Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbruderschaft erklärt dem Papst den Glauben
  2. Papst warnt erneut die Piusbrüder! Geste wäre "ein schismatischer Akt"
  3. Die nächste Reform ist immer die beste aller Zeiten
  4. 'Der Bischof des Niedergangs ist Herr Feige'
  5. Bischöfe und ZdK wollen die AfD ausgrenzen, der Papst empfängt einen AfD-Bundestagsabgeordneten
  6. ‚Ist das Synodenbüro des Vatikan die PR-Abteilung von P. James Martin SJ geworden?‘
  7. Homosexuellenapostolat Courage International kritisiert Synodenbericht
  8. Vatikanisches Synodenbüro distanziert sich vom umstrittenen Gruppe 9-Abschlussbericht
  9. „Kann der Westen ohne das Christentum überleben?“
  10. Vertrauenskrise in der Kirche
  11. „So wie Volker Beck geht es mir auch mit ganz vielen Predigten und kirchlichen Verlautbarungen“
  12. Ach FRIEDRICH - Eklat beim Katholikentag und Kanzler Merz mittendrin
  13. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts bei Unfall schwer verletzt
  14. Wuppertaler stellv. Stadtdechant: „Lebendige Bindung an die Weltkirche“ statt „deutsche Sonderwege“
  15. Klimakatastrophe völlig 'unplausibel': IPCC-Autoren korrigieren Szenarien

Kardinal Koch: Für Patriarch Kyrill ist Westen dekadent

4. Juli 2022 in Aktuelles, 22 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Leiter des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen im "Sonntagsblatt"-Interview mit erneut scharfer Kritik am Moskauer Patriarchen


Graz (kath.net/KAP) Kurienkardinal Kurt Koch hat einmal mehr scharfe Kritik am Moskauer Patriarchen Kyrill für dessen Unterstützung des russischen Angriffs auf die Ukraine geübt. Er sei erschrocken, "dass Patriarch Kyrill so weit geht, dass er den Krieg auch mit religiösen Motiven legitimiert", so Koch im Interview mit dem steirischen "Sonntagsblatt" (aktuelle Ausgabe). Nicht überrascht habe ihn freilich Kyrills Sicht von Russland. Kyrill habe immer wieder seine Meinung zum Ausdruck gebracht, "dass Russland eine besondere Aufgabe bei der Verteidigung der christlichen Werte gegen den in seiner Sicht dekadenten Westen zukommt".

Den innerorthodoxen Konflikt um die Ukraine wollte Koch aber nicht für den Angriff Ruslands verantwortlich machen. Es wäre in seinen Augen "erbärmlich", so Koch, "wenn die innerorthodoxen Konflikte den Krieg verursacht hätten". Kirchliche Probleme dürften nie mit Gewalt "gelöst" werden.


Der Dialog mit der Orthodoxie sei durch den innerorthodoxen Konflikt aber jedenfalls massiv belastet, räumte der Leiter des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen ein. Das sei freilich keine aktuelle Entwicklung. Die Auswirkungen hätten schon früher begonnen, nämlich mit der Verleihung der Autokephalie an die Orthodoxe Kirche in der Ukraine durch den Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios 2018/19. Daraufhin habe das Russisch-Orthodoxe Patriarchat nicht nur die Beziehungen mit Konstantinopel abgebrochen, sondern auch entschieden, nicht mehr in der Internationalen Gemischten Kommission für den theologischen Dialog zwischen der Katholischen Kirche und der Orthodoxie insgesamt teilzunehmen.
Koch: "Aufgrund des schrecklichen und absurden Krieges in der Ukraine und der völlig unverständlichen Gutheißung dieses Krieges durch Patriarch Kyrill ist die Uneinheit innerhalb der Orthodoxie nochmals verschärft worden. Diese Situation belastet natürlich auch die ökumenischen Beziehungen."

Die traditionell engen Beziehungen zwischen staatlicher Herrschaft und kirchlicher Hierarchie in der Orthodoxie beurteilte der vatikanische "Ökumene-Minister" sehr kritisch, noch dazu, da diese Beziehungen oft "mit nationalistischen Tendenzen" verbunden seien. Der Nationalismus sei ohnehin die "Ursünde der Neuzeit", von der freilich auch einzelne Katholiken nicht gefeit seien. Da aber die Orthodoxen Kirchen wesentlich nationalkirchlich strukturiert sind, sei das Verhältnis von Kirche und Staat auch ekklesiologisch festgelegt. Koch: "Diese Symphonie von Kirche und Staat ist nun aber durch die Position von Patriarch Kyrill zum Krieg massiv infrage gestellt worden. Diese Frage, die in den bisherigen ökumenischen Dialogen weitgehend ausgeblendet worden ist, muss deshalb jetzt eingehend besprochen werden."

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich

Alle Rechte vorbehalten

Archivfoto Kardinal Koch (c) Bistum Passau


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE CHANCE - SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Papst warnt erneut die Piusbrüder! Geste wäre "ein schismatischer Akt"
  3. 'Der Bischof des Niedergangs ist Herr Feige'
  4. „Kann der Westen ohne das Christentum überleben?“
  5. Piusbruderschaft erklärt dem Papst den Glauben
  6. Die Erzdiözese Wien hat ein Problem: Toni Faber, seine 'Freundin' und seine 100m2 Penthouse-Wohnung
  7. Bischöfe und ZdK wollen die AfD ausgrenzen, der Papst empfängt einen AfD-Bundestagsabgeordneten
  8. Klimakatastrophe völlig 'unplausibel': IPCC-Autoren korrigieren Szenarien
  9. Die nächste Reform ist immer die beste aller Zeiten
  10. „So wie Volker Beck geht es mir auch mit ganz vielen Predigten und kirchlichen Verlautbarungen“
  11. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts bei Unfall schwer verletzt
  12. Ach FRIEDRICH - Eklat beim Katholikentag und Kanzler Merz mittendrin
  13. Vatikanisches Synodenbüro distanziert sich vom umstrittenen Gruppe 9-Abschlussbericht
  14. Proteste gegen Auftritt von Kardinal Marx
  15. ‚Ist das Synodenbüro des Vatikan die PR-Abteilung von P. James Martin SJ geworden?‘

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz