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"Kein Manager eines Weltkonzerns würde so sprechen!"

12. Juli 2023 in Weltkirche, 57 Lesermeinungen
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Hans Winkler übt in der "Presse" Kritik an Kardinal Schönborn, weil ihn das Schrumpfen der Kirche nicht beunruhigt


Wien (kath.net)
Hans Winkler,  früherer langjähriger Leiter der Wiener Redaktion der „Kleinen Zeitung“, hat in einem Gastkommentar in der Wiener Zeitung "Die Presse" jüngste Äußerungen des Wiener Kardinals Schönborn zum Rückgang der Katholiken kritisiert. "Unser Schrumpfen beunruhigt mich nicht, denn die Kirche hat ein schönes Paket an Sinn-Orientierung. Man nennt das das Evangelium", meinte Schönborn. Hans Winkler fragt sich daraufhin, ob man sich den leitenden Manager einer Regionalabteilung eines Weltkonzerns vorstellen könne, der in der Öffentlichkeit sagt: "Unserer Firma geht es schlecht, der Absatz unsere Produkte verringert sich rasant, in ein paar Jahren werden wir nur noch einen Marktanteil von zwanzig Prozent haben", aber dies mache ihm nichts aus, denn „wir haben ein gutes Produkt”. Wahrscheinlich nicht. Doch genau das tat laut Winkler der Kardinal, der meint, dass die Kirche auch weiter schrumpfen werde.


Winkler kritisiert auch, dass Schönborn von einem "schönen Sinnpaket" spricht. Dies sei für einen Theologen vom Rang Schönborns doch einigermaßen erstaunlich unterkomplex. "Sinnhuberei" habe es jemand spöttisch genannt, wenn sich die Kirche auf den Markt der Sinnanbieter begibt und mit Esoterikern und Lebensberatern in Konkurrenz tritt. Da verliere das Christliche seine Kontur und ob gläubig oder nicht gläubig, wird unbedeutend. Nicht jede individuelle Sinnsuche ist auch schon christlich", betont Winkler, der dann auch Kritik an einer Empfehlung der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ) übt. Diese sprach in einer Aussendung von einem "sozial-ökologisch-spirituellen Zugang in diese Zeit hinein“. Für Winkler sei dies "gedankliche Flachheit"

Winkler spekuliert abschließend auch, dass der Papst die Synodensynode deshalb veranstalten lässt, damit die deutsche Weltsicht (die es freilich auch anderswo gibt) nicht zur Weltsicht der ganzen Kirche werde.


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