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„Abtreibung als normale Dienstleistung? Als Mutter ziehen sich mir die Eingeweide zusammen“

15. Dezember 2021 in Prolife, 3 Lesermeinungen
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„Man soll also Kinder im Mutterleib mit noch mehr Engagement und ohne Restriktionen töten dürfen als bisher.“ Gastbeitrag von Dorothea Schmidt


Berlin (kath.net) Ich lese gerade Artikel zum Thema Abtreibung, Abschaffen des Paragraphen 219a und die Idee, Antreibung zu normalen Dienstleistung zu erheben. Die Diskussion ist nicht neu. Aber jetzt, wo es so weit ist und die "Ampel" auf Grün schaltet, ziehen sich mir als Frau und Mutter regelrecht die Eingeweide zusammen. Wenn ich daran denke, dass man Kinder im Mutterleib mit noch mehr Engagement und ohne Restriktionen töten dürfen soll als bisher – dieses winzige, liebesbedürftige Lebewesen kann rein gar nichts dafür, dass es dort gelandet ist, muss aber quasi die Folgen der von Erwachsenen verantworteten Taten tragen.

Ich persönlich finde die Diskussion um die Frage, ab welcher Woche der Fötus nicht mehr abgetrieben werden darf, so, so,.. helft mir mal, mir fehlen die Worte. Meine Kinder waren jedenfalls immer Menschen, aus ihnen wäre auch 100%ig nichts anderes geworden, dafür bürge ich. Alles in ihnen war auf „Mensch“ angelegt.


Vielleicht ist das das Problem, überlegt man, dass es Küken besser ergehen soll als Menschen; Ende 2021 soll in Deutschland flächendeckend das Töten von Küken verboten werden.

Und jetzt stelle ich mir vor, es gäbe meine Kinder nicht: Dann hätte ich nicht die Erfahrung machen können, was es heißt, wenn man neben stinkigen Windeln, ständig quasi selbst nachwachsenden Wäschebergen oder dem Eliminieren von Mageninhalt in vor Lebensfreude strotzenden Augen schaut und vor Glück fast zerschmilzt.

Ich hätte nie erlebt, wie diese Kleinsten wie aus dem Nichts auf einmal kluge Reden schwingen oder Piet Mondriaans nach Hause bringen.
Ich hätte nie erfahren, wie schön es ist, von einem Kind geknuddelt zu werden, mitzureifen und mitzulernen mit und an selbständig werdenden Willensstarken.

Ich hätte nie erfahren, wie sich eine Situation um 180 Grad wenden kann, wenn ein Kind Liebe, Sicherheit und Zuwendung einer Umarmung erfährt.

Ich hätte auch nicht gewusst, dass Pflaster eine Wunde quasi zum Verschwinden bringen können.

Ich hätte nicht gewusst, dass Kleinkinder Erwachsene beim Memoriespielen schlagen und wie von selbst auf einmal rechnen können.

Ich hätte nie den verrücktesten Überraschungs-Kuchen der Welt einer stolzen 4-Jährigen gegessen und vor allem wäre ich nie zur besten Mama der Welt gekürt worden.

Gäbe es sie auf meinen Wunsch hin gar nicht, hätte mir ein Leben lang den Kopf zerbrechen müssen, was das für Menschen gewesen und geworden wären, hätten sie doch aufwachsen dürfen. Ich hätte wissen wollen, welche Stimme sie gehabt hätten, welches ihre Interessen und Hobbies wären, welchen Beruf sie wählen würden. Ich wäre vor Sehnsucht, sie zu sehen und kennen zu lernen, kaputtgegangen.

Ich weiß, dass wir Frauen unterschiedlich ticken. Aber ich bin überzeugt, dass uns das Mütterliche in die DNA eingeschrieben ist. Und ich wünsche jeder Frau die Erfahrung der wie auch immer gearteten geistlichen oder leiblichen Mutterschaft. Es gibt nichts Schöneres.

kath.net-Buchtipp:
Dorothea Schmidt: Pippi-Langstrumpf-Kirche
Meine Erfahrungen auf dem Synodalen Weg
Taschenbuch, 232 Seiten
2021 Fe-Medienverlag
ISBN: 978-3-86357-325-6
Preis Österreich: 9,20 €


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