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Erzbischof: Syrienkrieg die grausamste Tragödie seit Zweitem Weltkrieg

15. Februar 2021 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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Maronitischer Erzbischof von Damaskus, Samir Nassar, spricht in Fastenbotschaft von 950.000 Toten, 200.000 Vermissten, 95.000 schwer Kriegsversehrten und 13 Millionen Flüchtlingen - In katholischer maronitischer Kirche beginnt bereits am Montag die F


Damaskus/Rom (kath.net/KAP) Als "grausamste Tragödie, die die Welt seit dem Zweiten Weltkrieg je gesehen hat", bezeichnet Samir Nassar, maronitischer Erzbischof von Damaskus, den Syrienkrieg. "Und nach dem Ende der Gewalt ist nun ein harter Wirtschaftskrieg im Gange, der alle Hoffnung erstickt und das Leiden der einfachen Menschen verdoppelt", schreibt der Erzbischof laut dem vatikanischen Nachrichtendienst Fides in seiner aktuellen Botschaft zur Fastenzeit, die im liturgischen Kalender der maronitischen Kirche am Montag, 15. Februar, beginnt.

Der maronitische Erzbischof nennt in seinem Fastenbrief Zahlen zum Syrienkrieg, die höher liegen als alles, was bisher dazu veröffentlicht wurde. Er spricht von "950.000 Toten, die unsere Familien in Schmerz stürzten und sie destabilisierten" und erinnert an mehr als "200.000 Vermisste, darunter zwei Bischöfe und vier Priester, ein Albtraum für Angehörigie und Freunde, die das Schicksal ihrer Lieben nicht kennen". Außerdem "gibt es 13 Millionen Flüchtlinge, 95.000 schwer Kriegsversehrte, die unter physischen und psychologischen Folgen leiden; zweieinhalb Millionen Häuser wurden zerstört oder dem Erdboden gleichgemacht, und die Trümmer geben den Städten das Aussehen toter Städte".


Scharf ins Gericht geht Nasser mit den internationalen Wirtschaftssanktionen, die "besonders die schwächsten Menschen ersticken, die auch der Unterstützung von Freunden und Verwandten im Ausland entbehren müssen". Der Zusammenbruch der lokalen Währung, die grassierende Inflation und Covid-19 erledigten den Rest, fügt der Erzbischof hinzu. In dieser Trostlosigkeit setze die Kirche in Syrien aber ihren Weg und ihre Arbeit in den Bereichen Gesundheit und Bildung fort, sie begleite Familien und unterstütze die Schwächsten, schreibt der Bischof. Und er betont: "Auch wenn die Welt Syrien vergisst, schaut der Herr auf uns und lässt das Boot nicht sinken".

Die Maronitische Kirche ist mit bis zu 3,3 Millionen Gläubigen die größte katholische Orient-Kirche. Sie ist auch insofern eine Ausnahme, als dass es sie nur in ihrer katholischen Form gibt. Es gibt keine orthodoxe, von Rom getrennte, maronitische Schwesterkirche. Zwischen 1,2 und 1,4 Millionen Maroniten leben im Libanon, wo die Kirche ein bedeutender gesellschaftlicher und politischer Faktor ist. Im Libanon befindet sich auch der Sitz der maronitischen Patriarchen Kardinal Bechara Boutros Rai. Die maronitische Erzdiözese Damaskus zählt nach offiziellen Angaben 15.000 Gläubige.

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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