Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Was interessiert mich das Geschwätz von Rom...
  2. Wenn sich Gratismut in Angst verwandelt
  3. Erschütterndes Beispiel für die Kultur des Todes: Seniorin wurde gegen ihren Willen euthanasiert
  4. Katholiken fordern Exkommunikation der „katholischen“ US-Gouverneurin Maura Healey
  5. „Trägt der synodale Prozess dazu bei, die Seelen Christus und dem ewigen Heil näherzubringen?“
  6. Bußgeldverfahren gegen Schüler nach Weigerung an LGBT-Workshop teilzunehmen
  7. 500 Euro für ein Sakrament oder was ist das wirkliche Problem?
  8. Katholische Beerdigung für italienischen Gitarristen wurde abgesagt, weil er Freimaurer war
  9. "Ich würde Kinderbetreuung nicht als Arbeit sehen, sage ich Ihnen ganz ehrlich"
  10. Das Kirchenjahr als Weg durch die Heilsgeschichte. Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden!
  11. Influencerin bezeichnet Trans-Politiker als Mann: zu zwei Jahren Hausarrest verurteilt
  12. ‚Waldbrände in der Kurie‘
  13. Edith Stein – Ave, Crux, spes unica
  14. Deutschland: Katholische Kirche verzeichnet mehr Erwachsenentaufen trotz Mitgliederrückgang
  15. "Satanisches Lachen" - US-Demokraten aus Massachusetts feiern Ermorden von Kindern bis zur Geburt!

Transgender: Fachgesellschaften warnen vor Geschlechtsumwandlung bei Kindern

21. April 2022 in Jugend, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Mehr psychologische Behandlung gefordert statt Druck auf Trans-Eingriffe


Wien (kath.net/IMABE) Die Nationale Akademie für Medizin in Frankreich hat neue Leitlinien zur medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Geschlechtsdysphorie (GD) herausgegeben. Sie warnt davor, Minderjährige vorschnell einer hormonellen oder chirurgischen Geschlechtsumwandlung zu unterziehen, wenn diese sich im falschen Körper fühlen. Die Eingriffe könnten sich auf keine ausreichende Studienlage stützen und seien damit nicht evidenzbasiert (vgl. Leitlinien 28.2.2022).

Die Fachexperten sind angesichts des „epidemieartigen“ Anstiegs der Inanspruchnahme von ärztlichen Leistungen im Zusammenhang mit Transidentität besorgt – vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Das „Risiko einer Überdiagnose“ sei „real“: Dies zeige sich durch die wachsende Zahl junger Erwachsener, die sich eine sog. Detransition wünschen, bei der die Geschlechtsumwandlung wieder rückgängig gemacht wird. Anstatt Kinder und Jugendliche schnell auf einen Trans-Weg zu drängen, sollte die Phase der psychologischen Betreuung daher möglichst ausgedehnt werden, so die Akademie.

In Frankreich dürfen sich Jugendliche ab 14 Jahren einer hormonellen und chirurgischen Geschlechtsänderung unterziehen, darunter fällt auch die Brustamputation bei minderjährigen Mädchen oder chirurgische Eingriffe am Genitale. In Deutschland soll die Möglichkeit von Transgender-Operationen bei Minderjährigen noch in diesem Jahr durch ein sog. „Selbstbestimmungsgesetz“ legalisiert werden. Das neue Gesetz soll das bisherige Transsexuellengesetz ersetzen, ein Gesetzesvorschlag liegt vor (vgl. Tagesschau, 23.2.2022).


Frankreich reiht sich neben Schweden, Finnland und Großbritannien in die Reihe jener Länder ein, die aggressive Transgender-Behandlungen bei Kindern ablehnen. „Hier findet offenbar ein Umdenken statt, dass sich an den medizinethischen Grundprinzipien orientiert. Das Prinzip des 'Nicht-Schadens' und 'Wohltuns' hat Vorrang gegenüber vermeintlicher Selbstbestimmung oder experimenteller Wunschmedizin“, sagt die Wiener Ethikerin Susanne Kummer (IMABE).

Laut Kummer hat jüngst der schwedische Nationale Rat für Gesundheit und Wohlfahrt neue Leitlinien zur hormonellen Behandlung von Minderjährigen bei Geschlechtsdysphorie publiziert (Februar 2022). Es zeige sich, dass eine „geschlechtsangleichende Behandlung zu einer Verschlechterung der Gesundheit und der Lebensqualität (d. h. „Schaden“)“ führen kann. Schweden lehnt daher eine Abgabe von Pubertätsblockern bei Minderjährigen ab, da die „Risiken den potenziellen Nutzen übersteigen“. Derartige Eingriffe dürften nur noch in Einzelfällen und im Rahmen einer klinischen Studie durchführt werden. Bereits im Mai 2021 hatte sich das Gremium gegen geschlechtsspezifische Operationen bei Jugendlichen unter 18 Jahren ausgesprochen (vgl. Bioethik aktuell, 1.10.2021).

Während sog. Transgender-Kliniken für Jugendliche und Kinder in zahlreichen Ländern aus dem Boden schießen und politischer Druck aufgebaut wird, wächst die Kritik an den irreversiblen Eingriffen bei Kindern trotz mangelnder Faktenlage. Die Eingriffe bei Kindern mit sog. Geschlechtsdysphorie seien nicht wissenschaftlich und damit experimenteller Natur sind. „Dennoch wächst der Markt – auf Kosten der Kinder“, so Kummer.

Pubertätsblocker und Operationen können bei Jugendlichen mit einer Vielzahl schwerwiegender Nebenwirkungen verbunden sein, wie Wachstumsstörungen, Knochenschäden, bei Mädchen Anzeichen der Menopause, Unfruchtbarkeit sowie emotionale und intellektuelle Störungen. Am 12. März wird der internationale #DetransAwarenessDay begangen.

In Großbritannien standen seit Jahren massive Vorwürfe gegen das britischen Gender Identity Development Service (GIDS) der Londoner Tavistock Klinik im Raum. Tausende Geschlechtsumwandlungen wurden dort bei Minderjährigen durchgeführt, es kam zu Klagen gegen die Klinik (vgl. Bell vs. Tavistock, 2021), 35 Psychologen hatten die Klinik innerhalb von nur drei Jahren verlassen, da sie die Vorgänge nicht mehr mit ihrem beruflichen Ethos und Gewissen vereinbaren konnten (vgl. Bioethik online, 13.1.2020).

Im Jahr 2010/11 wurden 138 Kinder zur Behandlung an die Londoner Klinik überwiesen, 2020/21 waren es mit 2.383 Jugendlichen 17 Mal so viele. Während es Anfang der 2010er-Jahre es meist Burschen waren, sind es nun überwiegend Teenagermädchen. Die Gründe für diese Verschiebung sind nicht bekannt. Weitere 4.600 Jugendliche, die ihr Geschlecht ändern wollen, stehen auf der Warteliste.

Eine unabhängige Kommission untersuchte nun die Vorfälle und legte den ersten Zwischenbericht (Cass-Review (Feb 2022)) vor. Dieser kommt zu einem verheerenden Urteil: Die Tavistock-Klinik müsse neu aufgestellt werden, da sie „keine sichere oder tragfähige langfristige Option" für Kinder und Jugendliche mit Geschlechtsdysphorie sei (vgl. The Times, 10.3.2022).

Die Hauptvorwürfe, nämlich dass Kinder zu schnell, ohne Qualitätssicherung und entsprechende psychologische Abklärung oder Alternativangebote hormonell behandelt wurden (vgl. Bioethik aktuell, 13.1.2020), hätten sich bestätigt. Auch Ärzte sollen unter Druck gesetzt worden sein, derartige experimentelle Eingriffe durchzuführen statt psychologische Behandlung anzubieten, die hilfreich gewesen wäre. Der Bericht der britischen Kommission soll im Laufe des Jahres abgeschlossen werden.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Edith Stein – Ave, Crux, spes unica
  3. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  4. Erschütterndes Beispiel für die Kultur des Todes: Seniorin wurde gegen ihren Willen euthanasiert
  5. "... der Sieg, der die Welt besiegt hat, ist unser Glaube” (1 Joh 5,4)"
  6. Grösse
  7. Angeklagt, weil er einen schismatischen Bischof nicht rehabilitierte: Armeniens Patriarch Karekin II
  8. ALfA startet „von-Galen-Projekt“ zum 85. Jahrestag der Predigt von St. Lamberti
  9. William Donohue: Bürgermeister Mamdani soll nicht an Gedenkveranstaltung zu 9/11 teilnehmen
  10. „Warum ich katholisch bin“
  11. „Nicht der Sturm hat das letzte Wort – Christus hat das letzte Wort. Amen.“
  12. Deutschland: Katholische Kirche verzeichnet mehr Erwachsenentaufen trotz Mitgliederrückgang
  13. Wenn der Sturm den Glauben prüft - Der Friede Christi mitten im Gegenwind
  14. Expertin fordert nach Aufsichtsversäumnissen in den Provinzen nun nationalen Sterbehilfe-Watchdog
  15. Katholische Beerdigung für italienischen Gitarristen wurde abgesagt, weil er Freimaurer war

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz