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Nordische Bischofskonferenz besorgt über schwedische Situation bezüglich der Religionsfreiheit

9. September 2022 in Weltkirche, 7 Lesermeinungen
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NBK: „In Schweden scheint Religion als Problem wahrgenommen zu werden. Wir vermuten, dass sie nicht nur einen säkularen Staat aufrechterhalten wollen, sondern auch eine säkulare Gesellschaft anstreben, in der Religion etwas völlig Privates ist.“


Kopenhagen (kath.net/Nordische Bischofskonferenz) kath.net dokumentiert die Erklärung der Vollversammlung der Nordischen Bischofskonferenz (NBK) in Hildesheim/Deutschland in voller Länge:

Die Nordische Bischofskonferenz möchte ihre Besorgnis über die Situation in Schweden in Bezug auf die Haltung gegenüber Religion und Religionsfreiheit, aber auch über die mangelnde Achtung der internationalen Menschenrechtskonventionen zum Ausdruck bringen.

Hintergrund sind die beiden Gesetzesentwürfe, die im Frühjahr 2022 vorgelegt wurden, wobei wir insbesondere den Vorschlag, die Einrichtung von unabhängigen Schulen und unabhängigen Freizeitzentren mit konfessioneller Ausrichtung zu unterbinden, als sehr bedenklich ansehen.

Heute besucht 1 % der schwedischen Schüler Privatschulen mit konfessioneller Ausrichtung. Die überwiegende Mehrheit dieser Schulen funktioniert hervorragend und trägt positiv dazu bei, dass Kinder und Jugendliche ihre Religionsfreiheit ausüben können. In diesen Schulen erhalten Kinder und Jugendliche Zugang zu religiösen Überzeugungen und Praktiken, lernen diese kennen und machen Erfahrungen mit ihnen. Dies trägt dazu bei, dass sie in einem multireligiösen sozialen Umfeld Menschen mit anderen Religionen begegnen können.

Nach den Europäischen Menschenrechtskonventionen (EMRK) hat der Staat das Recht der Eltern zu achten, ihren Kindern eine Erziehung und Bildung zukommen zu lassen, die ihren religiösen und philosophischen Überzeugungen entspricht. In der UN-Konvention über die Rechte des Kindes - die seit 2020 schwedisches Recht ist - heißt es ebenfalls, dass Kinder das Recht auf Religionsfreiheit und geistige Entwicklung haben. Der schwedische Vorschlag, die Einrichtung von freien Schulen mit religiöser Ausrichtung zu verbieten, verstößt daher gegen beide Konventionen.

In anderen europäischen Ländern sind konfessionelle Privatschulen ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft. In Dänemark besuchen 25 % der Schüler eine freie religiöse Schule, in den Niederlanden sind es 75 %.

In Schweden dagegen scheint die Religion als Problem wahrgenommen zu werden. Wir vermuten, dass sie nicht nur einen säkularen Staat aufrechterhalten wollen, sondern auch eine säkulare Gesellschaft anstreben, in der Religion etwas völlig Privates ist.

Das gleiche Misstrauen gegenüber der Religion und den Religionsgemeinschaften sehen wir im Gesetzentwurf über neue demokratische Bedingungen für die staatliche Unterstützung der Zivilgesellschaft und der Religionsgemeinschaften. Wenn der Gesetzentwurf in seiner jetzigen Form umgesetzt wird, besteht die Gefahr, dass er die Stellung der Religionsgemeinschaften in der schwedischen Gesellschaft langfristig gefährdet.

Wir sollten nicht vergessen, dass Religionsfreiheit auch das Recht aller Menschen auf freie Religionsausübung bedeutet.  

Hildesheim 5. September 2022

+Czeslaw Kozon (Vorsitzender der Nordischen Bischofskonferenz, Bischof von Kopenhagen)
+Anders Kardinal Arborelius (Vizepräsident, Bischof von Stockholm)
+Erik Varden (Bischofsprälat von Trondheim)
+Berislav Grgic (Bischofsprälat von Tromsö)
+David Tencer (Bischof von Reykjavik)
Pater Marco Pasinato (Administrator von Helsinki)

Foto NBK in Hildesheim (c) Nordische Bischofskonferenz


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Lesermeinungen

 Chris2 10. September 2022 
 

@Derfromme: Warum die Kirche sie nicht ratifiziert hat

Danke @HeJo für die plausible Erklärung. Bis vor kurzem hatte ich auch gedacht, die "unveräußerlichen" Menschenrechte seien eine Art säkulares Dogma. Aber natürlich sind selbst sie Mehrheiten und damit dem Zeitgeist unterworfen, wie die staatliche Duldung und sogar aktive Förderung der Abtreibung schon seit Jahrzehnten belegt. Und genauso, wie man die Grundrechte durch die oft willkürlichen Coronamaßnahmen de facto abschaffte oder zumindest ins Belieben der jeweilgen Bundes- oder Landesfürsten legte (oder sogar in die Tagesmeinung eines einzigen Virologen. A propos: Was wurde eigentlich aus Herrn Drosten?)


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 HeJo 10. September 2022 
 

Menschenrechte sind gottgegeben

Wenn die Kirche der Menschenrechtskonvention (EMRK) beitreten würde, so würde sie damit zugeben, dass man über "Menschenrechte" verhandeln und abstimmen könnte. Aber unsere grundlegenden Rechte werden uns nicht durch menschlichen Mehrheitsbeschluss zugestanden, sondern sind von Gott gegeben. Über die Würde des Menschen kann nicht verhandelt werden, da gibt es keine "Grundrechtsvorbehalte" oder "Eingriffe" in den Grundrechtsbereich. Zudem kann auch eine Mehrheit Sünde nicht zum "Menschenrecht" erheben oder sie zu einem legitimen "Eingriff" in ein Grundrecht erklären.


0
 
 Derfromme 10. September 2022 
 

@Chris2

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, wurde 1948 verabschiedet. Da waren Themen wie Frauenpriestertum oder Recht auf Abtreibung noch nicht aktuell. Es muß also eine etwas tiefergehende theologische Begründung geben, die ich aber nicht kenne. Vielleicht kennt jemand im Forum den Grund ?


0
 
 Chris2 9. September 2022 
 

@Derfromme

Könnte es sein, dass die Kirche dann massiv unter Druck geriete, "Frauenpriesterinnen" zu "weihen", wozu sie nicht einmal die Macht hätte, wenn sie es wollte? Oder ahnte sie, dass die säkularen Menschenrechte irgendwann pervertiert werden würden, so wie wir dies beim immer lauter geforderten "Menschenrecht auf Abtreibung" (also vorgeburtlicher Kindstötung) gerade live erleben?


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 Stephaninus 9. September 2022 
 

In Tat und Wahrheit geht es wohl

bei den politischen Vorstössen um die Gefahr, die tatsächlich oder vermeintlich vom Islam ausgehen. Dann sollten die Politiker das Problem aber auch beim Namen nennen. (NB: mit der Homophobie ist es übrigens nicht ganz unähnlich. Echte Homophobie geht sehr oft von islamistisch geprägten Männern aus. Anstatt dort anzusetzen, werden alle religiösen Menschen verdächtigt).


2
 
 Chris2 9. September 2022 
 

Schweden hat ein Problem mit dem Islam,

nicht mit dem Christentum. Wenn man aus ideologischer Verblendung nicht gegen die No-Go-Areas ("Utsatta Omraden") und die reihenweise handgranatenwerfenden und schwerkriminellen Clans vorgeht, braucht man eben einen Sündenbock. Immerhin: Die Schweden habem übermorgen buchstäblich die Wahl...

de.m.wikipedia.org/wiki/Gef%C3%A4hrdetes_Gebiet_(Schweden)


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 Derfromme 9. September 2022 
 

Schönheitsfehler

Den Nordischen Bischöfen ist bei Ihren Bemühungen Erfolg zu wünschen und gerne bete ich auch für die Situation in Schweden. Völlig zu Recht bezieht sich die Kirche hier auch auf Internationale und Europäische Menschenrechte. Dies wäre noch überzeugender, wenn der Vatikan diesen Abkommen auch beitreten würde.


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