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Symbolfigur gegen Kommunismus: Slowakei erinnert an Kardinal Korec

20. Jänner 2024 in Chronik, 1 Lesermeinung
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2015 verstorbener Bischof von Nitra zählt zu den namhaftesten Repräsentanten der frühen Geheimkirche - Geburtstag jährt sich am 22. Jänner zum 100. Mal


Bratislava (kath.net/KAP) Über die Slowakei hinaus ist er bis heute Symbolfigur des Widerstands gegen den Kommunismus, Kardinal Jan Korec (1924-2015). Am 22. Jänner jährt sich der Geburtstag des 2015 im Alter von 91 Jahren gestorbenen Bischofs von Nitra zum 100. Mal. Kirche und Staat gedenken mit mehreren Veranstaltungen des Kardinals, der zu den namhaftesten Repräsentanten der frühen Geheimkirche zählt. Unter anderem wird an einem Haus in der Pressburger Vorstadt Petrzalka, wo Korec zur Zeit des Kommunismus geheime Bischofsweihen vornahm, eine Gedenktafel enthüllt. Korec genießt im Land nach wie vor hohes Ansehen. Schon zu Lebzeiten wurde ihm auch außerhalb der Kirche sein Glaubenszeugnis während des kommunistischen Regimes, seine heimatverbundene Einstellung sowie seine soziale Gesinnung hoch angerechnet.

Der zentrale Gedenkgottesdienst für den Jesuiten und "Bekenner-Kardinal" finden am kommenden Sonntag (21. Jänner; 9 Uhr) in der Emmeramskathedrale in Nitra statt, wo Korec beigesetzt ist. Am Ende der vom päpstlichen Gesandten in der Slowakischen Republik, Erzbischof Nicola Girasoli, geleiteten Feier wird auch eine Gedenktafel für die heilige Mutter Teresa (1910-1997) vorgestellt. Kardinal Korec hatte die weltbekannte Ordensfrau im Mai 1990 besucht. Nur wenige Wochen zuvor hatte Papst Johannes Paul II. (1978-2005) Korec zum Bischof von Nitra ernannt und ihm damit die Leitung der ältesten Diözese der Slowakei übertragen.


Ebenfalls am Sonntag (10 Uhr) zelebriert Militärbischof Frantisek Rabek einen Gottesdienst in der Arnold-Janssen-Kirche der Steyler Missionare in Petrzalka. Im Anschluss wird am Haus in der Vilova Gasse 9, in dem Korec während seiner Amtsbehinderung zur Zeit des Kommunismus wohnte und wo er geheime Bischofsweihen vornahm, eine Gedenktafel für ihn enthüllt.

Tagung und Gedenkmünze

Am eigentlichen 100. Geburtstag findet am Montagvormittag in der Aula des Priesterseminars in Nitra eine internationale wissenschaftliche Konferenz über Jan Chryzostom Korec als "Persönlichkeit in der Geschichte der Kirche und des Volkes" statt. Zu den Veranstaltern zählt der vom Nachfolger Korec' auf dem Bischofsstuhl von Nita, Viliam Judak (66), geleitete Rat für Geschichte der Slowakischen Bischofskonferenz. Weitere Organisationen sind u.a. die römisch-katholische Fakultät der Komensky-Universität in Bratislava, das Priesterseminar in Nitra sowie die Stiftung Konstantins des Philosophen (des heiligen Zyrill).

Ebenfalls am 22. Jänner wird eine von der Slowakei herausgegebene Gedenkmünze vorgestellt. Die 10-Euro-Silbermünze mit dem Konterfei des Kardinals wurde in der historischen Münzprägeanstalt von Kremnica hergestellt. Erneut präsentiert wird auch eine Sonderbriefmarke, die Kardinal Korec zusammen mit dem fast gleich alten Kurienkardinal Jozef Tomko (1924-2022), dessen Geburtstag sich heuer ebenfalls zum 100. Mal jährt.

Geheim zum Bischof geweiht

Korec wurde am 22. Jänner 1924 in Bosany geboren. 1939 trat er ins Noviziat des Jesuitenordens ein. Nach Abschluss des Gymnasiums studierte er Philosophie und Theologie in Trnava und Brno. Nach der schlagartigen Verhaftung von Priestern, Bischöfen und Ordensleuten während der KP-Herrschaft wurde er 1950 geheim zum Priester und 1951 mit nur 27 Jahren zum Bischof geweiht. Er arbeitete in einer Chemiefabrik in Bratislava als Hilfsarbeiter, später für einige Zeit als Nachtwächter.

1959 wurde Korec verhaftet und ein Jahr darauf wegen "illegaler" priesterlicher Tätigkeit und Subversion zu zwölf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Seine Erfahrungen in politischer Haft schilderte Korec später in seinem Buch "Die Nacht der Barbarei". Erst während des "Prager Frühlings" wurde er aus der Haft entlassen und im Juni 1969 vollständig rehabilitiert. Anschließend war Korec vier Jahre lang als Krankenhausseelsorger tätig, wurde aber ständig von der Geheimpolizei überwacht. Nachdem ihn die staatlichen Behörden erneut mit Berufsverbot belegten, arbeitete er bis zu seiner Pensionierung als Aufzugsmonteur.

Schon 1970 organisierte Korec gemeinsam mit Freunden Treffen für Jugendliche, Familien und Intellektuelle und legte so die Fundamente einer systematischen Laienbewegung. Zugleich begleitete er viele Priesteramtskandidaten. Unmittelbar nach der "Wende" im Herbst 1989 wurde er Rektor des Priesterseminars in Bratislava und kurz darauf Bischof von Nitra. 1991 nahm ihn Papst Johannes Paul II. auch ins Kardinalskollegium auf. Korec leitete die Diözese Nitra bis zu seiner Emeritierung 2005. Er starb am 24. Oktober 2015.

Copyright 2024 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
(www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 Hängematte 20. Jänner 2024 
 

Jan Korec war der große Leuchtturm der slowakischen

verfolgten Kirche. Er hat auch mitgewirkt auch der geheimen Weihe Russlands an Maria in Moskau im Kreml im Auftrag von Johannes Paul II. Der österreichische Priester Leo Maasburg, der spätere Mitarbeiter von Mutter Teresa von Kalkutta, hat daran mitgewirkt!! Spannend wie ein Agententhriller!


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