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Vatikan:Erstmals kein Afrikaner mehr in der Kirchenleitung

24. Dezember 2021 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
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Der Leiter der vatikanischen Entwicklungsbehörde, Kurienkardinal Peter Turkson (73), muss nach Ablauf seiner fünfjährigen Amtszeit sein Amt abgeben


Vatikanstadt  (kath.net/KAP) Der Leiter der vatikanischen Entwicklungsbehörde, Kurienkardinal Peter Turkson (73), muss nach Ablauf seiner fünfjährigen Amtszeit sein Amt abgeben. Papst Franziskus bedankte sich am Donnerstag bei Turkson für seine Dienste. Zugleich übergab er die Leitung des Dikasteriums bis zur Ernennung eines neuen Präfekten vorübergehend an den Leiter der Abteilung für Migration, Kardinal Michel Czerny (75), und an die schon bisher im Leitungsteam der Behörde tätige Ordensfrau und Wirtschaftswissenschaftlerin Alessandra Smerilli (46).

Bereits seit einigen Tagen kursierten die Spekulationen, dass Turkson kurz vor der Ablösung stehe. So berichteten mehrere Medien am vergangenen Freitag, dass er sich von seinen Mitarbeitern bereits verabschiedet habe. Hintergrund sei, so die Medienberichte, dass eine interne Untersuchung im Sommer gravierende Führungsmängel im Dikasterium für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen ergeben habe.


Der aus Ghana stammenden Turkson selbst hatte Anfang der Woche erklärt, dass seine Amtszeit regulär auf fünf Jahre beschränkt sei und somit in diesem Jahr auslaufe. Entsprechend habe er sein Amt zurück in die Hände des Papstes gelegt und warte auf dessen Entscheidung. "Ich stehe dem Heiligen Vater zur Verfügung", so Turkson.

Das Dikasterium umfasst seit 2017 die früheren Aufgabengebiete der Päpstlichen Räte für Gerechtigkeit und Frieden, für Migranten und für Gesundheit. Ebenfalls integriert wurde der Rat "Cor unum". Papst Franziskus wollte mit der Zusammenlegung Synergien schaffen. Doch in Personalfragen soll die Umstrukturierung zu Spannungen geführt haben. Vor allem die für Migration zuständige Abteilung unter Kardinal Czerny führte anscheinend ein Eigenleben.

Im Juni hatte der Vatikan mitgeteilt, dass das Dikasterium für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen einer internen Visitation unterzogen werde. Damals hieß es, es handle sich um eine "normale Untersuchung der Aktivitäten" unter der Leitung des Erzbischofs von Chicago, Kardinal Blase Cupich.

Im Sommer verließ dann der Sekretär der Behörde, der französische Priester Bruno Marie Duffe (70), mit Ende seiner Amtszeit das Dikasterium und kehrte in seine Heimat zurück. Der beigeordnete Sekretär, der Argentinier Augusto Zampini (52), ging - ohne Angabe von Gründen - zurück nach Argentinien. Sein Abgang sorgte in Rom für Verwunderung, da er 2020 als Leiter der vatikanischen Covid-Kommission Verantwortung übernommen hatte. Beide Posten übernahm "ad interim" die italienische Ordensfrau Smerilli. Sie war im März zunächst zur Untersekretärin der Behörde ernannt worden.


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Lesermeinungen

 SalvatoreMio 24. Dezember 2021 
 

Es ist schon seltsam!

Kardinal Turkson ist 73 Jahre alt und hätte theoretisch noch ein wenig weiterwirken können. Jetzt wird Kardinal Czerny eingesetzt, der schon 75 Jahre alt ist. - Schade auch, da sowieso zu wenige Afrikaner an der Spitze der Kirche stehen,
jener Kontinent in seiner Religiosität voller Leben und Aufbruch ist.


3
 
 Bernhard Joseph 24. Dezember 2021 
 

Klar, dass der Vatikan unter der jetzigen Besetzung keine afrikanischen Bischöfe duldet

Die afrikanischen Bischöfe sind eben noch wirklich katholisch, fromm und ungenderisiert und auch nicht auf dem Sozialismus-Trip.


14
 
 lakota 24. Dezember 2021 
 

Nun ja,

bis jetzt wirft niemand dem Papst Rassismus vor...


8
 
 dubia 24. Dezember 2021 
 

Winkelzüge

Es ist schon erstaunlich (oder eigentlich ja nicht ...), welche Winkelzüge PF macht, um Ungeweihte und Frauen in vatikanische Leitungspositionen zu bringen. Nebenbei ist man einen weiteren konservativen Afrikaner los. Es ist ja ganz offensichtlich, welcher Plan hinter all dem steht.


14
 

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