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Italiens Justiz ermittelt gegen Bischof auf Sardinien

19. März 2024 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Laut RAI steht Anklage wegen Vorwurf der Geldwäsche und der Unterschlagung bevor


Rom (kath.net/KAP) Die italienische Strafjustiz hat gegen Antonino Becciu, den Bruder des früheren Kurienkardinals Angelo Becciu, sowie gegen den sardischen Bischof Corrado Melis, ermittelt. Wie der italienische Fernsehkanal RAI Uno berichtete, hat die Staatsanwaltschaft von Sassari die Ermittlungen bereits im Jänner abgeschlossen. Als nächster Schritt stehe eine Anklage gegen die beiden sowie gegen weitere Personen an. Es gehe um den Vorwurf der Geldwäsche und der Unterschlagung.


Laut dem Fernsehbericht ging die Staatsanwaltschaft dem Verdacht nach, dass zwischen 2013 und 2023 mehr als zwei Millionen Euro - darunter auch Geld aus der staatlichen Kirchensteuer - auf das laufende Konto einer Kooperative namens "Spes" abgezweigt wurden. Die Kooperative habe Antonino Becciu geleitet, das Geld sei auch für private Zwecke genutzt worden. Die Mittel aus der staatlichen Kirchensteuer seien jedoch für Aufgaben der Diözese Ozieri auf Sardinien bestimmt gewesen. Auch gegen Bischof Melis sei in diesem Zusammenhang ermittelt worden.

Kardinal Angelo Becciu (75) war wegen mehrerer schwerer Finanzstraftaten zulasten des Vatikans am 16. Dezember 2023 von einem vatikanischen Strafgericht zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. In dem Urteil war er zudem für schuldig befunden worden, eine Summe von 125.000 Euro aus dem vatikanischen Staatssekretariat über ein Konto der Diözesan-Caritas von Ozieri rechtswidrig an die Kooperative seines Bruders überwiesen zu haben. Die Anwälte des Kardinals hatten unmittelbar nach Urteilsverkündung Berufung angekündigt.

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