Beitrag jedes einzelnen Bestandteils in der Bewahrung des Gesamten als unerlässlich. Auch die Küstenregionen und die Meeresvegetation bedürfen der Nährstoffe, die der Amazonas herbeischwemmt. Der Schrei Amazoniens erreicht alle, denn »der Aspekt der Erschließung und Ausbeutung der Ressourcen ist […] heute […] gar so weit gekommen, dass die Bewohnbarkeit der Umwelt selbst bedroht ist: Die Umwelt als „Ressource“ läuft Gefahr, die Umwelt als „Wohnstätte“ zu bedrohen.«[60] Die Interessen weniger mächtiger Unternehmen dürften nicht über das Wohl Amazoniens und der gesamten Menschheit gestellt werden.

49. Es genügt nicht, sich um die Arten zu kümmern, welche am sichtbarsten vom Aussterben bedroht sind. Es ist entscheidend zu beachten: »Für das gute Funktionieren des Ökosystems sind auch die Pilze, die Algen, die Würmer, die Insekten, die Reptilien und die unzählige Vielfalt von Mikroorganismen notwendig. Einige zahlenmäßig geringe Arten, die gewöhnlich unbemerkt bleiben, spielen eine grundlegend entscheidende Rolle, um das Gleichgewicht eines Ortes zu stabilisieren.«[61] Dies wird in der Bewertung des Umwelteinflusses der wirtschaftlichen Projekte der mineralgewinnenden, der Energie- und Holzindustrie sowie anderer Industrien, die zerstören und verschmutzen, einfach übersehen. Das reichlich in Amazonien vorhandene Wasser ist überdies ein wesentliches Gut für das menschliche Überleben, aber die Quellen der Verschmutzung sind in beständigem Wachstum.[62]

50. Über die wirtschaftlichen Interessen von lokalen Unternehmern und Politikern hinaus gibt es in Wirklichkeit auch »die enormen internationalen wirtschaftlichen Interessen«[63]. Die Lösung findet sich in diesem Fall nicht in einer „Internationalisierung” Amazoniens[64], vielmehr wird die Verantwortung der nationalen Regierungen schwerwiegender. Aus eben diesem Grund ist »die Aufgabenstellung von internationalen Organisationen und Vereinigungen der Zivilgesellschaft anerkennenswert, welche die Bevölkerungen sensibilisieren und kritisch mitwirken – auch unter Einsatz legitimer Druckmittel –, damit jede Regierung ihre eigene und nicht delegierbare Pflicht erfüllt, die Umwelt und die natürlichen Ressourcen ihres Landes zu bewahren, ohne sich an unehrliche lokale oder internationale Interessen zu verkaufen.«[65]

51. Um für Amazonien zu sorgen, ist es gut, die Weisheit der Vorfahren mit den heutigen technischen Kenntnissen zu verbinden, wobei immer ein nachhaltiger Umgang mit dem Gebiet zu gewährleisten ist, der zugleich den Lebensstil und die Wertesysteme der Bewohner bewahrt.[66] Es steht ihnen zu, insbesondere den ursprünglichen Völkern, vollständige und transparente Information über die Projekte, ihre Tragweite, ihre Auswirkungen und Risiken zu erhalten, damit sie die Informationen mit ihren Interessen und ihrer eigenen Ortskenntnis abwägen können und so ihre Zustimmung geben oder verweigern beziehungsweise Alternativen vorschlagen können.[67]

52. Die Mächtigsten geben sich niemals mit dem Profit, den sie erzielen, zufrieden, und die Ressourcen der wirtschaftlichen Macht wachsen mit der wissenschaftlichen und technologischen Entwicklung. Daher sollten wir alle auf der Dringlichkeit beharren, »ein Rechtssystem zu schaffen, das unüberwindliche Grenzen enthält und den Schutz der Ökosysteme gewährleistet, bevor die neuen Formen der Macht, die sich von dem techno-ökonomischen Paradigma herleiten, schließlich nicht nur die Politik zerstören, sondern sogar die Freiheit und die Gerechtigkeit«[68]. Wenn der Ruf Gottes eines aufmerksamen Hörens auf den Schrei der Armen und zugleich der Erde bedarf,[69] ist für uns »der Hilfeschrei Amazoniens an den Schöpfer ebenso stürmisch wie der Hilfeschrei des Gottesvolkes in Ägypten (vgl. Ex 3,7). Wegen der Versklavung und Verlassenheit ist dies ein Schrei, der Gott um Zuwendung und Befreiung bittet.«[70]

Die Prophetie der Kontemplation

53. Oftmals lassen wir unser Gewissen abstumpfen, »denn die ständige Ablenkung nimmt uns den Mut, der Wirklichkeit einer begrenzten und vergänglichen Welt ins Auge zu schauen«[71]. Oberflächlich betrachtet hat es »den Anschein, als seien die Dinge nicht so schlimm und der Planet könne unter den gegenwärtigen Bedingungen noch lange Zeit fortbestehen. Diese ausweichende Haltung dient uns, unseren Lebensstil und unsere Produktions- und Konsumgewohnheiten beizubehalten. Es ist die Weise, wie der Mensch sich die Dinge zurechtlegt, um all die selbstzerstörerischen Laster zu pflegen: Er versucht, sie nicht zu sehen, kämpft, um sie nicht anzuerkennen, schiebt die wichtigen Entscheidungen auf und handelt, als ob nichts passieren werde.«[72]

54. Über all dies hinaus möchte ich daran erinnern, dass jede der einzelnen Arten einen Wert für sich selbst hat, aber »jedes Jahr verschwinden Tausende Pflanzen- und Tierarten, die wir nicht mehr kennen können, die unsere Kinder nicht mehr sehen können, verloren für immer. Die weitaus größte Mehrheit stirbt aus Gründen aus, die mit irgendeinem menschlichen Tun zusammenhängen. Unseretwegen können bereits Tausende Arten nicht mehr mit ihrer Existenz Gott verherrlichen, noch uns ihre Botschaft vermitteln. Dazu haben wir kein Recht.«[73]

55. Wenn wir von den ursprünglichen Völkern lernen, können wir Amazonien betrachten und nicht nur analysieren, um das wertvolle Geheimnis zu erkennen, das uns übersteigt. Wir können es lieben und nicht nur benutzen, so dass die Liebe ein tiefes und aufrichtiges Interesse weckt. Noch mehr, wir können uns mit ihm innig verbunden fühlen und es nicht nur verteidigen: Amazonien wird zu uns gehören wie eine Mutter. Denn man »betrachtet die Welt nicht von außen, sondern von innen her und erkennt die Bande, durch die der himmlische Vater uns mit allen Wesen verbunden hat«[74].

56. Erwecken wir den ästhetischen und kontemplativen Sinn neu, den Gott in uns gesetzt hat und den wir zuweilen verkümmern lassen. Erinnern wir uns daran: »Wenn jemand nicht lernt innezuhalten, um das Schöne wahrzunehmen und zu würdigen, ist es nicht verwunderlich, dass sich für ihn alles in einen Gegenstand verwandelt, den er gebrauchen oder skrupellos missbrauchen kann.«[75] Wenn wir hingegen mit dem Wald in Gemeinschaft treten, wird sich unsere Stimme einfach mit der seinen verbinden und zum Gebet werden: »Lege dich unter dem Schatten eines alten Eukalyptusbaumes nieder, unser lichtreiches Gebet taucht in den Gesang der ewigen Zweige ein.«[76] Eine solche innere Umkehr wird es uns möglich machen, um Amazonien zu weinen und mit ihm zum Herrn zu rufen.

57. Jesus hat gesagt: »Verkauft man nicht fünf Spatzen für zwei Pfennige? Und doch ist nicht einer von ihnen vor Gott vergessen« (Lk 12,6). Gott Vater, der jedes Wesen im Universum mit unendlicher Liebe erschaffen hat, ruft uns auf, seine Werkzeuge zu sein, um den Schrei Amazoniens zu hören. Wenn wir diesem herzzerreißenden Schrei nachkommen, wird offenkundig werden, dass die Geschöpfe Amazoniens vom Vater im Himmel nicht vergessen wurden. Für uns Christen ist es Jesus selbst, der uns durch sie anfleht, »denn geheimnisvoll umschließt sie der Auferstandene und richtet sie auf eine Bestimmung der Fülle aus. Die gleichen Blumen des Feldes und die Vögel, die er mit seinen menschlichen Augen voll Bewunderung betrachtete, sind jetzt erfüllt von seiner strahlenden Gegenwart.«[77] Aus diesen Gründen treffen wir Glaubende in Amazonien auf einen theologischen Ort, einen Raum, wo Gott selbst sich zeigt und seine Kinder zusammenruft.

Erziehung und ökologische Haltungen

58. So können wir einen weiteren Schritt gehen und daran erinnern, dass eine ganzheitliche Ökologie sich nicht damit zufriedengibt, technische Fragen oder Entscheidungen politischer, rechtlicher oder sozialer Art beizulegen. Die große Ökologie bezieht immer einen erzieherischen Aspekt ein, der die Entwicklung von neuen Haltungen in den Personen und Menschengruppen anregt. Leider haben viele Bewohner Amazoniens Gewohnheiten angenommen, die für die Großstädte typisch sind, wo der Konsumismus und die Wegwerfkultur schon sehr verwurzelt sind. Es wird keine gesunde und nachhaltige Ökologie geben, die fähig ist, etwas zu verändern, wenn die Personen sich nicht ändern, wenn man sie nicht dazu anspornt, einen anderen Lebensstil anzunehmen, der weniger unersättlich ist, ruhiger, respektvoller, weniger ängstlich besorgt und brüderlicher ist.

59. Denn »während das Herz des Menschen immer leerer wird, braucht er immer nötiger Dinge, die er kaufen, besitzen und konsumieren kann. In diesem Kontext scheint es unmöglich, dass irgendjemand akzeptiert, dass die Wirklichkeit ihm Grenzen setzt. […] Deshalb denken wir nicht nur an die Möglichkeit schrecklicher klimatischer Phänomene oder an große Naturkatastrophen, sondern auch an Katastrophen, die aus sozialen Krisen hervorgehen, denn die Versessenheit auf einen konsumorientierten Lebensstil kann – vor allem, wenn nur einige wenige ihn pflegen können – nur Gewalt und gegenseitige Zerstörung auslösen.«[78]

60. Die Kirche wünscht mit ihrer langen geistlichen Erfahrung, mit ihrem erneuerten Bewusstsein über den Wert der Schöpfung, mit ihrer Sorge um die Gerechtigkeit, mit ihrer Option für die Geringsten, mit ihrer erzieherischen Tradition und ihrer Geschichte der Inkarnation in so verschiedene Kulturen auf der ganzen Welt ebenso ihren Beitrag zur Bewahrung Amazoniens und zu seinem Wachstum zu leisten.

Damit beginnt eine weitere Vision, die ich direkter mit den Hirten und den katholischen Gläubigen teilen möchte.

VIERTES KAPITEL

EINE KIRCHLICHE VISION

61. Die Kirche ist gerufen, mit den Völkern Amazoniens unterwegs zu sein. In Lateinamerika fand dieser gemeinsame Weg seinen besonderen Ausdruck in der Bischofsversammlung in Medellín (1968) und in ihrer Übertragung auf das Amazonasgebiet in Santarém (1972)[79], dann in Puebla (1979), Santo Domingo (1992) und Aparecida (2007). Der Weg geht weiter, und die missionarischen Bemühungen müssen in einer Kultur der Begegnung zu einer »vielgestaltigen Harmonie«[80] wachsen, wenn sie zu einer Kirche mit einem amazonischen Gesicht führen sollen. Damit aber diese Inkarnation der Kirche und des Evangeliums möglich wird, muss die große missionarische Verkündigung immer wieder neu erklingen.

Unverzichtbare Verkündigung in Amazonien

62. Auf die vielen Nöte und Ängste, die aus dem Herzen Amazoniens an uns herandringen, können wir mit sozialen Initiativen, technischen Ressourcen, Gesprächsforen oder politischen Programmen antworten, und all dies kann zu einer Lösung beitragen. Aber als Christen verzichten wir nicht auf die Option des Glaubens, die wir aus dem Evangelium empfangen haben. Obwohl wir uns gemeinsam mit allen engagieren wollen, schämen wir uns nicht für Jesus Christus. Für diejenigen, die ihm begegnet sind, die in seiner Freundschaft leben und sich mit seiner Botschaft identifizieren, ist es unumgänglich, von ihm zu sprechen und andere auf seine Einladung zu einem neuen Leben aufmerksam zu machen: »Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!« (1Kor 9,16).

63. Die echte Option für die Ärmsten und Vergessenen, die uns dazu bewegt, sie von ihrem materiellen Elend zu befreien und ihre Rechte zu verteidigen, beinhaltet gleichzeitig, sie zur Freundschaft mit dem Herrn einzuladen, der ihnen weiterhilft und Würde verleiht. Es wäre traurig, wenn sie von uns nur eine Sammlung von Lehrsätzen oder Moralvorschriften erhielten, aber nicht die große Heilsbotschaft, jenen missionarischen Ruf, der zu Herzen geht und allem einen Sinn verleiht. Wir können uns auch nicht mit einer sozialen Botschaft zufriedengeben. Wenn wir uns mit unserem Leben für sie einsetzen, für die Gerechtigkeit und die Würde, die sie verdienen, können wir nicht vor ihnen verbergen, dass wir dies tun, weil wir in ihnen Christus erkennen und weil uns bewusstgeworden ist, welch große Würde Gott, der Vater, der sie unendlich liebt, ihnen verleiht.

64. Sie haben ein Recht auf die Verkündigung des Evangeliums, besonders auf jene grundlegende Verkündigung, die als Kerygma bezeichnet wird und die »die hauptsächliche Verkündigung [ist], die man immer wieder auf verschiedene Weisen neu hören muss und die man in der einen oder anderen Form [...] immer wieder verkünden muss«[81]. Es ist die Verkündigung eines Gottes, der jeden Menschen unendlich liebt und der uns diese Liebe vollkommen in Christus geoffenbart hat, der für uns gekreuzigt wurde und als der Auferstandene in unserem Leben gegenwärtig ist. Ich möchte allen vorschlagen, die kurze Zusammenfassung dieser Inhalte im vierten Kapitel des Nachsynodalen Apostolischen Schreibens Christus vivit nachzulesen. Diese Botschaft muss in Amazonien beständig und auf vielfältige Weise zu hören sein. Ohne diese leidenschaftliche Verkündigung würde jede kirchliche Struktur nur zu einer weiteren NGO werden, und wir würden damit auch nicht der Weisung Jesu Christi entsprechen, die da lautet: »Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung!« (Mk 16,15).

65. Jeder Initiative zur Vertiefung christlichen Lebens muss diese Verkündigung als ständigen Bezugspunkt haben, denn »die ganze christliche Bildung ist in erster Linie Vertiefung des Kerygmas, dass immer mehr und besser assimiliert wird«[82]. Die grundlegende Antwort auf diese Verkündigung – sofern es zu einer persönlichen Begegnung mit dem Herrn kam – ist die brüderliche Liebe, jenes »neue Gebot [...], das das erste und größte ist und das uns am meisten als Jünger erkennbar macht«[83]. So bilden das Kerygmaund die brüderliche Liebe die große Synthese aller Inhalte des Evangeliums, die man Amazonien nicht vorenthalten kann. Die großen Glaubenszeugen Lateinamerikas wie der heilige Turibio von Mongrovejo oder der heilige Josef von Anchieta haben dies vorgelebt.

Inkulturation

66. Die Kirche muss im Amazonasgebiet mit der fortwährenden Verkündigung des Kerygmas wachsen. Dazu setzt sie sich stets von Neuem mit ihrer eigenen Identität auseinander, indem sie auf die Menschen, die Wirklichkeiten und die Geschichten des jeweiligen Gebietes hört und mit ihnen in einen Dialog tritt. So wird sich mehr und mehr ein notwendiger Prozess der Inkulturation entwickeln, der nichts von dem Guten, das in den Kulturen Amazoniens bereits existiert, außer Acht lässt, sondern es aufnimmt und im Lichte des Evangeliums zur Vollendung führt.[84] Sie verachtet auch nicht den Reichtum der über die Jahrhunderte überlieferten christlichen Weisheit, so als ob sie sich einbildete, die Geschichte, in der Gott auf vielfältige Weise gewirkt hat, ignorieren zu können, denn die Kirche hat ein vielgestaltiges Gesicht »nicht nur aus einer räumlichen Perspektive [...], sondern auch aus ihrer zeitlichen Wirklichkeit heraus«[85]. Dies ist die authentische Tradition der Kirche, die keine statische Ablagerung oder ein Museumsstück ist, sondern die Wurzel eines wachsenden Baumes[86]. Die Jahrtausende alte Tradition bezeugt das Wirken Gottes in seinem Volk und hat die Aufgabe, »das Feuer am Leben zu erhalten, statt lediglich die Asche zu bewahren«[87].

67. Der heilige Johannes Paul II. lehrte, dass die Kirche mit ihrem Zeugnis des Evangeliums nicht beabsichtigt, »die Autonomie der Kultur zu verneinen. Ganz im Gegenteil, sie achtet sie hoch«, denn »die Kultur ist nicht nur Gegenstand der Erlösung und Erhöhung, sondern kann auch Mittlerin und Mitarbeiterin sein«[88]. In seiner Ansprache an die indigene Bevölkerung des amerikanischen Kontinents erinnerte er daran, dass »ein Glaube, der nicht zur Kultur wird, ein Glaube ist, der nicht vollständig angenommen, nicht vollständig durchdacht und nicht treu gelebt wird«[89]. Die von den Kulturen ausgehenden Herausforderungen laden die Kirche zur »Haltung eines wachen kritischen Geistes, aber auch vertrauensvollen Verständnisses«[90] ein.

68. An dieser Stelle ist es angebracht, das wieder aufzugreifen, was ich im Apostolischen Schreiben Evangelii gaudium über die Inkulturation geschrieben habe, und das auf der Überzeugung beruht, dass die Gnade die Kultur voraussetzt, und dass die Gabe Gottes in der Kultur dessen, der sie empfängt, Gestalt annimmt[91]. Wir können sehen, dass dies eine doppelte Bewegung impliziert. Einerseits eine befruchtende Dynamik, die es erlaubt, das Evangelium an einem bestimmten Ort zum Ausdruck zu bringen, denn »wenn eine Gemeinschaft die Verkündigung des Heils aufnimmt, befruchtet der Heilige Geist ihre Kultur mit der verwandelnden Kraft des Evangeliums«[92]. Auf der anderen Seite erlebt die Kirche dabei selbst einen Prozess des Empfangens, der sie mit dem bereichert, was der Geist bereits auf geheimnisvolle Weise in diese Kultur gesät hat. Auf solche Weise »verschönert der Heilige Geist die Kirche, indem er ihr neue Aspekte der Offenbarung zeigt und ihr ein neues Gesicht schenkt«[93]. Letztlich geht es um die Ermöglichung und Förderung einer Verkündigung des unerschöpflichen Evangeliums, damit sie »eine neue Synthese des Evangeliums mit der Kultur, in der es mit deren Kategorien verkündet wird, hervorruft«[94].

69. Aus diesem Grund »verfügt das Christentum, wie wir in der Geschichte der Kirche sehen können, nicht über ein einziges kulturelles Modell«[95], und »es würde der Logik der Inkarnation nicht gerecht, an ein monokulturelles und eintöniges Christentum zu denken«[96]. Die Gefahr für die Verkündiger des Evangeliums, die neu an einen Ort kommen, besteht jedoch darin, zu glauben, dass sie nicht nur das Evangelium, sondern auch die Kultur, in der sie selbst aufgewachsen sind, vermitteln müssen, wobei sie vergessen, dass es nicht darum geht, »eine bestimmte Kulturform durchsetzen zu wollen, so schön und alt sie auch sein mag«[97]. Es ist notwendig, die Neuheit des Geistes mutig anzunehmen, der fähig ist, mit dem unerschöpflichen Schatz Jesu Christi immer etwas Neues zu schaffen, denn »die Inkulturation verpflichtet die Kirche zu einem schwierigen, aber notwendigen Weg«[98]. Es stimmt: »Obwohl diese Prozesse immer langwierig sind, lähmt uns manchmal zu sehr die Angst«, und wir enden als »Beobachter einer sterilen Stagnation der Kirche«[99]. Lasst uns furchtlos sein, stutzen wir dem Heiligen Geist nicht die Flügel.

Wege der Inkulturation in Amazonien

70. Um eine erneuerte Inkulturation des Evangeliums in Amazonien zu erreichen, muss die Kirche auf die dort überlieferte Weisheit hören, den Ältesten wieder eine Stimme geben, die dem Lebensstil der ursprünglichen Gemeinschaften innewohnenden Werte anerkennen und die wertvollen Erzählungen der Völker vor dem Vergessen bewahren. Aus dem Amazonasgebiet haben wir bereits Reichtümer erhalten, die aus den präkolumbianischen Kulturen stammen, »wie die Öffnung für das Handeln Gottes, das Gefühl der Dankbarkeit für die Früchte der Erde, die von Gott verliehene Würde des menschlichen Lebens, die Wertschätzung der Familie, der Sinn für Solidarität und Pflichtbewusstsein bei der gemeinsamen Arbeit, die Bedeutung der Kultur, der Glaube an ein Leben nach dem Tode und viele andere Werte«[100].

71. In diesem Sinne besteht für die indigenen Amazonasvölker die wahre Lebensqualität in einem „buen vivir“, das eine persönliche, familiäre, gemeinschaftliche und kosmische Harmonie beinhaltet und sichtbar wird in ihrer gemeinschaftlichen Lebenseinstellung, an der Fähigkeit, Freude und Erfüllung inmitten eines strengen und einfachen Lebens zu finden, sowie an der verantwortungsvollen Sorge für die Natur, welche die Ressourcen für die nachfolgenden Generationen bewahrt. Die indigenen Völker könnten uns helfen zu erkennen, was eine glückliche Genügsamkeit ist, und in diesem Sinne »haben [sie] uns vieles zu lehren«[101]. Sie verstehen es, mit wenig glücklich zu sein, sie erfreuen sich an Gottes kleinen Gaben, ohne viele Dinge anzuhäufen, sie zerstören nicht ohne Not, sie bewahren die Ökosysteme und sie erkennen, dass die Erde, die sich als großzügige Quelle zu ihrem Lebensunterhalt verschenkt, auch etwas Mütterliches hat, das respektvolle Zärtlichkeit weckt. All dies muss zur Geltung gebracht werden und bei der Evangelisierung berücksichtigt werden.[102]

72. Während wir für sie und mit ihnen kämpfen, sind wir gerufen, »ihre Freunde zu sein, sie anzuhören, sie zu verstehen und die geheimnisvolle Weisheit anzunehmen, die Gott uns durch sie mitteilen will«[103]. Die Bewohner der Städte sollten diese Weisheit zu schätzen wissen und angesichts eines beängstigenden Konsumdenkens und des Phänomens urbaner Vereinsamung zu einem Umdenken gelangen. Die Kirche selbst kann ein Mittel sein, das diese kulturelle Rückbesinnung in einer gelungenen Verbindung mit der Verkündigung des Evangeliums unterstützt. Darüber hinaus wird sie in dem Maße zu einem Instrument der Nächstenliebe, in dem die städtischen Gemeinden nicht nur für ihren eigenen Bereich missionarisch tätig sind, sondern auch die Armen aufnehmen, die vom Elend getrieben aus dem Landesinneren dort ankommen. Und sie wird es in dem Maße, in dem die Gemeinden jungen Migranten beistehen, um ihnen in der Stadt bei der Integration zu helfen, damit sie dort nicht der Verwahrlosung ins Netz gehen. Ein solches kirchliches Wirken aus Nächstenliebe spielt innerhalb eines Inkulturationsprozesses eine wichtige Rolle.

73. Darüber hinaus ist Inkulturation auch etwas Erhebendes und Erfüllendes. Sicherlich verdient die indigene Spiritualität einer gegenseitigen Verbundenheit und Abhängigkeit alles Geschaffenen unsere Wertschätzung, diese Spiritualität der Unentgeltlichkeit, die das Leben als Geschenk liebt, diese Spiritualität einer heiligen Bewunderung der Natur, die uns mit so viel Leben überhäuft. Es geht aber auch darum, dass diese Beziehung zu dem im Kosmos gegenwärtigen Gott immer mehr zu einer persönlichen Beziehung mit jenem Du wird, das die eigene Wirklichkeit erhält und ihr einen Sinn verleihen will, zu einem Du, das uns kennt und liebt:

»Meine Schatten treiben dahin, totes Holz. Der Stern jedoch wird makellos geboren über den Händen dieses Kindes, die meisterhaft die Wasser und die Nacht erobern.
Es muss mir genügen zu wissen,
dass du mich kennst, zur Gänze, noch vor Anbeginn meiner Tage.«[104]


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Lesermeinungen

 Bernhard Joseph 15. Februar 2020 
 

Lieber @hape!

Herzlichen Dank für den wichtigen Link!

Mein Bemühen, den rechten Glauben gegen seine Zersetzung zu verteidigen, stellen Sie dann doch in ein zu leuchtendes Licht. Ich bin dankbar für all die Mitstreiter hier auf kath.net, denn nicht selten glaubt man den Mut zu verlieren und da richtet ein schöner Kommentar immer wieder die in heutiger Zeit arg geschundene Seele wieder auf. Auch Ihre Kommentare haben das schon oft bewirkt und ich danke Ihnen und natürlich allen anderen Mitstreitern hier von Herzen dafür.

Ihnen auch einen schönen und sonnigen Tag, einen festlichen Sonntag und vor allem Gottes Segen!


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 hape 15. Februar 2020 

Lieber @Bernhard Joseph: Fakten zum Zölibat

hier noch mal der Link zu dem sehr lesenswerten Artikel von Stefan Heid in der DT zum Zölibat vom 19.4.2020. Darin sind alle wesentlichen historischen Fakten allg. verständlich, kurz und knapp auf den Punkt gebracht.

https://www.die-tagespost.de/aktuelles/forum/zoelibat/Seit-wann-gibt-es-den-Zoelibat-UEber-seine-Entstehung-und-Geschichte;art4899,197412

Ihnen ein schönes und gesegnetes Wochenende und vielen herzlichen Dank für Ihr unermüdliches Medienapostolat, dass Sie hier auf kath.net leisten.


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 Einsiedlerin 15. Februar 2020 
 

Danke @Bernhard Joseph

"Wir sind oft Opfer einer tiefen historischen Unkenntnis in diesem Bereich. Die Kirche hatte in den ersten Jahrhunderten verheiratete Priester, aber sobald sie ordiniert wurden, mußten sie sich vollständig jeglicher sexueller Beziehung zu ihrer Frau enthalten. Benedikt XVI. erinnert uns in diesem Buch sehr deutlich daran...Es gibt kein Tabu in dieser Forderung, keine Angst vor Sexualität. Es geht darum, zu bekräftigen, daß der Priester mit Leib und Seele der ausschließliche Bräutigam der Kirche ist.“
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Das ist so enorm wichtig zu wissen, wenn man den Sinn des Zölibats verstehen will. Laut Visionen der Maria Valtorta hat der Oberapostel Petrus genau das getan! Darauf sollte man ausdrücklich hinweisen, da ja immer wieder auf die Heilung der Schwiegermutter des Petrus zurückgegriffen wird. Alle verheirateten Apostel haben ihre Familien verlassen um Jesu Willen! Selbstverständlich auch die unverheirateten Apostel.


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 Bernhard Joseph 15. Februar 2020 
 

Freuen wir uns, dass die Worte des Herrn gehört wurden

„Jeder, der um des Reiches Gottes willen Haus oder Frau, Brüder, Eltern oder Kinder verlassen hat, wird dafür schon in dieser Zeit das Vielfache erhalten und in der kommenden Welt das ewige Leben“ (Lk 18,29–30; vgl Mt 19,29).

"Ich wünschte aber, ihr wäret ohne Sorgen. Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn; er will dem Herrn gefallen.

Der Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; er will seiner Frau gefallen.

So ist er geteilt."
(1 Kor 7,32-34)

"Ahmt auch ihr mich nach, Brüder, und achtet auf jene, die nach dem Vorbild leben, das ihr an uns habt.

Denn viele - von denen ich oft zu euch gesprochen habe, doch jetzt unter Tränen spreche - leben als Feinde des Kreuzes Christi.

Ihr Ende ist das Verderben, ihr Gott der Bauch; ihr Ruhm besteht in ihrer Schande; Irdisches haben sie im Sinn."
(Phil 3,17-19)

Der hl. Johannes Paul II. hätte niemals etwas verkündet, was die Ganzhingabe an den Dienst für den Herren relativiert!


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 Bernhard Joseph 15. Februar 2020 
 

@HildegardW IV / Der Kirchenrechtler Georg May

"Die seit Jahren anhaltenden Angriffe gegen den Zölibat, die den ersten Erfolg in der Einführung des verheirateten Diakons errungen haben, schöpfen aus dem Arsenal protestantischer Polemik. Die Aufhebung des Zölibats hat bekanntlich im 16. Jahrhundert nicht wenige Geistliche den Religionsneuerern zugeführt. Viele Bischöfe und Äbte spielten mit dem Gedanken, sich zu verheiraten und ihr Land in ein erbliches Territorium zu verwandeln, wie es der Hochmeister des Deutschen Ordens in Preußen vorgemacht hatte. (…)
Die Behauptung, in der Kirche habe sich in den vergangenen Jahren eine Reform vollzogen, ist eine gigantische Täuschung. Die progressistische Bewegung ist zum größten Teil nichts anderes als die Übernahme protestantischer Vorstellungen und Einrichtungen; sie ist die Protestantisierung der katholischen Kirche durch sich selbst. Was heute in der Kirche vor sich geht, ist daher keine Erneuerung, sondern eine ungeheure Zerstörung."

Anbei der Link zu dem Vortrag v. Prof. May

kath-zdw.ch/maria/May/Die_Bedeutung_des_Zoelibats.html


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 Bernhard Joseph 15. Februar 2020 
 

@HildegardW III

...wie eine öffentliche Anklage gegen eine Sichtweise, die die Sexualität zu einer egoistischen Lustgewinnung reduziert."

Eine Frage: Warum gilt nach IHRER Logik die "Theologie des Leibes" nicht auch für die Bischöfe, denn diese mussten auch bei den Ostkirchen immer zölibatär leben?

Ihre Argumente, die 100% Deckungsgleich mit denen von @discipulus bis hin zum Sprachduktur in einem anderen Thread sind, finden sich auch bei Hubert Wolf, insbesondere aber bei einem Artikel von Christoph Paul Hartmann auf katholisch.de (siehe Link unten).

Kardinal Müller zu QA:
"Der Ansatz zur WESENSBESTIMMUNG des Priestertums durch die ausschießliche Vollmacht, das eucharistische Opfer darzubringen und das Bußsakrament und die Krankensalbung zu spenden sagt zwar nichts Falsches aus, greift aber zu kurz. Bischof und Priester repräsentieren Christus, in dem er insgesamt das Amt hat zu lehren, zu heiligen und zu leiten (Lumen gentium 26-28; Presbyterorum ordinis 4-6)."

www.katholisch.de/artikel/22636-der-kampf-der-kirche-mit-der-sexualitaet


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 Bernhard Joseph 15. Februar 2020 
 

@HildegardW II

Und nun noch ein Zitat aus der Lectio magistralis zum Zölibat von Kardinal Müller: "Wir erleben nicht nur eine Diskussion, sondern eine verbissene Schlacht gegen den Zölibat und auch gegen das sakramentale Priestertum. Die protestantischen Reformatoren des 16. Jahrhunderts hielten das Kirchenamt nur für eine religiöse Funktion innerhalb der christlichen Gemeinschaft, und so beraubten sie es des sakramentalen Charakters. Wenn die Priesterweihe nicht mehr einer inneren Angleichung an Christus, dem Göttlichen Meister, dem Guten Hirten und Hohepriester des Neuen Bundes, entspricht, dann geht auch das Verständnis für die innige Verbindung mit dem Zölibat um des Himmelreiches willen verloren, das im Evangelium verwurzelt ist (Mt 19,12; 1 Kor 7,32)."

weiter

"In der gegenwärtigen Diktatur des Relativismus wird die Betonung einer sakramentalen Autorität, die von einer höheren Göttlichen Autorität herrührt, als ein klerikaler Machthunger wahrgenommen, und das zölibatäre Lebensmodell wie eine


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 Bernhard Joseph 15. Februar 2020 
 

@HildegardW - Lesen Sie unten nochmal mein Kardinal Müller Zitat

Und Papst JPII einspannen zu wollen, um den Zölibat auszuhebeln ist schon frech.

Anbei das, was Kardinal Sarah in einem Interview mit Edwin Pentin dazu sagt:

„Ich möchte es mit Nachdruck bekräftigen: Die armen und einfachen Christen fordern kein Ende des Zölibats! Sie erwarten, daß die Priester Heilige sind und sich ganz Gott und seiner Kirche hingeben. Sie erwarten zölibatäre Priester, die unter ihnen die Gestalt Christi, des Ehegatten der Kirche, verkörpern...„Wir sind oft Opfer einer tiefen historischen Unkenntnis in diesem Bereich. Die Kirche hatte in den ersten Jahrhunderten verheiratete Priester, aber sobald sie ordiniert wurden, mußten sie sich vollständig jeglicher sexueller Beziehung zu ihrer Frau enthalten. Benedikt XVI. erinnert uns in diesem Buch sehr deutlich daran...Es gibt kein Tabu in dieser Forderung, keine Angst vor Sexualität. Es geht darum, zu bekräftigen, daß der Priester mit Leib und Seele der ausschließliche Bräutigam der Kirche ist.“


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 Bernhard Joseph 13. Februar 2020 
 

1 Joh 2,15-17

Liebt nicht die Welt und was in der Welt ist! Wer die Welt liebt, hat die Liebe zum Vater nicht.

Denn alles, was in der Welt ist, die BEGIERDE DES FLEISCHES, die Begierde der Augen und das Prahlen mit dem Besitz, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt.

Die Welt und ihre Begierde vergeht; wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit.


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 Bernhard Joseph 13. Februar 2020 
 

@HildegardW

Es wäre durchaus interessant, die Dispense näher zu beleuchten.

Da Bischöfe auch in den Ostkirchen nicht dispensiert werden können, somit ein dispensierter Priester auch kein Bischof werden kann, könnte man vielleicht sagen, dass das Verständnis des Priestertums in den Ostkirchen sich in zwei Qualitäten aufsplittet.

Der normale Priester wird als bloß in Stellvertretung Handelnder ("alter christus") angesehen.

Die Römisch katholische Kirche hat diese unlogische Zertrennung des Priestertums nie vollzogen, weil nach katholischem Verständnis der Priester nicht nur zeitweise sondern immer GANZ im Dienst für unseren Herrn steht.

Wissen Sie Näheres über die von Kardinal Müller erwähnte Enthaltsamkeitsverpflichtung bei den dispensierten Pastoren?


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 Bernhard Joseph 13. Februar 2020 
 

@HildegardW - Kardinal Müller nochmals - II

"Eine Abschaffung des priesterlichen Zölibats nach dem Modell der protestantischen und anglikanischen Gemeinschaften des 16. Jahrhunderts wäre, kurzum, ein Angriff gegen die Natur des Priestertums und ein Akt der Verachtung der gesamten katholischen Tradition."

Kardinal Müller weist hier klar und deutlich darauf hin, dass die Dispense sehr wohl eine zwar verkürzte, aber doch klare Enthaltsamkeitsverpflichtung einschließen.

Desweiteren weist Kard. Müller darauf hin, dass auch in den Ostkirchen der Zölibat für den Bischof verpflichtend blieb - bis heute.

Warum war das so, wenn doch der Zölibat nicht der Natur des Priestertums entspricht?

Die r.-k. Kirche hat die unlogische Trennung von Bischof und Priester in Bezug auf das Handeln "Ipse Christus" - beides sind Hirten und somit Diener des Herren - was die Zölibatspflicht anbetrifft, aus gutem Grund nicht vollzogen.

Insofern kann man festhalten, dass der Dispens keinen Grund abgeben kann, den Zölibat vom Priestertum zu trennen.


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 Bernhard Joseph 13. Februar 2020 
 

@HildegardW - Kardinal Müller nochmals

"Aus diesem Grund stellen die Dispensen vom Zölibatsgesetz, wie sie sich auf unterschiedliche Weise in der Ost- und in der Westkirche entwickelt haben, Ausnahmen und nicht die Regel des priesterlichen Zölibats dar. Die Kirche muss grundsätzlich auf ein zölibatäres Priestertum abzielen. Ausgehend von den biblischen Ursprüngen und in Folge der Pflicht zur Enthaltsamkeit in der Ehe für die verheirateten Kleriker nahm die Praxis Form an, Bischöfe, Priester und Diakone nur aus dem Kreis jener Kandidaten zu weihen, die von Anfang an versprechen, als Zölibatäre zu leben.

In den Kirchen des Ostens wurde den verheirateten Klerikern, ABER NICHT DEN BISCHÖFEN, erlaubt, im Ehestand zu bleiben vorausgesetzt, sie enthalten sich für eine bestimmte Zeit vor der Zelebration der Göttlichen Liturgie und heiraten nicht mehr, sollte ihre Ehefrau sterben. Diese Bestimmung gilt auch für jene katholischen Kleriker, die eine Dispens von der Verpflichtung zum Zölibats (LG, 29) erhalten haben."


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 Einsiedlerin 13. Februar 2020 
 

@Fatima1713

"Alle haben nur gebannt auf die Zölibatsfrage gestarrt und in der (berechtigten) Erleichterung über die paar bestätigenden Worte zum Priestertum scheint man über den weitaus größeren Teil des Schreibens hinweg zu gehen."
---------------------------------------
Das war/ist die Wahrnehmung in D/A und zwar so ausgeprägt, dass man daür alles andere in Kauf nimmt. Vielleicht haben Sie recht und es sollen durch QA der Welteinheitsreligion Tür und Tor geöffnet werden, wie lange auch immer dieser Prozess dauern soll. Die Freimaurer sind ja fest am Werk (siehe auch Artikel über die "Aussöhnung zwischen Kirche und Freimaurern an anderer Stelle).
Trotzdem finde ich es enorm wichtig, dass zu zölibatärem Priestertum etc. klare Aussagen zu lesen sind, weil sonst so manche Bischöfe übermütig werden und vergessen, was Gehorsam ist.


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 Einsiedlerin 13. Februar 2020 
 

Gott sei Dank!

Gestern nachmittag konnte man auf den ORF-news noch lesen, dass das Schreiben "mit Spannung erwartet" würde und am Abend dann die große Enttäuschung!
Ich freue mich riesig und meine, dass hier der Himmel vereint mit allen standhaften Bischöfen und Priestern und allen BETERN auf der ganzen Welt geholfen hat. Daher: weiter beten!!! So lange wir zu Christus gehören, werden wir immer für Ihn und seine Kirche geistlich kämpfen müssen.


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 lesa 13. Februar 2020 

Der Geist tritt so, wie GOTT es will, für die Heiligen ein (Röm)

[email protected] Joseph: "Und Gott verhärtete das Herz des Pharao". (Ex) Derr ließ die Israeliten nicht ziehen. Durch diese Verhärtung wurde der Exodus in die Wege geleitet. Wer weiß, ob nicht wirklich die akute Verirrung und Gefahr durch den synodalen Weg der Apostasie, der völlig stur den WEg der Apostasie eigeschlagen hat, zu dieser Klärung geführt hat.
Das Buch Exodus scheint so aktuell!
Gott kann Verstockung und Böses benutzen, um dem Guten zum Durchbruch zu verhelfen.
Ein Großer der Kirche sagte: "Der Herr, der sein Volk aus der Wüste herausgeführt hat, die Geduld, es weiterhin mit starker Hand zu führen.
Immer wieder erweckt er den einen oder anderen Propheten n seinem Volk." Und:
"Gott ist am Werk, wir sind seine Arbeiter. Von uns ist verlangt, dass wir unsere Arbeit und unser Gebet beharrlich fortsetzen."


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 Zeitzeuge 13. Februar 2020 
 

Liebe lesa und Bernhard Joseph,

Die Irrlehre des Hermensianismus wurde
erst vier Jahre nach dem Tod ihres
Begründers, dem Bonner Theologen Georg
Hermes, der 1831 verstarb, von Papst
Gregor XVI. verurteilt, während die
Päpste Leo XII. und Pius VIII. dieses
nicht getan hatten.

Das Schweigen "Roms" bedeutet natürlich
nicht, daß diese Irrlehre von den beiden
zuvor genannten Päpsten gebilligt wurde.

Nur hätte die Verurteilung bereits von
diesen explizit vorgenommen werden müssen.

Analog sehe ich das bzgl. "Frauendiakonat" und "Zölibatsaufweichung", diese beiden
neomodernistischen Postulate hätten
m.E. in QA explizit abgelehnt werden
müssen, dann könnte niemand mehr sagen,
daß diese Fragen für "Rom" noch offen
wären.

Warten wir kritisch ab, wie die Dinge
sich entwickeln werden, die anderen
theol. Bedenken bleiben auch bestehen
und sollten nicht einfach als zweitrangig betrachtet werden.

Zunächst können wir uns natürlich freuen, daß die falschen Postulate nicht
vom hl. Vater in QA übernommen wurden.

Oremus!


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 Bernhard Joseph 13. Februar 2020 
 

Lieber Zeitzeuge!, liebe @lesa!

Man bedenke auch, dass Papst Franziskus in den letzten Wochen und Tagen deutlich erkennen konnte, dass die Intrigen der synodalen Amokläufer unter Beteiligung befreiungtheologischer Irrläufer in Brasilien die Einheit der Kirche definitiv zerrissen hätte.

Ein Kardinal und ehemaliger Präfekt der Glaubenskongregation spricht öffentlich von schismatischen Akten seitens "katholischer" Bischöfe und betont überdeutlich, dass in der Geschichte der Kirche nicht wenige Bischöfe häretisch geworden seien.

Wenn das der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation sagt, dann sind das schon wirklich einzementierte Pfeiler, die kein Papst einfach wegreißen kann.

Kardinal Müller hat mehrfach deutlich betont, dass der Zölibat zur Natur des Priestertums gehört und jetzt wieder hervorgehoben, dass der Zölibat der Priester mit dem Wesen des Priestertums zutiefst verbunden ist.

Und Papst BVXI emeritus spricht wörtlich von "Unmöglichkeit", den Zölibat vom katholischen Priestertum abzulösen!


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 lesa 13. Februar 2020 

Ein Text voll prophetischer Kraft (Kardnal Müller) Teil 2

Fortsg. aus d. Kommentar von Kard. Müller. „Querida Amazonia“ kann auch für europäische Katholiken versöhnende Wirkung entfalten, wenn sie sich darauf einlassen. Gefährliche Entwicklungen wie innerkirchliche Parteibildungen, ideologische Fixierungen und die Gefahr einer inneren Emigration oder des offenen Widerstands können abgebaut werden. Den Interpreten ist ans Herz zu legen, dass sie die Anliegen des Heiligen Vaters wie echte Söhne und Töchter der Kirche in einem Geist der Zustimmung und Mitarbeit aufnehmen."
Kardinal Müller sieht offensichtlich auch die Notwendigkeit, zuerst einmal alles zu tun, um überhaupt eine Chance hzu haben, dass auf die Lehre gehört wird: Verständnis und Versöhnung zu wecken durch eine gewisse Behutsamkeit. In einer so gespaltenen Kirchensituation
ist, wie man an den Reaktionen sieht, schon viel, was den Leuten an Wahrheit zugemutet wurde. Wenn gewisse Dinge willkürlich interpretiert werden, müssen und werden weitere Klärungen folgen. Schritt f. Schritt!


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 Bernhard Joseph 13. Februar 2020 
 

Lieber Zeitzeuge!

Herzlichen Dank für den Link. Sie wissen, wie ich über die Jesuiten insbesonderes heutiger Prägung denke. Das Verbot dieses Ordnens hätte niemals aufgehoben werden dürfen!

Auf jeden Fall sind die Hürden nach dem QA höher als wenn in dem Schreiben "viri probati" als Möglichkeit genannt wäre.

Wenn man sich aber die Kernforderungen der Bischöfe des synodalen Amoklaufes näher anschaut, dann steht da das Frauenpriestertum sehr deutlich an vorderster Stelle.

Mit der Aussage von Papst Franziskus, dass hier die Tür endgültig(!) geschlossen ist, würde eine Aufweichung des Zölibates den synodalen Suizid der DBK nicht wirklich bremsen.

Nach den schwergewichtigen theologischen Einwendungen bzgl. "viri probati" müssten diese zudem erstmal theologisch fundiert entkräftet werden. Es steht hier deutlich als Warnung im Raum, dass das katholische Priestertum schwersten Schaden erleiden würde, das ist ja keine Kleinigkeit an die Adresse eines Papstes!


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 lesa 13. Februar 2020 

Dieses Schreiben ist nicht wie eine akad. Studie zu lesen. Es ist ein Text voll prophetischer Kraft

[email protected]: Vielleicht hätte man besser gesagt: "Deshalb ist es wichtig
zu "klären", anstatt zu "bestimmen". Aber im Gesamt der Aussagen ist klar:
"Die Antwort liegt im heiligen Sakrament der Weihe begründet, das ihn Christus, dem Priester, gleichgestaltet. Und die erste Schlussfolgerung ist, dass dieser ausschließliche Charakter, der in den heiligen Weihen empfangen wird, ihn allein befähigt, der Eucharistie vorzustehen[125]. Das ist sein spezifischer, vorrangiger und nicht delegierbarer Auftrag."
Ich halte es mit @wedlerg, der gestern diese Stelle zitiere und kommentierte:
" Hier schient mir klar erkennbar, dass der Papst die Aufweichung des Weiheamtes - wie in D vielfach gefordert, nicht aufs Spiel setzen will.
Auch Kardinal Müller freut sich über den Text: "Dieses Schreiben ist voller prophetischer Kraft: Es geht darum, die befreiende Kraft des Evangeliums zu verkündigen. Deshalb sollte man es nicht wie eine neutrale, akademische Studie lesen."
Forts.:in Teil 2


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 Ihr Priester lasst uns nicht allein! 13. Februar 2020 
 

@Fatima 1713, @Elija-Paul
Volle Zustimmung!


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 Zeitzeuge 13. Februar 2020 
 

Lieber Bernhard Joseph,

Im Link der Kommentar einer spanischen oder südamerikanischen Webseite, für
dessen Richtigkeit ich mich natürlich
nicht verbürgen kann, der aber wohl eine
Kenntnisnahme verdient hat.

Ich danke Ihnen und allen hier, die
sich die Zeit nehmen, QA aus gläubig-
kritischer Sicht näher zu betrachten,
denn nicht persönliche Aversionen
zählen hier, sondern nur der mit dem
übernatürlichen lumen fidei verbundene
sensus fidei, der die unverkürzte und
unverfälschte kath. Glaubens- und Sittenlehre voraussetzt, kann hier
Maßstab sein.

Laudetur Jesus Christus!

caminante-wanderer.blogspot.com/2020/02/la-trampa-de-francisco-y-de-los-jesuitas.html?m=1


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 paul_1 13. Februar 2020 
 

Fatima 1713:

Du meist aber nicht, dass der Mensch ein Abbild des Makrokosmus ist ein sogenannter Mikrokosmus.
Durch die Taufe sind wir nämlich zu einem Teil des Herrn Jesus Christus geworden. Wir sind der Leib Christi geworden.
Diese Ansichten der Indigenen sind eher Ansichten des New Age (Esoterik) und daher unkatholisch stehen damit auch zum Gegensatz der katholischen Lehre.


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 Fatima 1713 13. Februar 2020 
 

Pantheistische Anklänge - ich betone Anklänge, nicht reiner Pantheistismus

"Ebenso steht die Beziehung zu Jesus Christus, dem wahren Gott und wahren Menschen, dem Befreier und Erlöser, nicht in einem unversöhnlichen Widerspruch zu dieser ausgesprochen kosmischen Weltanschauung, welche die indigene Völker kennzeichnet, denn er ist auch der Auferstandene, der alles durchdringt. Für die christliche Erfahrung »finden alle Geschöpfe des materiellen Universums ihren wahren Sinn im menschgewordenen Wort, denn der Sohn Gottes hat in seine Person einen Teil des materiellen Universums aufgenommen, in den er einen Keim der endgültigen Verwandlung hineingelegt hat«[106]. Er ist herrlich und geheimnisvoll gegenwärtig im Fluss, in den Bäumen, in den Fischen, im Wind, da er als Herr über die Schöpfung regiert ..."


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 Fatima 1713 13. Februar 2020 
 

Sonderbare poetische Einwürfe

"Es nähert sich dieser Stern,
die Kolibris schlagen mit ihren Flügeln, lauter als der Wasserfall donnert mein Herz, die Erde werde ich mit deinen Lippen bewässern,
ach dass doch der Wind mit uns spiele."
"Aus dem Fluss mache dein Blut [...]
Dann lass dich pflanzen,
keime und wachse,
dass deine Wurzel
sich für immer
an die Erde klammere,
und schließlich
sei Kanu,
Boot, Floß,
Füße, Tonne,
Schutzhütte und Mensch."


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 lesa 13. Februar 2020 

Wegbereitung

@Elija Paul: Die Gefahren sind durchaus so gegeben, wie Sie sie schildern. Kein Zweifel. Auch B. Eleganti hat zu der Aussage «Es ist möglich, sich in irgendeiner Weise auf ein indigenes Symbol zu beziehen, ohne dass man es notwendigerweise als Götzendienst betrachten müsste. Ein Mythos von spirituellem Sinngehalt kann aufgegriffen und muss nicht immer als heidnischer Irrtum angesehen werden. (Nr. 79)" eingewendet: "Das ist wahr, nur sollte man dann vor diesem Symbol nicht niederfallen und es auch nicht wie eine Monstranz vor sich hertragen, wie dies in Gegenwart des Papstes und anderer hohen kirchlichen Würdenträgern während der Amazonas-Synode in Rom geschehen ist": "Das ist wahr, nur sollte man dann vor diesem Symbol nicht niederfallen und es auch nicht wie eine Monstranz vor sich hertragen … wie während der Amazonas-Synode in Rom geschehen ist." Zu Recht. Aber vertrauen wir fest auf die Führung und den Schutz der Kirche durch Gott - er wirkt durch Gebet, Opfer und wachsame Menschen.


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 Fatima 1713 13. Februar 2020 
 

Der Priester

"Die Art und Weise der Gestaltung des Lebens und der Ausübung des Priesteramtes ist nicht monolithisch und nimmt an verschiedenen Orten der Erde unterschiedliche Ausformungen an. Deshalb ist es wichtig, zu bestimmen, was dem Priester in besonderer Weise zukommt, was nicht delegierbar ist." - Die Aufgaben des Priesters müssen nicht erst bestimmt werden, die sind seit 2000 Jahren klar.
Tut mir leid, aber ich kann die allgemeine Euphorie nicht teilen, die sich erstaunlicherweise auch in anderen durch und durch katholischen Medien zeigt und ich bitte ehrlich um Entschuldigung, falls ich manchen die Laune damit verderbe.


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 Fatima 1713 13. Februar 2020 
 

Rechtfertigung der Pachamamazeremonien

"Es ist möglich, sich in irgendeiner Weise auf ein indigenes Symbol zu beziehen, ohne dass man es notwendigerweise als Götzendienst betrachten müsste. Ein Mythos von spirituellem Sinngehalt kann aufgegriffen und muss nicht immer als heidnischer Irrtum angesehen werden."


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 Fatima 1713 13. Februar 2020 
 

So viel zu Hintertürchen offen lassen

"Zugleich möchte ich das Schlussdokument offiziell vorstellen. Es bietet uns die Folgerungen der Synode, an der viele Menschen mitgearbeitet haben, die die Problematik Amazoniens besser kennen als ich und die Römische Kurie, da sie dort leben, mit ihm leiden und es leidenschaftlich lieben. Ich habe es daher vorgezogen, das Schlussdokument in diesem Apostolischen Schreiben nicht zu zitieren, weil ich vielmehr dazu einlade, es ganz zu lesen." - Erinnert mich an seine Aufforderung an Journalisten, Viganòs Ausführungen selbst zu lesen und sich selbst ein Urteil zu bilden.


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 Elija-Paul 13. Februar 2020 
 

Nochmals Dank!

an @ Zeitzeuge für die Arbeit. Ich werde sie in meinem vorgegebenen Kontext als eine sehr gute Vorarbeit verwenden können. Es ist so wichtig, daß eine nüchterne Betrachtung erfolgt, welche im Gesamtkontext der bisherigen Pontifikatsführung ihren Ort findet. Immer wieder möchte ich auf die Inkulturationsverwirrung aufmerksam machen. Hier ist der Ort an dem Dämonisches eindringen kann und die Kirche angreift - siehe Pachamama. Wenn wir den Akt von Alexander als einen prophetischen Akt deuten, dann wissen wir wohin die Pachamamas - und das tue ich - hingehören! Das wurde unzweideutig gezeigt!


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 Zeitzeuge 13. Februar 2020 
 

Liebe Kirchental und Bernhard Joseph,

Analog sehe ich das auch hinsichtl.
der Befürchtungen einer "Aufweichung"
des Zölibats. Der im Abschlußdokument
erwähnte Vorschlag, verh. Diakone zu
Priestern zu weihen, wurde in QA zwar
nicht erwähnt, das bedeutet m.E. aber
nicht, daß er "vom Tisch" ist, siehe
die Stellungnahme von Kardinal Hummes!


Bzgl. "Frauendiakonat" soll also lt.
Papst Franziskus und dem Abschlussbericht (Ziff. 103) der Dialog noch nicht beendet sein, das könnte das
Verschweigen in QA erklären.

Es gibt sogar eine sehr positive Fußnote, Nr. 129. Darin wird theologisch
korrekt erklärt, daß die Spendung der
Krankensalbung dem Priester vorbehalten
ist, vgl. DH 1718/NR 702 (nur der Priester)!

Bzgl. Deutschland halte ich Alleingänge
doch für nahezu ausgeschlossen, ich
vermute, daß die synodal Bewegten zunächst in Wartestellung gehen, vollmundige Forderungen schaffen noch keine Fakten, diese Kräfte werden eher
auf Zeichen von ROM betr. Amazonien hoffen, wie von mir befürchtet, hoffentl. habe ich Unrecht!

Oremus!


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 Bernhard Joseph 13. Februar 2020 
 

Lieber Zeitzeuge! - Nur kurz

Kardinal Müller als ehemaliger Präfekt der Glaubenskongregation sprach öffentlich vom synodalen Suizid der DBK Bischöfe!

Er wirft einem Teil der Bischöfe ÖFFENTLICH vor schismatische Bestrebungen zu haben und betonte vor kurzem, dass schon früher Bischöfe in Häresie gefallen seien.

Man muss sich das einmal vorstellen und das in dem Pontifikat von Franziskus, der doch hätte sofort einschreiten müssen, wenn Kardinal Müllers Aussagen nicht exakt zutreffen würden!

Kardinal Sarahs Schrei, man dürfe das heilige Priestertum nicht verwunden, war doch überdeutlich in der Welt zu vernehmen und Papst BXVI als theologisches Schwergewicht im Sinne eines echten Kirchenlehrer betonte nochmals ausdrücklich, die Unmöglichkeit, den Zölibat vom priesterlichen Dienst abzulösen.

Papst Franziskus konnte und kann an diesen Tatsachen nicht mehr einfach vorbeigehen.


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 Bernhard Joseph 13. Februar 2020 
 

Liebe Kirchental!

In reinsten Jubel will ich natürlich auch nicht ausbrechen. Aber angesichts dessen, was zu befürchten war, lässt sich bei mir eine gewisse Erleichterung, ja Freude, nicht unterdrücken.

Wenn ich da an meine Gottesdiensterfahrungen in der Vergangenheit denke, bis hin zu einer simulierten Messfeier durch eine Pastoralreferentin oder das Halten der Predigt durch ein weibliches PGR Mitglied, dann kann mich da nicht so viel aus der Bahn werfen.

Im übrigen haben sich diese Auswüchse der 68er Theologen längst wieder verflüchtigt, denn die meisten Besucher der Messe wollen keiner Selbstinszenierung von PGR Damen und Herren beiwohnen, sondern zunehmend nur eine würdige Messe feiern. Das Zentrum der Hl.Messe ist und bleibt die Eucharistie.

Gemessen an dem, was die Maria 2.0 Aktivistinnen und die synodalen Amokläufer sich erträumten, haben die nicht mal mehr einen Spatz in der Hand!

Verbohrte Feministinnen wollen am Altar stehen und nicht nur an der Kanzel!


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 Kirchental 13. Februar 2020 

Lieber Bernhard Joseph!

Danke für Ihre ermutigende Antwort! Ausnahmsweise sind Sie hier deutlich optimistischer.

Ich lese dieses Schreiben sehr politisch. Von politischen Texten bin ich gewohnt, dass kein negatives Statement noch lange kein positives Statement ist. Anders: nur was ein Politiker ausdrücklich ablehnt oder befürwortet, ist auch so gemeint. Alles andere bleibt bewusst in der Schwebe.

Was aber vermutlich noch viel gefährlicher ist in QA, sind neben den Äußerungen zur sog 'Inkulturation' die Passagen über die priesterliche Leitungsfunktion. Die ersten Medien haben das schon entdeckt. Nur Eucharistie und Beichte bleiben zwingend in priesterlicher Hand.

Was wird das auch für Deutschland bringen? Vielleicht "brauchen" wir gar keine weiblichen Priester mehr - weil diese ohnehin nur noch zum Zelebrieren aufschlagen - der Rest aber von Laien übernommen wird?

Ich bin pessimistisch - zugegeben. Aber bei Franziskus ist das, was zwischen den Zeilen steht, ja leider oft wegweisender ....


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 Bernhard Joseph 13. Februar 2020 
 

Das Zeitfenster für "viri probati" hat sich aus meiner Sicht geschlossen

Es gibt den "richtigen" und den "falschen" Zeitpunkt, um etwas durchzusetzen.

Die Amazonas Synode und dann das nachsynodale Schreiben wären, wenn die Strategie maßgeblich jesuitischer Kräfte aufgegangen wäre, der "richtige" (nicht im qualitativen Sinne gemeint), weil günstigste Zeitpunkt gewesen, den Zölibat aufzuweichen und letztlich so längerfristig zu beseitigen.

Man hat aber den innerkirchlichen Widerstand von treuen Hirten unterschätzt und auch Papst Franziskus hat erkannt, wohin der synodale Amoklauf führen wird, wenn man ihn nicht schleunigst beendet, wodurch sich das Zeitfenster schloss.

Jetzt weiter ein totes Pferd reiten zu wollen, wird die apostatischen Träumer einer neuen Kirche nicht mehr an ihr Ziel bringen.

Wenn Franziskus hätte durchziehen wollen, also den synodalen Amoklauf für den richtigen Weg hielte, dann hätte er das nachsynodale Schreiben anders verfasst.

Daher, tausend Dank an Kardinal Marx und seine synodalen Mitstreiter für die ideologische Offenheit!!


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 phillip 13. Februar 2020 
 

Bringt QA Klarheit und ein Feststehen im Katholischen Glauben?

Zunächst möchte ich Zeitzeuge (für mich steht dieser Nickname für"Zeuge der Wahrheit) und Bernhard Joseph für ihre Kommentare meinen aufrichtigsten Dank aussprechen; sie tun jeder geschundenen, vom aktuellen Inhaber des Stuhles Petri und seinem Tross wegen der Treue zur Göttlichen Offenbarung, zur Lehre Christi und seiner Katholischen Kirche
beschimpften und Verachtung entgegengeschleudeter Seele gut und geben Hoffnung, dass die unheilvollen, zeitgeistlichen, glaubenszersetzen wollenden Stürme auch einmal vorübergehen! Was diese Synode und das gegenständliche Papstdokument anlangt, so meine ich nach einem ersten Überblick, dass die unheilvolle jesuitische Taktik, Texte so abzufassen, dass jeder für sich das herauszulesen vermag, was einem gerade zu Pass steht, voll durchschlägt; den glaubenszerstörerischen Ansturm als abgewendet anzusehen, halte ich für unbegründet und unverantwortlich. Die Konsequenz kann nur sein: Seele, bleib wachsam!


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 lakota 13. Februar 2020 
 

Maria 2.0

In der Schwäbischen Zeitung steht:
Die Frauenbewegung Maria 2.0 wirft der Kath.Kirche Reformunfähigkeit vor. Wer auf ein Symbol des Aufbruchs und der Erneuerung gehofft habe, muss dieser Kirche wohl enttäuscht den Rücken kehren", schreibt die Protestinitiative katholischer Frauen auf ihrer Facebook-Seite. Na dann....


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 SalvatoreMio 13. Februar 2020 
 

WIR BRAUCHEN UMKEHR!

Was wir dringend nötig haben, ist Mission in DEUTSCHLAND; wirkliche Glaubensverkündigung; Predigten mit Tiefgang, die jedoch auch für jedermann verständlich sind. Es ist so vieles total verflacht. Vielen fehlt die EHRFURCHT VOR GOTT, der gesehen wird (wenn überhaupt) "als netter Kumpel, der alles versteht ...!"


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 Bernhard Joseph 13. Februar 2020 
 

Leider wurde in meinem Kommentar an @Kirchental ein Satzteil verschluckt

So wird weder Kräutler und seine befreiungstheologischen Bischofskollegen in Brasilien handeln können und Papst Franziskus schon gar nicht.


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 Stephaninus 13. Februar 2020 
 

Maria 2.0

kann toben wie sie will und auch zur Anarchie aufrufen. Nützen wird das nichts. Vielleicht ganz gut so, dann werden manche schwankenden Bischöfe sehen, welche unmöglichen Genossinnen sie sich ins Boot geholt haben.


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 Diadochus 13. Februar 2020 
 

Einfach machen!

Nun, der Papst hat eine lange erwartete Stellungnahme abgegeben. Hat es eine eindeutige Klarstellung bewirkt? Nein, liegt es an schwammigen Formulierungen, liegt es am mangelnden Gehorsam? Jedenfalls scheint es so, als könne jeder das für sich herauslesen und beanspruchen, was einem beliebt. Selbst beim Zölibat scheinen manche Hintertürchen zu sehen. Am dreisteten ist Maria 2.0 mit ihrem Slogan: "Einfach machen!" Aus dem Interview in domradio.de lese ich heraus, dass für Maria 2.0 für die Gemeindeleitung und für die Spendung der hl. Sakramente gar keine Weihe nötig sei. Im Amazonasgebiet funktioniere das auch ohne Priester. Ist das auch richtig? Nein, das geht so nicht, überhaupt nicht. Das ist eine Grenzüberschreitung. Wer zeigt die Grenzen auf? Papst Franziskus müsste schon wieder eine neue Stellungnahme abgeben. Es ist nicht die Ruhe eingekehrt, die ich mir gewünscht hätte. Viri probati gibt es zwar nicht. Die Diskussion geht aber leider weiter.


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 doda 13. Februar 2020 

Ja @Montfort, der Aufruf der Frontfrau von Maria 2.0 im Domradio ist Aufruf zur Anarchie

Teilnehmerinnen einer Maria 2.0 Veranstaltung in unserer Pfarrei stellten erschüttert fest, dass ihr (Frau Mesrian) grundlegende! Kenntnisse der Theologie und der Lehre der Kirche fehlen- sie nennt sich jedoch Theologin.
Keine Macht den Ungebildeten!


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 Zeitzeuge 13. Februar 2020 
 

Lieber Bernhard Joseph, lesa, Paul Elija!

Fortsetzung u. Schluß:

Ziffer 74) u. 82):

Die Ausführungen erinnern eher an den
"kosmischen Christus" von Teilhard und
an den Panentheismus, einer Spielart
des Pantheismus, wie soll die Bemerkung
bzgl. der hl. Eucharistie verstanden
werden nach der "Gott durch nein Stückchen Materie in unser Innerstesn gelangen soll"?
Die Materie von Brot und Wein wird
verwandelt in den Leib und das Blut
Christi, nur deren Akzidenzien verbleiben, siehe Link!

Fazit: Ich befürchte, daß die Diskussion
über die besagten "Reizthemen" weitergeht, da das Abschlußpapier nicht
ausdrücklich revidiert wurde.

Es erfolgte auch keine ausdrückliche
Verurteilung jeglichen Synkretismus,
dessen Anhänger werden sich eher
bestätigt fühlen (Ziff. 78-79)!

REPAM, maßgebl. am Abschlussdokument
beteiligt wird nirgendwo korrigiert,
sondern im Gegenteil zur Weiterarbeit
ermutigt (Ziff. 97)!

Es gibt also einige Befürchtungen und
etl. Fragen bzgl. "Querida Amazonia"!

MARIA, Muttergottes und Mutter der Kirche, ora pro nobis!

www.kathpedia.com/index.php/Transsubstantiation


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 hape 13. Februar 2020 

Ist QA nur in der Zusammenschau mit Episcopalis communio und Praedicate evangelium zu lesen? 2

Die Ausgestaltung der Möglichkeiten in der Pastoral vor Ort – in Amazonien, weltweit, wie hier vor Ort auf dem Synodalen Weg – ist zusammen zu sehen mit der in Kürze erwarteten Konstitution der Kurienreform Praedicate evangelium und der Möglichkeit der Teil- und Ortskirchen, ihre Verantwortung am ordentlichen Lehramt verantwortlich wahrzunehmen. Das offizielle Abschussdokument mitsamt dem nachsynodalen Schreiben Querida Amazonia machen es möglich und sie rufen in der Zusammenschau sogar dazu auf! (QA 2-4)“

–––
Ende

Falls Dörnemann damit recht hat, dann lässt sich QA für die Synodale Reformation, über den Hebel der Dezentralisierung (Möglichkeit der Teil- und Ortskirchen, ihre Verantwortung am ordentlichen Lehramt verantwortlich wahrzunehmen), womöglich doch verwerten, um sich noch weiter von der Weltkirche abzusondern. – @Eliah Paul und @Zeitzeuge könnten mit iherer Sorge also richtig liegen.


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 hape 13. Februar 2020 

Ist QA nur in der Zusammenschau mit Episcopalis communio und Praedicate evangelium zu lesen? 1

Der Theologe Holger Dörnemann weist für das Bistum Limburg darauf hin, dass QA nur zusammen mit der Apost. Konstitution Episcopalis communio (Art. 18 § 1; 15.9.2018) gelesen werden darf. QA 3 weise ausdrücklich auf diese Zusammenschau.

Zu QA selbst meint Dörnemann dann weiter: „Auch wenn viele Kommentare anlässlich des nachsynodalen Schreibens Querida Amazonia im Blick auf das Aussparen der Möglichkeiten der Weihe verheirateter Männer und Frauen enttäuschend ausfallen werden, könnten sie ebenso im Blick auf das zugleich „offiziell“ veröffentlichte – wenn auch nur in italienischer Sprache vorliegende – Schlussdokument den Prozess darin weiter offen sehen.

–––
Fortsetzung


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 Montfort 13. Februar 2020 

Die Stellungnahme von "Maria 2.0" zu QA ist ein Aufruf zur kirchlichen Anarchie (s. Link).

Solange der Papst vieles offen und zweideutig stehen lässt, nützen auch klare Passagen dazwischen nur wenig.

Außerdem fehlen die Bischöfe, die konsequent die Aufgaben ihres Amtes erfüllen.

Oder hat schon ein Bischof die Veranstaltungen von "Maria 2.0" in seiner Diözese verboten?

www.domradio.de/themen/bischofssynode/2020-02-12/koennen-jetzt-alle-einfach-machen-maria-20-begruesst-papstschreiben-zur-amazonassynode


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 gluteus maximus 12. Februar 2020 
 

Die Medien...

interessant:
merkur.de, kein artikel.
focus.de, kein artikel.
web.de, kein artikel.
aber auf die sz ist verlass:

Eine Ohrfeige für die Reformer
Keine verheirateten Priester, kein Weiheamt für Frauen: Der Papst enttäuscht viele Katholiken und jene Bischöfe, die sich mit guten Argumenten für die Lockerung des Zölibats einsetzen.

Kommentar von Matthias Drobinski, Frankfurt

ein mediales erdbeben schaut anders aus ;-)

DAZU aber ein herzliches vergelt's Gott an kath.net. Und danke, Herr, daß du deine Kirche nicht im Stich lässt. Vergib mir, daß ich so übermäßig pessimistisch war!


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 Chris2 12. Februar 2020 
 

Heute ausnahmsweise Nachrichten geschaut

und mich ebenso ausnahmsweise mal nicht geärgert: Augenscheinlich mal keine Fake News, Bewegung in der Merkelwahlpartei, Good News zur Kirche aus Rom (und München), eine fassungslose "Maria 2.0" [sic!] und sogar ganz prominent ein wütender Kommentar in den Tagesthemen dazu. Wer hätte sich all das noch vor wenigen Tagen erwarten können? Und jetzt grillte auch noch Maischberger den monologisierenden und permanent den Nationalsozialismus bemühenden Herrn Ramelow aus der umbenannten SED Erich Honeckers und Erich Mielkes.
Durchsichtig wie Glas, schon 2018 von der ehem. Ministerin Kristina Schröder in der WELT brillant analysiert (leider Bezahlartikel).

www.welt.de/debatte/kommentare/plus181283652/Kristina-Schroeder-Der-Kampf-gegen-rechts-zielt-auf-die-buergerliche-Mitte.html


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 Wynfried 12. Februar 2020 

Was denn nun?

Kardinal Baldisseri hat unmissverständlich erklärt, das Schlussdokument besitze hätte KEINE lehramtliche Autorität (Minute 1:09:00. Pressekonferenz: https://youtu.be/OoHdNVITDL8)

Hierzu bräuchte es die ausdrückliche Zustimmung des Papstes.

In seinem Mitteilungsblatt vom 12. Februar 2020 verschickte VaticanNews auch eine Stellungnahme von Kardinal Marx.

In der E-Mail heißt es: „Kardinal Marx sieht den Synodalen Weg durch das Papstschreiben nicht beeinträchtigt. Er weist darauf hin, dass Franziskus das Schlussdokument der Synode, in dem sich Reformvorschläge finden, ausdrücklich bestätigt.

Offensichtlich steht diese Aussage im direkten Widerspruch zur Aussage Kardinal Baldisseris in der Pressekonferenz.

Vieles bleibt unscharf. Es kommt eben nicht nur auf den Wortlaut des Schreibens an, sondern auch auf das Handeln oder Nicht-Handeln, das ihm folgt.

Seid vorsichtig vor dialektischem Denken und Sophisterei.


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 Fatima 1713 12. Februar 2020 
 

@Elija-Paul

Ich bin Ihrer Meinung und kann die Euphorie der meisten hier nicht teilen, auch auf die Gefahr hin, dass ich mich unbeliebt mache. Das Schreiben enthält meiner Meinung nach eine ganze Menge pantheistische Einschläge (so auch das Gebet zur "Mutter des Lebens") und eine romantische Verklärung der Lebensweise der Indigenen sowie unterschiedlich interpretierbare Vorschläge zur Inkulturaion.
Alle haben nur gebannt auf die Zölibatsfrage gestarrt und in der (berechtigten) Erleichterung über die paar bestätigenden Worte zum Priestertum scheint man über den weitaus größeren Teil des Schreibens hinweg zu gehen.


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 Kirchental 12. Februar 2020 

Danke dem werten Zeitzeugen,

der die Knackpunkte von QA wie immer in liebevoller Detailarbeit klarstellt - viel besser, als ich es in der ersten Eile vermochte.

In meinen Augen ist die Nicherwähnung der viri probati keinesfalls ein klares Festhalten an der Lehre. Dazu hätte sich der Papst ausdrücklich positiv dazu äußern müssen - nach allen Forderungen der Synode.

Das macht er aber ausdrücklich nicht. Stattdessen die übliche jesuitische Wortklauberei, Verweiserei.

Franziskus ist viel zu klug, um den Bruch offen zu riskieren. Er macht es wie bisher auch durch verklausulierte Ermutigungen. Aber wenn Kräutler morgen den ersten probatus weihen würde, könnte er sich auf QA berufen.


Und im Falle der pachamama ja sogar eine ganz klare Rüge an allen, die am 1. Gebot festhalten. Darf man nicht! Indigene Frömmigkeit ist weder Aberglaube noch Heidentum.


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 Elija-Paul 12. Februar 2020 
 

Wachsamkeit!

Lesa @ so kann man es sehen oder sehen wollen. Es wäre eine gläubige Sichtweise in Gott selbst - möglicherweise. Für uns Gläubige handelte es sich aber in der sichtbaren Welt der Kirche bei der Pachamama -Verehrung um einen öffentlichen Verstoß gegen das erste Gebot, der auch mit dem Gebet zu Maria nicht aus der Welt geschaffen wurde. Ich kann mich nur wiederholen, die Freude darüber daß der Zölibat nicht konkret angegriffen wurde und manche gläubige Aussagen, die für ein päpstliches Schreiben eigentlich selbstverständlich sind, dürfen nicht täuschen ob hier nicht über den Weg einer Inkulturation Dinge eingeführt werden, welche dem Glauben widersprechen. Wachsamkeit ist nötig, daß wir nicht in einem Bereich getröstet werden und die anderen gefährlicheren Bereiche nicht wahrnehmen! AL steht, Abu Dhabi steht, Pachamama steht ....


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 lesa 12. Februar 2020 

@Elija-Paul: Prinzipiell haben Sie recht. Aber die Weise, in der betont über Maria gesprochen wird, impliziert doch die entsprechende Richtigstellung.


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 gebsy 12. Februar 2020 

Die Herausforderung

59. Denn »während das Herz des Menschen immer leerer wird, braucht er immer nötiger Dinge, die er kaufen, besitzen und konsumieren kann. In diesem Kontext scheint es unmöglich, dass irgendjemand akzeptiert, dass die Wirklichkeit ihm Grenzen setzt. […] Deshalb denken wir nicht nur an die Möglichkeit schrecklicher klimatischer Phänomene oder an große Naturkatastrophen, sondern auch an Katastrophen, die aus sozialen Krisen hervorgehen, denn die Versessenheit auf einen konsumorientierten Lebensstil kann – vor allem, wenn nur einige wenige ihn pflegen können – nur Gewalt und gegenseitige Zerstörung auslösen.«[78]

Das geht uns alle an ...


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 hape 12. Februar 2020 

Weiterhin ein Tanz auf des Messers Schneide.

Im kurzen Beitrag bei den heute-Nachrichten versuchte sich Kard. Marx in business as usual. Weiter so. Nichts von Umkehr, Einsicht oder Versöhnung. Papst Franziskus handle wie gewohnt. Er stoße wie immer Prozesse an. Er habe das Denken nicht verboten. Er wolle, dass die Diskussion weitergehe. Alles sei möglich. (Aus dem Gedächtnis).

Wie @Zeitzeuge schon aufzeigte, gibt es in QA jede Menge vage Formulierungen. Auch mir ist z.B. aufgefallen, dass QA zusammen mit den bischöfl. Empfehlungen der A-Synode gelesen werden soll. Darauf werden sich die Synodalen wohl berufen. Aber das Argument ist schwach.

Letztlich wird es auch bei QA um die Hermeneutik gehen: Kontinuität oder Bruch. Wer QA nur in der Hermeneutik des Bruchs liest, der wird das Katholische und Versöhnliche darin nicht wahrnehmen. Der wird weiter versuchen, die Kirche auf die synodale Schlachtbank zu zerren. Der wird weiter auf des Messers Schneide tanzen, bis sich seine Seele vollends von der Kirche getrennt hat.


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 ThomasR 12. Februar 2020 
 

1968 ist Kardinal Döpfner auch gescheitert

Seine Idee und Kalküle in die Enzyklika Humanae VItae vom Paul VI trotz mehreren Anreisen nach Rom integrieren zu lassen.
Die Folgen der Ablehnung von Humanae VItae in Deutschland (u.A.über Köingsteiner Erklärung) gibt es bis heute (die Amtskirche ist keinesfalls bereit um 5% der Kirchensteuereinnahmen in den Lebensschutz in die Einrichtung der Frauenhäuser für ungewollt schwanger gewordene Frauen zu investieren - Thema ist übrigens Papst Franziskus bekannt, u.A. deshalb werden auch viele Ideen aus Deutschland in Rom als unglaubwürdig eingestuft- deutscher Amtskirche fehlt inzwischen oft Glaubwürdigkeit und Autorität nicht nur im Innen- sondern auch im Außenverhältnis. Ab dem Jahr 2000 wurden in Deutschland bei steigenden Kirchensteuereinnahmen wenigstens 140 Kirchen und Kapellen profaniert und z.T. abgerissen. Auch dass Priestermangel in Deutschland wie gewollt und wie vorprogrammiert ist. ist in der Weltkirche bekannt(in keinem deutschen Priesterseminar wird alte Messe gepflegt!)


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 Elija-Paul 12. Februar 2020 
 

Lesa

Wir sollten nicht vorschnell einige religiöse Ausdrucksformen, die sich spontan aus dem Leben der Völker ergeben, als Aberglaube oder Heidentum bezeichnen."
Klingt nicht nach Widerruf, der nötig wäre!


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 lesa 12. Februar 2020 

Maria, Mutter Jesu, Mutter des Lebens, Königin der Schöpfung

[email protected] [email protected] Paul: Danke! Anbei noch die Gedanken zum Thema "Pachamama", von Weihbischof Marian Eleganti (Kommentar siehe kath.net: "In Nr. 111 führt Franziskus Maria ein als Mutter Jesu und Mutter des Lebens und Mutter aller Kreatur, als Königin der Schöpfung. Ich sehe hier den entscheidenden Kontrapunkt zur zurückliegenden Auseinandersetzung um die Pachamama, eine Art heidnisch-indigene Vergöttlichung und Personalisierung der sog. Mutter Erde und ihrer kultischen Verehrung. Maria wird hier am Ende des postsynodalen Schreibens – das ist mein Eindruck - unausgesprochen als die Überwindung dieser heidnischen Vorstellung und Verehrung eingeführt und vorgestellt. Die Exhortation endet in einem berührenden Gebet an Maria."


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 Elija-Paul 12. Februar 2020 
 

Zeitzeuge

Dank für die ausgewogene Stellungnahme. Es ist verständlich, daß Freude aufkommen kann, daß der Zölibat nicht direkt angegriffen wurde entgegen der Befürchtungen mancher. Das kann man auch gerne so stehen lassen. Doch meine ich, daß weiterhin große Wachsamkeit angesagt ist und wir die Dinge im Geist der Unterscheidung zu begleiten haben. Die Pachamama z.B. wurde nicht abgewehrt usw.


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 Eisenherz 12. Februar 2020 
 

Trotz allem, es bleibt dabei: TU ES PETRUS....

Gepriesen sei der Herr! Es wäre jetzt höchst an der Zeit, einen Blog für Amazonien zu gründen, Ideen zu sammeln und eine kath.net Reise dorthin zu organisieren...;-) Mit Missionare sind auch ausgebildete Elektriker, Installateure, Lehrer jeder Provenienz, Mechaniker, Krankenschwestern und Ärzte gemeint und Papst Franziskus Appell sollte bei jungen Leuten nicht ins Leere laufen. Warum sollte man nicht auch den Zivildienst dort ableisten können frage ich mich? Es gilt Ideen zu sammeln und etwas für die Evangelisierung und vielleicht zugleich auch für den Umweltschutz zu tun...(Forschungsstipendien, Investments, Ausbildung von jungen Leuten aus dem Amazonas hier bei uns....)


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 lesa 12. Februar 2020 

Das Gröbste ist abgewehrt

[email protected]: Vielen Dank für Ihre ausführliche, detaillierten "Bedenken".
Sachverhalte, die gewisse weiterhin Wachsamkeit erfordern. Ich werde mir das abspeichern und merken. Meine Freude ist aber dadurch nicht gedämpft.
Der Widersacher wird kein Schäferstündchen machen, sondern toben. Aber mit diesem Schreiben ist wesentliches, Grundlegendes vorerst bewahrt, die gefährlichsten Irrtümern in die vom Wort Gottes gegebenen Schranken gewiesen. Vielleicht ist sogar einer Wende der Weg bereitet.
Schritt für Schritt … im Beten und der wachsamen Begleitung und im Zusammenhalt nicht nachlassen.


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 Zeitzeuge 12. Februar 2020 
 

Werter Elijah-Paul, Bernhard Joseph, lesa u.a.:

Kleiner Nachtrag:

Positiv ist, daß dieses Mal nicht
versucht wird, in Fußnoten gravierende Veränderungen
unterzubringen.

Inwieweit bzw. ob überhaupt das Zölibatsbuch von Kardinal
Sarah mit dem Beitrag des ehem. Papstes
Benedikt XVI. das jetzige Rundschreiben
beeinflußt hat, muß offen bleiben.

Genau so wie die Frage, ob eine gewisse
Rücksicht auf den em. Papst eine Rolle
gespielt hat.

Papst Franzikus kennt natürlich die
Alltagsrealität in der Amazonas-Seelsorge und deren falschen Auswüchse!

Warum er diese nicht eindeutig verurteilt hat, kann ich natürlich
nicht sagen!

Für heute will ich schliessen und
wünsche mit ausdrücklichem Dank
an die Redaktion für die gute,
schnelle Publikation des päpstl.
Schreibens einen besinnlichen Abend
und eine gesegnete, gute Nacht!

Laudetur Jesus Christus!


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 Federico R. 12. Februar 2020 
 

Alle Mitglieder des „Syn-Wegs“ sollten nun baldmöglichst,

wenn’s geht sogar noch vor Pfingsten, in Frankfurt zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Sie sollten darüber eraten und entscheiden, ob sie angesichts der neuen Lage ihren verhängnisvollen Weg mit der mehrheitlich beschlossenen Zielsetzung überhaupt noch weitermarschieren können/sollen/möchten, oder ob sie, wenn schon unbedingt weitergegangen werden muss, dies nur unter den Vorgaben von Kardinal Woelki, wie er sie gleich zu Synodenbeginn in seinen Statements zu den vier Themenbereichen formuliert hat. Nur dann würde es ein zielführender Weg, der die Kirche und somit das Gottesvolk nicht blind in den Abgrund stürzen lässt. Es gilt: Man muss das Eisen schmieden, solange es noch glüht.

Grundsätzlich wäre natürlich Kardinal Woelki als zweiter in Deutschland amtierender Kardinal in der jetzigen Situation, die man sogar als Zäsur beschreiben könnte – irgendwie jedenfalls - als nächster DBK-Vorsitzender prädestiniert für einen Neubeginn, einen geistlichen Aufbruch.


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 Zeitzeuge 12. Februar 2020 
 

Werter Elijah-Paul, Bernhard Joseph, lesa u.a.: -2-

zu 63): Die Heilsbotschaft besteht
aus Lehrsätzen und Moralvorschriften,
die im Alltagsleben Richtschnur sind
für ein Leben aus dem Glauben und vor
falschen Elementen bewahren!

zu 64): Immer wieder neu hören, aber
ohne falsche Anpassung, die kath. Glaubens- und Sittenlehre
muss stets unverfälscht und unverkürzt
gepredigt und gelebt werden, auch in
"Amazonien"!

zu 67/70: Wer von Inkulturation redet,
muss gleichzeitig jegliche Form des
Synkretismus explizit verwerfen!
74) "Teil des Universums aufgenommen"?
Müßte deutlich von Teilhard abgegrenzt
werden.
75) "Christl. Gemeinschaften", "Dominus
Jesus" beachten!
78-79): Große Gefahr des Synkretismus,
"Pachamama, Mutter Erde" ist heidnisches
Ritual, siehe Link!

97) REPAM = Neomodernismus lt. kath.net
ein "merkwürdiges, innerkirchl. Netzwerk"!

106/110: Hl. Geist kann nichts Falsches
bewirken, 110: Ökumenismus ohne Wahrheit
ist falsch und Verkündigung ohne Sendung der kath. Kirche illegal, vgl.
DH 1777!

www.kath.net/news/69579


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 Gambrinus 12. Februar 2020 
 

Ich gebe zu, dass ich erleichtert bin.

Aber trotzdem kann man ein Dokument, nur weil sein Inhalt nicht so katastrophal ausfällt, wie befürchtet, nicht als gut bezeichnen. Die verheirateten Priester sind nicht enthalten, aber der ökosoziale Quatsch ist noch vorhanden.

Ich glaube, für die Zölibatsfrage hat das Buch von Kardinal Sarah und Benedikt XVI letztlich den Ausschlag gegeben. Franziskus hatte dem keine Argumente entgegenzusetzen. Seine Reaktion darauf war wütend,aber ohnmächtig.


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 jaeger 12. Februar 2020 
 

Gott sei Dank!

Nach all den Erwartungen und Befürchtungen, die nicht nur hier, sondern überall, wo der Glaube noch ernst genommen wird, über dieses Schreiben laut wurden - und zwar nicht zu Unrecht, wenn man sich dessen Genese seit den Vorbereitungen der Amazonassynode vor Augen führt - bin ich tatsächlich positiv überrascht und erleichtert, dass diese nun doch nicht eingetreten sind. Ich kann daher nur aus tiefstem Herzen sagen: Gott sei Dank!
Für Historiker wird es eine spannende Aufgabe sein zu ermitteln, welche Wendungen der endgültigen Fassung vorausgegangen sind und was sich hinter den Kulissen abgespielt hat. Ob wir es aber wirklich erfahren werden, wage ich zu bezweifeln. Es wäre zu schön, wenn wir überdies feststellen könnten, dass es sich hierbei auch um die ausgestreckte Hand des Papstes an alle diejenigen handelt, die in diesem Pontifikat bislang mit Nicht- oder gar Verachtung gestraft wurden... Dann macht der Pontifex seinem Namen alle Ehre.


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 lesa 12. Februar 2020 

Grund zur Freude, weil alle wieder Boden unter den Füßen haben

[email protected]: Wenn jenen, die sie da bedauern, das gesunde Brot der Wahrheit angeboten wird und eine heilsame Medizin, auch wenn sie zuerst nicht schmeckt, kann das doch Anlass zur Mitfreude sein! Denn "es ist nicht schön, etwas zu glauben, wenn es nicht wahr ist" (Sokrates) die Wahrheit ist der einzige Weg zum Seelenfrieden Einheit! Aber ich verstehe schon, was Sie meinen. Die "Siegerpose", Schadenfreude und Triumphieren über das Rechtbekommenhaben, das wäre mir auch zuwider. Es entspräche auch nicht der Gesinnung Christi, wäre in sich spaltend und müsste gebeichtet werden.


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 Rosenzweig 12. Februar 2020 

Hier möchte ich mich postwendend- werten Bernhard Joseph anschließen..

-
und dem geschätzten Kath.net Team, HEUTE u. schon in vorherigen Tagen, der wachsenden Spannungen/ negativ - wie positiver Erwartungen der Leser wie User und aller bedeutenden Wortmeldungen der Bischöfe u.u.-
Ihnen wieder einmal von Herzen danken mit einem herzlichen Vergelt`s Gott!

Im Gebet- wertes Kath.net Team- Ihnen verbunden,
weiterhin mit den Gnadengaben des Hl. GEISTES gestärkt + geführt- seien Sie u. bleiben Sie „Diener der Freude“- wie im heutigen Schlussgebet der Hl. Messe gebet wurde..!
-
So dankb. froh verbunden..!


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 Elija-Paul 12. Februar 2020 
 

Hm,

alles jubelt.
Ich bin vorsichtig, denn ich dachte nie , daß das Zölibat und Vir probati das Hauptthema sei, sondern es um die Verfremdung des Glaubens geht und um die Verschiebung des Auftrags der Kirche.
Unter diesem Gesichtspunkt sah ich die Synode
und nun schaue ich mir das Schreiben von dieser Perspektive her an.
Das mögen manche nicht so sehen!. Hoffentlich feiern sie nicht einen Sieg und merken nicht, daß auf einer anderen Ebene der Niedergang weitergeht!


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 lesa 12. Februar 2020 

Wir haben allen Grund zu Dank und Vertrauen - und im Gebet nicht nachzulassen!

Als Saul vom Pferd stürzte, sagte Jesus zu ihm: "Saul, Saul, was verfolgst du mich? Es ist hart für dich, gegen den Stachel auszuschlagen“ (Apostelgeschichte 26, 14)Wir sehen doch, dass dem Wort und der SEINEM Weg, SEINER Richtung der Weg gebahnt wird. Er lebt und wirkt auch heute, Alleluja! Derselbe Paulus bat ja später seine Mitchristen: "Betet, dass dem Wort die Tür geöffnet wird."


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 SalvatoreMio 12. Februar 2020 
 

"Pachamama-Zirkus"

Das ganze Geschehen war zu ernst, um irgendetwas Gutes daran zu entdecken, doch gelegentlich kam mir der Gedanke: Papst Franziskus aus Südamerika, sicher guter Kenner der europ. Eroberungen jenes Kontinents usw., wollte durch diese seltsame Synode "etwas gutmachen an jenen Völkern", die bis heute darunter leiden.


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 Stefan Fleischer 12. Februar 2020 

@ ottokar

Auch ich bin überzeugt, dass Gott eingegriffen hat. Ob das die Antwort auf unsere Gebete war, oder einfach Teil seines Planes mit unserer Kirche, oder beides, darüber zu spekulieren ist müssig. Ich bin aber auch überzeugt, dass wir jetzt nicht mit unserem Gebet nachlassen dürfen. Doch heute dürfen wir uns doch wohl auch zuerst einmal freuen, Gott loben und ihm von Herzen danken. «Lob, Dank, Bitte, Dank und Lob sind der beste Gebetsaufbau!» habe ich mir einmal notiert. Gebe Gott, dass ich (und wir alle) uns noch viel mehr daran halten.


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 Bernhard Joseph 12. Februar 2020 
 

Natürlich auch zu all den Informationen zur Amazonas Synode

Und jetzt natürlich den Abdruck des nachsynodalen Schreibens!


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 Bernhard Joseph 12. Februar 2020 
 

Meinerseits ein herzliches Vergelt’s Gott an die kath.net Redaktion

Danke vor allem für die unglaublich schnelle Bereitstellung des Aufsatzes von Papst Benedikt zum katholischen Priestertum, dem Abdruck vieler Wortmeldungen von Kardinal Müller, Weihbischof Athanasius Schneider, Weihbischof Eleganti und weiteren glaubenstreuen Bischöfen, vor allem auch für die Hintergrundinformationen zum Tibersturz der Pachamama-Figürchen.

Kurz, für euren unerschrocken katholischen Journalismus!


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 hape 12. Februar 2020 

Dokument der Versöhnung.

Ich verstehe, dass bei den Synodalen eine gewisse Enttäuschung herrscht. Des einen Freud’ – des anderen Leid. Kard. Marx und Herr Sternberg haben viel zu hoch gepokert. Tief sind sie nun gefallen. Das muss weh tun.

Aber das tut auch mir weh. Denn ich habe keine Freude daran, wenn andere an dem leiden, was mir heilig ist. Deshalb ist meine Freude verhalten.

Zugleich erkenne in der Entscheidung des Papstes das Potenzial der Versöhnung. Darin folge ich G. Kard. Müller. Papst Franziskus hat den Synodalen die Umkehr ans Herz gelegt. Den Weg zurück in den Schoß der Kirche. Ob sie auf den bewährten Weg einschwenken, müssen sie letztlich selbst entscheiden.

Ich kann nur hoffen und beten, dass die jetzt noch Enttäuschten dem Papst und der Kirche nicht aus Trotz oder Hochmut den Gehorsam verweigern. Erst die Freude der Versöhnung, erst das Glück der Einheit, erst der Friede der Herrn wird die Kirche neu erstarken lassen.

Erst dann wird meine Freude über Querida Amazonia ungetrübt sein.


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 Bernhard Joseph 12. Februar 2020 
 

Daniel Deckers von der FAZ scheint einen journalistischen Schwächeanfall bekommen zu haben

Wenn es um die journalistische Beförderung des Relativismus in der katholischen Kirche geht, ist Deckers sonst stets zur Stelle. Was träumte sich der Mann nicht alles am kirchlichen Horizont seit diesem Pontifikat und nun verfällt der doch glatt in völliges Schweigen und überlässt Matthias Rüb das Feld, der verzweifelt versucht, seine tiefgreifende Frustration zu verbergen und darauf verweist, dass ja immer noch eine von Franziskus 2016 ins Leben gerufene Studienkommission zum Frauendiakonat das ersehnte Ziel bringen könnte.

Ich denke mal, dass da heute bei dem ein oder anderen journalistischen Frontkämpfer der Maria 2.0 Theologie vor lauter Zähneknirschen eine neue keramische Brücke notwendig wird.


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 Eva 1941 12. Februar 2020 
 

Endlich ..

endlich dürfen auch wir "ewiggestrigen", "rückwärtsgewandten", "erzkonservativen" Katholiken uns freuen und von Herzen sagen: Gott sei Dank !!!
Die weiteren Synodensitzungen haben nun hoffentlich als Hauptthemen: Neuevangelisierung, Entweltlichung, Weitergabe des Glaubens an die nächsten Generationen. Bin sehr gespannt!
Vor allem aber gehört in diese Synode kein (ungewähltes) ZDK.


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 Chris2 12. Februar 2020 
 

Deo gratias.

Jezt wird auch der überraschende Rückzug von Kardinal Marx plausibel. Danke, Heiliger Vater. Dennoch sei die dringende Bitte erlaubt, Götzenfiguren (vgl. Wikipedia-Einträge zu "Pachamama" in diversen Sprachen) niemals in die Liturgie, in die Gegenwärtigsetzung des Kreuzesopfers Christi, einzuflechten. Auch ein Bonifatius hat die Donar-Eiche nicht (christlich um)getauft und in Andachten anbeten lassen, sondern sie gefällt.


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 paul_1 12. Februar 2020 
 

1 Kor 16,13 Seid wachsam, steht fest im Glauben, seid mutig, seid stark!

Ich bin froh und vertraue auf die Kirche Christi! Beten wir und wachen wir alle gemeinsam für die ganze Herde. Und vertrauen wir auf die Verheißung an den Apostel Petrus!
Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.

Aber auch in 1 Kor 16.9
Denn weit und wirksam ist mir hier eine Tür geöffnet worden; doch auch an Gegnern fehlt es nicht.
Weil der Glaube groß und der Eingang zur Kirche daher weit sind viele bereit, zu kommen und sich zu bekehren: ein breiter Eingang ist mir geöffnet, indem die Kommenden sich bereitwillig zeigen, sich dem Glauben zu unterwerfen. Darum schnaubte der Teufel fürchterlich, weil er so Viele von ihm losreisen sah. Denn wer wenig Gutes oder gar Böses tut, reizt jene schlimme Bestie nicht. Wundere dich also nicht, wenn du siehst, dass ein großer und tugendhafter Mann mit unzähligen Leiden zu kämpfen hat.


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 wedlerg 12. Februar 2020 
 

domradio hat probleme, die KNA windet sich

Die KNA versucht so zu tun, als ob alles nach wie vor offen sei.

Auch die Protagonisten von Adveniat, ZDK, Misereor et al versuchen das Schreiben so zu interpretieren, als wäre alles nur eine frage der Zeit.

Auffällig ist, dass extreme Protagonisten, wie Schüller; Suess und Tück große Enttäuschung zeigen.



Zulehner indes bemängelt, dass Päpste noch nie auf der Höhe der Zeit hinsichtlich der Theologie für die Frauen gewesen seien...

Fazit: Die geballte Faust in der Tasche ist erkennbar.

www.domradio.de/themen/bischofssynode/2020-02-12/revolution-faellt-vorerst-aus-bleibt-aber-moeglich-fragen-und-antworten-zum-amazonas-schreibe


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 Corinquietum 12. Februar 2020 
 

Marxens Wünsche an den Heiligen Vater gingen nicht in Erfüllung. Das hat er vor uns gesagt bekommen

das Beste für sich heraus zu schwätzen. Die Schweinshax´n un die Mass haben ihm nicht gerschmeckt. Ein "Theologe" Thomas Ruster gibt auf "katholisch.de" Hilfestellung, aber es wird nichts nützen. Somit bleibt nichts anderes übrig, als den Vorsitz der BKV abzugeben!
+Corinquietum.


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 Herbstlicht 12. Februar 2020 
 

@pimpernel

Die vorsichtige Hoffnung, die uns durch das vorliegende Schreiben von Franziskus erfüllt, darf uns Ansporn sein, im Gebet nicht nachzulassen.
Danke für Ihre Anmerkung!
Die schwierige Situation, in der ich mich befinde, hat sich nicht entscheidend gebessert, doch ich versuche ihr mit Gottvertrauen zu begegnen.

Als Teresa von Ávila starb, fand man in ihrem Brevier ein kleines Gedicht, das mit den Worten endet:
„Sólo Dios basta – Gott nur genügt.“
Dieses Gedicht wird nach Meinung fast aller Experten zweifellos Teresa zugeschrieben.

Nichts soll dich verstören,
nichts dich erschrecken,
alles vergeht,

Gott ändert sich nicht.
Geduld erlangt alles;

wer Gott hat,
dem fehlt nichts:
Gott nur genügt.

Dieses Gebet ist mir ein ständiger Begleiter.
Ich wünsche Ihnen, liebe @pimpernel, dass Sie durch das päpstliche Schreiben Kraft schöpfen und wieder neue Freude daran haben, katholisch geworden zu sein.
Gottes Segen für Sie!


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 Authentisch 12. Februar 2020 

@Veritatis Splendor

Danke für ihre Anmerkung: "Entschärft - Vergelt´s Gott, Kardinal Sarah!!"
In einer Predigt habe ich vor vielen Jahren die Worte (das erste Mal) gehört: "Bei Gott gibt es keine Zufälle!"
Hier in diesem Forum bekennen, bekräftigen wir dies auch immer wieder!
Heute die eine Nachricht von den Sturmauswirkungen, Schäden ABER AUCH UNVERSEHRTHEIT des Gnadenbildes Maria Vesperbild"!
Danke kath.net! Es ist so wichtig von den großen Ereignissen zu berichten UND DANN VON DEN SCHEINBAR kleinen Geschehnissen! Ich bin davon überzeugt, dass das Ereignis "um die Veröffentlichung des Buches Kardinal Sarahs (mit den begleitenden Ereignissen: Mit-Nennung Papst em. Benedikts, mit den daran anschließenden Wortmeldungen vonseiten EB Gänswein, Kard. Sarah, Vatikan UND Folgen - hier für EB Gänswein)" der "die Not wendende" Zeitpunkt war. Ich glaube, dass GOTT eingegriffen hat.
ER entscheidet wann, wie, wodurch.
Ich bete und bitte weiter!


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 ottokar 12. Februar 2020 
 

Was für ein wunderbarer Beweis der Wirksamkeit von Gebeten!

Lasst uns Gott danken und auch unserer Fürsprecherin, der Muttergottes, dass er unsere Gebete erhört hat und seinen Heiligen Geist auf unseren Papst Franziskus wirken liess.Der Fels Petri hat dem Sturm standgehalten . Und Papst emeritus Benetikt XVI kann, wenn es Gottes Fügung ist, jetzt ruhig die Augen schliessen.Jetzt lassen wir Frieden einkehren, auch wenn morgen die gesamte links-liberale Presse über Papst Franziskus und noch mehr Papst Benedikt herfallen wird.Der Herr wird sie beschützen.


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 Diadochus 12. Februar 2020 
 

Fels in der Brandung

Das Papsttum hat sich als wahrer Fels in der Brandung erwiesen. Die tosenden Wellen sind abgewehrt. Der Fels steht fest in Jesus Christus begründet. Vielen Dank, Papst Franziskus. Die Kirchenfeinde toben. Die Angriffe auf den Zölibat und das Priestertum werden weitergehen. Der Sturm tobt. Der Fels steht fest.


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 ottokar 12. Februar 2020 
 

Was für ein wunderbarer Beweis


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 Konrad Georg 12. Februar 2020 
 

HildegardW.

Wenn ich als katholischer Besserwisser, einfach weil ich konservativ bin, die Zeichen der Zeit genau studiere und zu Schlüssen komme, die zu erwarten sind, dann brauche ich mich nicht entschuldigen, wenn die noch nicht eingetroffen sind.
Ich bin sicher, daß all die Gebete und Opfer und der heftige Widerstand "Wunder" gewirkt haben.


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 Fides Mariae 1 12. Februar 2020 
 

@Hildgard W.: Nein, wir müssen uns nicht entschuldigen

Ich glaube, wir sind nur ganz knapp an den Viri Probati vorbeigekommen. Es ist eine Tatsache, dass die Mehrzahl derjenigen hochrangigen Kirchenfunktionäre, denen der Papst vertraut, samt und sonders das Spiel "ich trete mit der Zehenspitze über die Zölibatslinie und spiele Gedankenspiele" gespielt haben. Das fing schon bei Kardinal Parolin an, der zum Zeitpunkt seiner Ernennung zum Staatssekretär - das war ganz am Anfang dieses Pontifikates - über die Aufhebung des Priesterzölibates spekulierte. Dass wir keine Viri Probati reingedrückt bekommen haben, verdanken wir u.a. Kardinal Sarah, Papst em. Benedikt und dem Gebet vieler, vieler Gläubiger weltweit, die um Teil schon vor einem Jahr begonnen haben, für die Synode zu beten. Und der Gnade Gottes vor allem!!! Die sogenannten "Untergangspropheten" haben unser Augenmerk auf eine drohende Gefahr gerichtet, die nun Gott sei Dank vorerst abgewendet ist. Klar müssen wir jetzt weiterbeten, dass unsere Kirche den Zölibat wieder neu begründet.


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 Bernhard Joseph 12. Februar 2020 
 

@wedlerg

Nun, Marx fürchtet wohl um seine körperliche Unversehrtheit, denn fanatische Feministinnen können durchaus handgreiflich werden, wie man von den Femen Aktivistinnen weiß!

Da könnte man sich doch mit ein wenig Wischiwaschi - Türen nicht geschlossen, weiter nachdenken - schnell hinter die Angriffslinie bringen wollen.


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 lesa 12. Februar 2020 

Orientierung für ALLE

So haben alle, auch Maria 2.0 klare Orientierung, die wir alle so dringend brauchen. ein großes Geschenk für den jetzigen Moment der Kirche!
Mögen sie Hörbereitschaft und Reife an den Tag legen. Warum nicht!


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 Fides Mariae 1 12. Februar 2020 
 

Danke, Herr!!!!

Das Schreiben muss ich erst noch lesen, aber vorab schon mal großen Dank an unseren Herrn und Gott im Himmel, dass er uns die Zölibatseinschränkung erspart hat!! Halleluja!
Ich muss ja sagen, ich hatte meine "Kanonen" schon in Stellung gebracht: Wenn sie den Zölibat angetastet hätten, hätte ich ab sofort (wenn's der Beichtvater erlaubt) ganz auf Fleisch verzichtet. Eine solche Zurückweisung der charismatischen Gnadengaben Gottes hätte ich in meinem Leben nicht "unkommentiert" stehen lassen können. Wenn die Kirchenleitung schwächelt, muss der Laie ran. Hatte schon den ganzen Tiefkühler vom Fleisch leer geräumt und alles aufgegessen... :-) Und jetzt muss ich doch noch nicht in den Bußmodus schalten. Preist den Herrn! Aber ich halte mich weiterhin bereit.


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 wedlerg 12. Februar 2020 
 

Marx und "seine" Interpretation

Marx eiert in seiner Stellungnahme weiter herum - mir wird klar, warum er gestern seinen Rückzug angekündigt hat:

"Franziskus wolle vielmehr ausdrücken, es müsse weiter nachgedacht werden, auch über das Diakonat für Frauen. „Er macht hier keine Tür zu“, sagte Marx. Dabei räumte Marx allerdings ein, dass dies seine Interpretation des päpstlichen Schreibens sei."

Da will einer vorbauen, bevor ihn die Synodalen wegen "Unfähigkeit" zerreißen. Marx hat nichts erreicht und muss schon deshalb in deren Augen weichen.

www.merkur.de/welt/papst-zoelibat-kirche-vatikan-franziskus-georg-gaenswein-rom-erzbischof-benedikt-xvi-zr-13523877.html#idAnchComments


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 Smaragdos 12. Februar 2020 
 

Heute sind wir so weit, dass WIR, das Fussvolk der Kirche, beten und fasten müssen, dass der Papst (!) katholisch bleibt!


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 Konrad Georg 12. Februar 2020 
 

Große Freude

endlich einmal nicht recht zu haben.


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 Dottrina 12. Februar 2020 
 

Sehr gut, ein wenig Erleicherung ist da!

Der Papst hat den Protagonisten des Synodalen Irrwegs einen Riegel vorgeschoben - vorerst. Man lese die aktuellste kurze Stellungnahme von Kard. Marx im Merkur: "...erwartet der Münchner Erzbischof trotz des Verzichts von Papst Franziskus auf eine Stellungnahme zum Zölibat eine Fortsetzung der Debatte über die verpflichtende Ehelosigkeit der Priester. „Die Antwort bleibt offen, das ist richtig", sagte Marx... Fortführung im Text. Dann weiter unten: „Ich habe nicht den Eindruck, wenn ich das lese, dass der Papst das Thema vom Tisch nimmt“, sagte Marx (noch Thema Pflichtzölibat).
Hier sieht man, dass Marx einfach nicht daran denkt, sein Vorhaben aufzugeben. Mal sehen, was sich daraus weiterhin ergibt.


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 Adamo 12. Februar 2020 
 

Unser Beten hat doch etwas bewirkt!


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 wedlerg 12. Februar 2020 
 

Marx gibt noch nicht auf, der Frauenbund schon

"Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Marx, hält die Zölibats-Debatte mit dem Papst-Schreiben aber noch nicht für beendet. Franziskus nehme das Thema nicht vom Tisch. Er sage vielmehr, es müsse weitergedacht werden, auch über das Diakonat für Frauen. Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands sprach dagegen von einem herben Schlag für alle Frauen, die auf ein starkes Signal der Gleichberechtigung gehofft hatten."

www.br.de/nachrichten/meldung/marx-nimmt-stellung-zum-papst-schreiben,30029778d


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 Federico R. 12. Februar 2020 
 

@Herbstlicht

Sie fragen, ob all die Modernisten, Zölibatsgegner, Maria 2.0-Frauen etc. jetzt aus der Kirche austreten werden. Ja, das wäre eigentlich nur konsequent. Lockerlassen werden sie wohl kaum. Gewiss nicht die fest Verbissenen. Ich schlage denen vor, doch möglichst schnell ihre eigene, eine „neue Kirche“ zu gründen. Auf eine mehr kommt’s jetzt auch nicht mehr an. Und wenn sich davor nicht einmal, eigenen Angaben zufolge, p.Franziskus fürchtet - warum also nicht? Vielleicht unter dem eingetragenen Namen „Deutsche Protestantisch-Katholische Kirche“, Kürzel: DPKK. Sie müssten das aber schnellstens in Angriff nehmen, möglichst bevor die Kirchensteuerpflicht abgeschafft wird. Denn nur so könnten sie die nötigen Finanzmittel beim Neubau aufbringen. Wenn sie zu lange warten, wären dann auch sie auf die Spenden ihrer Anhänger angewiesen. Und ob das dann wirklich so viele sein werden, wie man vielleicht erhofft? Zweifel sind angebracht.


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 Stephaninus 12. Februar 2020 
 

Drei Dinge

1. Ich glaube, ich muss mich zunächst und vor allem bei Papst Franziskus auch ein wenig entschuldigen.
2. Wenn das ein Dokument der Versöhnung ist, wie Kardinal Müller es ausdrückt, dann ist das hervorragend.
3. Fussballerisch gesprochen (passt wohl hier): die deutsche Strategie ist im Abseits.


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 in dubio 12. Februar 2020 
 

auf dass Ruhe einkehre!

@chriseeb74: "Es zeigt aber auch, wie wenig Vertrauen ich in Seine Führung und Fügung hatte. Vermutlich gilt dies aber nicht nur für mich. Wir alle sollten dies in der kommenden Fastenzeit entsprechend berücksichtigen!"

Danke für diesen ermutigenden Beitrag. Ich habe das Gefühl, dass die letzten Monate viel geschrieben wurde, das letztlich nicht zum Aufbau der Kirche beigetragen hat. Zeit die Gräben zu schliessen! Deshalb bin ich auch nicht erbaut über Spekulationen, dies sei das Verdienst von Kard. Sarah oder Benedikt XVI. Wie sagt Kard. Müller: Wir haben nur einen Papst!


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 wedlerg 12. Februar 2020 
 

Björn Odendah auf katholisch.de ist beleidigt

Aus seiner "Analyse":

"Doch die verheirateten Männer waren Franziskus – anders als bei den wiederverheirateten Geschiedenen im Schreiben "Amoris laetitia" nach der Familiensynode – noch nicht einmal eine interpretierbare Fußnote wert. Und das, obwohl sich die Synodenväter mit deutlicher Mehrheit (128 Ja-Stimmen zu 41 Nein-Stimmen) für die sie ausgesprochen hatten."

und weiter:

"Seltsam mut- und ideenlos
Generell bleibt Franziskus in seinem Schreiben mit Blick auf die pastoralen Herausforderungen im Allgemeinen, aber auch bei Lösungsansätzen für den Priestermangel im Speziellen seltsam mut- und ideenlos. Als hätten ihn die zahlreichen Wortmeldungen der vergangenen Wochen aus konservativen Kreisen zermürbt."

Odendahls Frust erfreut mich - ganz ehrlich und ohne billige Schadenfreude. Denn hier wird klar: die selbsternannten "Reformer" haben gottseidank nichts erreicht. Jede Menge Zeit und Geld hatten sie investiert...

www.katholisch.de/artikel/24514-das-nachsynodale-schreiben-nicht-einmal-eine-hoffnungsvolle-fussnote


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 Klimakos 12. Februar 2020 

Wenn das kein Grund zum Feiern ist....!


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 wedlerg 12. Februar 2020 
 

Kardinal Müller nimmt Stellung

Überwiegend positiv, allerdings auch mit einigen kritischen Anmerkungen nimmt Kardinal Müller Stellung.

Sein Fazit: Es ist ein Werk voller Gebet, Gedichte, Visionen und Träume sowie klarer Ansagen – wenn auch nicht solcher, wie sie manche Reformatoren in Deutschland erträumt haben"

de.catholicnewsagency.com/story/kardinal-muller-querida-amazonia-ist-ein-dokument-der-versohnung-5756


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 hape 12. Februar 2020 

Erleichterung und Dank!

Nach dem ersten kursiven Lesen bin ich sehr erleichtert. Danke Papst Franziskus, für dieses Bekenntnis zur katholischen Lehre.

Mein Dank gilt aber auch allen Priestern, Bischöfen und Kardinälen, bis hin zu Papst em. BXVI., die sich mit öffentlichen Wortmeldungen oder diskret im Hintergrund für dieses Ergebnis in die Debatte eingebracht haben.

Zudem danke ich auch allen Laien, die sich mit Gebet und Fasten, Sühne und Buße für den Zölibat eingesetzt haben.

In meinen Augen ist das eine Gebetserhörung. Deshalb danke ich ganz besonders Bf. Athanasius Schneider für seinen Aufruf zum Gebetssturm. Denn es deutete nicht viel darauf hin, dass die Dinge so ausgehen würden. Aber Gott schreibt eben auch auf krummen Zeilen gerade. Ein Grund mehr, Gott zu loben und zu preisen, ihm zu danken und ihn anzubeten.

Zu guter letzt danke ich natürlich auch Unserer Lieben Frau von Guadeloupe, der Patronin Amazoniens, die ihre Kinder niemals vergisst.


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 pimpernel 12. Februar 2020 
 

Ich brauche jetzt Zeit, um Alles durchzulesen

Liebe/lieber @Herbstlicht, ich hatte letzte Woche unter einem anderen Thema gelesen, daß es Ihnen nicht gut gut geht. Ich habe oft an Sie gedacht, aber komme erst heute dazu, mal wieder zu schreiben. Ich wünsche Ihnen gute Besserung und werde weiterhin für Sie beten.
An Alle, die mir Mut zugesprochen haben, nochmals meinen herzlichsten Dank.
Kann das Alles noch gar nicht richtig fassen und verarbeiten.
Deo gratias!


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 Smaragdos 12. Februar 2020 
 

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Dass die Weihe von viri probati im neuen Schreiben kein Thema ist, ist zunächst einmal eine gute Nachricht. Doch trauen kann ich PF trotzdem nicht. Weshalb hätte er sonst den amerikanischen Bischöfen am Montag gesagt, dass die Diskussion darüber weitergehen solle? Haben ihn die theologischen Argumente von Benedikt denn nicht überzeugt? Wenn er wirklich vom Wert des Priesterzölibats überzeugt wäre, würde er ganz klar sagen: diese Diskussion ist in meinem Pontifikat ab- bzw. ausgeschlossen. Hat er aber nicht. Deswegen riecht das für ich eher nach "aufeschoben ist nicht aufgehoben".


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 Selene 12. Februar 2020 
 

Maria 2.0 hat sich damit auch erledigt

die Aktivistinnen können ihre Reformforderungen an den "Synodalen Weg" jetzt eigentlich einstellen nachdem klar ist, dass es dafür von Seiten des Papstes keinen Spielraum geben wird.

Maria 1.0 ist eindeutig auf dem besseren Weg und wird jetzt hoffentlich mehr Gehör finden.


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 lesa 12. Februar 2020 

Dem Himmel sei Dank!

Dankbar, befreit, wie erlöst. Eine große Gefahr ist abgewendet. Dem Himmel sei Dank, auch dem Heiligen Vater und allen, die gekämpft haben in Gebet, Wort und allem möglichen Einsatz! Eine große Gefahr ist abgewendet.
Wie das motiviert zum Weiterbeten!


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 Selene 12. Februar 2020 
 

Gott sei Dank

das wird auch Auswirkungen auf den "Synodalen Weg" in Deutschland haben.


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 Herbstlicht 12. Februar 2020 
 

Was werden sie tun - akzeptieren oder austreten?

Das von mir Befürchtete ist zumindest jetzt nicht eingetroffen und darüber bin ich froh.
Ich hoffe sehr, dass das Wort von Franziskus gilt, auch für die Zukunft.

Hätte der Papst anders entschieden, so wären wir -als konservativ eingestufte- Gläubige von den Modernisten ganz sicher aufgefordert worden, dem Papst zu folgen.

Gleiches gilt nun aber auch umgekehrt! Auch die Modernisten, Zölibatsgegner und Maria 2.0-Frauen mögen jetzt Franziskus folgen.
Oder werden sie aus der Kirche austreten?


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 NicoA 12. Februar 2020 
 

Fleisch und Blut sind vergänglich

Das ist gerade nicht die Kirche.
Der Geist ist es, der lebendig macht - so spricht Jesus Christus, der Herr.
Und Fleisch und Blut sind auch nicht "vielfältig", sondern ziemlich genau immer das gleiche. Vielfalt, dieser Nebelkerzenbegriff der neuen Einheitstoleranz, ist ohnehin nur eine weitere Spielart darwinistischer Ideologie; nach der Auslese und den schlimmen Folgen internationalen Sozialdarwinismus' lassen sich die schlimmen Folgen dieser neuen Spielart leider bereits erahnen. Der Mensch lernt es nie, wenn er nicht auf Gott vertraut, Seine Weisheit annimmt, Sein Wort und Recht, Seine Ordnung dankbar annimmt.
Die neue verweltlichte, die fundamentalistisch materialistische "Kirche danach", sie geht furchtbar irre. Sie schadet den Seelen - so Gott sich nicht erbarmt - ewiglich und selbst die Leiber erstöhnen unter mannigfaltiger Tortur dieser zunehmend apodiktisch und unduldsam auftretenden Tyrannei.
Ihr Engel und Heiligen, bittet für uns! Maria, bitte für uns! Herr, erbarme Dich!


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 Bernhard Joseph 12. Februar 2020 
 

Lieber @wedlerg!

Die Modernisten in der DBK werden jetzt wohl von den Maria 2.0 Aktivistinnen zerlegt, die kennen da kein Pardon!

Kardinal Marx schleicht sich ja schon aus den ideologischen DBK-Schützengräben, denn da wird es jetzt richtig ungemütlich.

Was sagt nun Bode und Bätzing bloß den von ihnen hofierten Maria 2.0 Aktivistinnen und wie will man den Fankreis um Hubert Wolf jetzt trösten, glaubte man doch mit der Amazonas Synode alles im "Sack" zu haben und dann "grätscht" einem doch glatt dieser unerschrockene, glaubenfeste Kardinal Sarah mit seinem Zölibatsbuch dazuzwischen, auch noch mit einem fundierten theologischen Beitrag zum Zölibat von Papst BXVI!

Ich zitiere nochmal Hubert Wolf:
"...weil ich vor zwei Jahren von Bischöfen und Laien aus Brasilien gebeten worden bin, ihnen historisch nachzuweisen, dass man den Zölibat abschaffen könnte,..."

"Mein WUNSCHERGEBNIS wäre erst, dass die Amazonas-Synode die Möglichkeit verheirateter Priester für die Kirche in Amazonien aufmacht."


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 petrafel 12. Februar 2020 
 

Dem Himmel sei Dank!

Das ist eine eindeutige Ansage.
Ich hoffe, diese Ausführungen werden auch in Deutschland gründlich gelesen - und dann auch angenommen!

Im übrigen fällt es schwer, zwischen dem Text von heute und der gestrigen Rückzugsankündigung von Kardinal Marx keinen Zusammenhang zu sehen.


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 Kirchental 12. Februar 2020 

Bin äußerst spektisch

1. Die Äußerungen zur Inkulturation sind bewusst sehr zweideutig gehalten!
ZB
"Wir sollten nicht vorschnell einige religiöse Ausdrucksformen, die sich spontan aus dem Leben der Völker ergeben, als Aberglaube oder Heidentum bezeichnen."
Für mich richtet sich das eindeutig an alle, die Probleme mit der Pachamama in Rom hatten - und öffnet damit Tür und Tor für heidnische Verehrung im katholischen Gewand.

2. Zölibat und viri probati
Franziskus verweist mehrere Male sehr deutlich auf das Schlussdokument der Synode. Gerade weil er sich hier überhaupt nicht zu den og Problemen äußert, wäre entscheidend, was GENAU i diesem Papier zu den viri probati steht. Eigentlich erteilt der Papst nur der Sakramenten Erteilung durch ungeweihte eine klare Absage.

Wie sagte er doch einmal : Geht ihr voran, mehr wage ich nicht zu sagen.


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 buscar 12. Februar 2020 
 

„101. Jesus Christus zeigt sich

als der Bräutigam der Eucharistie feiernden Gemeinschaft in der Gestalt eines Mannes, der ihr vorsteht als Zeichen des einen Priesters.“
Da müsste doch jetzt bei BiBo der Wecker schellen!


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 wedlerg 12. Februar 2020 
 

@Bernhard Joseph: Marx sei Dank, ja!

Ich habe auch den Eindruck, dass Marx und Co, REPAM und die Brasilianer den Bogen überspannt haben und so das Gegenteil dessen bewirkt haben, was sie wollten.

Es ist ein bisserl wie bei Paul VI. nach humanae vitae - die Modernisten werden Franziskus jetzt möglicherweise fallen lassen, weil er die Lehre verteidigt hat, die ihnen im Weg ist.

Das Chaos wird so zumindest momentan nicht mehr.


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 Bernhard Joseph 12. Februar 2020 
 

@HildegardW.

Nun, unser geliebter Papst Benedikt XVI und Kardinal Sarah, nicht zu vergessen Kardinal Müller als ehemaliger Präfekt der Glaubenskongregation, haben wohl mit Gottes Hilfe noch verhindert, was in Brasilien von seiten bestimmter Bischöfe schon Mitte 2019 ausgeheckt wurde, wie der ZdK Frontmann Hubert Wolf dummer weise in vorauseilender Vorfreude ausplauderte.

Vielleicht sah letztlich doch auch die Glaubenskongregation sich genötigt, hier doch auch noch ein Wort mitzusprechen und den Forderungen der synodalen Amokläufern eine klare Absage zu erteilen.

Man muss den Mannen um Kardinal Marx für ihren synodalen Amoklauf also fast dankbar sein, denn spätestens da hat wohl auch Papst Franziskus erkannt, wo die Reise hinführt, wenn diese Ideologie die Oberhand in der Kirche bekommt.

Ich freue mich daher ehrlich, dass meine Befürchtungen nicht eingetroffen sind und sehe den vielfachen Einsatz gegen den Versuch, den Zölibat auszuhebeln, als nicht vergeblich an!

Danken wir Gott!


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 siebenschlaefer 12. Februar 2020 
 

Fangen wir mal mit dem Positiven und Entscheidenden an

Die "Neue Deutsche Kirche" wird toben vor Wut, dass keine ihrer Forderungen erfüllt werden. Stattdessen müssen die Maria 2.0 Damen lesen: "Die Frauen leisten ihren Beitrag zur Kirche auf ihre eigene Weise und indem sie die Kraft und Zärtlichkeit der Mutter Maria weitergeben." Ich höre sie schon schreien und zetern, das sei ein Rückschritt in die Steinzeit. Aber es ist eben nur die Wahrheit.

Punkt 2: Das Lieblingskind der Befreiungstheologie ist die sog. "Inkulturation" und insofern ein alter Zopf. Bemerkenswert, wie in diesem Zusammenhang dem Pachamama-Skandal etwas Positives abgetrotzt werden soll. Skurril ist auch die Umwidmung von Thomas v. A.s berühmtem Diktum "Die Gnade setzt die Natur voraus" in "...Kultur voraus".

Alles in allem frage ich mich, wie gestern @Bernhard Joseph andeutete, ob wir in dem Ausbleiben der schlimmen und auf der Folie der Synode zurecht befürchteten Monströsitäten nicht ganz klar ein Eingreifen Gottes erkennen müssen unter Indienstnahme Papst Benedikts?!


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 chriseeb74 12. Februar 2020 
 

Es zeigt sich einmal mehr das Sprichwort...

"Der Mensch denkt und Gott lenkt"...es ist eben die Kirche Jesu Christi und der HERR hat entschieden! Wie Er dies bewerkstelligt hat, bleibt Sein Geheimnis.
Es zeigt aber auch, wie wenig Vertrauen ich in Seine Führung und Fügung hatte.
Vermutlich gilt dies aber nicht nur für mich.
Wir alle sollten dies in der kommenden Fastenzeit entsprechend berücksichtigen!


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 wedlerg 12. Februar 2020 
 

Zum Schreiben an sich

Ich bin ansonsten ambivalent bzgl des weiteren Inhalt des Schreibens.

Entsetzt, weil ich den Eindruck habe, dass PF hier so viele Klischees aufwärmt, die besser in der Mottenkiste geblieben wären. So einfach ist die Welt heute im Amazonasgebiet nicht, dass Holzhändler und Großkonzerne am Elend der Region Schuld wären und die Kultur der Indigenen ein Allheilmittel gegen die Realität sein müsse.

Auf der anderen Seite würdige ich, dass die klare katholische Lehre des Auferstandenen hier als einzig echte Lösung hochgehalten wird.

Aber ich vermisse klare Worte gegen die Vergötzung von Klischees (ich glaube ohne die Pachamama-Peinlichkeiten im Vatikan wäre vieles noch drastischer ausgefallen) und heidnischen Gottheiten, viele davon gar nicht tradiert, sondern von NGOs wiederbelebt.

Fazit: Der Papst ist katholisch, lebt m.E. aber nicht auf der Welt, sondern hat Vorstellungen, die vermutlich 90% der Amazonier nicht begreifen. Seine Sorge um die Armen nehme ich ihm ab!


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 wedlerg 12. Februar 2020 
 

Zum Priestertum

Zum Priestertum will ich folgende Passage hervorheben:

"Die Antwort liegt im heiligen Sakrament der Weihe begründet, das ihn Christus, dem Priester, gleichgestaltet. Und die erste Schlussfolgerung ist, dass dieser ausschließliche Charakter, der in den heiligen Weihen empfangen wird, ihn allein befähigt, der Eucharistie vorzustehen[125]. Das ist sein spezifischer, vorrangiger und nicht delegierbarer Auftrag."

Hier schient mir klar erkennbar, dass der Papst die Aufweichung des Weiheamtes - wie in D vielfach gefordert, nicht aufs Spiel setzen will.

Das soll durchaus positiv gewürdigt werden.

ich habe den Eindruck, dass PF erkannt hat, dass die Bestrebungen nach Frauenpriestertum und Weihe von viri probati das Ende des Weihesakraments bedeuten würden.

Insofern hat der synodale Weg in D vielleicht genau das Gegenteil von dem bewirkt, was REPAM und die dt. Kirche haben wollten.


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 Veritatis Splendor 12. Februar 2020 

Entschärft - Vergelt´s Gott, Kardinal Sarah!!


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 Gandalf 12. Februar 2020 

Tja... manche wollten die gestrige Meldung von kath.net ja nicht glauben ;-)

Viel Spaß beim Lesen, eure Meinung zum Schreiben bitte bei TEIL 1 posten. DANKE


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