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Inkulturation des Glaubens und Evangelisierung der Kultur

30. August 2021 in Aktuelles, 11 Lesermeinungen
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Franziskus an Ordensleute in Lateinamerika: wenn die Inkulturation nicht stattfindet, endet das christliche Leben, und noch mehr das geweihte Leben, in den abwegigsten und lächerlichsten gnostischen Positionen. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Am 13. August 2021 wandte sich Papst Franziskus mit einer Videobotschaft an die Teilnehmer des Kongresses des Ordenslebens in Lateinamerika und der Karibik. Diese tagten online vom 13. bis zum 15. des Monats. Der Papst unterstrich seine Sicht und seinen Anspruch an das Ordensleben in dieser Zeit.

Franziskus, Videobotschaft an die Teilnehmer des Kongresses des Ordenslebens in Lateinamerika und der Karibik [13.-15. August 2021], 13. August 2021:

Liebe Brüder und Schwestern!

Ich grüße euch, die ihr an diesem virtuellen Kontinentalkongress des Ordenslebens teilnehmen, der von Clar einberufen wurde und sich mit dem Thema „Auf dem Weg zu einem interkongregationalen, interkulturellen und wandernden Ordensleben“ befasst.

Ich danke euch für eure Teilnahme. Ich erinnere euch daran, wie wichtig die Herausforderung der Inkulturation des Glaubens für das geweihte Leben ist. Wie gut kann es uns tun, zu entdecken, dass Einheit nicht Uniformität ist, sondern pluriforme Harmonie (vgl. Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 220), und vergessen wir nicht, dass es der Heilige Geist ist, der Harmonie schafft. Eine pluriforme Harmonie, um Unterschiede anzunehmen, Besonderheiten zu schätzen, im Geiste einer gesunden und offenen Interkulturalität.


Eure Anwesenheit ist notwendig, damit sich auf natürliche Weise eine inkulturierte Theologie entwickeln kann, die an die lokale Realität angepasst ist und die ein Mittel zur Evangelisierung darstellt. Wir dürfen nicht vergessen, dass ein Glaube, der nicht inkulturiert ist, nicht authentisch ist. Deshalb lade ich euch ein, sich auf das einzulassen, was uns diese Realität geben wird, was uns die wahre Bedeutung einer Kultur geben wird, die in der Seele des Volkes ist. Tretet in das Leben des gläubigen Volkes ein, respektiert seine Sitten und Gebräuche und versucht, den Auftrag zur Inkulturation des Glaubens und zur Evangelisierung der Kultur zu erfüllen. Es ist eine Kombination aus Inkulturation des Glaubens und Evangelisierung der Kultur. Wertschätzung dessen, was der Heilige Geist in den Völkern gesät hat, was auch ein Geschenk für uns ist (ebd. 246).

Wenn diese Inkulturation nicht stattfindet, endet das christliche Leben, und noch mehr das geweihte Leben, in den abwegigsten und lächerlichsten gnostischen Positionen. Wir haben das zum Beispiel am Missbrauch der Liturgie gesehen. Was zählt, ist Ideologie und nicht die Realität der Menschen, und das ist nicht das Evangelium. Vergesst nicht die Kombination aus Inkulturation des Glaubens und Evangelisierung der Kultur.

Das geweihte Leben ist ein Experte für die Gemeinschaft; das geweihte Leben ist unterwegs, es ist ein Förderer der Geschwisterlichkeit. In unserer Zeit muss sie sich jedoch der Versuchung des „Überlebens“ stellen. Wie oft wird berechne, wie viele Ordensfrauen und -männer die eigene Kongregation hat, oder wie oft die Kurve nach unten zeigt. Das Überleben ist eine Versuchung. Es ist gut, auf das Kriterium der Zahlen, das Kriterium der Effizienz zu verzichten, das euch zu ängstlichen, in der Vergangenheit verschlossenen und der Nostalgie ergebenen Jüngern machen könnte. Diese Nostalgie ist schließlich der Sirenengesang des Ordenslebens.

Angesichts dessen wäre es die klügste Strategie und Entscheidung, die Gelegenheit zu ergreifen, die Wege der Hoffnung mit dem Herrn zu gehen, in dem Bewusstsein, dass die Frucht ausschließlich unter der Leitung des Heiligen Geistes steht.

Was sollen wir also tun? Schließe dich dem heiligen, gläubigen Volk Gottes an, respektiere das heilige, gläubige Volk Gottes, evangelisiere, gib Zeugnis und überlasse den Rest dem Heiligen Geist.

Um euch zu helfen, euer Ziel zu erreichen, möchte ich euch daran erinnern, dass die Freude, der höchste Ausdruck des Lebens in Christus, das beste Zeugnis ist, das wir dem heiligen gläubigen Volk Gottes geben können, dem zu dienen wir berufen sind und das auf seinem Pilgerweg zur Begegnung mit dem Vater zu begleiten ist.

Freude, Freude in vielen Formen. Frieden, Freude, Sinn für Humor. Bittet um diese Gnade. In die Ermahnung zur Heiligkeit wollte ich ein Kapitel über den Sinn für Humor aufnehmen. Es ist so traurig, geweihte Männer und Frauen zu sehen, die keinen Sinn für Humor haben, die alles ernst nehmen. Ich bitte euch. Mit Jesus zusammen zu sein bedeutet, Freude zu empfinden, aber auch die Fähigkeit zu haben, diesen Sinn für Humor zu haben, der Heiligkeit verleiht. Lest dieses kleine Kapitel meiner Ermahnung zur Heiligkeit.

Ich wünsche euch ein gutes virtuelles Treffen. Möge Gott euch segnen und der Heilige Geist euch das Licht seiner Gnade schenken, damit ihr immer Männer und Frauen der Begegnung und der Brüderlichkeit sein könnt. Möge die Heilige Jungfrau über euch wachen. Sie kennt Begegnung, Geschwisterlichkeit, Geduld, Inkulturation. Sie kennt das alles. Möge sie über euch wachen. Und nun, wie immer... nun liegt es an euch! Vergesst nicht, für mich zu beten, ich brauche das sehr. Ich wünsche euch eine gute Sitzung.

 


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Lesermeinungen

 Diadochus 31. August 2021 
 

Zurückhaltung

Schon wieder muss ich mich dezent zurückhalten, um nicht wieder einer sprungbereiten Feindseligkeit gegenüber Papst Franziskus bezichtigt zu werden. Eines kann ich schon deutlich herauslesen: Die lateinische Messe sei deshalb gemaßregelt worden, weil sie die Liturgie "missbraucht" habe. Sie seien "der Vergangenheit verschlossen und der Nostalgie ergeben". Zudem seien sie "humorlos". Weshalb die Seitenhiebe und Querschläger? Humor zeigt sich nicht nur im Tischfußball, den der Papst kurz nach seiner Operation spielte. Ein seltener Anblick eines sonst humorlosen Papstes.


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 Chris2 31. August 2021 
 

Inkulturation und Verfall

Die Kirche in Brasilien verliert schon seit langem massenhaft Gläubige an evangelische Sekten. Darf man annehmen, dass das vor dem II. Vatcanum und der Liturgiereform noch nicht so war?
Das Latein war übrigens die Weltsprache der Kirche: Jeder war liturgisch überall zuhause, wenn er auch vielleicht die Lesungen nicht verstand. Wenn man länger blieb, nahm man den Schott mit und las diese einfach selbst nach.


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 Zeitzeuge 31. August 2021 
 

Klar und verständlich im Link Papst Pius XII. über die wahre

kath. Missionierung - frei von allen Privat-

meinungen, wie es sich für einen Papst gehört!

Wie schmal der Grad zwischen Inkulturation

und Synkretismus ist sehen wir bei "Pachamama"

und "Abu Dhabi-Erklärung", beides ist absolut

unvereinbar mit dem Auftrag des Herrn Jesus

Christus in Mark 16,15-16 (wobei 16 gerne unter-

schlagen wird)!

Laudetur Jesus Christus!

www.kathpedia.com/index.php/Evangelii_praecones_(Wortlaut)


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 matthieu 30. August 2021 
 

???

@Pfr. Tschuschke
Völlig richtig, ich verstehe da nur Bahnhof. Am besten lese ich gleich Therese von Lisieux, die verstehe ich :)


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 Stefan Fleischer 30. August 2021 

Um Übrigen

wäre zu bedenken:
Hätten die ersten Christen auf Inkulturation gesetzt, es hätte nie unsere universelle, eine, heilige, katholische und apostolische Kirche ergeben.


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 Ulmus 30. August 2021 
 

Was ist ein interkongregationales Ordensleben?

Sollen demnächst die Orden - unabhängig von ihrer eigenen Tradition und Regel - zusammengefaßt werden oder was soll das heißen?


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 ThomasR 30. August 2021 
 

in die Betrachtung sind Zusammenhaenge

zwischen der alten Messe und der abendlaendischen Kultur von Europa einzuziehen wobei selbst in der schwarzen Afrika und in Asien scheint ausgerechnet die alte Messe eine entscheidende Rolle bei der Inkulturation des Glaubens zu spielen


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 SalvatoreMio 30. August 2021 
 

Die Einheit der Kirche basiert auf der Einheit im Glauben. Diese muss überkulturell bleiben,

@Danke, Herr Fleischer! Wie wahr dies ist! Dabei bleibt immer noch genügend Raum für kulturelle Eigenarten, z. B. der Musik. Aber jeder Katholik an jedem Platz der Erde muss sich zuhause wissen dürfen, wenn er mit anderen um den Altar versammelt ist.


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 Chris2 30. August 2021 
 

Mit Verlaub, aber der Satz

"Wir dürfen nicht vergessen, dass ein Glaube, der nicht inkulturiert ist, nicht authentisch ist" ist Unsinn. Ja, es ist schwerer, die Masse zu erreichen, wenn man sich nicht anbiedert, aber man ist sogar authentischer, wenn man es nicht tut.
Und wenn man an die unsägliche, bis zum Boden geneigte, Götzenanbetung der Pachama vor den Augen des Papstes denkt. müssen diese Worte geradezu falsch verstanden werden. Ja, beten wir...


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 Stefan Fleischer 30. August 2021 

Stimmt alles

sofern es richtig verstanden und umgesetzt wird. Persönlich jedoch sehe ich die grosse Gefahr, dass vieles von dem, wenn nicht gar alles, falsch verstanden wird, ja falsch verstanden werden will. Und das führt dann ins Chaos, wo jeder glaubt und macht was er will, keiner glaubt und macht was er soll, aber alle (d.h. immer weniger) mitglauben und mitmachen. Ein Blick in die Kirche von heute in unseren Breitengraden sollte eigentlich genügen, um dies zu begreifen.
Die Einheit der Kirche basiert auf der Einheit im Glauben. Diese muss überkulturell bleiben, sonst zerfällt sie unweigerlich. Es muss um eine Evangelisation der unterschiedlichen Kulturen gehen, nicht um eine Inkulturation des Evangeliums, sonst enden wir bei tausenden verschiedener Evangelien.


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 Tschuschke 30. August 2021 
 

Es wird immer schwerer,

diesem Papst zuzuhören!
„… in den abwegigsten und lächerlichsten gnostischen Positionen. Wir haben das zum Beispiel am Missbrauch der Liturgie gesehen.“ Was, bitte schön, soll das denn heißen?? Meint er Karnevalsmesse oder Schwulengottesdienste oder meint er die alte Messe? Jeder kann sich heraussuchen was er will. Solche Sätze bringen keine Erkenntnis, sie bringen nur Unfrieden und Verdruss. Himmel, hilf!
Wolfgang Tschuschke, Pfr.i.R.


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