Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst: Ehe unauflöslich, doch bei Annullierung barmherzig sein
  2. Fernández: „Miterlöserin“ in offiziellen Vatikandokumenten tabu, in der privaten Andacht erlaubt
  3. Vatikan macht sich für Monogamie in der Ehe stark
  4. Karmeliten-Pater Joshy Pottackal wird neuer Weihbischof im Bistum Mainz
  5. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  6. Papst Leo XIV. empfängt deutsche Theologin und Bätzing-Marx-Kritikerin Katharina Westerhorstmann
  7. Papstprediger: KI zeigt „gewisses Etwas auf, das nur wir tun können“
  8. Latein nicht mehr erste Amtssprache im Vatikan
  9. 'Für mich gilt: Mein Leben liegt in der Hand Gottes'
  10. Mutig: Fürst Albert II. verweigert für Monaco die Ausweitung der legalisierten Abtreibung
  11. Cantare amantis est. Der Chor: Ikone der Kirche. Die Freilegung des Glaubensgeheimnisses im Gesang
  12. R.I.P. Martin Lohmann
  13. "Hassprediger und Hofnarr"
  14. Salzburg: Die drei Goldensteiner Ordensfrauen dürfen im Kloster bleiben, ABER...
  15. „Wir bestreiten das Recht einiger Bischöfe, für alle Bischöfe zu sprechen und handeln“

Christliche Konvertiten in Deutschland oft ohne Asylschutz

24. September 2021 in Deutschland, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Neuer Open Doors Bericht: Tausenden droht Abschiebung in die Verfolgung


Kelkheim (kath.net/Open Doors) Das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors hat einen Bericht zur asylrechtlichen Situation von 5.207 christlichen Konvertiten in Deutschland veröffentlicht. Tausenden von ihnen wird der Asylschutz verweigert. Vielen droht die Abschiebung in Länder, in denen die Abkehr vom Islam als todeswürdiges Verbrechen gilt. In der repräsentativen Erhebung „Missachtung der Menschenwürde von Flüchtlingen in Deutschland“ wurden Daten und Hinweise aus 133 Kirchengemeinden erfasst und ausgewertet. Die größte Gruppe der Konvertiten kommt aus Iran. Gerade dort nimmt die Bedrohung durch Verfolgung weiter zu.

Immer mehr Menschen in Iran werden Christen – trotz Verfolgung durch das Regime

In Iran wenden sich seit Jahren immer mehr Menschen dem christlichen Glauben zu. Sie tun dies nicht, um Asylschutz in Europa zu erhalten, denn die meisten bleiben trotz schwerer Verfolgung und Androhung von Haft im Land.Schätzen deutsche Behörden die Situation etwa falsch ein? In Iran gibt es hunderttausende Konvertiten. Nur wenige von ihnen sind nach Deutschland geflüchtet, andere Iraner haben auf ihrem Weg nach oder in Deutschland den christlichen Glauben angenommen. Sollte es sich bei ihnen in tausenden von Fällen um Konversionen aus asyltaktischen Gründen handeln? So zumindest urteilen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und viele Verwaltungsgerichte. Als Folge davon müssen zahlreiche Konvertierte zurück in Länder, die ihnen verbieten, sich zu Christus zu bekennen. Dabei weist dieses Bekenntnis sie als Christen aus. Das jedoch kann mit dem Tod bestraft werden.


Aus Iran Geflüchtete erhalten immer seltener Schutz. So verweigerte das BAMF im Jahr 2017 50,6 % von ihnen einen Schutzstatus. In den Jahren 2020 stieg dieser Anteil auf 77,3 % und 2021 (bis Mai) auf 76,2 %. Darunter waren Tausende von Konvertiten – denn deutlich über 30 % von ihnen hatten sich bei ihrer BAMF-Anhörung als Christen bezeichnet. Laut offiziellen Zahlen sind jedoch rund 99 % der Bevölkerung in Iran Muslime.

Keine einheitliche Rechtsprechung – willkürliche Entscheide – Fehleinschätzungen?

Die Behörden in Deutschland verdächtigen viele Konvertiten, ihren Wechsel zum christlichen Glauben nur vorzutäuschen. Dasselbe Misstrauen wird Pastorinnen und Pastoren entgegengebracht, die den Geflüchteten ihren Glauben bescheinigen. Behördenmitarbeiter ignorieren also in vielen Fällen bewusst die von Sachverständigen in Glaubensfragen vorgelegten Dokumente und stellen ihre von persönlichen Ansichten geleitete Einschätzung darüber.

Laut BAMF wird in den Anhörungen geprüft, ob der Glaubenswechsel „identitätsprägend“ ist: quasi ein behördliches Glaubens-Echtheitszertifikat. Es soll eingeschätzt werden, ob die Konvertiten im Fall ihrer Abschiebung in ihren Heimatländern wegen ihres Glaubens verfolgt würden. Obwohl den Behörden bekannt ist, dass Christen etwa in Iran oder Pakistan extrem verfolgt werden, erteilen sie dennoch selten Schutz.

Die vieldiskutierte Fehleinschätzung des Auswärtigen Amtes und des Bundesinnenministers hinsichtlich der Situation in Afghanistan ist ähnlich gravierend wie die Fehleinschätzung der Situation der dortigen Christen. Sogar Konvertiten wurden nach Afghanistan abgeschoben. Gleiches gilt für Iran. Dadurch wurde immenses menschliches Leid verursacht.

Derartige Fehleinschätzungen wurden auch durch die Erhebung erkennbar. Im Vergleich der Bundesländer zeigte sich ein signifikant uneinheitliches Bild hinsichtlich der Anerkennung bzw. Ablehnung von Konvertiten durch das BAMF und durch Verwaltungsgerichte: Die sehr stark variierenden Ablehnungsquoten lassen auf subjektive Prüfverfahren schließen. Fallbeispiele in der Erhebung stützen diesen Verdacht.

Politiker haben hohe Verantwortung für den Schutz der Menschenwürde

Der Leiter von Open Doors Deutschland, Markus Rode, sagt: „Die hier vorliegende repräsentative Erhebung zur Situation der Asylverfahren und -entscheide ist die zweite ihrer Art. Sie soll als Grundlage für ein Umdenken dienen. Das Vertrauen der politisch Verantwortlichen zu den Geistlichen aller Kirchen und zu den christlichen Konvertiten muss gestärkt werden. Christen werden weltweit zunehmend verfolgt. Hier haben Politiker sowie Richter und BAMF-Entscheider eine hohe Verantwortung für den Schutz der Menschenwürde.“


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. R.I.P. Martin Lohmann
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. Papst Leo XIV. empfängt deutsche Theologin und Bätzing-Marx-Kritikerin Katharina Westerhorstmann
  4. Fairer Streiter für die Wahrheit – Ein Nachruf auf Dr. h.c. Martin Lohmann (14.3.1957-24.11.2025)
  5. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  6. Karmeliten-Pater Joshy Pottackal wird neuer Weihbischof im Bistum Mainz
  7. Papst: Ehe unauflöslich, doch bei Annullierung barmherzig sein
  8. Vatikan macht sich für Monogamie in der Ehe stark
  9. Die (w)irren Begründungen der Diözese Linz bei dutzenden Pfarrauflösungen
  10. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  11. Fernández: „Miterlöserin“ in offiziellen Vatikandokumenten tabu, in der privaten Andacht erlaubt
  12. "Hassprediger und Hofnarr"
  13. Mutig: Fürst Albert II. verweigert für Monaco die Ausweitung der legalisierten Abtreibung
  14. „Wir bestreiten das Recht einiger Bischöfe, für alle Bischöfe zu sprechen und handeln“
  15. "Was kümmert es den Mond, wenn ihn der Hund anbellt"

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz