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Das Kreuz ist die Brücke zu Gott

10. April 2020 in Deutschland, 1 Lesermeinung
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Karfreitagsliturgie im Regensburger Dom mit Bischof Voderholzer: "Gott leidet in Christus mit den Menschen"


Regensburg (kath.net)
Den Kern der Karfreitagsliturgie bildete der Wortgottesdienst mit den beiden Lesungen (Jes 52,13-53,12 sowie Hebr 4,14-16; 5,7-9) und der Leidensgeschichte aus dem Johannesevangelium. Die Johannespassion wurde von Domkapellmeister Christian Heiß, gemeinsam mit den Chorleitern der Regensburger Domspatzen Max Rädlinger und Kathrin Giehl vorgetragen.

Zu Beginn der Liturgiefeier begrüßte Bischof Rudolf alle Gläubigen, die über den Livestream im Internet, oder am Fernseher an der Karfreitagsliturgie teilnahmen.
Das Kreuz ist Ausdruck des Segens und des Vertrauens auf Christus
In seiner Predigt ging Bischof Voderholzer auf die Bedeutung des Kreuzes für alle Menschen ein. Er rief die Gläubigen dazu auf, mit besonderer Aufmerksamkeit auf ein Kreuz zu blicken, dass die Gläubigen bei sich zuhause aufgehängt haben. „Das Kreuz macht uns immer wieder den ganzen Ernst des menschlichen Lebens, seiner Todverfallenheit, die Not menschlicher Verlorenheit, aber auch die Abgründigkeit menschlicher Schuld und menschlicher Bosheit bewusst“, so Bischof Rudolf. Es gibt zahlreiche Darstellungen von Jesus Christus am Kreuz. Unter anderem gibt es die sogenannten Pestkreuze: „Dieses Kreuz hat seinen Namen davon her, dass es während der Zeiten der Pest zum Segen durch die Straßen getragen wurde“. Der Leib von Jesus Christus wird auf solchen Kreuzen auch übersät mit Wunden dargestellt.

Diese Bilder sollen vor allem eine klare Botschaft vermitteln, wie es in der ersten Lesung aus dem Buch des Propheten Jesaja vorgetragen wurde: „Er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich genommen. […] Durch seine Wunden sind wir geheilt“ (Jes 53,4 f.).

Gott leidet in Christus mit den Menschen

Für Bischof Rudolf Voderholzer ist die Darstellung des Gekreuzigten auf dem Isenheimer Altar ein ausdruckstarkes Trostbild. Um das Jahr 1515 geschaffen von Meister Matthias Grünewald, ist es heute zu sehen im Museum Unterlinden im elsässischen Colmar. Das Bild ist Bestandteil eines Flügelaltars, zu dem auch ein Weihnachtsbild und ein Auferstehungsbild gehören und der je nach Kirchenjahreszeit eine eigene Ansicht zeigt, so Bischof Rudolf. Dieser Altar wurde extra für das Krankenhaus des Antoniterordens in Isenheim gefertigt. Die Gemeinschaft geht auf den heiligen Antonius zurück und war ein Krankenpflegeorden.

„Das Besondere und schließlich auch Tröstliche des Kreuzigungsbildes auf dem Isenheimer Altar ist, dass Jesus der Gekreuzigte mit den Symptomen des Antoniusbrandes dargestellt ist, jener Krankheit also, unter der die Patienten litten, die von den Antonitern dort gepflegt wurden. Dieser Getreidepilz führt im menschlichen Körper zu einer Vergiftung.“, erklärte der Regensburger Bischof. Bei diesem Bild suchten die Antoniter Halt und Trost in der Erkenntnis: Jesus ist einer von uns! Er teilt sein Leid und seine Schmerzen mit den Menschen!

Kreuz ist die Brücke zu Gott

Mit Blick auf die aktuelle Corona-Pandemie teilte Bischof Rudolf Voderholzer einige Gedanken mit den Gläubigen. Für ihn ganz klar, dass Gott kein strafender Gott, sondern ein liebender und vor allem mit-leidender Gott ist. Ebenfalls sollten die Menschen ihre Herzen öffnen und sich mit den Noteidenden solidarisieren. Um Not und Einsamkeit zu lindern. Ebenso stellte er klar: „Der Glaube an den Gekreuzigten steht nicht im Widerspruch zur medizinischen Forschung“.

Die Lektion dieser Tage sei eindeutig betonte Bischof Voderholzer: „Menschliches Leben ist zerbrechlich und zutiefst gefährdet.“ Für den Regensburger Oberhirten bedeutet die Liturgie am Karfreitag: „In Jesus Christus ist uns Gott selbst zu Hilfe gekommen. Er hat den Tod nicht von außen, sondern von innen her besiegt, indem er ihn durchlitten und für uns alle auf sich genommen hat. Unsere Bäume wachsen nicht in den Himmel, aber vom Himmel her ist uns das Holz des Kreuzes geschenkt, Leiter und Brücke zu Gott“.



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