Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  2. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  3. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  4. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  5. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“
  6. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  7. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  8. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  9. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  10. Medienkrise verschärft sich: Dramatische Auflagenverluste für Tageszeitungen in Deutschland
  11. Hunderte Einsprüche gegen Pfarrauflösung in der Diözese Linz - Keine Antworten aus Rom
  12. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit
  13. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  14. Die Heilige Schrift als Wort Gottes und Raum der Offenbarung in menschlicher Sprache
  15. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'

"Open Doors"-Weltverfolgungsindex meldet Zunahme von Christenverfolgung

13. Jänner 2021 in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Weltverfolgungsindex 2021 zeigt Zunahme von staatlicher Überwachung und religiösem Nationalismus - Speziell Christen in vielen Ländern Asiens wie Indien bekämen keine oder kaum staatliche Corona-Hilfen


Wien (kath.net/KAP)Die Lage von Christen hat sich nach Einschätzung des Hilfswerks "Open Doors" im vergangenen Jahr in vielen Ländern erneut verschärft. Aktuell sollen rund 309 Millionen Christen Gewalt, Vertreibung, Überwachung und Diskriminierung erleiden, entweder durch Regierungen, Gesellschaft oder die eigene Familie. Zusätzlich habe die Covid-19-Pandemie bereits bestehende Benachteiligungen verstärkt, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten "Weltverfolgungsindex 2021", einer Rangliste von 50 Ländern mit der stärksten Christenverfolgung. Auffällig sei, dass "sich die Intensität der Christenverfolgung im letzten Jahr deutlich verschärft hat"; so habe sich die Anzahl der aufgrund ihres Glaubens getöteten Christen von 2.983 im Vorjahr auf aktuell mindestens 4.761 erhöht.

"Erstmals in der Geschichte des Weltverfolgungsindex weisen alle 50 Länder nicht nur ein hohes, sondern ein sehr hohes oder extremes Ausmaß an Verfolgung auf", konstatierte Kurt Igler, Leiter von "Open Doors Österreich". Es sei ein "trauriger Höchstwert" einer jahrelangen Entwicklung. Der aktuelle Berichtszeitraum ist der 1. Oktober 2019 bis 30. September 2020.

Auf Platz 1 des aktuellen Weltverfolgungsindex findet sich wieder Nordkorea; das asiatische Land steht seit 20 Jahren auf diesem Rang. Dahinter folgen Afghanistan, Somalia, Libyen, Pakistan und Eritrea. Die Plätze sieben bis zehn nehmen Jemen, der Iran, Nigeria und Indien ein. Es folgen u.a. der Irak (11), Syrien (12), Sudan (13), Saudi-Arabien (14) und die Malediven (15).


Corona verschärft Verfolgung von Christen

Bereits bestehende strukturelle Diskriminierungen von Christen seien im Zuge der Covid-19-Pandemie noch verstärkt worden. Corona wirke "wie ein Katalysator für ihre prekäre Situation", so "Open Doors". Speziell Christen in vielen Ländern Asiens wie Indien bekämen keine oder kaum staatliche Corona-Hilfen. In einigen west- und zentralafrikanischen Ländern nutzten islamistische Gruppen die Lockdown-Maßnahmen, um ihre Aktivitäten und Angriffe gegen Christen auszuweiten, da Sicherheitskräfte nur beschränkt handlungsfähig gewesen seien, meldete das Hilfswerk.

Die Pandemie habe aber auch dazu geführt, Christen zu beschuldigen, dass sie oder ihr "falscher Glaube" Ursache für die Krankheit seien.

Überwachung und Einschränkungen in China

In China (Rang 17) registriert das Hilfswerk eine zunehmende digitale Überwachung. Ziel des Staates sei ein "Social Scoring" mittels dessen die Kontrolle und Steuerung der Bürger erreicht werden soll. Die kommunistische Partei habe den Druck auf staatlich registrierte sowie nicht-registrierte Kirchen weiter verstärkt: So seien Kameras mit Gesichtserkennungssoftware in Gottesdiensten Vorschrift, Kindern und Jugendlichen sei die Teilnahme verboten.

In Indien (Rang 10) dokumentierte "Open Doors" eine weitere Steigerung hassmotivierter Übergriffe gegen Christen. Die Regierung habe zudem die Finanzierung von Nichtregierungsorganisationen durch ausländische Geldgeber per Gesetz massiv eingeschränkt, was die meisten christlichen Organisationen sowie Kirchen, Schulen oder Krankenhäusern treffe. Mittlerweile wird auch die öffentliche Verbreitung des christlichen Glaubens in acht der 28 indischen Bundesstaaten bestraft, dort ist ein Anti-Konversionsgesetz in Kraft; andere planen dessen Einführung.

Prekär sei die Lage von Christen auch im Nordirak, wo im Zuge einer türkischen Militäroffensive die Christen der Region Dohuk erneut vertrieben wurden, die zuvor vor dem IS aus der Ninive-Ebene dorthin geflohen waren. Zudem siedle die Türkei im bislang kurdisch geprägten Nordosten von Syrien gezielt syrische Flüchtlinge an und vertreibe mit islamistischen Söldnern aus Syrien sowohl alteingesessene Christen als auch kurdische Konvertiten, so "Open Doors".

Gewalt und Vertreibung in Subsahara-Afrika

Afrika verzeichnet laut "Weltverfolgungsindex 2021" die höchste Zahl ermordeter Christen. Tödliche Angriffe auf Christen hätten insbesondere in Subsahara-Afrika stark zugenommen; dabei würden islamistische Gruppen länderübergreifend kooperieren, um Christen zu vertreiben.

Ähnlich die Lage in Nigeria (Rang 9) wo mit 3.530 die meisten Christen getötet wurden, der Großteil von April bis August 2020, als das Land wegen der Covid-19-Pandemie abgeriegelt war. Wegen der seit Jahren zunehmenden Gewalt gegen Christen sei auch die Demokratische Republik Kongo (40) neu auf dem "Open Doors"-Weltverfolgungsindex, selbiges gilt für Mosambik (45).

Internationales Bemühen wichtig

Als Konsequenz appellierte "Open Doors Österreich"-Leiter Igler an westliche Regierungen, bei internationalen Entwicklungsmaßnahmen auch gefährdete religiöse Minderheiten zu berücksichtigen. So müssten die Behörden der Zielländer u. a. Rechenschaft über die Verteilung der Gelder und Hilfsmaßnahmen geben und "mit lokal verwurzelten, überparteilich respektierten religiösen Leitern und Seelsorgern kooperieren", forderte Igler.

"Open Doors" ist nach eigenen Angaben ein Hilfswerk, das in rund 65 Ländern verfolgte Christen unterstützt. Im deutschsprachigen Raum widmet es sich vorwiegend der Berichterstattung über ihre Unterdrückung.
Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  3. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  4. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  5. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  6. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  7. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken
  8. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  9. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  10. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  11. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  12. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  13. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  14. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit
  15. Ist Jesus der Herr?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz