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Adventliche Schatzsuche

9. Dezember 2022 in Kommentar, 4 Lesermeinungen
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Wie bereiten wir uns am besten auf Weihnachten vor? Indem wir den Synodal-Texte wenigstens im Advent wenig Beachtung schenken und uns in kirchliche Dokumente vertiefen — auf der Suche nach den ewigen Wahrheiten - Benedicta von Dorothea Schmidt


Linz (kath.net)

In der immer noch angespannten Situation innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland ist von Advent manchmal wenig zu spüren. Das muss aber nicht so sein. Man muss es einfach nur unterlassen, sich mit kirchenpolitischen Themen zu beschäftigen. Auch wenn immer noch der Ad Limina-Besuch nachhallt und viele es offenbar ganz prima finden, dass der Dissens zwischen Deutschland und Rom größer nicht sein könnte. „We agree to disagree“, so das Motto. Aber wenn man die Erbsünde abschaffen will, dem Papst und seinen Vorgängern, kirchlichen Dokumenten, der Tradition und Offenbarung widerspricht und frontal gegen das Lehramt anrennt — dann letztlich auch gegen Jesus selbst: Jesus, we agree to disagree. Frohe Weihnachten?

Wohl kaum. Aber es wäre nicht das erste Mal, dass es keinen Platz für Jesus gibt. Es dürfte aber klar sein, in welcher Atmosphäre Jesus sich wohler fühlt: in einem Milieu des Verdachts und Misstrauens gegenüber ihm und seiner Kirche oder in Herzen, die Jesus in Demut willkommen heißen. Die Beschäftigung mit der synodalen Sonderreligion führt nicht dazu, Christus aufnehmen zu können. Sie hilft auch nicht, die Lehre der Kirche und Christi Botschaft tiefer zu verstehen oder glücklicher und demütiger zu werden. Ganz im Gegenteil. Demut braucht es aber, so sagte Mutter Teresa einmal, um Jesus aufnehmen zu können. Demut habe Maria zur Muttergottes gemacht. Demut würden wir Gott genauso schulden wie Ehrfurcht.


Ehrfurcht wiederum hat etwas mit Staunen zu tun. Dazu soll hier eingeladen werden. Und zwar, indem wir uns auf die Suche nach dem Schatz der ewigen Wahrheiten in Bibel, Katechismus, Bücher von Heiligen, (auch aktuellen) vatikanische und lehramtlichen Texten begeben, in Kombination mit persönlichem Gebet. Durch das Gebet öffnen sich die Augen unserer Seele, lehrte Franz von Sales. Und dann lernen wir wieder Staunen und Ehrfurcht vor der Größe und Schönheit und Weisheit des ganz Anderen.

Also Vorhang auf und Bühne frei: Statt sich über den Grundlagentext des Synodalen Weges zu echauffieren, lesen wir das Dokument „Die Verbum“ des Zweiten Vatikanum. Gegenstück zu Forum 1 „Macht und Gewaltenteilung“ sind „Lumen Gentium“ und das Geistliche Tagebuch von Papst Johannes XXIII.. Als Ersatz für die Texte des Synodalforum 2. „Priesterliche Existenz heute“ sei das Tagebuch eines Landpfarrers empfohlen. Mulieris Dignitatem und der Brief von Johannes Paul II. an die Frauen eignen sich für die Thematik des Forum 3. Und das Thema Sexualität von Forum 4 hat ebenfalls Johannes Paul II. wunderbar in der Theologie des Leibes entfaltet. Hier wäre die Theologie des Leibes für Anfänger ein guter Einstieg.

Lesen wir auch die aktuellen Statement der Kardinäle Ladaria und Ouellet, holen Bücher von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. vom Dachboden und machen es uns bei einer Tasse Glühwein und gebrannten Mandeln am Kamin so richtig gemütlich — Jesus und seiner Kirche zur Ehre.

Das wird manche Bischöfe ärgern. Man sieht sie schon wütend schnauben, wenn sie sehen, dass ihre Schäfchen sich mit diesen Texten beschäftigt haben. Sei’s drum. Sie sind nicht Gegenstand einer adventlichen Vorbereitung auf das Kommen Jesu Christi. Hier geht es statt um die Hermeneutik des Verdachts um Offenheit für Weisheit, Freude und Erfüllung; eine geistliche Schatzsuche, die das Potenzial hat, Herzen zu verändern.


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