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„Die Kirche schafft sich ab – für 11 Milliarden“

24. Mai 2022 in Kommentar, 30 Lesermeinungen
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Die Kirche in Deutschland „will sich die Staatsleistungen abkaufen lassen“ – „Wer wurde jemals derart lang und üppig entschädigt? Die Opfer von Krieg, Vertreibung und Flucht etwa – im zweiten Weltkrieg und danach?“ Kommentar von Joachim Heimerl


Berlin (kath.net/joh)Mit 11 Milliarden Euro will sich die Kirche in Deutschland die Staatsleistungen abkaufen lassen, auf die man sich im Zuge der Säkularisation 1803 als Entschädigung geeinigt hat. Natürlich kann man die Sache historisch betrachten und auch juristisch, aber das ändert nichts daran, dass diese Ablösung heute nicht mehr vermittelbar ist.

Hinzu kommt: Wer wurde jemals derart lang und üppig entschädigt? Die Opfer von Krieg, Vertreibung und Flucht etwa – im zweiten Weltkrieg und danach?

Während Bischof Bätzing sonst gern den angeblichen „Glaubenssinn“ der Gottesvolkes zitiert und ihn doch nur mit den Agenda des sogenannten „Zentralkomitees der Katholiken“ verwechselt, scheint man hier die Zeichen der Zeit vollständig zu übersehen: Eine Kirche mit vollen Kassen ist schlichtweg unglaubwürdig, und dies heute mehr denn je: Krieg, Flucht, Inflation, Teuerung, Arbeitslosigkeit, die Not der Menschen überall – und dann noch 11 Milliarden für die Kirche?

Wenn es wirklich „systemische Ursachen“ dafür gibt, dass die Gläubigen die Kirche verlassen, dann ist es im Grunde doch nur dies: die reiche Kirche, ihre Steuern, das liebe Geld.

Dabei wird die Kirche ihre 11 Milliarden teuer bezahlen müssen: mit Kirchenaustritten in immer höherer Zahl.

Doch wen wundert das? Wie blind müssen die deutschen Bischöfe sein, Bätzing wie immer allen voran, um genau dies nicht zu erkennen?

Und wo sind hier die Stimmen, die wir heute brauchen? Die Stimmen, die sich gegen diesen Irrsinn erheben und die in klarer, vielleicht prophetischer Weise sagen: „Schluss damit! Wir brauchen das Geld nicht! Keine Staatsleistung, keine Ablösesummen, keine Kirchensteuer und keinen Mammon mehr! Überall sonst lebt die Kirche ohne das und überall lebt sie besser als hier!“

Wo sind die Stimmen, die vom echter Erneuerung sprechen und davon, dass man gerade da ansetzen muss, wo Jesus bei der Tempelreinigung angesetzt hat: „Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein, ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht“ (Mt 21,23) – man hört sie nirgendwo und am wenigsten im deutschen Episkopat! Hier herrscht das sprichwörtliche Schweigen im Walde. Stattdessen spricht man lieber von Strukturreformen und anderem Unsinn, nur um ja nicht jene letzten Kirchensteuerzahler zu verprellen, die spätestens jetzt in Scharen austreten werden: für 11 Milliarden Silberlinge!

Im Grunde gibt es für die Kirche in Deutschland nur zwei Möglichkeiten: Die Bischöfe verzichten ein für allemal und sagen sich endlich los vom deutschen Staat und seinen Bütteln oder sie spenden das Geld dem Heiligen Vater, damit er es in der ärmeren Weltkirche verteile. Eine dritte Möglichkeit sehe ich beileibe nicht – außer der endgültigen Selbstabschaffung einer Kirche, die am Ende nur noch auf ihren Geldsäcken sitzen wird.

Dr. Joachim Heimerl (siehe Link) ist Priester der Erzdiözese Wien und Oberstudienrat.


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Lesermeinungen

 Tante Ottilie 27. Mai 2022 
 

Ich erwarte von JEDEM Bischof, Verantwortung zu übernehmen!

Und das auch von Bischof Bätzing, statt wie gestern in der Fernsehdiskussion Frank zu behaupten, die (einfachen) Gläubigen sollten nicht mehr "nach oben" in der kirchl. Hierarchie schauen und von daher alles erwarten, sondern müssten quasi das Heft des Handelns selbst übernehmen.

Nein, so kann man sich nicht versuchen, aus der Verantwortung zu stehlen.

Ein Bischof ist wie jede andere Führungskraft in Politik, Behörden, Schulen, Universitäten oder der Politik gefordert, seinem hohen und verantwortungsvollen Amt gerecht zu werden und es auszufüllen.

Dazu ist ihm zu Recht ein erheblicher Teil an Macht und Einfluss und u.a. auch an Einkommen übertragen und das hat er nach bestem Wissen und Gewissen auszufüllen.

Wenn er das nicht kann oder will, soll er um Entpflichtung bitten und zwar umgehend, denn solche Nichtstuer braucht das Kirchenvolk nicht.

Statt revolutionär bis anarchistisch-antiautoritär selbst die Macht der Basis zu übergeben, sollte jeder Katholik für seinen Bf beten.


0
 
 antony 25. Mai 2022 

@ Zeitzeuge: Völlige Zustimmung.

Die Kirchensteuer finde ich v.a. aus einem Grund problematisch: Durch den automatischen Einzug haben die Kirchensteuerzahler keinen wirklichen Bezug dazu. Wenn die Gläubigen das Geld eigenhändig überweisen würden, hätten sie viel mehr Interesse daran, dass ökonomisch damit gewirtschaftet wird. Ein aufgeblähter Verwaltungsapparat, dessen Ansprüche an die Beschäftigten teilweise auf dem Niveau einer Behindertenwerkstätte liegt, würde dann nicht mehr toleriert.

In den USA haben die Gläubigen erzwungen, dass nach 2003 die Sauereien in manchen Priesterseminarien und Klöstern abgestellt werden. Hat nicht 100% geklappt, s. McCarrick, aber es wurde auf breiter Front rigoros durchgegriffen, nachdem die Gläubigen gedroht haben, sonst nicht mehr zu zahlen.

Das würde übrigens über die kirchlichen Lager hinweg funktionieren. Der kath-net-Leser hätte daran genauso ein Interesse wie das synodale Irrlicht.


1
 
 Zeitzeuge 25. Mai 2022 
 

Werte antony und chrobisch,

Ohne echte Re-Katholisierung (auch der Fakultäten)
und Entweltlichung (Joh 17,16) wird die katholische
Kirche nicht als "Licht für die Völker" erscheinen
und ihrer gottgewollten Sendung als übernatürliche
Heilsanstalt für die Menschen im vollem Umfang
gerecht werden können. Hierfür ist eine wahrhaftige Erneuerung in Christus als echte Re-Form
des Hauptes und der Glieder unumgänglich.

Das walte GOTT!

Gerne wünsche ich einen gesegneten und besinnlichen Tag!

www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/speeches/2011/september/documents/hf_ben-xvi_spe_20110925_catholics-freiburg.html


0
 
 Zeitzeuge 25. Mai 2022 
 

Werte anthony und chorbisch,

sinnvolle Projekte, die eine echte Re-Katholisierung fördern, könnten aber auch von einem Teil einer solchen "Entschädigung" finanziert werden.

Mehr über "Entweltlichung" im Link von Kard. Brandmüller.

Wichtig ist, ob bei kirchl. Vereinigungen, Projekten etc. wirklich das eigentlich katholische im Vordergrund steht, in diesem Sinn wäre "weniger"
besser als "mehr", das gilt auch für die Ausbildung der Theologen.
Priester sollten in der Tat primär priesterliche
Aufgaben erfüllen; für reine Verwaltungsaufgaben
z.B. genügen auch gut kath. Laien, z.B. Finanz-
verwaltung und Kostenkontrolle.
Ein aufgeblähter Verwaltungsapp. muß auf das unumgänglich Notwendige beschränkt werden. So gab es
z.B. im Bistum Aachen bei dessen Gründung 17
hauptamtl. Mitarbeiter, 1970 dann 75 und 2005
waren es 520 Bürokraten, obwohl die Zahl der Katholiken nicht wesentl. verändert war...... .
Auch hier ist eine echte Re-Form dringend geboten!

Schluß folgt!

www.kath.net/print/51180


0
 
 discipulus 24. Mai 2022 
 

Keine "Entschädigungen"

Der Begriff "Entschädigung" im Zusammenhang mit den Staatsleistungen bzw. den Enteignungen von Kirchengut im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses ist etwas mißverständlich. Der Staat hat damals zahlreiche Kirchengüter enteignet - und im Gegenzug Verpflichtungen übernommen, die mit diesen Gütern verbunden waren. Es gab z.B. Äcker, deren Pacht den Unterhalt der Kirche in einem Dorf sicherstellte, Wälder, aus deren Holzerlösen die Pfründe des Domdekans bezahlt wurde etc. Der Staat hat die Kirche also damals nicht wirklich "entschädigt", sondern zusammen mit den Gütern der Kirche gewisse Verpflichtungen übernommen. Ob das damals gerecht war oder nicht, ist heute nicht mehr die Frage. Die ersatzlose Streichung dieser Verpflichtungen heute käme hingegen einer grundgesetzwidrigen Enteignung gleich - deshalb MUSS der Staat diese Zahlungen ablösen. Die Kirche KÖNNTE natürlich auf eine solche Ablösung verzichten - oder die Ablösesumme karitativen Zwecken spenden.


0
 
 antony 24. Mai 2022 

@ Zeitzeuge: Die 11 Mrd. würden nicht auf den Kopf gehauen, sondern angelegt.

Die jährlichen Zahlungen (ca. 250 Mio an die RKK) würden sich in etwa erzielen lassen wenn man die 11 Mrd. risikoarm anlegt. Es bräuchte dazu eine Rendite von ca. 2,3%. Egal, wie die Finanzchefs in den Diözesen ticken: Sie würden sicher nicht 11 Mrd. dem Synodalen Irrweg hinterherwerfen, sondern sie anlegen und mit den Erträgen wirtschaften.
Das ist keine Frage von Glauben, sondern von Ökonomie.


0
 
 antony 24. Mai 2022 

@ chorbisch: Eine Pacht verjährt nicht, auch nicht nach 200 Jahren.

Und Unterhalts- Aufbau- und Reparaturkosten für Land? Das verstehe ich nicht. Was gibt es an der Scholle zu reparieren?

Wissen Sie, ich lebe in einem der finanzschwachen deutschen Bistümer. Vieles läuft hier durch freiwilliges Engagement von Laien. Wenn die Staatsleistungen ausfallen würden, wäre ich erst mal nicht übermäßig traurig, aber man müsste hier in der Bischofsstadt sicher die eine oder andere liebgewonnene Kirche veräußern. Einfach, weil z. B. das Domkapitel bisher aus Staatsleistungen sein Gehalt erhält, dann aber aus dem laufenden Haushalt bezahlt werden müsste. Ich vermute bei einigen unserer Bistumsbehörden großes Einsparpotenzial (in unserem Seelsorgeamt steht die üppige Personalausstattung in keinem Verhältnis zum mickrigen Output), aber die Leute haben einen kurzen Weg zum Generalvikar, da wird erst mal anderswo gespart.


0
 
 chorbisch 24. Mai 2022 
 

@ Zeitzeuge

Verehrter Zeitzeuge, eine Frage: Würde zu einer richtigen Entweltlichung nicht auch gehören, daß Priester sich nicht mehr, und manchmal den größten Teil ihres Erdenlebens, Aufgaben widmen, die nichts mit dem Priestertum zu tun haben?

Müssen etwa die Seketäre von Bischöfen, Kardinälen oder gar des Papstes wirklich Priester sein? In den staatlichen Ministerien nennt man diese Funktion Büroleiter oder persönlicher Referent und die für diese Ämter nötigen Kenntnisse und Begabungen gehören nicht zu den zentralen Anforderungen an einen Priester.

Da ist die Verbindung zur "Welt" oft sehr eng, vielleicht zu eng und fördert Karrieredenken und Strebertum.

Bitte verstehen Sie das nicht als Kritik an Ihren Aussagen zum Thema, es soll eine Ergänzung sein, und mich würde interessieren, wie Sie (und andere) darüber denken.


0
 
 Zeitzeuge 24. Mai 2022 
 

Nachtrag: Der Mehrheit der derzeitigen deutschen Bischöfe traue ich

natürlich nicht zu, solche Summen quasi auch

"katholisch" zu verwalten, aber ehrlich gesagt,

ROM derzeit auch nicht!

Eine wahre Re-Katholisierung ist ohne echte

Entweltlichung, dazu gehört auch die Befreiung

von staatl. Geldgebern, nicht vorstellbar!


2
 
 bert.b 24. Mai 2022 
 

Sicher wird bei stetig weiter sinkenden Mitgliederzahlen der großen Kirchen die Kirchensteuererfassung durch den Staat nicht mehr ewig währen. Auch die Staatsleistungen werden verschwinden, mit oder ohne Gegenleistung. Die Kirche wird auf Spenden angewiesen sein, zumindest für den Erhalt der Kirchengebäude und die Entlohnung der Angestellten. Aber ob das unbedingt besser ist? Es besteht die Gefahr, dass sich Großspender die Kirche nach ihren Wünschen formen.


1
 
 chorbisch 24. Mai 2022 
 

@ antony

Es dürfte einmalig sein, daß über 200 Jahre nach der Enteignung noch Geld bezahlt wird. Ich denke, die Kirche ist auf ihre Kosten gekommen, selbst wenn der jetzige Preis nicht dem Marktwert entspricht.

Vergessen Sie bitte nicht, daß die "Pächter" seitdem die Unterhalts-, Reparatur- und Wiederaufbaukosten der Immobilien bezahlt haben.

Das Erzbistum Köln ist sehr wohlhabend und in der Stast Mainz soll die Kirche wieder der größte Grundbesitzer sein. Das kommt nicht von der Kirchensteuer, sondern dürfte Ergebnis einer Art "Wiederaufbau" seit 1815 sein. München darbt auch nicht, sonst könnte man sich nicht das Palais in Rom leisten.

Und vor allem: Diejenigen, die 1803 wrklich in große Not geraten sind, die Priester, Mönche, Nonnen, die man ohne Unterstützung auf die Straße gesetzt hatte, die dürften von der "Pacht" kaum etwas bekommen haben, während die "höheren Herren" einen standesgemäßen Ruhestand genossen haben.

Die Kirche von heute wird durch "1803" nicht mehr geschädigt.


2
 
 Zeitzeuge 24. Mai 2022 
 

Danke für die Berichtigung, die Kirchensteuer hängt aber ebenfalls

mit den Enteignungen der Kirchengüter im Gefolge
der Säkularisation zusammen, vgl. Link!

Meine Meinung über die Verwendung einer möglichen
Abfindungssumme wg. der Staatsleistungen habe ich
bereits hier kundgetan.

www.erzbistum-koeln.de/erzbistum/finanzen/kirchensteuer/geschichte/


0
 
 Chris2 24. Mai 2022 
 

@zeitundewigkeit

Danke, das hatte ich anders in Erinnerung gehabt. Leider kann man nicht immer alles (nochmals nach-) recherchieren...


0
 
 Joachim Heimerl 24. Mai 2022 
 

Die Stastsleistungen und die Kirchensteuer

haben n i c h t s miteinander zu tun. Auch nach der Ablöse der Stastsleistungen läuft die Kirchensteuer weiter! Es geht um Entschädigungen (s.o.), nicht um Steuern.


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 J. Rückert 24. Mai 2022 
 

Diebesgut gehört zurückgegeben

@Richelius
Die Konstantinische Schenkung war ein Betrug. Auch nach dessen Aufdeckung durch Nikolaus Cusanus gab es keine freiwillige Rückgabe der Pentapolis.
Verrat sei eine Frage des Datums, sagte Talleyrand auf dem Wiener Kongress. Raub auch, das sehen wir.


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 antony 24. Mai 2022 

Es geht hier nicht um die Kirchensteuer. Staatsleistungen sind was anderes.

Staatsleistungen sind eine Entschädigung für die Enteignungen der Kirche unter Napoleon. Eine Art nachträgliche Pacht für die der Kirche weggenommenen Gebiete.

Zunächst einmal sind diese eine gerechte Kompensation. Wenn jemandem etwas weggenommen wird, muss man ihn entschädigen. Das sind momentan pro Jahr rund 250 Mio. €. Wenn man die Größe der enteigneten Gebiete berücksichtigt, nämlich alle Fürstbistümer außer Mainz, ca. 73.000 km², ist die Pacht ziemlich günstig, nämlich 24€/ha. Auf dem freien Markt kostet Ackerland derzeit das zehnfache.

Eine Ablösung von 11 Mrd. € wären 1500€ pro ha. Das ist auf dem freien Markt derzeit die vierfache Jahrespacht.

Die Kirchen bekommen also unterm Strich eine ziemlich lausige Abfindung.

Ob uns das geistlich nützt, steht allerdings auf einem anderen Blatt.


2
 
 Zeitzeuge 24. Mai 2022 
 

Im Link ein Artikel aus CNA; in diesem kommt auch die Kritik des em. Papstes

Benedikt XVI. am mehr als fragwürdigem deutschen
Kirchensteuersystem zum Ausdruck.

Ich erinnere auch an die Freiburger Rede von
Papst Benedikt XVI. über die dringend gebotene
Entweltlichung der Kirche.

Meiner persönlichen Meinung nach sollten die
theol. Staatsfakultäten, die häufig Brutstätten
eines unkirchlichen Neomodernismus sind, abge-
schafft werden, da die Bischöfe offensichtlich
nicht in der Lage sind (oder sein wollen), die
Lehrgenauigkeit, welche die Grundlage für die
missio canonica ist, zu gewährleisten.

Echte katholische Universitäten mit doktrinär
einwandfreien Dozenten würde m.E. genügen für
die Ausbildung der Priester und Religionslehrer,
die Anzahl der wirklich hierfür benötigten Unis
wäre zu ermitteln, eine evtl. Staatsabfindung
könnte zum Teil hierfür sinnvoll verwendet werden!

de.catholicnewsagency.com/article/kirchensteuer-20-0616


3
 
 chorbisch 24. Mai 2022 
 

@ Richelius

Vielen Dank für die Erläuterung. Ich habe sicher etwas zugespitzt formuliert, aber eine restlose Rückgabe des "Diebesgutes" hätte eben auch Konsequenzen.

Offenbar hatten schon die Zeitgenossen mit der Sache ihre Probleme, immerhin wurden die Zahlung eingeführt, als in Baden, Byaern, Württemberg noch die Nachkommen jener regierten, die die Beute einkassiert hatten.

Ich finde aber auch, daß es irgendwann auch einmal gut sein muß, um des "(Rechts-)friedens Willen.

Deshalb wird Deutschland das Elsaß oder die Ostgebiete nicht mehr zurückerhalten und eventuell auch deshalb stand schon in der Weimarer Verfassung, daß die Zahlungen abgelöst werden sollten.


1
 
 zeitundewigkeit 24. Mai 2022 
 

@chris2

"Doch wird die staatliche Besoldung der Priester,.."

Priester erhalten ihr Gehalt nicht vom Staat, sondern vom Bischof aus dem Kirchensteuertopf.


1
 
 chorbisch 24. Mai 2022 
 

@ Chris2

Vorsicht mit Unterstellungen. Nicht nur die "Synodalen" haben einen Hang zum Gelde.

Als Ende der 1920er Jahre die Familie von Freunden meiner Eltern in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind (Weltwirtschaftskrise, Probleme im deutschen Weinmarkt), war die, damals sicher noch lehramts- und bibeltreue katholische Kirche derjenige Gläubiger, der die Schulden bis auf den letzten Pfennig erbarmungslos eingetrieben hat. Es kam auch deshalb zur Zwangsversteigerung, weil die Kirchenverteter jede Lösung abgelehnt haben, bei dem sie auf Geld hätte verzichten müssen, wozu andere Gläubiger bereit gewesen waren.

Die Kirche bekam ihr Recht und ihr Geld, aber ob das christlich war?


2
 
 Richelius 24. Mai 2022 
 

@ chorbisch

Eigentlich meinte ich das staatsrechtlich…


0
 
 chorbisch 24. Mai 2022 
 

@ Bibelfreund, Richelius

@ Bibelfreund: Warum sollte jemand deshalb austreten?

@ Richelius: Und was macht die Kirche dann mit all den zurückgegebenen Häusern, Kirchen, Klöstern?
Es stehen doch schon jetzt Klöster leer, weil es keinen Nachwuchs mehr gibt. In Himmerod lebt noch 1 Mönch, und die Nonnen der Abtei Marienthal bei Görlitz haben nicht nur ihren Wald verkaufen müssen, jetzt haben sie auch Teile ihrer Bibliothek an ein Auktionshaus gegeben, weil sie das Geld brauchen.

Den Wein der Domäne Eberbach würde man wohl gerne nehmen, aber die Abtei unterhalten? Oder die frühere erzbischöfliche Burg in Eltville, oder den Rest der Sanierung des Mainzer Schlosses?

Auch eines der Gebäude der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei ist sanierungsbedürftig. War mal Kurmainzer Zeughaus, Rechnung also an Bischof Kohlgraf?

Und warum nicht gleich alles wiederhaben wollen, was in der Reformation enteignet wurde?

Etwas mehr Realismus und weniger Ideologie, wäre manchmal nützlich.


1
 
 girsberg74 24. Mai 2022 
 

Dieser Artikel ist nicht das Gelbe vom Ei, er ist zu aufgeregt.

Da ich in der Sache bislang wenig interessiert war, es eigentlich auch jetzt nicht bin, fehlt mir die Information, ob die Kirchensteuer damit wegfällt oder ob sie bleibt und dafür eine eigene Administration installiert wird.

Meine erste Überlegung galt nicht der Höhe der Summe, auch nicht wie dieser Handel in der Öffentlichkeit gesehen wird, sondern der Sorge, wofür diese Summe sinnvoll eingesetzt werden kann, ob zur Förderung des Glaubens etc. oder zur Pflege von Steckenpferden, wie sie auf dem Synodalen Weg geritten werden.

@Seeker 2000 hat in seinem Schlusssatz meine Gedanken ziemlich genau getroffen; ich stimme in dieser Sache auch sonst mit ihm weitgehend überein.


1
 
 Chris2 24. Mai 2022 
 

Viele gute Vorschläge.

Im Prinzip wäre eine endgültige Loslösung aus den finanziellen Krallen der jeweiligen Regierung ja gut. Doch wird die staatliche Besoldung der Priester, Bischöfe und vor allem auch unserer Professoren dann auch vorbei sein? Und was ist mit der Inflation von allein offiziell über 7% bei Null- bis Minuszinsen? Das Geld schmilzt wie Schnee in der Sonne und auch ohne Inflation wäre es nach 19 Jahren weg. Und wer renoviert dann all die Kirchen, Pfarrheime und Krankenhäuser?
Wer weiß, vielleicht weiß die Regierung ja auch, dass das Geld schon bald nichts mehr wert ist, die Ablösung aber für immer bleibt? Und vielleicht schaufeln die Synodalbewegten ja bereits Geld auf die Seite und in dunkle Kanäle? Und wer passt auf die 11 Milliarden auf?


2
 
 bibelfreund 24. Mai 2022 
 

Massenaustritte

Dann können Bätzing und die ekd-Dame bald das Licht ausmachen??bisher weiß kaum jemand von diesen jährlichen Zahlungen. Doch wenn DIE Summe ausgezahlt wird für Gender-Kampagnen u vulvenmalen, dann isch Ouver….diese geldgierigen schmarotzer in ihren Bischofs-Palästen Schrecken vor nichts zurück.


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 bernhard_k 24. Mai 2022 
 

Die Kirche braucht viel Geld!!!

Der Turbo-Reichtum der (dt.) kath. Kirche ist nicht das Problem. Die Kirche braucht sehr viel Geld: Kirchengebäude und weitere Gebäude erhalten, Personal, Gutes tun, spenden, Schulen, Krankenhäuser u.v.m.

Von mir aus dürfte die Kirche noch viel reicher sein - wenn die Bischöfe nur das EVANGELIUM treu und mutig verkünden würden.
Geld für sich ist keine Sünde ...


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 Richelius 24. Mai 2022 
 

Reichsdeputationshauptschluß rückabwickeln. Diebesgut gehört zurückgegeben.


2
 
 Seeker2000 24. Mai 2022 
 

Andere Sicht

Ich teile die Ansicht des Autors nicht, dass bei Eintritt der Zahlung eine neue Austrittwelle kommt. Ob das Geld nun häppchenweise, Jahr für Jahr kommt oder in einer Summe, macht im Ergebnis keinen Unterschied.So intelligent sind die meisten Leute dann doch noch. Und, wenn nach den 11 Mrd die Sache endlich vom Tisch ist, dann nimmt man das auch in einer Summe hin.
Die Truppe dbk & Co. dürfte der Geldregen doch freuen. Mehr Geld für SynWeg (der vertreibt die Leute!) und für die Entschädigung von Missbrauchsopfern (wir kaufen ein reines Gewissen und beweihräuchern uns selbst).
Geld per se ist nicht das Problem. Das Problem ist, wie man damit umgeht.


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 ThomasR 24. Mai 2022 
 

einamlige Zahlung an die Kirche seitens des Staates

Verteilung des erhaltenen Vermögens unter die Pfarrereien in Form von z.B. Immobilien oder Agrarland damit die Pfarrereien ihr Unterhalt selbst von den Pfründten bestreiten

und folgend die Abschaffung der Kirchensteuer

Warum eigentlich nicht?


2
 
 modernchrist 24. Mai 2022 
 

modernchrist

Als vierte Möglichkeit könnte man die Milliarden zum Aufbau von Sozialstrukturen und bombardierten Gotteshäusern aller Konfessionen in der Ukraine spenden.
Das würde der Ökumene dienen und einem geschunden Land aufhelfen.
Das würde eher die Kirchenaustritte bremsen.
Aber die reine Tatsache, dass die Kirche so viel Geld bekommen soll, das würde ohne ein proaktives und kluges Handeln der Verantwortlichen nur die Bevölkerung noch mehr gegen die Kirche aufbringen.


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