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„Papst packt Probleme an, die der Synodale Weg mit seiner binnenkirchlichen Perspektive vergisst“

2. März 2023 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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Kardinal Kasper im „Zeit“-Interview: Bei einigen Anliegen“ habe der Papst „den Eindruck, dass sie die Einheit des Glaubens in der Weltkirche massiv gefährden würden. Solche ‚falschen Reformen‘ will und muss er bremsen.“


Vatikan (kath.net) „Papst Franziskus packt Probleme an, die der Synodale Weg mit seiner rein binnenkirchlichen Perspektive vergisst.“ Erneut äußerst der emeritierte Kurienkardinal Walter Kasper Grundsatzkritik am deutschen Synodalen Weg. Im Interview mit Evelyn Finger für die „Zeit“ reagiert er auf die Frage, ob „die deutschen Reformer vom Papst gebremst“ würden, mit „Ja und nein.“ Einerseits nein, denn selbstverständlich wolle Papst Franziskus Reformen. Gleichzeitig aber auch „Ja, denn der Papst will keine grundsätzliche Reform der Kirche, sondern Reformen in der Kirche.“ Der Papst könne „sicherlich“ „vielen Anliegen des deutschen Synodalen Wegs ….zustimmen“. Allerdings habe er „bei anderen Anliegen“ „den Eindruck, dass sie die Einheit des Glaubens in der Weltkirche massiv gefährden würden. Solche ‚falschen Reformen‘ will und muss er bremsen.“ Kasper erinnerte eigens daran, dass es der Papst ist, der „die Verantwortung für die Einheit der Kirche“ trage.


Auf die Frage, ob Papst Franziskus als „ein  Erneuerer“ zu gelten habe, antwortete Kasper: „Manche bestreiten das und meinen, Franziskus wolle nur Reförmchen.“ Kasper selber vertritt aber: „Doch, er will und hat vieles bewirkt.“ So habe Franziskus bereits Synodalität gefordert, „bevor es den Synodalen Weg überhaupt gab“. Auch seien „alle wichtigen Themen des Synodalen Weges waren längst auf seiner Agenda“ gewesen, so Kasper weiter: „die Mitwirkung der Laien, der Abbau des Klerikalismus, die Förderung der Frauen im Dienst der Kirche, die Überwindung der Verbotsmoral und die Stärkung des Gewissens, die Achtung vor gleichgeschlechtlich orientierten Menschen, die Aufklärung des sexuellen und geistlichen Missbrauchs, die Reform des Kirchenrechts und der römischen Kurie. Das alles ist in der Kirche möglich, ohne die Kirche auf den Kopf zu stellen. Papst Franziskus packt Probleme an, die der Synodale Weg mit seiner rein binnenkirchlichen Perspektive vergisst und vernachlässigt: die Glaubenskrise im Westen, die Klimakrise, die westliche Mitschuld an himmelschreiender Ungerechtigkeit in der Welt, die Verantwortung für den Frieden.

Die Fragen der „Zeit“-Redakteurin Evelyn Finger gingen, wie vorhersagbar gewesen war, gut erkennbar wieder nur in eine einzige kirchenpolitische Richtung. Einseitige Meinungsmache verbarg sich beispielsweise in Fragen wie: „Warum hat die Kirche solche Angst vor Veränderung?“ und „Was sagen Sie jenen, die das Neue fürchten?“ Katholiken, die die geltende Lehre der Kirche für gut halten und für sie eintreten, werden hier wie gewohnt abgeurteilt. Finger ist gemäß Angabe der „Zeit“ die verantwortl. Redakteurin im Zeit-Ressort „Glauben und Zweifeln“.

Kardinal Walter Kasper ist emeritierter Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, er war von 1989 bis 1999 der Bischof von Rottenburg-Stuttgart gewesen.

Archivfoto Kardinal Kasper (c) kath.net


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