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Jerusalem: Liturgie des "Heiligen Feuers" heuer wieder mit Gläubigen

30. April 2021 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Laut kirchlichen Medien können am orthodoxen Karsamstag bei der mystischen Liturgie in der Grabeskirche bis zu 2.500 Gläubige teilnehmen


Jerusalem (kath.net/KAP) Nachdem die orthodoxe Liturgie des "Heiligen Feuers" in der Jerusalemer Grabeskirche im vergangenen Jahr coronabedingt ohne Gläubige stattfinden musste, ist heuer zumindest eine begrenzte Anzahl zugelassen. Das berichtete der Pro Oriente-Informationsdienst am Mittwoch. Die bis zu 1.600 Jahre alte Tradition des Feuerwunders gilt als Höhepunkt der alljährlichen orthodoxen Osterfeiern in Jerusalem. Sie findet am Karsamstag um die Mittagszeit statt. Bis zu 2.500 orthodoxe Gläubige dürften demnach am kommenden Samstag der Liturgie in der Grabeskirche unter Einhaltung diverser Sicherheitsvorschriften beiwohnen. Freilich handelt es sich dabei nur um einheimische Gläubige. Pilger aus dem Ausland dürfen noch nicht wieder nach Israel einreisen.

Öffentliche Liturgien mit zahlreichen Gläubigen sind im Heiligen Land seit einiger Zeit wieder möglich. So nahmen etwa an der traditionellen Palmsonntagsprozession des orthodoxen Patriarchats von Jerusalem rund 200 Gläubige teil, wie das Patriarchat auf seiner Website berichtete.


Die Zeremonie des "Heiligen Feuers", bei der nach dem Volksglauben eine Flamme auf wundersame Weise aus dem Grab Christi hervorgeht, markiert alljährlich den Höhepunkt der orthodoxen Osterfeiern in der Heiligen Stadt. Die Liturgie soll manchen Quellen zufolge auf das 4. Jahrhundert zurückgehen, andere geben das 8. Jahrhundert an. Um das Jahr 1.000 entstanden erste Berichte über eine wundersame Herabkunft des Heiligen Feuers.

Genau geregelter Ablauf

Die Vorfeier zur "Liturgie des Heiligen Feuers" beginnt am späten Vormittag mit liturgischen Gesängen in der Kirche. Um 13 Uhr bahnt sich dann eine Delegation lokaler israelischer Beamter ihren Weg durch die gewöhnlich Tausenden von Gläubigen in und rund um die Grabeskirche. Obwohl diese Beamten keine Christen sind, gehören sie fest zur Zeremonie. Ihre Anwesenheit symbolisiert die Römer aus der Zeit Jesu, die das Grab Jesu versiegelt hatten, damit die Jünger seinen Leichnamen nicht stehlen und behaupten konnten, er sei wieder auferstanden.

In dieser Tradition ist es heute Aufgabe der israelischen Beamten, das Grab mit Wachs zu versiegeln. Bevor sie dies tun, kontrollieren sie, ob sich eine versteckte Flamme in der Kapelle befindet, an der der Patriarch seine Kerzen entzünden könnte. So sollen sie sicherstellen, dass mit dem Lichtwunder kein Schwindel getrieben wird.

Um 13.45 Uhr betritt schließlich der orthodoxe Patriarch von Jerusalem die Kirche. Er wird entkleidet, bis er nur noch von einem weißen Gewand umhüllt ist. Sämtliche Lichter in der Kirche sind erloschen. Einzig verbleibende Lichtquelle ist das Sonnenlicht, das durch das Glas der Kuppel dringt. Mit zwei großen, nicht brennenden Wachskerzen betritt der Patriarch allein die Grabkammer und kommt wenig später mit brennenden Kerzen wieder heraus. Er übergibt das Licht zuerst an den armenischen Patriarchen und dann an den koptischen Erzbischof. Danach reicht er die Flamme an die Gläubigen weiter.

Russland, Griechenland und andere orthodoxe Staaten entsenden für gewöhnlich alljährlich hochrangige Regierungsdelegationen zu der Feier, die das Fernsehen in viele Länder live überträgt. Auch über den Facebook-Auftritt des orthodoxen Patriarchats von Jerusalem (www.facebook.com/JerusalemPatriarchate) kann die Liturgie mitverfolgt werden.

Das "Heilige Feuer" wird anschließend per Flugzeug in viele Hauptstädte orthodoxer Länder überbracht und dort feierlich, oft sogar von den Patriarchen persönlich, entgegengenommen.

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 Alle Rechte vorbehalten


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