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Das letzte Wort hat nicht der Tod

19. März 2021 in Kommentar, 3 Lesermeinungen
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Wir horten Nudeln und Gold, trinken Vitaminsäfte oder Wein. Am Ende wartet erst mal der Tod. Und dann? BeneDicta von Petra Knapp-Biermeier.


Linz (kath.net) Mit kleinen Töpfen voller Narzissen und jungen Tomatenpflanzen stehe ich an der Kassa. Draußen rollt sich gerade die Sonne wie ein breiter Teppich über den parkenden Fahrzeugen aus. Es riecht nach frischer Erde, nach aufkeimendem Gras, und die Vögel singen schon bis in den Abend hinein.

Ich grüße die Verkäuferin, und sie lächelt zurück. Wie fein haben wir in den Gesichtern lesen gelernt, im letzten Jahr. Wir reden, erzählen, kommunizieren jetzt mit den Augen, den Händen, den Ohren und den Stirnfalten, seit der kollektiven Verhüllung.

Heute friere ich mit meinem dünnen Übergangsmantel auf dem Fußballplatz. Meine Jungs kicken da mit ein paar Freunden, ich drehe ein paar Runden und genieße es rauszukommen aus meinen vier Wänden. Wem es das letzte Jahr nicht aufs Gemüt geschlagen hat, der ist ein Held. Gestern kalt, morgen warm. Gestern selbstgenähte Stoffmasken, heute Papierhüllen made in China.

Gestern drei Personen aus zwei Haushalten, die sich treffen dürfen, morgen vier Personen plus sechs minderjährige Kinder. Die Liste an Absurditäten ist endlos. Wenn es nicht so tragisch wäre, wäre es eine echte Lachnummer. Was hält uns da gesund? Wie kommen wir da durch?


Mich erreicht die Nachricht, dass eine Bekannte auf der Intensivstation liegt, eine Mutter von mehreren Kindern, die plötzlich bewusstlos im Bett lag. Ein Schock, so wie wenn du in einen eiskalten See hineinspringst, dein Körper pulsiert und schlagartig wach wird. Wie sehr hängen wir doch am Leben!

Wie panisch rennen wir und versuchen zu retten, was uns wichtig ist. Wir raffen alles zusammen, Familie, Job, Ansehen, Urlaub, Haus, Auto, wir krallen uns fest, sorgen vor, sorgen nach, versichern uns, horten Nudeln oder Gold, trinken Vitaminsäfte und Wein. Jeder sorgt für sich, irgendwie. Aber am Ende wartet erstmal der Tod.

Das tut weh. Denkst du daran, dass du sterblich bist? Dass den Schlusspunkt deines Lebens ein anderer setzen wird? Dass du von einem Moment auf den anderen „out of control“ sein wirst? Ich spüre, wie sich in mir alles zusammenzieht bei diesem Gedanken. Es ist gruselig, an den eigenen Tod zu denken. Und doch überlebenswichtig.

Unser Leben währt nur 70, 80 Jahre, es ist Windhauch, schreibt Kohelet. Das liest sich so flockig, aber dann klappe ich das ewige Buch zu, und die Schwerkraft wirkt wieder, und ich bin 24 Stunden täglich in der Gegenwart. Es ist gerade in dieser verrückten Zeit überlebensnotwendig, eine Balance zwischen den beiden Welten zu finden, der unsichtbaren und der sichtbaren.

Oder anders gesagt: Immer mit einem Bein in der Ewigkeit zu stehen. Für Gott spielt Zeit keine Rolle. Er mutet uns zu, dass wir in dieser Welt nicht alle Antworten bekommen. Er fordert uns auf, unsere Position einzunehmen: Wir sind das Geschöpf, er ist der Schöpfer. Er lädt uns ein, in Demut das anzunehmen und nicht zwanghaft Antworten einzufordern.

Er bittet uns, Ihm zu vertrauen und mitzugehen mit Ihm, und indem wir unsere kleine verkrampfte Hand, die voll mit unseren Besitztümern ist, in seine große ewige Hand legen, werden sich Schritt für Schritt, Jahr um Jahr, Dinge lösen. Gott ist der, der Bindungen löst, Abhängigkeiten und Süchte beendet, er ist unser Heiler, Befreier und Versöhner.

Wenn du gerade ein unlösbares Problem hast oder eine abgrundtiefe Sorge, die dich nachts wach hält, dann ergreife die Hand, die sich dir entgegenstreckt. Gott spricht dir Segen zu. Er ist dein Tröster, dein Helfer, dein Fels in der Brandung. In seinem Namen fallen Festungen, er lässt Berge erzittern und wirkt Wunder.

Ich lade dich heute ein, deinen momentanen Sorgen oder negativen Stimmungen ein kraftvolles Wort Gottes entgegenzusetzen. Nimm einen Bibelvers und setze ihn bewusst ein, um Gottes Wahrheit über dein Leben auszusprechen. Fühlst du dich allein? Sprich Psalm 23 in deine Angst hinein. „Der Herr ist mein Hirte…“

Sogar der Tod ist machtlos gegen die Kraft, die von Gottes Wort ausgeht, und ihm sind die Hände gebunden, wenn Gott spricht und übernatürlicher Segen in dein Leben hineinströmen wird, in Jesu Namen.

Wenn wir in wenigen Wochen Ostern feiern, dann ist es ein Fest des Triumphes und der ultimativen Freude. Er hat eben nicht das letzte Wort, der Tod. Er ist besiegt, und nicht ein blindes, bösartiges Aufleuchten des „delete“-Buttons sondern ein definitiver „Reset“, ein Heimgehen zum Vater, der dich liebt und dich bittet, Ihm jetzt schon dein Leben anzuvertrauen.


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Lesermeinungen

 Diadochus 20. März 2021 
 

„Der Herr ist mein Hirte…“

Das sind wunderschöne Gedanken. Frau Knapp-Biermeier hat den Glauben eingebettet in die Lebenswirklichkeit. Diese wäre mit ihren "Absurditäten" ohne den Glauben kaum mehr ertragbar. Wie schön, wir Christen sind getröstet, denn „Der Herr ist mein Hirte…“ Er lässt Seinen Segen in uns hineinströmen. Mögen die Berge erzittern. Wir sind im Herrn.


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 lesa 19. März 2021 

Freude, die bleibt

Wundervoller Artikel, vielen Dank!
Was die Benediktiner tagtäglich übten (ob die heutigen das noch tun, weiß ich nicht) kann uns Corona lehren - sofern wir für seine Lektionen, die Lektionen für die ewige Freude erziehen wollen, bereit sind.

In Lech reagieren Leute, deren Kühlschrank noch ziemlich voll zu sein scheint, auf Corona mit einem Lusthotel. Ob das dann auch zur echten und ewigen Freude führen wird - nun, es gibt Bewohner, die davon nicht so überzeugt zu sein scheinen.
Wenn die Leute mal einen Blick in die Paulusbriefe werfen, wissen sie es genau. Hoffentlich tun sie es, ehe es zu spät ist.


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 sr elisabeth 19. März 2021 
 

unsere Hoffnung

Gott sei Dank haben wir als gläubige Christen eine große Hoffnung:
Es wird der Tod uns nicht ins Nichts führen, sondern in eine Begegnung mit Jesus Christus, der gesagt hat: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!" Das letzte Wort gehört nicht dem Tod, sondern der Liebe!


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