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Was passiert, wenn ein Kurienkardinal im Obdachlosenasyl um Nachtquartier bittet?

15. September 2020 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
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Die Krakauer Albertiner fielen offenbar aus allen Wolken, als sie die Frage des Päpstlichen Almosenmeisters hörten. Von Petra Lorleberg


Krakau (kath.net/pl) Kardinal Konrad Krajewski war zur Beerdigung von Kardinal Marian Jaworski aus dem Vatikan gekommen und wollte nicht im Hotel übernachten, sondern klopfte an der Tür eines kirchlichen Obdachlosenasyls an. Die Ordensmänner des Krakauer Albertinerordens wollten der Bitte des Päpstlichen Almosenmeisters nach einem Nachtquartier anfangs nicht zustimmen. Das berichten polnische Medien. Die Albertiner argumentierten offenbar, dass ihre einfachen Unterkünfte für die Unterbringung eines Kurienkardinals nicht ausreichend seien, jedenfalls habe noch nie ein Kardinal in ihrem Obdachlosenasyl geschlafen. Krajewskis Antwort wird in den Medien zitiert, er fragte nach, wo denn ihr Ordensgründer geschlafen habe, und ob er dies nicht nachahmen dürfe. Tatsächlich übernachtete der Kurienkardinal dann im Obdachlosenheim.


 

Pater Tadeusz Isakowicz-Zaleski setzte ein Foto des Abendessens mit dem Kurienkardinals auf Facebook. Man sieht den Kardinal bei einem einfachen Abendessen im Gespräch mit Bruder Pius. Über die Gesprächsthemen ist nichts bekannt, aber die Situation polnischer Obdachloser sowie der Menschen am Rand des Existenzminimums sowie die alltäglichen Schwierigkeiten beim Betreiben eines Obdachlosenasyls dürften vermutlich zur Sprache gekommen sein. Der bemerkenswerte Vorgang ist in Polen nicht zuletzt über die Sozialen Medien wahrgenommen worden.

 

Die Albertiner waren von Adam Chmielowski (1845-1916) gegründet worden, der selbst aus einer polnischen Adelsfamilie stammte und zunächst eine Karriere als Künstler verfolgte. Allerdings war er betroffen von der Armut der Arbeitslosen und half bald in Obdachlosenasylen mit. 1887 beschloss Chmielowski, seine Karriere aufzugeben und unter den Armen und Bedürftigen zu leben, er akzeptierte für sich das Leben und den Lebensstil eines Bettlers. Er wurde Mitglied des Dritten Ordens von St. Franziskus, empfing das traditionelle graue Ordenshabit und nahm den Namen "Bruder Albert" an. Er begann in den Obdachlosenheimen zu leben, in denen er bisher schon mitgeholfen hatte, und widmete sich völlig den Armen um ihn herum. Der Orden, der aus je einem Zweig für Ordensmänner und Ordensfrauen besteht, widmet sich der Versorgung von Armen in ihrer leiblichen und geistlichen Not.

 

Foto (c) Pater Tadeusz Isakowicz-Zaleski/Facebook

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Lesermeinungen

 winthir 15. September 2020 

"Kann sich jemand Kardinal Marx im kirchlichen Asyl vorstellen?"

fragte M.Schn-Fl.

nun - ich schon (ich kann aber nur über mich selbst sprechen). Wenn er an meiner Tür anklopfte ...

Als erstes würde ich ihn hereinbitten (gemäß RB 53,1), dann würde ich ihm was zu trinken anbieten (Wasser haben wir, auch aus der Leitung),

und dann würde ich ihn begrüßen mit dem Satz, der mir seit meiner China-Reise stets bewußt ist; "Haben Sie heute schon satt gegessen?"

und dann würde ich das Tischgebet sprechen, und danach wünschen: "Gesegnete Mahlzeit".

winthir.


0
 
 Walahfrid Strabo 15. September 2020 

Vielleicht ging es den Brüdern im ersten Moment ja auch nur so wie Petrus, der sich anfangs auch nicht die Füße waschen lassen wollte.


5
 
 doda 15. September 2020 

Vielsagend

"Krajewskis Antwort wird in den Medien zitiert, er fragte nach, wo denn ihr Ordensgründer geschlafen habe, und ob er dies nicht nachahmen dürfe." Schließlich man wurde ihm getattet, das Gründungscharisma ernstzunehmen.


4
 
 M.Schn-Fl 15. September 2020 
 

Kann sich jemand Kardinal Marx im kirchlichen Asyl vorstellen?

Oder sonst einen unserer "Fürsten"? Glückliche polnische Kirche! So lebten die Apostel.


7
 

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