Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. "Der Dämon liebt es, wenn sich die Katholiken über die Liturgie zerfleischen"
  2. Bischof Oster kritisiert Leihmutterschaft scharf und spricht von „Skandal“
  3. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  4. "Wir wollen den Glauben verteidigen gegenüber häretischen Interpretationen und Verfälschungen!"
  5. Scharfe Kritik an CDU: Birgit Kelle rechnet nach Leihmutterschafts-Fällen mit Partei ab
  6. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  7. "Zwei Bundestagsabgeordnete, also Mitglieder der Legislative, umgehen das deutsche Recht..."
  8. ALfA begrüßt den Rücktritt Jens Spahns
  9. Kard. Sarah: „Europa ändert die Bedeutung von Wörtern, um den Menschen und die Familie zu zerstören“
  10. "Menschenhandel bleibt Menschenhandel"
  11. US-Bischof warnt vor FSSPX-Messen – nahm selbst an interreligiöser Chanukka-Feier teil
  12. Zwei Formen - ein Ritus
  13. Vatikan: Neues Café auf Kuppel des Petersdoms öffnet im Herbst
  14. Amnesty International stuft englische kath. Bischofskonferenz als „gegen [Menschen]-Rechte“ ein!
  15. Sozialethiker Rhonheimer: Nicht der Kapitalismus verursacht Armut

Der tote Winkel der „deutschen Kirche“ – nicht identisch mit der katholischen Kirche in Deutschland

2. April 2024 in Kommentar, 11 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Wer den Aufruf des Papstes zu einer Neuevangelisierung Deutschlands stur ignoriert, der gewinnt die verlorene Autorität in Glaubensfragen gewiss nicht zurück mit Ausflügen in den deutschen Wahlkampf.“ Von Gerhard Card. Müller, Rom


Rom-Bonn (kath.net) Zwei Bemerkungen zum Interview von Bischof Bätzing in „Bild am Sonntag“ und katholisch.de:

1.    Kirche und Theologie

Mit spöttischem Unterton versuchte ihr derzeitiger Vorsitzende der meine Kritik an der Stellungnahme der Deutschen Bischofskonferenz zum politischen Extremismus in Deutschland zu relativieren (in: Die Tagespost, 21. März 2024, S. 9). So sein Originalton: „Kardinal Müller ist ein emeritierter Kardinal, der keine Aufgabe mehr hat. Er nimmt zu vielen Entwicklungen in der ganzen Welt Stellung. Manchmal etwas sehr vorschnell.“

Wer sich auch nur ein wenig in der katholischen Theologie auskennt, müsste wissen, dass die Kardinäle der römischen Kirche nicht „emeritiert“ werden, sondern nur mit dem 80. Geburtstag das Recht auf die Papstwahl verlieren, aber dennoch Berater und Mitarbeiter des Papstes bleiben. Emeritiert im kirchenrechtlichen Sinne werden kann ein Bischof, der einer Diözese vorsteht, oder ein befristetes Kirchenamt innehat (z. B. Apostolischer Nuntius, Präfekt eines Dikasteriums an der römischen Kurie). Ein Bischof hat aufgrund seiner sakramentalen Weihe bis zu seinem Tod Anteil an der Sendung der Kirche, das Wort Gottes zu predigen, die Eucharistie und die anderen Sakramente zu feiern und an der Leitung der Kirche mitzuwirken, etwa auf einer römischen Synode oder einem ökumenischen Konzil (vgl. II. Vatikanum, Dogmatische Konstitution über die Kirche „Lumen gentium 20; 24-29).


Anders verhält es sich bei öffentlichen Stellungnahmen zu Fragen von Theologie und Kirche. Sie hängen von der Kompetenz und nicht vom Amt ihres Autors ab.

2.    Kirche und Politik

Hier zeigt sich wieder einmal der tote Winkel der „deutschen Kirche“, die nicht identisch ist mit der katholischen Kirche in Deutschland: Man vermischt Politik und Evangelium. Wer den Aufruf des Papstes zu einer Neuevangelisierung Deutschlands stur ignoriert, der gewinnt die verlorene Autorität in Glaubensfragen gewiss nicht zurück mit Ausflügen in den deutschen Wahlkampf.

Die Bischofskonferenz ist gerade kein Instrument des Staates, sondern eine Einrichtung der universalen Kirche, die vom Papst als Nachfolger Petri geleitet wird. Die Kirche erwartet vom Staat nur die Garantie der privaten und öffentlichen Religionsfreiheit. Sie respektiert die relative Autonomie eines demokratischen Rechtstaates und der irdischen Wirklichkeiten wie Staat, Justiz, Kunst, Wissenschaft (vgl. II. Vatikanum, Die Kirche in der Welt von heute „Gaudium et spes“ 36).
Sie hat aber gegebenenfalls die prophetische Autorität, die staatliche Machtausübung in ihre Schranken zu weisen, wenn die Grenzen zum Totalitarismus und seelenlosen Bürokratismus überschritten und wenn die fundamentalen Menschenrechte missachtet werden (z.B. die heilige Pflicht zum Widerspruch gegen Angriffskriege, zu staatlichen Auftragsmorden und Folter, zur Verhöhnung und Verfolgung politischer Gegner).

In der Bundesrepublik Deutschland sind es die Organe des Staates selbst, die die Bürger gegen Verbrechen (Polizei, Justiz) und das Grundgesetz gegen ihre Feinde schützen (Verfassungsgericht).

Im öffentlichen Diskurs sollen sich Christen aufgrund ihrer Überzeugung von der unveräußerlichen Menschenwürde beteiligen mit ihrer Fachkompetenz, während die institutionelle Kirche sich neutral gegenüber den politischen Parteien zu verhalten hat. Diese haben sich ohne kirchliche Schützenhilfe selbst um das Vertrauen ihrer Wähler zu bemühen.

Mit ihrer moralischen Kompetenz können die Bischöfe jedoch von allen Politikern die Orientierung am Gemeinwohl einfordern. Gerade von ihnen kann man den Einsatz für die grundlegenden Menschenrechte erwarten, die allem staatlichen Handeln als Maß und Kriterium vorausliegen. Es ist ihre Pflicht für die Würde des Menschen und das unveräußerliche Recht auf das Leben einzutreten von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod (gegen den Infantizid, die Entwürdigung von Frauen und Kindern im Milliardengeschäft der Leihmutterschaft, die Euthanasie an Alten und Kranken).

Vor jeder Stellungnahme zu politischen Fragen sollte man vorher die „Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt von heute“ konsultieren, in der das II Vatikanum der Kirche einen Kompass für ihren Kurs in einer pluralistischen Gesellschaft an die Hand gegeben hat:

„Die Kirche, die in keiner Weise hinsichtlich ihrer Aufgabe und Zuständigkeit mit der politischen Gemeinschaft verwechselt werden darf noch an irgendein politisches System gebunden ist, ist zugleich Zeichen und Schutz der Transzendenz der menschlichen Person. Die politische Gemeinschaft und die Kirche sind auf je ihrem Gebiert voneinander unabhängig und autonom. Beide aber dienen, wenn auch in verschiedener Begründung, der persönlichen und gesellschaftlichen Berufung der gleichen Menschen“ (Gaudium et spes 76).

Archivfoto Kardinal Müller in seiner Titelkirche St. Agnese in Agone (c) kath.net


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Kard. Sarah: „Europa ändert die Bedeutung von Wörtern, um den Menschen und die Familie zu zerstören“
  2. "Wir wollen den Glauben verteidigen gegenüber häretischen Interpretationen und Verfälschungen!"
  3. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  4. Bischof Oster kritisiert Leihmutterschaft scharf und spricht von „Skandal“
  5. Scharfe Kritik an CDU: Birgit Kelle rechnet nach Leihmutterschafts-Fällen mit Partei ab
  6. Eklat in Regensburger Basilika St. Emmeram: Schweizer Popsängerin dreht heimlich frivoles Musikvideo
  7. "Der Dämon liebt es, wenn sich die Katholiken über die Liturgie zerfleischen"
  8. Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente: „Ich bete jeden Tag, aber nicht für den Sieg“
  9. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  10. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  11. ALfA begrüßt den Rücktritt Jens Spahns
  12. Glaube & Sex vs. Vernunft & Geld?
  13. "Zwei Bundestagsabgeordnete, also Mitglieder der Legislative, umgehen das deutsche Recht..."
  14. Amnesty International stuft englische kath. Bischofskonferenz als „gegen [Menschen]-Rechte“ ein!
  15. US-Bischof warnt vor FSSPX-Messen – nahm selbst an interreligiöser Chanukka-Feier teil

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz