Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  2. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  3. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  4. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  5. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  6. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  7. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  8. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  9. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  10. „Wir werden erwartet“
  11. Nach Christus-Verhöhnung: CDU-Politikerin Bosbach legt Beschwerde gegen Jan Böhmermann ein
  12. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  13. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  14. Auf zu den Friedhöfen! Wir bitten für unsere Verstorbenen um Gottes Gnade!
  15. Zisterzienserpater Isaak Maria Käfferlein aus Neuzelle: „Getauft sein reicht nicht!“

Verhältnis der orthodoxen Kirchen von Zypern und Russland belastet

28. November 2020 in Chronik, 12 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Moskauer Heiliger Synod beendet eucharistische Gemeinschaft mit Erzbischof von Zypern, weil dieser den Metropoliten der neuen "Orthodoxen Kirche der Ukraine" in Liturgie genannt hatte - Heiliger Synod der Kirche von Zypern berät.


Moskau/Nikosia (kath.net/ KAP)

Der Ukraine-Konflikt in der Orthodoxie wirft nun auch tiefe Schatten auf das Verhältnis der orthodoxen Kirchen von Zypern und Russland. Nachdem das Oberhaupt der Kirche von Zypern, Erzbischof Chrysostomos II., die neue "Orthodoxe Kirche der Ukraine" anerkannt hatte, reagierte die russisch-orthodoxe Kirche nun mit Gegenmaßnahmen. Unter dem Vorsitz von Patriarch Kyrill I. fasste der Heilige Synod des Moskauer Patriarchats bei einer Online-Versammlung den Beschluss, dass der Name von Chrysostomos II. in der russischen Kirche nicht mehr in den "Diptychen" (den Ehrenlisten) genannt werden kann. Mit dem Erzbischof von Zypern und anderen zypriotischen Bischöfen, die seiner Linie folgen, sei keine eucharistische Gemeinschaft und Gebetsgemeinschaft mehr möglich.

Die Entscheidung von Chrysostomos II. war laut Bericht des Pro-Oriente-Informationsdienstes (Dienstag) nicht mit dem Heiligen Synod der Kirche von Zypern abgesprochen gewesen. Vier zypriotische Bischöfe haben inzwischen öffentlich ihren Widerspruch angemeldet. Am Montag tagte der Heilige Synod der Kirche von Zypern, es kam aber zu keiner Übereinkunft, daher wird der Heilige Synod am Mittwoch ein zweites Mal zusammentreten, um eine von allen Bischöfen mitgetragene Entscheidung im Hinblick auf das Verhältnis zur neuen "Orthodoxen Kirche der Ukraine" zu fällen. Synod-Sprecher Metropolit Georgios (Papachrysostomou) von Paphos meinte am Montag, die zypriotischen Bischöfe hätten die Frage in einem "Geist der Einheit" behandelt, ohne zu einer gemeinsamen Haltung zu gelangen. Manche "Missverständnisse" hätten aber geklärt werden können.


Erzbischof Chrysostomos II. hatte das Oberhaupt der "Orthodoxen Kirche der Ukraine", Metropolit Epifanij (Dumenko), am 24. Oktober in Paphos erstmals in der Liturgie kommemoriert, was in der orthodoxen Kirche von Zypern einen Skandal auslöste. Vier zypriotische orthodoxe Bischöfe - die Metropoliten Athanasios (Nikolaou) von Limassol, Nikiphoros (Kykkotis) von Kykkos, Isaias (Kykkotis) von Tamassos und Bischof Nikolaos (Timiadis) von Amathous - veröffentlichten daraufhin ein Protestschreiben, in dem die Vorgangsweise des Ökumenischen Patriarchen in der Ukraine und die "einseitige Entscheidung" von Erzbischof Chrysostomos II. zur Anerkennung dieser Aktionen als "gegen das Kirchenrecht gerichtete Verletzung der konziliaren und kollegialen Natur der orthodoxen Kirche und des kanonischen Territoriums der russisch-orthodoxen Kirche" bezeichnet wurden. Die Zuerkennung der Autokephalie an die ukrainischen Schismatiker sei ein "willkürlicher, unkanonischer und antikirchlicher Akt".

Die vier Bischöfe nahmen zugleich Bezug auf eine Studie des zypriotischen Metropoliten Neophitos (Masuras) von Morphou, wonach es nur einen kanonischen Oberhirten von Kiew und der ganzen Ukraine gebe, nämlich das Oberhaupt der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche Moskauer Patriarchats,Metropolit Onufrij (Berezowskij).

Im Beschluss des Heilige Synods des Moskauer Patriarchats vom 20. November wird u.a. die "tiefe Enttäuschung" darüber ausgedrückt, dass Chrysostomos II. durch die liturgische Nennung von Epifanij (Dumenko) seine Kommuniongemeinschaft mit "Schismatikern" zum Ausdruck gebracht habe. Zugleich wird daran erinnert, dass der Erzbischof von Zypern diese Entscheidung allein und ohne Zustimmung des Heiligen Synods der Kirche von Zypern getroffen habe, daher handle es sich nicht um eine "synodale Entscheidung".

Die Anerkennung von Epifanij durch Chrysostomos II. widerspreche aber auch wiederholten Feststellungen des zypriotischen Erzbischofs über die Ukraine-Frage, hielt der Moskauer Heilige Synod fest. So habe der Erzbischof in einem Brief vom 26. Juli 2018 an den Moskauer Patriarchen betont, dass die Kirche von Zypern die Haltung der russisch-orthodoxen Kirche im Hinblick auf die "sogenannte Autokephalie der Ukraine" unterstützen werde, weil diese Haltung "fair und gerechtfertigt" sei.

Hintergrund des Konflikts ist die Anerkennung einer selbstständigen orthodoxen Kirche in der Ukraine durch den Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., in seiner Funktion als Ehrenoberhaupt der orthodoxen Weltkirche. Das Moskauer Patriarchat mit Patriarch Kyrill I. an der Spitze betrachtet dagegen die Ukraine als eine weiterhin unter seiner kirchlichen Oberhoheit stehende Region und hat im Zuge des Konflikts u.a. die eucharistische Gemeinschaft mit Konstantinopel beendet. Die neue "Orthodoxe Kirche der Ukraine" entstand aus zwei der drei damals bestehenden großen orthodoxen Kirchen in der Ukraine, wird bislang jedoch nur von wenigen Mitgliedern der orthodoxen Weltfamilie anerkannt.

 

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Orthodoxie

  1. Papst Leo XIV. und die Zukunft der liturgischen Einheit der Kirche
  2. Orthodoxe Christen feiern am kommenden Sonntag Ostern
  3. Papst Leo XIV. wirbt für engere Zusammenarbeit mit Ostkirchen
  4. Warum Kirchen jetzt Frieden, Recht und Wahrheit verteidigen müssen
  5. Ökumenisches Patriarchat weist Vorwürfe Russlands zurück
  6. Weihesakrament und Leitungsvollmacht
  7. „Mit den beiden Lungenflügeln atmen“, singen und beten
  8. Der Augenblick Gottes: Die Begegnung von Papst Paul VI. und Patriarch Athenagoras
  9. Die Ost- und Westkirche – „Schwesterkirchen“ - Die Brüder Andreas und Petrus treffen sich
  10. Einladung aus orthodoxer Mönchsrepublik Athos für US-Präsident Trump







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Nach Christus-Verhöhnung: CDU-Politikerin Bosbach legt Beschwerde gegen Jan Böhmermann ein
  3. Medienpolitik: Bald verpflichtende Quote für öffentlich-rechtliche Inhalte in sozialen Netzwerken?
  4. Medjugorje: Erster Mariologie-Kongress mit Beteiligung des Vatikans
  5. Norwegen: Daniel (18) hielt Gott für einen Mythos – heute geht er jeden Sonntag in die Kirche
  6. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  7. Nicht Anpassung, sondern Verwandlung. Was die Kultur dem Christentum verdankt
  8. Zisterzienserpater Isaak Maria Käfferlein aus Neuzelle: „Getauft sein reicht nicht!“
  9. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  10. Neue Vatikan-Kommunikationschefin Montserrat Alvarado gibt Einblick in ihre Ideen
  11. „Alles wieder in den Urzustand versetzen“: Das Oxford Oratory wird wieder einen Hochaltar errichten
  12. Wenn das Scrollen in die Gnade eintaucht
  13. Äthiopien: Mehr als 60 Tote bei Angriffen auf Christen
  14. Venezuela: Machado kehrt zurück und besucht Marienheiligtum
  15. »Habt Mut: Ich habe die Welt besiegt!« (Joh 16,33)

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz