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„Schlussbemerkung von Overbeck ist nicht nur fragwürdig, sondern auch ziemlich populistisch - oder?“

22. Juni 2021 in Kommentar, 7 Lesermeinungen
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„So, so, der Herr Bischof hält es für ‚problematisch‘, dass der Resolutionsentwurf, der sogenannte Matic-Bericht zur Abstimmung im EU-Parlament, ‚die Rechte des ungeborenen Kindes nicht berücksichtigt‘“. Gastkommentar von Martin Lohmann


Bonn (kath.net) So, so, der Herr Bischof Franz-Josef Overbeck (Essen) hält es für „problematisch“, dass der Resolutionsentwurf, der sogenannte Matic-Bericht zur Abstimmung im EU-Parlament, „die Rechte des ungeborenen Kindes nicht berücksichtigt“. Seine Stellungnahme beginnt mit dem Hinweis, man halte als Bischofskonferenz das „Anliegen, die Gesundheit und die Rechte von Frauen zu schützen (...) für wichtig“. Andere Aspekte in dem Bericht hingegen würden „uns Sorgen bereiten“.

„Sorgen“. „Problematisch“. Wenn es um das elementare Lebensrecht geht.

Und dann am Schluss ein Satz, der viele irritiert. Aber sind nicht manchmal Sätze so etwas wie eine Offenbarung, geradezu verräterisch? Am Ende verwahrt sich der Herr Bischof „gegen jeden Versuch, von Populisten und Extremisten vereinnahmt zu werden, die mit ihren Parolen zum Lebensschutz eigennützig nur vermeintlich christliche Positionen vertreten, die sie in anderen Kontexten nur zu gerne ignorieren.“


Wen meint der Bischof? Doch wohl sicher nicht sich selbst und seine Mitbrüder, die als Bischöfe ja den Auftrag zur mutigen und angstfreien Verkündigung der Wahrheit haben – gelegen oder nicht. Oder? Schließlich sind Bischöfe ja Bischöfe – und keine populistischen Politiker, nicht wahr? Man fragt sich angesichts der pauschalen Verurteilung ohne jede Differenzierung und ohne Beleg: Seit wann sind eigentlich Lebensrechtler „eigennützig“, wenn sie sich mutig und von Populisten bekämpft für das unbedingte Recht auf Leben einsetzen und persönliche Nachteile – bis hin zum Verdienst und Broterwerb, was aber ein aus Steuergeldern gut bezahlter Bischof möglicherweise gar nicht versteht oder verstehen kann – in Kauf nehmen?

Jedenfalls könnte man sagen: Die Schlussbemerkung des Herrn Bischofs klingt nicht nur merk- und fragwürdig, sondern doch wohl auch ziemlich populistisch, oder? Ach ja, sind es nicht auch Linksextreme und militante Abtreibungsbefürworter, die sogar aus der Tötung eines noch nicht geborenen Menschen eine Art „Menschenrecht“ machen wollen, und die gerne Lebensschützer und Lebensrechtler als „Extremisten“ bezeichnen?

Ich bin mir aber recht sicher, dass das der Bischof so nicht gemeint hat. Das ist zu hoffen. Eine Aufklärung oder selbstkritische Korrektur dieser Schlussbemerkung im Sinne des Friedens und des Lebensrechtes sowie im Sinne der gebotenen mutigen christlichen Wahrheitsverkündigung wäre da sicher ganz hilfreich. Auch Bischöfe sind, wie man sieht, nicht unfehlbar. Aber sicher lernfähig und haben keine Phobie vor Erkenntniszuwachs und Fairnesskompetenz. Hoffentlich.


Archivfoto Martin Lohmann (c) LohmannMedia

 


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