Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  2. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  3. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  4. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  5. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  6. So fühlt sich Nachhausekommen an
  7. These: Die Wahrheit steht über der nachdrücklichen Forderung nach Einheit
  8. Menschenrecht auf Abtreibung?
  9. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  10. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  11. Der Weihnachtsglaube - Sand oder Fels
  12. Nach fast drei Wochen bricht die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Schweigen
  13. BILD-Chefin Marion Horn fordert jetzt: Daniel Günther muss das zurücknehmen oder zurücktreten
  14. Gegen Agenden und Aktivismus: das Kardinalskollegium hält inne
  15. Venezuela schließt sein Foltergefängnis, viele politische Gefangene sind auf dem freien Fuß!

„Es wird immer gefährlicher, Christ zu sein“

23. November 2021 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Kirche in Not“-Geschäftsführer Ripka zur Aktion „Red Wednesday“


Wien-München (kath.net/KIN)

Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) hat rund um den letzten Mittwoch im November die Aktion „Red Wednesday“ ins Leben gerufen, um auf das Schicksal verfolgter Christen weltweit aufmerksam zu machen. Florian Ripka, Geschäftsführer von „Kirche in Not“ Deutschland, informiert im Interview über die Aktion und aktuelle Brennpunkte der Christenverfolgung.

Wie kam es zur Aktion „Red Wednesday“?

Florian Ripka: „Kirche in Not“ hat den „Red Wednesday“ 2015 ins Leben gerufen. Die Idee dazu kam aus Brasilien. Kirchen, öffentliche Gebäude in aller Welt wurden seither in rotes Licht getaucht – in Erinnerung an das Blut der Märtyrer. Dazu zählen zum Beispiel der Trevi-Brunnen oder das Kolosseum in Rom, Sacré-Coeur in Paris, das österreichische Parlament und viele mehr. Auch in Deutschland machen in diesem Jahr rund um den 24. November mehr als 70 Pfarrgemeinden mit, darunter auch die Kathedralen in Passau und Paderborn. Vielerorts finden Gebete und Andachten für verfolgte Christen statt. Aus dem „Red Wednesday“ ist eine weltweite Bewegung geworden, und darüber freuen wir uns!

Welche Entwicklungen in Sachen Christenverfolgung stellen Sie aktuell fest?


Auch wenn das Thema nicht viele Schlagzeilen macht: Christenverfolgung findet statt, Tag für Tag. Christen, aber auch andere religiöse Gruppen, leiden unter dschihadistischem Terror, autoritären Regime wie in China oder einem erstarkenden Nationalismus, der das Christentum als „kulturfremd“ ansieht. Ein Beispiel dafür ist der erstarkende Hindu-Nationalismus in Indien. Große Sorgen machen wir uns aktuell um die Länder in Subsahara-Afrika. Dort explodiert der Terror. Christenverfolgung findet mittlerweile auch digital statt. Ein Beispiel sind Massenüberwachungssysteme. Auch hier steht wieder einmal China an vorderster Front. Es wird immer gefährlicher, Christ zu sein: Das zeigt auch eine aktuelle Ehrhebung der OSZE. Demnach ist die Zahl der Hassverbrechen gegen Christen und christliche Einrichtungen im Vergleich zum Vorjahr um 70 Prozent gestiegen. Noch höher ist der Anstieg bei antisemitischen Gewaltverbrechen. Wer für verfolgte Christen betet, darf Religionsfreiheit insgesamt nicht vergessen.

„Kirche in Not“ gibt einen Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ heraus. Verwässert das nicht den Einsatz für verfolgte Christen?

Ganz und gar nicht! Wir sollten da immer redlich sein: Wo Christen verfolgt werden, werden auch andere religiöse Gruppen verfolgt. Der islamistische Terror in Afrika richtet sich auch gegen die Muslime, um nur ein Beispiel zu nennen. Darum dokumentieren wir in unserem Bericht Verstöße gegen die Religionsfreiheit und die Menschenrechtslage in 196 Ländern weltweit. Alle reden über Menschenrechte, Religionsfreiheit fristet demgegenüber oft ein Schattendasein. Das kann so nicht bleiben. Deshalb suchen wir den Dialog mit Politik und Öffentlichkeit.

Es kursieren immer wieder unterschiedliche Zahlen, wie viele Christen von Verfolgung betroffen sind. Wie beziffern Sie das?

Zahlen mögen griffig sein, aber sie suggerieren auch Zusammenhänge, die so nicht zutreffen. Niemand kann seriös sagen, wie viele Christen tatsächlich verfolgt sind. Auch da geht es um Glaubwürdigkeit. Wir können aus unseren Erkenntnissen von „Religionsfreiheit weltweit“ hochrechnen: Zwei Drittel der Menschen weltweit leben in Ländern, in denen die Religionsfreiheit eingeschränkt ist. Das sind 5,2 Milliarden Menschen. Die Zahl der Christen in diesen Ländern liegt bei über 600 Millionen. Das heißt nicht, dass alle diese Gläubigen blutig verfolgt sind. Das heißt aber sehr wohl, dass sie unter Umständen leben, die ihr alltägliches und religiöses Leben beeinträchtigen.

Was kann man konkret für verfolgte Christen tun?

Wir folgen bei „Kirche in Not“ dem Dreiklang: Gebet – Information – Hilfe. Der „Red Wednesday“ schafft Aufmerksamkeit und lädt zum Gebet ein. Das Zweite ist Information, und zwar seriöse Information. Und tatkräftige Hilfe: „Kirche in Not“ fördert über 5000 Einzelprojekte pro Jahr, damit Priester, Ordensleute, Katecheten auch unter widrigen Umständen ihre Arbeit machen können – und zwar nicht nur für die Pfarrangehörigen. Vom Engagement der Kirche profitieren alle, niemand wird weggeschickt und niemand fragt einen Menschen in Not nach dem Taufschein. Auch das ist gelebte Religionsfreiheit.

Weitere Informationen und Tipps zur Gestaltung des „Red Wednesday“: www.redwednesday.kirche-in-not.de.

Studie „Religionsfreiheit weltweit 2021“ von „Kirche in Not“: www.religionsfreiheit-weltweit.de


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  2. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  3. Weihesakrament und Leitungsvollmacht
  4. "'Potestas sacra' für Laien: worum es letztlich geht"
  5. Meinungsfreiheit auf katholisch
  6. Die Jugend von heute, die neue Generation Alpha, „sucht Sinn, Rituale und Spiritualität“
  7. US-Erzbischof gibt Anweisung, politische Botschaft an Weihnachtskrippe sofort zu entfernen
  8. Wer MEHR will, soll MEHR bekommen
  9. "Die Christen und Lebensschützer trauern um Martin Lohmann"
  10. "Die Katholische Kirche schwimmt mit dem Zeitgeist, sie ist parteipolitisch nach links gekippt!"






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. "Beten wir gemeinsam für die kommende Welle!"
  3. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  4. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  5. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  6. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  7. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  8. Australischer Forscher Andrew Lowenthal analysiert Zensur in Deutschland
  9. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  10. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  11. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  12. Menschenrecht auf Abtreibung?
  13. Gott schütze Venezuela!
  14. Papst Leo XIV: Meinungsfreiheit auch im Westen beschränkt
  15. MEHR hippe Missionare in Augsburg

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz