Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nicht Bruch, sondern lebendige Tradition - Wider den Missbrauch der Liturgiereform
  2. Bischof widerruft Erlaubnis, dass die Piusbruderschaft in Lourdes Sakramente spenden dürfen
  3. Kard. Sarah: „Die Abneigung gegen Latein und Gregorianik wird mit der 68er-Generation verschwinden“
  4. Rom sollte in Deutschland endlich Bischöfe einsparen und Bistümer zusammenlegen!
  5. Die Krise des Bischofsamtes
  6. Papst Leo: „Die Welt durchlebt eine besonders unruhige Phase“
  7. Die Hölle, eine verschwiegene Wahrheit
  8. Deutschland: 2024 waren nur noch 43 % der Bestattungen christlich
  9. Caroline Bosbach: „Linkspartei erklärt evangelikale Christen zum Feindbild“
  10. Polnischer Primas in Jasna Góra: „Recht auf Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod“
  11. Ist ein linker Punksänger klüger als Bischof Feige?
  12. Polnische Pfarre verlangt von Autofahrern Gebete als "Parkgebühr"
  13. „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“
  14. R.I.P. Dolly Parton
  15. Erzdiözese Mexiko will angemessenes Begräbnis für abgetriebene und nach der Geburt gestorbene Babys

"McCarrick-Bericht": US-Bischöfe geschockt und verärgert

12. November 2020 in Aktuelles, 13 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Vorsitzender Erzbischof Gomez: In neuem Vatikan-Untersuchungsbericht dargestellte Ereignisse "tragisches Kapitel" im Kampf der Kirche gegen Missbrauch in eigenen Reihen - Report unterstreiche "die Notwendigkeit, Buße zu tun"


Washington (kath.net/KAP) Die US-Bischöfe reagieren geschockt und verärgert auf die Erkenntnisse aus dem neuen Vatikan-Untersuchungsbericht über die Verfehlungen des früheren Kardinals Theodore McCarrick (90). Der Report unterstreiche "die Notwendigkeit, Buße zu tun", erklärte der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz, Erzbischof Jose Gomez, am Dienstag (Ortszeit). Bei den in dem Bericht geschilderten Vorgängen handle es sich um "ein weiteres tragisches Kapitel im langen Kampf der Kirche, den Verbrechen des sexuellen Missbrauchs durch Geistliche entgegenzutreten", so der Erzbischof von Los Angeles unmittelbar nach Veröffentlichung des mehr als 400 Seiten umfassenden Berichts.

In seiner Erklärung entschuldigte sich Gomez namens der Bischöfe bei den Opfern McCarricks. Ihnen gegenüber, aber auch ihren Familien sowie allen Opfern von Missbrauch in der Kirche drückte er seine "tiefe Trauer" aus. Erneut ermutigte der Bischofskonferenz-Vorsitzende auch dazu, Missbrauch den Strafverfolgungsbehörden und den kirchlichen Behörden zu melden.


Der Bericht über McCarricks moralische Verfehlungen sei "beispiellos", so Kardinal Joseph Tobin von Newark, wo McCarrick 15 Jahre lang als Erzbischof arbeitete. Als "schwierig und notwendig" charakterisierte der designierte Washingtoner Kardinal Wilton Gregory den McCarrick-Bericht. Er versprach, "mehr zu sagen", wenn er das Dokument genauer studiert habe - "insbesondere was unsere Erzdiözese Washington betrifft". In einer der politisch wichtigsten US-Diözesen war McCarrick von 2000 bis 2006 Erzbischof.

Der New Yorker Erzbischof Kardinal Timothy Dolan drückte in einer ersten Reaktion "tiefe und aufrichtige Trauer" gegenüber allen aus, die sexuellen Missbrauch erleben mussten. Ausdrücklich dankte er den Opfern, die sich 2018 gemeldet und der Erzdiözese ihre Leiden angezeigt hatten. Dolan nannte die vatikanische Untersuchung einen notwendigen Schritt, um zu verstehen, wie McCarrick in der Kirche so weit nach oben gekommen sei.

Wenige Tage vor Beginn der traditionellen Herbstkonferenz der US-Bischöfe hatte eine Untersuchungskommission am Dienstag nach zweijähriger Arbeit den Vatikan-Bericht über sexuellen Missbrauch und Amtsmissbrauch des einflussreichen Kardinals veröffentlicht, der über Jahrzehnte das Bild der katholischen Kirche in den USA prägte. Der Bericht stützt sich auf Dokumente mehrerer Vatikanbehörden, vier US-Diözesen, zweier US-Seminare und der US-Botschaft des Vatikan. Er wertet Aussagen von 90 Personen aus, darunter auch von Missbrauchsopfern McCarricks.

In dem Dokument geht es um die Frage, wie McCarrick über Jahrzehnte trotz zahlreicher Gerüchte und Hinweise auf sein Fehlverhalten in der Kirchenhierarchie so aufsteigen konnte. Im Ergebnis stellt die Untersuchung fest, dass an verschiedenen Stellen Verantwortliche über Hinweise hinweggesehen hätten und etwa auch der frühere Papst Johannes Paul II. bereits vor zwei Jahrzehnten darum gewusst habe. Den Darstellungen zufolge glaubte Johannes Paul II. jedoch den Unschuldsbeteuerungen McCarricks. Dies auch deshalb, so der Bericht, weil der Papst aus seiner Zeit in Polen Fälle von Verleumdungen gegen Kleriker kannte.

Erst als 2017 die erste konkrete Beschuldigung wegen Missbrauchs eines Minderjährigen in den 1970er Jahren in New York auftauchte, leitete der Vatikan ein Verfahren ein. An dessen Ende standen die Entlassung McCarricks aus dem Kardinalsstand im Juli 2018. Ein halbes Jahr später entließ Papst Franziskus den Ex-Kardinal auch aus dem Klerikerstand.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich

Alle Rechte vorbehalten

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Bischof widerruft Erlaubnis, dass die Piusbruderschaft in Lourdes Sakramente spenden dürfen
  3. Mexiko: Gedenkfeier zum 100. Todestag der ersten Cristero-Märtyrer
  4. Babyboom auf einer US-Entbindungsstation: 17 Krankenschwestern erwarten zeitgleich Nachwuchs
  5. Polnische Pfarre verlangt von Autofahrern Gebete als "Parkgebühr"
  6. Wer ist Jesus Christus für mich? Der Glaube als tägliche Entscheidung
  7. Irland: 30 Prozent Rückgang bei katholischen Taufen in zehn Jahren
  8. Ein Wunder der Vorsehung
  9. Die Krise des Bischofsamtes
  10. Deutschland: 2024 waren nur noch 43 % der Bestattungen christlich
  11. US-Regierung leitet 2 Milliarden Dollar an christliche Hilfsorganisationen um
  12. Slowakei und Polen planen gemeinsamen Johannes-Paul-II.-Pilgerweg
  13. „Wenn ich mich nicht täusche, gibt es in der Geschichte keine vergleichbare Institution“
  14. Nur der Weg der Liebe ist der Weg des Lebens
  15. Nicaragua: Regime veröffentlicht Propaganda-Video von festgenommenem Bischof Mata

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz