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Die Kirche ist kein „Ort der Angst“!

24. Oktober 2022 in Spirituelles, 10 Lesermeinungen
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„Gerade in der Kirche braucht kein Homosexueller generalisierte ‚Angst‘ vor Diskriminierung zu haben; immerhin war sie es, die als erste gesellschaftliche Institution Ausgrenzung sexueller Minderheiten verbot…: im Katechismus.“ Von Joachim Heimerl


Linz (kath.net/joh) Was ist ein „Narrativ“? Zunehmend taucht dieser Begriff auf, zuletzt auch im kirchlichen Bereich. Eine „sinnstiftende Erzählung“ muss ein „Narrativ“ nach literaturwissenschaftlicher Definition dabei gar nicht sein. Im Grunde reicht es, wenn es ein Slogan ist. Der muss nicht einmal wahr sein und auch keinen Sinn ergeben; Hauptsache ist, er bedient ein Vorurteil oder erfüllt einen propagandistischen Zweck. Das Ziel ist, dass sich solche „Narrative“ als „Topoi“ verfestigen, das heißt als fixe Formeln oder als feststehende Bilder; man könnte einfacher auch von einem „Gemeinplatz“ sprechen. Ein solcher Topos ist inzwischen das Narrativ geworden, demzufolge die Kirche kein „Ort der Angst“ sein dürfe.

An sich sind derlei Aussagen natürlich richtig, und gerade deshalb verfangen sie sich auch so gut. In der Tat hat die Angst in der Kirche nichts verloren, außer der Angst, Gott zu missfallen und sich gegen ihn zu versündigen. Allerdings ist diese Angst gerade jenen fremd, die nur zu gern das Angst-Narrativ bemühen. Ihnen geht es keineswegs um eine religiöse Angst und auch nicht um Religion; ihnen geht es um Politik und zwar um Politik gegen die Kirche. Dass der DBK-Vorsitzende Bischof Georg Bätzing dieses Narrativ ebenso gern verwendet wie sein Vorgänger Kardinal Reinhard Marx, erstaunt wohl niemand – mit der Kirche, wie sie Christus gestiftet hat, haben beide Würdenträger nichts mehr am Hut. Kein Wunder also, dass sie zu Narrativen greifen, die gerade aus dem Milieu stammen, das die Kirche zerstören – pardon: natürlich „reformieren“ will.

Ursprünglich ist das Narrativ vom „Ort der Angst“ im Zuge der Missbrauchsfälle entstanden. In letzter Zeit wird es dagegen ausschließlich von jenen verwandt, die meinen aufgrund ihrer Homosexualität in der Kirche „Angst“ zu erleben, vor allem dann, wenn sie kirchliche Angestellte sind. Dabei steht es jedermann frei, seinen Arbeitgeber zu wählen und ihn bei Bedarf zu wechseln, auch kann man jederzeit zivilrechtliche Schritte erwägen, wo sie eben notwendig sind. Um all dies geht es hier jedoch nicht. Das Narrativ dient einem anderen Zweck: Auf Biegen und Brechen soll Homosexualität volle kirchliche Anerkennung finden, noch mehr: Man fordert eine „Heiligsprechung“ der Genderideologie, eine Abkehr vom christlichen Menschenbild. Ebenso gut könnte die Kirche sich selbst aufgeben. Willfährt sie dem nicht, bleibt sie „böse“ und „finster“, und genau dies suggeriert das Narrativ vom „Ort der Angst“. Es lässt sich trefflich gegen die Kirche ausspielen und bestätigt automatisch alle antikirchlichen Ressentiments.

Natürlich übersieht man dabei, dass Angst immer eine subjektive Empfindung ist und nur sehr selten eine allgemein gültige Kategorie. Insofern bedeutet das Angst-Narrativ zunächst einmal nichts. Es ist eine Verallgemeinerung und wie jede Verallgemeinerung ist es vor allem falsch.

Gerade in der Kirche braucht kein Homosexueller eine generalisierte „Angst“ vor Diskriminierung zu haben; immerhin war sie es, die als erste gesellschaftliche Institution die Ausgrenzung sexueller Minderheiten verbot, und zwar in verbindlicher Weise: im Katechismus.

Wenn es dennoch zu Diskriminierung kommt, ist dies immer dem Handeln von Einzelnen geschuldet. Im konkreten Umfeld kann dies gewiss eine Form von Angst begründen; es macht aber nie die Kirche als solche zu einem „Ort der Angst“. Wer sich hier bekehren muss, ist deshalb nicht die Kirche, sondern derjenige, der sich im Einzelfall nicht an ihre Lehre hält und Homosexuelle diskriminiert. Dies gilt im Übrigen für die Gesellschaft als solche.

Gleiches zeigen die Missbrauchsfälle. Weder ist die Kirche „Missbrauchstäterin“ noch begünstigt sie Missbrauch in irgendeiner Weise. Das Gegenteil ist der Fall: Derlei steht der kirchlichen Morallehre diametral entgegen. Die Kirche ist gerade deshalb keine „Täterorganisation“!

Stattdessen ist Missbrauch ein gesamtgesellschaftliches Problem, und so nachlässig wie die Gesellschaft bis heute mit diesem Thema umgeht, haben es lange auch kirchliche Amtsträger getan. Gewiss haben sie dadurch das Zeugnis der Kirche verdunkelt, sie haben aber die Kirche nicht als solche „dunkel“ oder zu einem „Ort der Angst“ gemacht. Dies zeigt schon ein Blick auf die Zahl der Missbrauchstäter. Unter den Priestern zählen 1,5 bis 3 Prozent dazu; mindestens 97 Prozent haben im Umkehrschluss aber nichts mit Missbrauch zu tun! Wieder erweist sich das Narrativ als das, was es ist: Es ist falsch und es ist vor allem demagogisch. Mit ihm wird ein Kesseltreiben heraufgeführt, das vor allem den Weiheämtern gilt, und das doch nur einen schalen Zweck verfolgt: die Abschaffung des Zölibats und die Zulassung der „Frauenweihe“.

Wer das Narrativ von der Kirche als einem „Ort der Angst“ gebraucht, hat ihr inneres Wesen nicht erfasst. Das gilt insbesondere für Marx und Bätzing und leider für andere Bischöfe mehr. Sie alle bemühen nur noch die Narrative einer neuen Reformation, richten die frohe Botschaft aber längst nicht mehr aus; dies am wenigsten dort, wo es am meisten nottäte. Was ihnen nicht mehr gelingt, formulierte Papst Johannes Paul II. in nur einem Satz: „Habt keine Angst! Öffnet die Tore weit für Christus!“ Für diese Botschaft braucht man keine Narrative. Für sie braucht man Größe, Glaube und Heiligkeit. Und nur solche Hirten braucht die Kirche! Auf alle anderen kann sie getrost verzichten.

Der Autor Dr. Joachim Heimerl ist Priester und Oberstudienrat.

 


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Lesermeinungen

 lesa 24. Oktober 2022 

[email protected]: Die dreiteilige Artikelserie von Aardweg deckt ein großes Spektrum des Fragenbereichs dieses Themas ab. Danke für den Hinweis!


2
 
 modernchrist 24. Oktober 2022 
 

Wer abgetrieben hat und das in der Kirche propagiert

kann vielleicht sich unwohl fühlen oder Angst um seine kirchliche Stelle haben. Derzeit ist es doch so, dass wir die normalen Katechismusinhalte nicht mehr angstfrei kommunizieren können, ohne ausgegrenzt und bedroht zu werden. Wenn diese rote-Teppich-Hofierung des Queeren und Schwulen noch mehr innerkirchlich um sich greift, dann kommt die Angst durchaus bei den Eltern von Ministranten und Jugendlichen, die nämlich nicht wollen, dass ihre Kinder von der Schwulen-Agenda umgekrempelt werden! Bald wird es offen queere Kindergärtnerinnen, Oberministranten und Jugendführer geben. Bald wird man den Quotenqueeren für die PGRs fordern. Dann kommt tatsächlich die Angst -aber für die glaubenstreuen Christen!


3
 
 AlbMag 24. Oktober 2022 
 

Der Trugschluss durch fingierte Allgemeinheit (sophisma fictae universalitatis)

Dieser Schluss geht aus von einer fingierten d.h. moralischen Allgemeinheit, die fälschlicherweise zu einer metaphysischen Allgemeinheit hochgespielt wird. Berühmtes Beispiel:
Epimenides hat gesagt: Alle Kreter sind Lügner.
Nun aber war Epimenides selbst ein Kreter.
Also war Epimenides ein Lügner.

Alle Kreter sind Lügner, ist keine metaphysische Einheit, die auf jeden Hintersten und Letzten zutrifft, sondern das ist eine moralische Einheit. Genauso könnte das „Narrativ“ oder Slogan, die kath. Kirche sei ein „Ort der Angst“ als Trugschluss wie so vieles Verbreitung gefunden haben. Beispiel:

Es gibt Homosexuelle in der kath. Kirche.
Homosexuelle haben Angst vor Diskriminierung.
Also ist die kath. Kirche ist ein Ort der Angst.

Fazit: Das ist ein Trugschluss durch fingierte Allgemeinheit.

Dass es Homosexuelle in der kath. Kirche gibt, ist keine metaphysische Einheit, die auf jeden Hintersten und Letzten zutrifft, sondern das ist eine moralische Einheit. Thomas v. Aquin lässt grüßen!

www.ifit.website/?tag=trugschluss


2
 
 lesa 24. Oktober 2022 

Lebensnotwendiges Stück Seelsorge anstatt fauler Ausreden

Danke für dieses Meisterstück an Differenzierung und Klärung in dieser für das (zeitliche und ewige Schicksal) so vieler junger Menschen hochgefährlichen Zeit!
Hoffentlich machen viele Priester und Bischöfe es Ihnen nach. Was haben unsere Jugendlichen denn an Halt und Orientierung? Nichts als haufenweise Narrative, hinter denen sich Geistlosigkeit, Verirrung und Verdummung verbarrikadiert?
Dass vor allem Teenager unter der gestiegenen Anzahl der Abtreibungen zu finden sind, müsste doch jeden (vor allem für die Seelsorge aber auch in der Politik Verantwortlichen) zur Tat motivieren: Nämlich zur öffentlichen Erinnerung an das 6. Gebot und die Lehre der Kirche, die Schätze der Orientierung, die in der Offenbarung Gottes allen geschenkt ist.


6
 
 Zeitzeuge 24. Oktober 2022 
 

Im Link mehr über Homosexualität vom niederl. Fachmann v.d,.Aardeweg,

dessen Bücher übrigens auf dem "Staatsindex"

stehen.

Wohl auch die quasi "Geistes-Enkel" der Menschen,

die am lautesten


die Abschaffung des kirchl. Indexes der verbotenen

Bücher gefordert haben, die dann auch kurz nach

dem Konzil erfolgte, setzen jetzt Bücher, die

nicht Zeit(un)geistkonform sind, auf den nach

wie vor bestehenden Staatsindex.

Wie sagte der im 19. Jahrhundet lebende spanische

Staatsphilosoph Donoso Cortes:

"Es wird eine Zeit kommen, da sagt die Lüge
zur Wahrheit, du bist die Lüge......."

www.die-tagespost.de/kultur/literatur/das-wunschdenken-der-homolobby-art-207692


5
 
 lesa 24. Oktober 2022 

Christus befreit und heilt von Angst - gerade durch die Sakramente der Kirche

Dieses Narrativ ist eine teuflische Verdrehung. Wer vor der Bekehrung Angst hat und durch falsche Propheten noch tiefer in die Finsternis gestoßen wird, der gerät oft in ausweglose Ängste. Bischöfe, die dieses Narrativ bedienen, haben von der wirklichen Situation (geistig, seelisch, körperlich) keine Ahnung. Sie wurden nicht damit konfrontiert. Dafür gibt es das Wort Gottes u. das Lehramt, damit die Hirten nicht eine oberflächliche, subjektive Einschätzung auf die Leute loslässt. Darum der Treueid?!
Nicht wenige Hs. haben die Ängste und Finsternisse, die nicht selten Suizid führen, langsam ablegen und im Mitleben der Kirche, mit ihrem Gebet und den Sakramenten wieder Vertrauen und Lebenskraft, Heilung für ihre von -zig Partnerwechseln verwundete und zerrissenen Seele finden können. Das ist ein Erfahrungsbericht.
Empfehlenswert z.B das Zeugnis von Daniel Mattson in seinem Buch "Warum ich mich nicht schwul nenne." Ein ehrliches, sehr ausführlicher und differenziertes Zeugnis.


5
 
 Chris2 24. Oktober 2022 
 

Die Kirche ist offen für alle,

aber nicht für alles.
So, wie auch Gott jeden Menschen vorbehaltlos und unendlich liebt, aber deswegen noch lange nicht unsere (vor allem schweren) Sünden akzeptiert oder gar gutheißt, sondern uns alle zur Umkehr ruft...


6
 
 Chris2 24. Oktober 2022 
 

Angst müssen LGBT-Personen nicht bei uns haben,

sondern eher in den von den linken Parteien von den "Grünen" bis zur "C"DU ersehnten und geschaffenen Parallelgesellschaften der "Banlieues" und "Utsatta Omraden" deutscher Großstädte, in denen bestenfalls "Friedensrichter" regieren und schlimmstenfalls Clans und Gangs händchenhaltende Männer und Männner in Frauenkleidern beschimpfen, bedrohen und attackieren. Denn sehr viele Gewaltfälle kommen aus der "islamisch geprägten Ecke". Wer es nicht glaubt, möge in der jeweiligen Lokalpresse nachsehen oder ein paar Wochen später nachrecherchieren.
Was öffentlich bekennenden LGBT-Personen bei uns "droht", ist der Hinweis, das praktizierte Homosexualität nicht dem Willen Gottes entspricht (aus Sorge um ihr Seelenheil) und schlimmstenfalls die dringende Bitte, LGBT-Propaganda doch bitte woanders zu verbreiten. Letzteres gilt übrigens auch gegenüber Bischöfen...


3
 
 golden 24. Oktober 2022 
 

Reinigung für Alle im Glauben

-das ist ein positives Angebot des Hl. Geistes, das uns im Wort Gottes bezeugt wird. (Apostelgeschichte 15,8+9). "Diplomatische" Worte als "Wattebäuschchen" für Menschen, die ihre eigene Sünde für toll halten,helfen niemandem.


4
 
 SalvatoreMio 24. Oktober 2022 
 

"Öffnet die Tore weit für Christus!"

Danke,@ Dr. Heimerl!Klar und deutlich haben Sie gesagt, was Sache ist. Wer Christus verkünden will (besonders mit speziell kirchl. Auftrag!), hat die Pflicht, sich um tieferen Glauben und Heiligkeit zu bemühen.


6
 

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