Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  2. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  3. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  4. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  5. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  6. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  7. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  8. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  9. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!
  10. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  11. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“
  12. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  13. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“
  14. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  15. Englische Lebensschützerin Vaughan-Spruce plädiert ‚nicht schuldig‘ bei Anklage wegen stillen Gebets

Bischof Küng gegen weitere Liberalisierung der Abtreibungspraxis

15. Oktober 2023 in Prolife, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Emeritierter Bischof Küng bei "Marsch fürs Leben": Politik soll sich "wegen der demografischen Frage und der Überalterung in weiten Teilen der Welt den Kopf zerbrechen" - Teilnehmer des "Marsch fürs Leben" zogen durch Innenstadt. VIDEO


Wien (kath.net/ KAP)
"Die Politik hat die persönliche Selbstbestimmung zum obersten Dogma erklärt": Darauf hat der emeritierte St. Pöltner Bischof Klaus Küng am Samstag bei einem Gottesdienst vor dem "Marsch fürs Leben" in Wien hingewiesen. In seiner Predigt in der Karlskirche kritisierte der Bischof das damit einhergehende Recht auf Abtreibung sowie Recht auf Beihilfe zum Suizid. Christinnen und Christen seien dazu aufgerufen, Schwangeren in Not mit Verständnis und Hilfe zu begegnen sowie sich im Lebensschutz von Alten und Kranken zu engagieren, so Küng, der sich zudem gegen eine weitere Liberalisierung der Abtreibungspraxis aussprach. Die Politik solle sich vielmehr "wegen der demografischen Frage und der Überalterung in weiten Teilen der Welt den Kopf zerbrechen".
Kritik übte der Bischof an der Argumentation, dass Abtreibung heute für alle zugänglich und möglich sein müsse, "um die Gesundheit der Frau zu schützen, auch die psychische". Wahr sei hingegen, dass eine Abtreibung eine "tiefe Wunden in den Frauen hinterlässt, die ihr Kind abtreiben lassen". Der Kirche komme dabei die Aufgabe zu, betroffene Frauen zu unterstützen und Mut zuzusprechen. Küng weiter: "Das ist ein wichtiger Dienst."
Wer sich für den Schutz des Lebens einsetzt, muss sich laut Küng auch teils dem Vorwurf des Fundamentalismus stellen. Dem entgegnete der emeritierte Bischof: "Lieber etwas fundamentalistisch als ohne Fundament." So würden manche verbreitete Argumentationsweisen für Abtreibung und die Beihilfe zum Suizid von falschen Grundlagen ausgehen, und seien damit "ohne Fundament".
"Es wird immer gefährlicher, wenn man für Lebensschutz eintritt", sagte Küng zu Beginn der Messe. Er erinnerte dabei an den Gedenktag des hl. Papstes Kallistus, den die katholische Kirche am Samstag beging und dessen Märtyrer-Tod. Gleichzeitig warnte der Bischof vor Verhärtung oder Überheblichkeit aufseiten der "Pro-Life-Bewegung": "Friede beginnt im Herzen."


Lebensschutz für Sterbende und Kranke
Küng, der als Bischof zwischen 2004 und 2018 die Diözese St. Pölten und zuvor die Diözese Feldkirch leitete, war bis zu seiner Emeritierung in der Österreichischen Bischofskonferenz für die Bereiche Ehe und Familie sowie Lebensschutz zuständig. Bezüglich Lebensschutz strich der Bischof in seiner Predigt auch den notwendigen Schutz von Alten und Kranken hervor. Eine Absage erteile er dabei Argumenten, die den assistierten Suizid oder die weitgehende Freigabe der Euthanasie begründeten "als wäre es eine Hilfestellung".
Betroffene benötigten vielmehr Anteilnahme, Begleitung und eine Palliativmedizin, um Leiden zu lindern und erträglicher zu machen. "Immer werden wir die Freiheit jedes Menschen respektieren, allen bewusst machen, dass wir für sie da sind", so Küng wörtlich. Letztlich sei "Gott allein der Herr über Leben und Tod", daher werde sich die Kirche niemals dazu hergeben, bei einem Suizid mitzuwirken.
Der Einsatz für den Lebensschutz impliziere auch die Verteidigung der Gewissensfreiheit der Ärzte, des Krankenpflegepersonals, der Hebammen und der Angehörigen. "Diese Gewissensfreiheit ist auch ein fundamentales Menschenrecht, so wie die Religionsfreiheit ebenfalls ein fundamentales Menschenrecht ist", so Küng am Ende seiner Predigt.

"Marsch fürs Leben"
Vor Beginn der Kundgebung gab es neben der Messe mit Bischof Küng auch weitere religiöse Feiern, etwa eine orthodoxe Liturgie in der Kapelle zum Hl Johannes Chrysostomos, ein evangelischer Gebetsgottesdienst im "Campus Hub Wien" sowie eine Messe in der Paulanerkirche.
Im Rahmen der darauffolgenden Kundgebung am Karlsplatz sprach u.a. der Direktor des "Instituts für Ehe und Familie" (IEF), Johannes Reinprecht, laut dem 90 Prozent der Föten mit Verdacht auf eine Behinderung vor der Geburt abgetrieben werden. Der Hauptgrund dafür sei die Angst vor einem Leben mit einem behinderten Kind, so der Leiter der Einrichtung der Österreichischen Bischofskonferenz. Betroffene Eltern benötigten mehr Unterstützung. Reinprecht verwies dabei auf die kostenlosen Angebote des IEF, wie Beratungen und Unterstützung bei Behördengängen.
Die Initiatorin der Bürgerinitiative "#fairändern", Petra Plonner, forderte einmal mehr eine österreichweite anonyme Abtreibungsstatistik sowie faire Bedingungen und mehr Ressourcen für schwangere Frauen. Positiv bewertete sie die künftige Abtreibungs-Motivforschung in Salzburg und Tirol. Sie verwies zudem auf eine vom Marktforschungsinstitut "IMAS" durchgeführte Umfrage, laut der 77 Prozent für eine stärkere Unterstützung von ungeplant schwangeren Frauen sind. Plonner forderte zudem eine mehrtägige Bedenkzeit vor dem Schwangerschaftsabbruch.
Bei dem auf die Messe in der Karlskirche folgenden "Marsch fürs Leben" demonstrierten in der Wiener Innenstadt etliche Hundert Teilnehmer. Der Marsch startete bei der Karlskirche um circa 14 Uhr. Die Strecke führt über den Schweizergarten - wo eine Zwischenkundgebung stattfindet, über das Arsenal wieder zurück zum Karlsplatz. Laut Wiener Polizei war eine Gegendemonstration offiziell angemeldet.

Copyright 2023 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. 'Rita hat das Herz eines Engels! Gott segne sie!“
  3. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  4. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  5. Genesungswünsche für Papst: "Lieber Papst Leo ..."
  6. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  7. Medjugorje-Seher: "Ich bin nur ein Werkzeug"
  8. Nach Sperre: Au-pair-Plattform stimmt Vergleich mit christlichem Vater zu
  9. Papst Leo XIV. verlässt heute das Gemelli-Krankenhaus
  10. Papst-Telefonat mit Putin: Leo XIV. tief besorgt über humanitäre Lage in der ukrainischen Stadt Oles
  11. Leo XIV. will Südamerikareise offenbar antreten
  12. Papst wusste offenbar seit einem Monat von Krebsverdacht
  13. Weltmissionssonntag: Vatikan ermöglicht vollkommenen Ablass
  14. Englische Lebensschützerin Vaughan-Spruce plädiert ‚nicht schuldig‘ bei Anklage wegen stillen Gebets
  15. „Du trägst Gottes Bild“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz