Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nicht Bruch, sondern lebendige Tradition - Wider den Missbrauch der Liturgiereform
  2. Kard. Sarah: „Die Abneigung gegen Latein und Gregorianik wird mit der 68er-Generation verschwinden“
  3. Rom sollte in Deutschland endlich Bischöfe einsparen und Bistümer zusammenlegen!
  4. Die Krise des Bischofsamtes
  5. Papst Leo: „Die Welt durchlebt eine besonders unruhige Phase“
  6. Deutschland: 2024 waren nur noch 43 % der Bestattungen christlich
  7. Die Hölle, eine verschwiegene Wahrheit
  8. Papst äußert sich skeptisch zu fundamentalen Risiken der KI
  9. ‚Tritt hinter mich!’ Der Weg des Messias führte über das Kreuz
  10. Caroline Bosbach: „Linkspartei erklärt evangelikale Christen zum Feindbild“
  11. US-Diözesen mit ungewöhnlich hoher Zahl an Priesterweihen
  12. Polnischer Primas in Jasna Góra: „Recht auf Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod“
  13. Ist ein linker Punksänger klüger als Bischof Feige?
  14. „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“
  15. R.I.P. Dolly Parton

Verschollene Liste zu Juden in Kirchen-Verstecken entdeckt

10. September 2023 in Chronik, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Vor 80 Jahren besetzten die Nazis Rom - Tausende Juden versteckten sich in der Stadt, viele in kirchlichen Häusern - Eine jetzt wiederentdeckte historische Liste aus dem Jahr 1943 nennt ihre Namen.


Rom (kath.net/ KAP)
Mehr als 4.300 Personen haben sich im Zweiten Weltkrieg in kirchlichen Häusern in Rom vor dem Zugriff der Nazis versteckt. Eine nun entdeckte, verschollen geglaubte Liste nennt die Namen von 3.600 dieser Menschen, die zum Großteil Juden waren. Das Dokument wurde im Archiv des Päpstlichen Bibelinstituts entdeckt und am Donnerstag im Museum der jüdischen Gemeinde in Rom präsentiert.

Das Schriftstück liefert wichtige Informationen über die Rettung von Juden durch katholische Orden in Rom, wie die mit der Untersuchung der Liste beauftragten Historiker betonten. Eine bislang bekannte Dokumentation habe nur Zahlen genannt, aber keine Namen. Von den 3.600 namentlich genannten Personen waren rund 3.200 mit Sicherheit Juden, wie ein Abgleich mit dem Archiv der Jüdischen Gemeinde zeigt.


Liste Jahrzehnte verschollen
Erstellt hatte das Schriftstück der italienische Jesuit Gozzolino Birolo unmittelbar nach der Befreiung Roms durch die Alliierten 1943. Er war damals mit der Verwaltung des Päpstlichen Bibelinstituts betraut, das von dem Jesuiten Augustin Bea geleitet wurde. Der spätere Kardinal Bea setzte sich für den jüdisch-katholischen Dialog ein.

Birolos Liste galt über Jahrzehnte als verschollen. 1961 veröffentlichte der Faschismusforscher Renzo de Felice eine Dokumentation mit 100 bzw. 55 Häusern von Frauen- und Männerorden, die verfolgten Menschen Schutz vor den Nazis gewährten. De Felice zählt ebenso viele Betroffene in kirchlichen Verstecken wie Birolo - allerdings ohne Namen.

In Rom lebten zu Beginn des Zweiten Weltkriegs etwa 10.000 bis 15.000 Juden. Nachdem Italiens Regierung einen Waffenstillstand mit den Alliierten geschlossen hatte, besetzten die Deutschen ab 10. September 1943 die Hauptstadt. In der Nacht zum 16. Oktober befahl der deutsche Sicherheitspolizei-Chef Herbert Kappler eine Razzia im jüdischen Wohnviertel. Insgesamt deportierten und ermordeten die Nazis etwa 2.000 Menschen. Etlichen gelang es, sich zu verstecken, bis die Alliierten im Juni 1944 die Stadt befreiten.

Historikern untersuchen Schriftstück
Das wiederentdeckte Schriftstück wird von Historikern der Jüdischen Gemeinde Roms, der Päpstlichen Fakultät für Erziehungswissenschaften Auxilium, der Päpstlichen Universität Gregoriana, des International Institute for Holocaust Research in Yad Vashem und des Päpstlichen Bibelinstituts untersucht. Um die Nachfahren zu schützen, ist der Zugriff auf die Liste derzeit eingeschränkt.

Copyright 2023 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Ist ein linker Punksänger klüger als Bischof Feige?
  3. R.I.P. Dolly Parton
  4. 'Ich möchte meinem Vater im Himmel danken'
  5. Die US-Diözese Salt-Lake-City verzeichnet jedes Jahr hunderte neue Mitglieder
  6. 'Weil die andere Option darin bestand, in der Hölle zu brennen, ewig an meinen Haaren aufgehängt.'
  7. Kiewer Großerzbischof Schewtschuk: "Wir bitten um Solidarität"
  8. Rom sollte in Deutschland endlich Bischöfe einsparen und Bistümer zusammenlegen!
  9. „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“
  10. Britische Regierung verweigert finnischer Abgeordneter Räsänen die Einreise
  11. Erfrischung für Rom: Als ein Papst die Piazza Navona unter Wasser setzte
  12. Polnische Salvatorianer boten Workshop für Ministrantendienst im klassischen Ritus an
  13. Irland: 30 Prozent Rückgang bei katholischen Taufen in zehn Jahren
  14. Ein Wunder der Vorsehung
  15. Polen - Erzbischof Galbas: „Es gehört auch zum Auftrag der Kirche zu sagen: ‚Du darfst nicht‘“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz