Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Was interessiert mich das Geschwätz von Rom...
  2. Papst warnt vor eigenmächtigen Änderungen bei der Messe
  3. „Trägt der synodale Prozess dazu bei, die Seelen Christus und dem ewigen Heil näherzubringen?“
  4. Katholiken fordern Exkommunikation der „katholischen“ US-Gouverneurin Maura Healey
  5. Der Bischof und der Denunziant
  6. Ablehnung ökumenischer Konzile ist modernistisch
  7. 500 Euro für ein Sakrament oder was ist das wirkliche Problem?
  8. Tragisches Ende einer Medjugorje-Wallfahrt: Zwölf polnische Pilger sterben bei Busunglück in Ungarn
  9. Warum der Teufel das Braune Skapulier so sehr hasst!
  10. Der integre Leib der Gottesmutter und ihr unbeflecktes Herz
  11. Das Kirchenjahr als Weg durch die Heilsgeschichte. Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden!
  12. Schwuler Aktivist übt scharfe Kritik an Jens Spahn: „Es gibt kein Grundrecht auf ein Kind!“
  13. ‚Waldbrände in der Kurie‘
  14. Der Glaube, der Gott nicht loslässt
  15. Nach Lebensschutzdemonstration: Zwölf Polizisten von Linksradikalen verletzt

Beihilfe zur Selbsttötung ließ Suizidrate in der Schweiz deutlich steigen

13. November 2022 in Schweiz, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


IMABE-Direktorin Kummer: Sterbehilfe-Organisationen unterlaufen effektive Suizidprävention - Deutsche Bundesärztekammer: 90 Prozent der Suizide und Todeswünsche haben psychische Erkrankung als Hintergrund.


Zürich/Wien (kath.net/ KAP)

Auch wenn die Schweiz 2020 erstmals weniger als 1.000 Fälle von Suizid verzeichnete, haben 1.251 Eidgenossen im selben Zeitraum Suizid mithilfe Dritter verübt - womit in Summe ein neuer Höchststand erreicht wurde. Das geht aus aktuellen Daten des Schweizer Bundesamts für Statistik hervor, auf die sich das Wiener Bioethikinstitut IMABE in einer Aussendung beruft. Deutlich werde dabei aufs Neue, "wie sogenannte 'Sterbehilfe'-Organisationen mit ihrem Angebot de facto eine effektive Suizidprävention unterlaufen", erklärte bei diesem Anlass IMABE-Direktorin Susanne Kummer.

Mit insgesamt 2.223 Fällen, in denen sich in der Schweiz Wohnhafte im Jahr 2020 das Leben frühzeitig nahmen, kommt die Alpenrepublik somit eigentlich auf eine Suizidrate von 25,6 pro 100.000 Einwohner, was mehr als das doppelte der Rate Österreichs von 12,5 (2021) bedeutet. Diese Zahl sei laut Kummer "erschreckend", finde jedoch in der Öffentlichkeit kaum Widerhall. Vielmehr werde der schrittweise Rückgang "harter Suizide" als Erfolg gemeldet - "und gleichzeitig ausgeblendet, dass in der Schweiz in nur zehn Jahren die Zahl der Selbsttötungen mithilfe Dritter um mehr als 350 Prozent gestiegen ist", so die Ethikerin.


Kritik übte die IMABE-Direktorin auch daran, dass assistierte Suizide in der Schweiz nicht zur Suizidrate zählen, was die Fakten verzerre. "Ein Suizid bleibt ein Suizid - auch wenn Dritte nach Absprache die Tötungsmittel zur Verfügung stellen. Prävention und nicht Angebote müssen oberstes Gebot bleiben", betonte Kummer.

 

Zürich: Private Heime dürfen Zutritt verbieten

Die jüngst präsentierten Schweizer Zahlen erhärten auch die internationalen Daten: Von sogenannten "harten" Suizide sind vor allem Männern unter 65 Jahre betroffen. Die gefährdetste Gruppe für Selbsttötungen mithilfe Dritter sind hingegen ältere Frauen und Senioren. Um an diese neue Zielgruppe besser heranzukommen, machen Sterbehilfe-Vereine auf die Politik Druck. Sie wollen direkten Zugang zu Altersheimen, um dort für Suizidangebote zu werben und ältere Menschen damit zu "versorgen".

Zumindest für Zürcher Alters- und Pflegeheime in privater Trägerschaft wurde dies nun abgewehrt. Während Alterseinrichtungen mit einem Leistungsauftrag einer Gemeinde nun gezwungen sind, Sterbehilfe-Vereinen wie Dignitas und Exit Zutritt zu gewähren, hat der Zürcher Kantonsrat nun entschieden, dass private Träger Suizidhilfe in ihren Räumlichkeiten weiterhin verbieten können.

 

"Exit" wirbt in Bus und Straßenbahn

Empörung über die Wende im Kantonsparlament äußerte unter andrem der für neue Klientel werbende Verein Exit. Der Sterbehilfe-Betreiber wirbt derzeit in Basel, Bern und Zürich in Bussen und Straßenbahnen für seine Suiziddienstleistungen. Angesichts erster Beschwerden von Fahrgästen berief sich ein Sprecher des Verkehrsunternehmens Bernmobil darauf, dass die Werbeflächen verpachtet und das Unternehmen somit nicht selbst für die Anzeigen zuständig sei. Dennoch behalte man sich vor, "beispielsweise Werbung für Alkohol, diskriminierende Werbung oder Werbung, die gegen andere rechtliche Vorschriften oder die guten Sitten verstößt, abzulehnen" - wozu offenbar Werbung für Suizid-Beihilfe nicht zählt.

 

"Ursachen zu wenig im Blick"

Dass auch in Deutschland in der Sterbehilfe-Debatte die Prävention von Suiziden vernachlässigt werde, hat jüngst auch der Präsident der Bundesdeutschen Ärztekammer (BÄK), Klaus Reinhardt, kritisiert. Zu einseitig sei die derzeitige politische Debatte auf die Verwirklichung eines Suizidwunsches ausgerichtet, erklärte Reinhardt in einem Bericht des Deutschen Ärzteblattes.

Die Hauptursachen von Suizidalität würden zu wenig in den Blick genommen, mahnt die BÄK. Etwa 90 Prozent der Suizide und Todeswünsche lägen psychische Erkrankungen zugrunde - insbesondere Depressionen. Untersuchungen zeigten, dass Depressionen und Vereinsamung einen starken Einfluss auf einen Suizidwunsch hätten. Um diese Menschen müsse man sich speziell mit regionalen Angeboten kümmern, betonte Reinhardt. Anlässlich der bevorstehenden gesetzlichen Regelung zum assistierten Suizid in Deutschland dürfe keinesfalls Suizidprävention hinter Suizidhilfe zurückstehen.

 

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. "Mit Leib und Seele bei Gott – unsere Berufung zur Vollendung"
  3. "... der Sieg, der die Welt besiegt hat, ist unser Glaube” (1 Joh 5,4)"
  4. Was interessiert mich das Geschwätz von Rom...
  5. ‚Waldbrände in der Kurie‘
  6. Katholisches College erwirbt Freimaurertempel
  7. Generalstaatsanwalt von Texas: „Baby Gabriel verdient eine Chance auf Leben“
  8. „Habt keine Angst – Noch sind die Glocken nicht verstummt“
  9. Das Kirchenjahr als Weg durch die Heilsgeschichte. Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden!
  10. Sechste Staffel von „The Chosen“ angekündigt: Fokus auf die Passion Christi
  11. Orthodoxe bereiten sich mit Fasten auf "Mariä Entschlafung" vor
  12. „Das menschliche Leben muss von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod geschützt werden“
  13. Katholiken fordern Exkommunikation der „katholischen“ US-Gouverneurin Maura Healey
  14. 500 Euro für ein Sakrament oder was ist das wirkliche Problem?
  15. "Es wird Europa zerstören, für immer!"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz