Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. "NEIN" - Papst Franziskus klar gegen Priesterinnen und Diakoninnen!
  2. Kirche ist die ,allerletzte Instanz, die Menschen wegstoßen sollte‘
  3. „Je veux voir Dieu – Ich möchte Gott sehen“
  4. Wirbel um Papst-Äußerung zu Homosexuellen
  5. Vertuschung im Mammut-Stil
  6. Alles Synode!
  7. Präfekt Fernández versichert Koptenpapst Tawadros: Ehe nur zwischen Mann und Frau
  8. 'Synodale Kirche ODER wie man Katholiken (nicht nur in Österreich) für dumm verkauft
  9. Weihbischof Dominicus Meier wird neuer Bischof von Osnabrück
  10. Britisches Bistum Nottingham verbietet katholischen Schulen Teilnahme am Pride-Monat
  11. Die Angst des Teufels vor Maria
  12. Israelischer UNO-Botschafter: "Was kommt als nächstes? Eine Schweigeminute an Hitlers Todestag?"
  13. CDU-Politiker Bosbach ist gespannt, wie sich Kirchen bei § 218-Debatte positionieren
  14. Kardinal Koch: die arianische Irrlehre gehöre „nicht einfach der Vergangenheit“ an
  15. Erster Welttag der Kinder: Der Heilige Geist begleitet uns im Leben

„Händchen halten“ war gestern

5. Mai 2020 in Kommentar, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Betrachtung über die Liebe in Zeiten von Corona – „Mich beschäftigt eine Frage: Werden wir in nächster Zeit die heilige Messe würdig feiern können?“ Gastbeitrag von Thorsten Paprotny


Hannover (kath.net) Viele von Ihnen werden das Gedicht von Heinrich Heine kennen: Ein Junge liebt ein Mädchen … und viele von Ihnen werden wissen, dass diese Liebesgeschichte nicht gut ausgeht. In Zeiten des Kontaktverbotes habe ich – ganz katholisch – oft daran gedacht. In Zeiten wie diesen können noch mehr solcher Geschichten aus ganz anderen Gründen einfach nicht gut ausgehen. Wie mag es Verliebten gehen? Sie können eigentlich noch immer fragen: „Willst du mir gehen?“ – „Ja, aber nur auf Abstand – 1,50 m mindestens.“ Liebe bedarf der Nähe, des Vertrauens, der Gemeinschaft. Aber „Händchen halten“ war gestern, „Abstand halten“ ist unsere Gegenwart. Küssen ist verboten – und übrigens von der katholischen Moraltheologie her nie untersagt gewesen. Wer heute über die Strenge der kirchlichen Morallehre klagt, der lese die Schutzverordnungen überall auf der Welt. Sind alle Maßnahmen vernünftig? Ich weiß es nicht. Lächeln in Zeiten von Corona? Es ist nicht verboten, aber hinter dem Mund-Nase-Schutz fällt das schwer.

Verliebte haben es nicht leicht in Zeiten wie diesen. Auch Menschen, die noch gar nicht wissen, ob sie einander von Herzen zugetan sind, werden es schwer haben – einander zu begegnen. Distanz halten ist die neue Nähe – noch immer. Wie viele Verliebte halten das aus? Wie viele haben im März darüber nachgedacht, ob sie eine Frage stellen wie: „Magst du mit mir meinen Kaffee trinken?“ Aber dann kam Corona – und mit Corona wollte niemand mehr einen Kaffee trinken. Niemand konnte mehr sich einfach mal so treffen. Verliebte müssen warten. Wir begegnen uns dann auf Abstand. Unbefangene Begegnungen? Selbst freundschaftliche Umarmungen? Es ist alles nicht mehr vorstellbar. Oder: Es ist nur noch vorstellbar, aber es ist nahezu ausgeschlossen.


Wir leben in sehr besonderen Zeiten. Der Schutz des Lebens ist kostbar, wichtig, unersetzlich – und niemand bestreitet das. Aber: Vielleicht haben Sie in den letzten Tagen auch die Infektionsschutzbestimmungen der Bistümer gelesen. Ein Beispiel aus den Schutzvorgaben des Bistums Erfurt vom 23.4.2020: „Vor und nach den Gottesdiensten sind Kirchenbänke, Sitzgelegenheiten, Türgriffe und weitere Kontaktflächen zu desinfizieren.“ Vergessen wir eines dabei nicht: Wir alle besuchen die Kirche bekleidet. Und tun das auch weiterhin. Warum müssen Kirchenbänke dann desinfiziert werden? Werden Sitze im Bus desinfiziert, wenn eine Person aussteigt und die nächste sich auf den Platz setzt? Welches reale Infektionsrisiko besteht? Können wir das verstehen? Müssen wir das verstehen? Ich habe viele dieser Schutzkonzepte studiert, manche überflogen. Mich beschäftigt eine Frage: Werden wir in nächster Zeit die heilige Messe würdig feiern können? Ich habe darauf keine Antwort.

Zurück zur Liebe: Wir haben der Liebe geglaubt, darum sind und bleiben wir römisch-katholische Christen. Die Liebe hat auch ein weltliches Gesicht. Wir glauben daran, dass immer wieder ein Junge sich in ein Mädchen verlieben wird – und umgekehrt. Nicht alle dieser Geschichten gehen gut aus, das wissen wir auch. Raten wir Liebenden: Haltet Abstand? Trefft euch nicht? Beendet am besten den Kontakt? Es gibt bestimmte Abstandsgebote, die gut katholisch und genauso richtig sind – wer mehr darüber wissen will, lese den Katechismus. Ich denke an die Verliebten, die sich zurzeit nicht sehen können. Ich denke an jene, die darüber nachdenken, ob sie verliebt sein könnten – und einfach einen Kaffee miteinander trinken müssten. Und einen zweiten Kaffee vielleicht auch. Ich denke an jene, die nicht heiraten können, weil Sakramente ausgesetzt sind. Ich denke an die Kranken und Einsamen, die von niemandem besucht werden dürfen. Ich denke an die vielen Menschen in Krankenhäusern und Altenheimen, die allein gelassen sind, die nicht einmal von ihren Angehörigen besucht werden können. Ich denke – ganz konkret – an meine liebe Tante, die ich 2018 bei ihrem Abschied von der Welt begleitet habe, und ich denke daran, wie wir beide uns fühlen würden, wenn uns das nicht möglich gewesen wäre.

Und ich ahne, was in den vielen Menschen vor sich geht, die zurzeit ihre Eltern und Großeltern, ihre Familie, ihre Freunde nicht besuchen dürfen. Die soziale Isolation kann auch lebensgefährlich sein. Wir sind verbunden im Gebet, ja. Das ist unersetzlich. Aber wir alle brauchen auch die Nähe. Das ist sehr, sehr wichtig.

Der Herr ist uns nahe, ja, auch wenn wir nicht leibhaftig, sondern geistlich kommunizieren. Niemand bestreitet das. Aber … Wir sind einfach hungrig nach dem „Brot des Lebens“. Und ich hoffe von Herzen, dass alle Liebenden, die einander jetzt nicht begegnen dürfen, einander zugetan bleiben.

Dr. Thorsten Paprotny lehrte von 1998-2010 am Philosophischen Seminar und von 2010 bis 2017 am Institut für Theologie und Religionswissenschaft der Leibniz Universität Hannover. Er publizierte 2018 den Band „Theologisch denken mit Benedikt XVI.“ im Verlag Traugott Bautz und arbeitet an einer Studie zum Verhältnis von Systematischer Theologie und Exegese im Werk von Joseph Ratzinger / Benedikt XVI.

kath.net-Buchtipp
Theologisch denken mit Benedikt XVI.
Von Thorsten Paprotny
Taschenbuch, 112 Seiten
2018 Bautz
ISBN 978-3-95948-336-0
Preis 15.50 EUR

Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:

Link zum kathShop

Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus, Linz:
Für Bestellungen aus Österreich und Deutschland: [email protected]

Buchhandlung Provini Berther GmbH, Chur:
Für Bestellungen aus der Schweiz/Liechtenstein: [email protected]

Alle Bücher und Medien können direkt bei KATH.NET in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus (Auslieferung Österreich und Deutschland) und der Provini Buchhandlung (Auslieferung Schweiz und Lichtenstein) bestellt werden. Es werden die anteiligen Portokosten dazugerechnet. Die Bestellungen werden in den jeweiligen Ländern (A, D, CH) aufgegeben, dadurch entstehen nur Inlandsportokosten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Chris2 8. Mai 2020 
 

Da bekommt der Titel von Klonovskys Jahresband

für 2015, "Die Liebe in Zeiten der Lückenpresse", gleich eine ganz neue Bedeutung. Immerhin erleben wir gerade das nächste "historisch einzigartige Experiment". Natürlich wieder "alternativlos". Immerhin gilt auch dieses Mal die Aussage Mounks: "Das kann klappen". Aber was, wenn nicht? Was, wenn die Wirtschaft irreparabel geschädigt wurde und es auch ohne Lockdown (einfach nur mit - natürlich ausreichend vorrätigen - Mundschutz, wie er in Asien schon lange erfolgreich getragen wird und freiwilligem Abstandhalten) nicht viel schlimmer gekommen wäre?


0
 
 Einsiedlerin 5. Mai 2020 
 

Verliebte

Also meine seit knapp zwei Jahren verliebte erwachsene Tochter (nicht katholisch) schert sich sicher nicht um Abstand und so blabla, wenn es um ihren Freund geht.
Meinen Beobachtungen in der Nachbarschaft zufolge, halten sich Verliebte an solche Verbote gewiss nicht.


4
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Krankheit

  1. Franziskus betet für verunglückten Rennfahrer Zanardi
  2. Neben welchen Heiligen möchten SIE am liebsten sitzen?
  3. Bistum Eichstätt gibt Lockerungen angesichts Corona bekannt
  4. „Vom Staat erlaubt – von der Kirche verboten“
  5. Kirchliche Gästehäuser in Italien bleiben zur Hälfte geschlossen
  6. Kirche und Corona: "Vorherrschend war Eindruck des Bravseins"
  7. Kretschmann: Gottesdienste unter Vorsichtsmaßnahmen wieder öffnen
  8. 100-jährige Ordensfrau besiegt schwere #Corona-Erkrankung
  9. Werden wegen des #Corona-Lockdowns andere Krankheiten verschleppt?
  10. Berlin erlaubt ab 4. Mai Gottesdienste mit bis zu 50 Personen






Top-15

meist-gelesen

  1. "NEIN" - Papst Franziskus klar gegen Priesterinnen und Diakoninnen!
  2. „Je veux voir Dieu – Ich möchte Gott sehen“
  3. Das Wunder, das Carlo Acutis zum Heiligen macht
  4. Jana for Rosenkranz - Freikirchliche Influencerin wirbt für Rosenkranz-Challenge
  5. Raymond Arroyo: Gästehaus Santa Marta viel komfortabler als der ‚zugige’ päpstliche Palast
  6. 'Synodale Kirche ODER wie man Katholiken (nicht nur in Österreich) für dumm verkauft
  7. Wirbel um Papst-Äußerung zu Homosexuellen
  8. Alles Synode!
  9. Vertuschung im Mammut-Stil
  10. Kirche ist die ,allerletzte Instanz, die Menschen wegstoßen sollte‘
  11. Santo subito - Heiligsprechung von "Cyber-Apostel" Carlo Acutis
  12. Niger: Christen fliehen nach Einführung der Scharia
  13. Kardinal Koch: die arianische Irrlehre gehöre „nicht einfach der Vergangenheit“ an
  14. Weihbischof Dominicus Meier wird neuer Bischof von Osnabrück
  15. Präfekt Fernández versichert Koptenpapst Tawadros: Ehe nur zwischen Mann und Frau

© 2024 kath.net | Impressum | Datenschutz