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Vatikan: Beichte per Smartphone wahrscheinlich ungültig

7. Dezember 2020 in Weltkirche, 14 Lesermeinungen
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Aber zuständiger Diözesanbischof darf jene Fälle bestimmen, in denen eine kollektive Absolution rechtmäßig ist - Bei einer solchen dürfen "Mittel zur Verstärkung der Stimme eingesetzt werden, damit die Lossprechung gehört wird"


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Wer sich angesichts der Corona-Pandemie die Beichte per Smartphone abnehmen lässt, für den hat der Vatikan schlechte Nachrichten: Kurienkardinal Mauro Piacenza sagte dem "Osservatore Romano" (Wochenende), dass eine unter solchen Umständen erteilte Absolution "wahrscheinlich ungültig" sei. Der Italiener ist als sogenannter Groß-Pönitentiar weltweit zuständig für Fragen der Sündenvergebung.


Bei einer Beichte via Smartphone fehle die "wirkliche Präsenz des Büßers", bemängelte Piacenza. Und eine echte Absolution könne nicht durch "elektrische Schwingungen" übermittelt werden.

Der Kardinal erläuterte, dass - in besonders schwerwiegenden Fällen - etwa, wenn Corona-Patienten in Lebensgefahr schwebten, eine "kollektive Lossprechung am Eingang von Krankenstationen" möglich ist. Dabei dürften "Mittel zur Verstärkung der Stimme eingesetzt werden, damit die Lossprechung gehört wird". Darüber hinaus obliege es stets dem zuständigen Diözesanbischof, jene Fälle zu bestimmen, in denen eine kollektive Absolution rechtmäßig sei.


Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 phillip 8. Dezember 2020 
 

Wie ist das bloße Daumen-nach-unten-drehen zu verstehen?

Ich frage mich selbst nicht, ob es angebracht und redlich ist, zu Posting wie zB unter dem Titel: "Wieso braucht ein Evangelischer kein Sakrament der Versöhnung (Buße)?" und "WANN, WO und WIE hat Gott sich an die Bestimmungen der Kirche gebunden?" bloß den Daumen nach unten zu drehen und keine Meinung dazu zu äußern, weswegen die damit vertretene Meinung falsch sein könnte: Diese Art der Ablehnung halte ich dann nicht für unangebracht und unredlich, wenn der Daumendreher nicht in der Lage ist, selbst eine inhaltlich begründete Gegenmeinung abzugeben.


2
 
 phillip 8. Dezember 2020 
 

WANN, WO und WIE hat Gott sich an die Bestimmungen der Kirche gebunden?

Da, scican, bin ich aber wirklich über so viel Unwissen erstaunt! Was glauben Sie, was die Übergabe der Schlüsselgewalt an Petrus (und alle seine Nachfolger im Petrusamt) in der Weise, dass im Himmel gelöst sei, was sie auf Erden löst, und dass im Himmel gebunden sei, was sie auf Erden bindet, bedeutet? Schon allein die Logik lässt erkennen, dass Gott damit auch in gewisser Weise sich selbst an die Entscheidungen Petri gebunden hat. Alle Klarheiten beseitigt?


2
 
 phillip 8. Dezember 2020 
 

Wieso braucht ein Evengelischer kein Sakrament der Versöhnung (Buße)?

Antwort: Weil nach der Prädestinationslehre entbehrlich! Sie lehrt nämlich, dass der souveräne Gott über Heil und Unheil des Menschen im Voraus entscheidet und dabei den Willen unbeachtet lässt. Der Mensch kann an dieser Entscheidung Gottes nichts ändern. Innerhalb dieses Verständnisses gibt es zwei Denkrichtungen: Die „einfache Prädestination“, an die einige Lutheraner glauben, und die „doppelte Prädestination“, von den Calvinisten geglaubt. Die einfache Prädestination heißt, dass Gott im Vorhinein die erwählt, die zu ihm kommen werden.

Doppelte Prädestination bedeutet, dass Gott im Vorhinein die erwählt, die zum Himmel oder zur Hölle bestimmt sind.

So gesehen ist eine auf freien Willen des Menschen fußende Reue und Umkehr nicht gegeben. Wie höllisch ist denn eine solche Annahme?! Und solche Leute wollen gemeinsam mit Katholiken den Heiligen Leib des Herrn empfangen? Absurd!


2
 
 scican 7. Dezember 2020 
 

@discipulus

Da bin ich jetzt sehr erstaunt.
WANN, WO und WIE hat Gott sich an die Bestimmungen der Kirche gebunden?


2
 
 Chris2 7. Dezember 2020 
 

@discipulus

Danke für die Korrektur. Leider kann man nicht immer alles nachrecherchieren. Die Frage ist, ob in der Praxis ein erheblicher Unterschied bestehen darf. Zu wenige Priester bei einer Wallfahrt oder der künstlich verstärkte Priestermangel etwa sind sicher nicht gemeint...


1
 
 Maxim 7. Dezember 2020 
 

SpatzInDerHand

Zum Überlegen! Kann ein Nichtpriester das Sakrament der Beichte spenden? Ein Pastor ist aber kein Priester.
Ich verstehe nicht, warum die beichtenden evan. Christenb nicht zur kath. Kirche zurückgehen.
Natürlich wissen wir, dass auch Katholiken ungültig beichten können.
(Scican): Letzten Endes aber müssen wir schon die letzte Entscheidung Gott selber überlassen.Richtig!
Aber eines ist schon klar,das Jesus die Sakramente grundsätzlich den "Jüngern" geboten hat und nicht jedem. Übrigens: seine Mutter hat nach der Überlieferung der Bibel nie sich als Priester gezeigt, auch nicht x-beliebige Männer!!!


3
 
 discipulus 7. Dezember 2020 
 

@scican

Die Frage, ob Gott sich an das Kirchenrecht halten muß, führt völlig in die Irre. Das Sakrament der Buße gibt, wenn es gültig empfangen wird, wie es die kirchlichen Bestimmungen vorsehen, die Gewißheit, daß die Sünden vergeben sind - weil Gott sich in seiner Heilszusage an die Kirche an deren Bestimmungen bindet. Das heißt nicht, daß Er nicht auch unabhängig vom Bußsakrament Sünden vergeben kann, wenn der Sünder diese aufrichtig bereut. Aber eine Gewißheit darüber gibt es dann eben nicht.


4
 
 SpatzInDerHand 7. Dezember 2020 

@r.marthaler: hm, das würde ich gern etwas differenzieren!

Ja, ein Sakrament der Beichte steht Ihnen als evangelischem Christen nicht offen. Aber es gibt eine evangelische Beichte, seit Bonhoeffer hier initiativ wurde. Lesen Sie mal unten in dem Link, den ich anhänge. Verfasser ist Pfarrer der evangelischen Landeskirche in Bayern. Ich selbst kenne württembergische evangelische Christen, die regelmäßig beichten, sowie einen (weiteren) evangelischen Pfarrer, der anbietet, Beichte zu hören. Wie gesagt, aus der Sicht von uns Katholiken ist das kein Sakrament, aber dennoch geschieht hier absolut Wertvolles! Ich habe ein bewegendes Zeugnis eines praktizierenden evangelischen Freundes über die evangelische Beichte noch gut im Ohr. Übrigens wird im Gesangbuch der württembergischen Landeskirche auch im Regionalteil positiv auf die Beichte hingewiesen.

jochenteuffel.com/2019/11/03/in-der-beichte-brechen-wir-durch-zur-echten-gemeinschaft-des-kreuzes-jesu-christi-dietrich-bonhoeffer-in-gemeinsames-lebe


1
 
 r.marthaler 7. Dezember 2020 
 

Dieses Problem habe ich nicht, ich bitte Gott direkt um Vergebung meiner Verfehlungen. Allerdings steht mir als Evangelischer das Sakrament der Beichte in der Form wie in der katholischen Kirche, nicht zur Verfügung.


2
 
 lisa.brenner 7. Dezember 2020 
 

@scican

Na ob sich Gott so einfach über das Kirchenrecht hinwegsetzen kann? Dann hat er womöglich ein kirchenrechtliches Verfahren an der Backe ;-)


5
 
 scican 7. Dezember 2020 
 

"wahrscheinlich ungültig"

Das ist nun aber eine sehr ungenaue Aussage.
WER entscheidet denn letzten Endes, ob eine solche Beichte Gültig oder ungültig ist?
Bei Jesus finde ich keinen Hinweis darauf. In Jo.23.24 spricht Jesus zu seinen Jüngern also zu allen, ohne Bindung an ein Amt.

Entscheidet am Ende vielleicht Gott selber?


1
 
 Philosophus 7. Dezember 2020 
 

Beichte via Smartphone?

Das gibt es nicht! Wenn jemand in Lebensgefahr ist und nicht beichten kann, dann wird er einen Akt der vollständigen Reue setzen mit dem Versprechen bei nächster Gelegenheit zu beichten. Wenn er vorher verstirbt, wird das so wirken, als habe er gebeichtet. Freilich, wenn dieser Gläubige in besagter Notsituation wenigstens telefonisch priesterlichen Beistand hat, wird das sicher gut tun. Aber das ist keine Beichte im eigentlichen Sinn!


4
 
 discipulus 7. Dezember 2020 
 

@Chris2

Nach c. 961 §1 nr. 2 ist die allgemeine Absolution auch im Falle einer "schweren Notlage" möglich, also nicht nur in bei Todesgefahr, wie von Ihnen behauptet. Das Urteil darüber, wann eine solche "schwere Notlage" gegeben ist, steht dem Diözesanbischof zu. SO sind die Regeln.

Der genannte canon bindet die Notlage daran, daß es zu viele Pönitenten und zu wenige Beichtväter gibt, damit Einzelbeichten in angemessener Zeit stattfinden können. Ob dies auch gilt, wenn andere Umstände, die von den Pönitenten nicht zu verantworten sind, wie etwa eine hochansteckende Seuche, die eine Ohrenbeichte unmöglich macht, wird nicht ausdrücklich gesagt, ist aber wohl im Sinne des canons. Ob dies unter den derzeitigen Umständen gälte, wäre dann wieder dem Urteil des Diözesanbischofs anheimgestellt.


2
 
 Chris2 7. Dezember 2020 
 

Allgemeine Abolution nur in unmittelbarer Todesgefahr.

So sind die Regeln. Und - wann immer zeitlich (nicht im abstürzenden Flugzeug) oder kommunikativ möglich (keine Bewusstlosigkeit oder Verlust der Sprache; kenne aber einen Fall, in dem der Patient zumindest noch per leichtem Händedruck auf Fragen des Priesters reagieren konnte) - MUSS ein individuelles Sündenbekenntnis erfolgen, denn nur dann kann man Sünden auch "behalten", so wie es der Herr mit aufgetragen hat. Eine pauschale Lossprechung in einer Bußandacht oder gar à la "...ausgenommen Coronaleugner, Impfgegner, Vegetarier, rechte, Schlepperkritisierer oder Pulloverträger" ist natürlich nichtig...


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