Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Leere Hörsäle: Dramatischer Einbruch bei katholischen Theologie-Studenten
  2. Piusbrüder und Vatikan suchen Weg zur Einheit
  3. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  4. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  5. THESE: Korrekturen vom 2. Vatikanum sind unerlässlich
  6. Deutsches Formular für Geburtenanzeige: Welches Geschlecht hat die Mutter?
  7. Kinderschutz oder Staatskontrolle? Das Dilemma der Social-Media-Verbote
  8. Traditionsbruch: New Yorks Bürgermeister Mamdani nicht bei Installation von Erzbischof Hicks
  9. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  10. 'Selig sind, die Schwangerschaften beenden' - US-Pastorin sorgt für Eklat
  11. Erzbistum Paderborn: Hunderte Protest-E-Mails gegen ‚Harry Potter Gottesdienst‘
  12. Wann sind wir zu Gottes Chefs geworden?
  13. 10 Jahre Haft für eine biologische Wahrheit in Brasilien!
  14. Vatikan-Segen fürs Börsen-Depot - Warum Sie Meta, Amazon, Tesla oder Apple kaufen dürfen
  15. Warum Hausfrauen leicht heilig werden können

Die langen Gesichter der deutschen Medienkollegen und der Politiker

4. November 2020 in Kommentar, 30 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Auch wenn sie manchem noch so exotisch erschienen. Trump hat Wort gehalten! Die Wahlverlierer stehen bereits fest: die Medien und die sogenannten Meinungsforschungsinstitute - Ein Kommentar von Peter Hahne zu den US-Wahlen


Berlin (kath.net)

Auf die Frage eines Radioreporters, über was ich mich in der Wahlnacht am meisten gefreut habe (mit dem Unterton: doch hoffentlich über gar nichts), kam als spontane Antwort: „Über die langen Gesichter der deutschen Medienkollegen und der Politiker.“ Blankes Entsetzen! Wie können es die Amerikaner nur wagen, den eindeutigen Umfragen, den trendigen Meinungen oder den klugen Ratschlägen aus Deutschland zu widersprechen?! Und damit steht der Wahlverlierer bereits jetzt schon fest: die Medien und die sogenannten Meinungsforschungsinstitute. Nach vier Jahren nichts dazugelernt! Wieder völlig am Volk und der Stimmung im Lande vorbei. Teilweise bis zu 15 Prozentpunkte! Eine beispiellose Blamage.

Nicht Hollywood oder die Wall Street bestimmen (allein) den Präsidenten, zwischen Atlantik und Pazifik gibt es auch noch etwas anderes: hart arbeitende, christlich orientierte, konservativ denkende und ganz normale Menschen. Leute, die Klartext a la Trump lieben und bis heute die Nase voll haben von der Lyrik eines Obama. Die keinen Ankündigungspräsidenten wie Clinton mehr wollen, sondern einen Macher. Und jemand, der seine Wahlversprechen umsetzt. Auch wenn sie manchem noch so exotisch erschienen. Trump hat Wort gehalten: Klare Kante gegen China, gegen Abtreibung, gegen die Gender-Ideologie. Friedensinitiativen in Nah Ost und Jerusalem als israelische Hauptstadt anerkannt (wo blieb eigentlich die von Merkel und Co plus den Kirchen herbei-beschworene Intifada?!). Keinen Krieg begonnen, stattdessen Soldaten nach Hause geholt. Und Jobs, Jobs, Jobs. Ohne Corona wären die USA heute kurz vor der Vollbeschäftigung. Und Trump hat, sollte er verlieren, auf Jahrzehnte wirksame Spuren hinterlassen. Er führte die Nachbesetzung des Obersten Gerichtes zügig, geräuschlos und entschieden durch. Wie versprochen mit einer konservativen, christlichen Verfechterin des Lebensschutzes. Die neue Zwei-Drittel-Mehrheit von christlich-konservativen Richtern ist auf lange zeit nicht zu brechen. Das haben Katholiken, Evangelikale und auch überraschend viele Schwarze ihm an der Wahlurne gedankt.


Das alles sehen die Amerikaner. Und nicht die Frisur, die Tweets oder die markig-martialischen Sprüche. So habe ich das Land in zwanzig Jahren kennengelernt, jeweils einen Monat lang. Vor exakt auf den Tag genau fünf Jahren habe ich den Wahlsieg Trumps schriftlich vorausgesagt, obwohl er damals noch Gegenkandidaten bei den Republikanern hatte. Genau mit diesen Argumenten. Selbst gute Freunde und nette Kollegen rieten mitfühlend, mich auf meinen Geisteszustand untersuchen zu lassen. Denn jeder, der gerne Cola trinkt oder Hamburger verspeist, wähnt sich ja als Amerika-Experte. Null Ahnung von der Realität im Mittleren Westen, der jetzt die Wahl entscheiden könnte. 

Der durchschnittliche Amerikaner jenseits von Sunset Boulevard und Fifth Avenue will stolz sein auf sein Land, hasst den Kommunismus und jegliche Einschränkung von Freiheit — und sei es das Kommando einer imaginären Sprachpolizei oder einer falschen Einwanderungsideologie. „In God we trust“ — dieses uralte Wort selbst auf den neuen Dollarscheinen ist für Amerikaner kein Lippenbekenntnis. All diese Gefühle, Sehnsüchte, Prinzipien haben Donald Trump und vor allem sein (im säkularisierten Deutschland kaum wahr genommener) Vizepräsident Mike Pence bedient. Deren Spitzensatz in jeder Wahlkampfrede, wovon ich einige vor vier Jahren live erlebte: „Wir wollen nicht so werden wie Deutschland.“

Wobei wir wieder bei den langen Gesichtern wären. Für naive Westeuropäer, die sich willig, gläubig und staatsfromm „vom privaten Lockdown der Frau Merkel“ (FDP-Vizechef Kubicki) dressieren lassen, ist Trump schlicht ein Idiot, ein Clown, ein Irrer.

Lars Klingbeil (Who is Lars?!), der als Generalsekretär die einst stolze Volkspartei SPD dem Abgrund näher bringt, verlautbarte gegen drei Uhr die sensationelle Einschätzung: „Trump hätte in Deutschland keine Chance“. Ganz nebenbei: Das ist ja vielleicht der Grund, warum wir so dastehen wie wir dastehen! Geradezu nationalistisch-engstirnig auf Deutschland fixiert mußte man ja an den sicheren Sieg von Joe Biden glauben. Im Sinne: der Wunsch ist der Vater des Gedankens. Der deutsche Politiker in seiner hermetisch abgeschirmten Parallelwelt, auch der klassische Journalist in seinem Anti-Trump-Wahn, kann sich doch gar nicht vorstellen, dass „so einer“ Präsident werden kann.

Auch  FDP-Chef Christian Lindner, kurz nach fünf am frühem Morgen bei BILD-TV, intonierte diese Belehrungs-Attitüde. Angesprochen auf die breite Trump-Zustimmung jenseits der Küstenstaaten meinte er altklug und blasiert: wir müssten jetzt mehr Goethe-Institute und Generalkonsulate aufs Land bringen, „um den Amerikanerinnen (!) und Amerikanern zu zeigen, was unsere Werte sind.“ Im Klartext: Wir müssen den bekloppten Amis dringend geistig-moralische Entwicklungshilfe in Sachen Demokratie leisten, damit solch ein Typ wie Trump niemals mehr gewählt wird. An Hybris nicht zu überbieten: Ausgerechnet wir wollen diese alte Demokratie  belehren, die uns die unsere doch erst geschenkt und verteidigt hat. Es fehlte jetzt nur noch der Befehl aus Berlin: „Diese Wahl ist unverzeihlich. Sie muß sofort rückgängig gemacht werden!“

Und während das alles so lief, bemühten sich öffentlich-rechtliche, natürlich völlig unparteiische und objektive Moderatoren verzweifelt, irgendeinen Strohhalm für einen möglichen Biden-Sieg zu finden. Schon fast rührend, als gäbe es kein Morgen mehr, sollte Trump tatsächlich gewinnen.

So unklar alles noch ist und so sehr es jetzt auf jede einzelne (Briefwahl-)Stimme ankommt: der deutsche Journalismus plus politisches Establishment haben sich (wie vor vier Jahren) genauso entlarvt wie die amerikanischen Umfrageinstitute. Das Wünsch-Dir-was-Denken, ausgegeben als seriöse Information, ist geplatzt wie eine Seifenblase. Und darin hat Christian Lindner (FDP) recht: Auch in Deutschland müssen wir uns so langsam fragen, ob Politiker, Demoskopen und Medien  wirklich noch nah am Volk sind.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Hahne

  1. "Jeder Politiker müsste seine Kinder in Brennpunktschulen schicken!"
  2. Was für eine Gnade! Der Todestag von Papst Benedikt XVI.
  3. Angst vertreiben — das ist Weihnachten!
  4. Holt Gott zurück in die Politik. Ja, wen denn sonst.
  5. Kölner Logo ohne Dom: Eine schwarze Blaupause
  6. Nicht auf unsere Kosten! Aufstand gegen Lug und Trug der Eliten
  7. Dümmer geht nimmer!







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Voll in die Falle getappt
  4. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  5. Piusbrüder und Vatikan suchen Weg zur Einheit
  6. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  7. Leere Hörsäle: Dramatischer Einbruch bei katholischen Theologie-Studenten
  8. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  9. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  10. 'Selig sind, die Schwangerschaften beenden' - US-Pastorin sorgt für Eklat
  11. THESE: Korrekturen vom 2. Vatikanum sind unerlässlich
  12. Traditionsbruch: New Yorks Bürgermeister Mamdani nicht bei Installation von Erzbischof Hicks
  13. 'Ich bin der Liebe Gottes würdig, einfach weil ich existiere.'
  14. Deutsches Formular für Geburtenanzeige: Welches Geschlecht hat die Mutter?
  15. 10 Jahre Haft für eine biologische Wahrheit in Brasilien!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz