Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  2. Nach fast drei Wochen bricht die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Schweigen
  3. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  4. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  5. These: Die Wahrheit steht über der nachdrücklichen Forderung nach Einheit
  6. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  7. So fühlt sich Nachhausekommen an
  8. Viel Bla-Bla zum Neuen Jahr!
  9. Der Weihnachtsglaube - Sand oder Fels
  10. Wann enden die perspektivlosen Strukturdebatten?
  11. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  12. BILD-Chefin Marion Horn fordert jetzt: Daniel Günther muss das zurücknehmen oder zurücktreten
  13. „Ich kann die Kommunion nicht empfangen. Ist es trotzdem sinnvoll, zur Messe zu gehen?“
  14. Griechisch-orthodoxe Bischöfe üben scharfe Kritik an EU-Plänen zu Abtreibungsfonds
  15. Papst Leo XIV. bestärkt Bischof Voderholzer auf dem Weg der Neuevangelisierung

"Wir wollen lieben, weil er uns zuerst geliebt hat" (1 Joh 4,19)

14. April 2023 in Kommentar, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Zuerst müssen wir Jesu Barmherzigkeit in der stillen Kammer empfangen, immer wieder neu, bedürftig, wie wir sind - BeneDicta am Freitag von Linda Noé


Krakau (kath.net)

Barmherzigkeit. Ein biblisches, bedeutungsschweres, tief gehendes und unter Gläubigen schnell verwendetes Wort. Ein Wort, dass in der Welt altmodisch geworden ist. Das Thema des kommenden Sonntags. Gedanken und Eindrücke, auch inspiriert durch die kath.net Leserreise zum Zentrum der Barmherzigkeit in Krakau-Lagiewniki.

Als ich, zwanzigjährig, zum Glauben gekommen bin, war das Tagebuch der Hl Sr Faustyna Kowalska, ebenso wie die Autobiographie der Hl Therese von Lisieux und Bücher von den Hl Pfarrer von Ars meine Einstiegslektüre. Einerseits war ich fasziniert und angezogen von dem, was ich da las, andererseits spürte ich bisweilen meine innere Abwehr und Unverständnis gegenüber einem so radikal anderen Leben und Lebensstil. Manches erschien mir wie aus einem frommen Märchen aus einer anderen Welt, und zweiteres jedenfalls war es ja auch: auch aus einer gänzlich anderen Welt, als ich sie bisher kannte! Und so war der Heilige Geist am Werk dabei mir zu zeigen, dass diese Botschaft gerade für uns und mich und heute die größte Bedeutung hat. Der Hl Johannes Paul II. verwendete häufig die Bezeichnung erbarmende Liebe. In der Enzyklika „Dives in misericordia“ schrieb er, dass Erbarmen (…) ja die unerlässliche Dimension der Liebe [ist], sozusagen ihr zweiter Name (DM 7). Barmherzigkeit ist ihm zufolge eine äußere Form der Liebe Gottes gegenüber dem Menschen, der die Bürde der menschlichen Schwäche trägt.


Genau das ist für den weltlich gesinnten Menschen (und wie sehr hat jeder von uns seine Gedanken bereits erneuert, so dass sie wirklich Gottes Reich entsprechen?), ebenso anziehend wie auch unverständlich und möglicherweise sogar abstoßend. Zutiefst im Herzen hat jeder, absolut jeder Mensch, die tiefe Sehnsucht, dass ihm ein starkes DU wahrhaft begegnen und ihn lieben möge, tief und auch genau dort, wo er am Schwächsten ist, sich am wenigsten selbst annehmen kann, anderen und sich selbst weh tut. Dass dieser jemand einen herausreißen möge aus dem Elend, durch eben diese Liebe. Wer Gott nicht kennt, sucht diese Liebe woanders, und selbst wir, die wir sagen, dass wir Gott kennen, sind nicht gefeit davor, sie bisweilen in Menschen und vergänglichen Dingen zu suchen, so stark und tief ist diese Sehnsucht, ganz egal, ob sie uns bewusst oder unbewusst ist.

Auf der anderen Seite empört es unseren Perfektionismus und unser Streben nach Selbsterlösung, unseren Stolz, dass wir, wie der Hl Johannes Paul II. sagt, diese Bürde der menschlichen Schwäche und Bedürftigkeit tragen. Wir wollen gut dastehen und sind es doch auch- zumindest verglichen mit vielen anderen?! Unsere hochglanzpolierten Instagramprofile bezeugen dieses. Und auch wenn wir schon gläubig geworden sind, leben wir, meiner Erfahrung nach, gerne schnell wieder nach diesem Prinzip, etwa unter dem Motto: „Ja, einmal hat Jesus mich aus meinem Elend herausgeholt, ab jetzt bin ich besser, habe ich es verstanden, arbeite selbstständig und mit den Regeln, die mir Gott gegeben hat. Barmherzigkeit brauche und oder verdiene ich nicht mehr.“ Das kann sehr subtil sein, und sich uA darin zeigen, dass wir anderen gegenüber unbarmherzig werden oder stolz auf unser eigenes moralisch hochwertiges Leben und auf andere herabsehen.

„Christus ist schon zu der Zeit, da wir noch schwach und gottlos waren, für uns gestorben“ (Röm 5,6) „Wir wollen lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.“ (1 Joh 4,19). Immer bleibt es so, dass wir am Weinstock bleiben müssen, bedürftig sind und Gottes barmherzige Liebe empfangen müssen, bevor wir in ihr leben und sie weitergeben können. Niemals wird das ein Selbstläufer aus eigener Kraft. Nie dürfen wir das vergessen, noch mehr vielleicht wenn wir uns bekehrt haben, vielen anderen Menschen dienen und für sie verantwortlich sind. Zuerst müssen wir Jesu Barmherzigkeit in der stillen Kammer empfangen, immer wieder neu, bedürftig, wie wir sind und bleiben- und das ist kein Widerspruch, sondern die Erfüllung des Wortes vom (wirklich herrlichen!) und großen Schatz, den wir in zerbrechlichen Gefäßen tragen (2 Kor 4,7). Danke Heiliger Geist für die Botschaft über die Barmherzigkeit des Vaters, und dass Du sie heute neu für jeden von uns lebendig werden lässt.

 

Möchten Sie, dass diese und ähnliche Kommentare auch ab Juni auf www.kath.net erscheinen? Bitte helfen Sie uns JETZT! DANKE + Vergelt's Gott! https://www.kath.net/news/81199

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

BeneDicta

  1. Hoffnung schlägt Optimismus
  2. Kirche zwischen Riss und Rückbindung
  3. Freu dich, Gott liebt dich
  4. 'Sommer ist, was in deinem Kopf passiert'
  5. Denn der Glaube ist kein Leistungssport
  6. Das Glück dieser Welt kauft man nicht mit Geld
  7. Herabsteigen in die „Tiefe unseres Seins“
  8. Lächle einen Menschen an, der dich nervt!
  9. Die mächtige Realität des himmlischen Shalom
  10. Ostern: Mit der Seele im Himmel






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Nach fast drei Wochen bricht die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Schweigen
  3. Australischer Forscher Andrew Lowenthal analysiert Zensur in Deutschland
  4. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  5. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  6. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  7. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  8. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  9. Viel Bla-Bla zum Neuen Jahr!
  10. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  11. MEHR hippe Missionare in Augsburg
  12. Papst Leo XIV: Meinungsfreiheit auch im Westen beschränkt
  13. Gott schütze Venezuela!
  14. BILD-Chefin Marion Horn fordert jetzt: Daniel Günther muss das zurücknehmen oder zurücktreten
  15. So fühlt sich Nachhausekommen an

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz