Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kann man "Fiducia Supplicans" jetzt einstampfen?
  2. Deutschland: Jüngere Priester lehnen „Synodalen Irrweg“ ab! – DBK beunruhigt
  3. "NEIN" - Papst Franziskus klar gegen Priesterinnen und Diakoninnen!
  4. Kirche ist die ,allerletzte Instanz, die Menschen wegstoßen sollte‘
  5. „Je veux voir Dieu – Ich möchte Gott sehen“
  6. Vertuschung im Mammut-Stil
  7. Präfekt Fernández versichert Koptenpapst Tawadros: Ehe nur zwischen Mann und Frau
  8. Britisches Bistum Nottingham verbietet katholischen Schulen Teilnahme am Pride-Monat
  9. 'Synodale Kirche ODER wie man Katholiken (nicht nur in Österreich) für dumm verkauft
  10. Israelischer UNO-Botschafter: "Was kommt als nächstes? Eine Schweigeminute an Hitlers Todestag?"
  11. Die Angst des Teufels vor Maria
  12. Anschlag auf ‚Ungläubige’ geplant: Vierzehnjährige in Österreich verhaftet
  13. Kardinal Koch: die arianische Irrlehre gehöre „nicht einfach der Vergangenheit“ an
  14. Raymond Arroyo: Gästehaus Santa Marta viel komfortabler als der ‚zugige’ päpstliche Palast
  15. "Die Welt tut genau das, was die Hamas-Terroristen wollen"

50.000 Teilnehmer beim Marsch für das Leben in Warschau!

16. April 2024 in Prolife, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Diskussion um Lockerung des Abtreibungsverbots in Polen – Dieses Mal war es kein gewöhnlicher Marsch, sondern ein politisches Manifest, denn es steht eine Liberalisierung der Abtreibungsgesetzgebung zur Diskussion. Von Viktoria Samp


Warschau (kath.net/Blog "Holyzont"/vs) Der Nationale Marsch des Lebens am Sonntag in Polen lockte laut Organisatoren 50.000 Menschen aus dem ganzen Land nach Warschau. Die Mobilisierung zur Teilnahme am Marsch war besonders hoch, denn dieses Mal war es kein gewöhnlicher Marsch, sondern ein politisches Manifest: aktuell werden in Polen vier Gesetzesentwürfe diskutiert, die dazu führen könnten, dass der Schutz des ungeborenen Lebens in Polen zu den im restlichen Europa geltenden Standards reduziert wird.

Das Polnische Episkopat übernahm die Schirmherrschaft über den von der Stiftung des Hl. Benedikt und der Koalition für das Leben und die Familie organisierten Marsch. Außerdem wurde der vergangene Sonntag durch die katholische Kirche in ganz Polen zum Tag des Gebets für die Verteidigung des empfangenen Lebens erklärt (siehe Link).

Aktuell ist in Polen Abtreibung rechtlich nur in Ausnahmefällen (Vergewaltigung oder Bedrohung der Mutter) zugelassen. Die seit dem 13. Dezember eingesetzte linksliberale Regierung möchte nun die Gesetzeslage in Bezug auf das Lebensrecht lockern. Dazu wurden in der vergangenen Woche vier Gesetzesentwürfe in der ersten Lesung diskutiert, die nach Abstimmung zur Prüfung und Weiterbearbeitung in eine Sonderkommission geleitet wurden. Alle vier Gesetzesentwürfe sehen eine Lockerung des Abtreibungsrechts vor – drei davon sollen die Abtreibung bis zur 12. Woche vollständig legalisieren, ein Entwurf sieht die „Rückkehr“ zum Stand vor der Entscheidung des Verfassungsgerichts 2020 vor, soll also die Abtreibung im Falle eines schwerwiegenden Defekts des Kindes ermöglichen.


Damit ein Gesetz in Polen in Kraft tritt, muss es zuletzt noch durch den Staatspräsidenten unterzeichnet werden. Noch bis August 2025 ist dies Andrzej Duda von der von der rechtskonservativen Partei „Recht und Gerechtigkeit“, die die Gesetzesentwürfe nicht unterstützt und zu deren Regierungszeit das Abtreibungsrecht auf den heutigen Stand verschärft worden ist. Andrzej Duda kann nach seiner zweimaliger Präsidentschaft nicht erneut kandidieren, sodass die rechtskonservative Partei, die als stärkste politische Opposition der Regierung gilt, einen neuen Kandidaten vorstellen wird. Sollte im kommenden Jahre ein Kandidat der Regierungskoalition die Präsidentschaftswahlen gewinnen, wird es mit Sicherheit zu einer Lockerung des Abtreibungsrechts kommen.

Hintergrund: Das aktuell geltende Recht in Polen

Aktuell gilt das nach dem politischen Wandel im Jahr 1993 verabschiedete Gesetz („Abtreibungskompromiss“), das Abtreibung untersagt und nur in Ausnahmefällen, wie einer nachgewiesenen Vergewaltigung oder ernsthaften Bedrohung der Gesundheit oder des Lebens der Mutter, zulässt. Das Gesetz wurde 2020 durch eine Entscheidung des Verfassungsgerichts verschärft, das die eugenisch motivierte Abtreibung als verfassungswidrig deklariert hat (wir berichteten). Das polnische Recht regelte zuvor u.a. eine Ausnahme vom Abtreibungsverbot, laut der die Abtreibungen bei (wahrscheinlich) schwerwiegender und lebensbedrohlicher Schädigung des Fötus im Bauch der Mutter zugelassen ist. Die Entscheidung des Verfassungsgerichts fiel am 22. Oktober, dem liturgischen Gedenktag des hl. Johannes Paul II – der sich für das ungeborene Leben einsetzte – und verursachte starke Proteste der Abtreibungsbefürworter. Viele politische Kommentatoren und Politiker sehen diese Proteste und die Mobilisierung v.a. junger Menschen zur Teilnahme an den letzten Wahlen (die Frequenz betrug ca. 74 Prozent ) als Grund für den politischen Wandel in der Regierung (obwohl die rechtskonservative Partei „Recht und Gerechtigkeit“ die meisten Stimmen erhielt, war keine Partei bereit, mit ihr eine Koalition enizugehen, sodass sich eine Regierungskoalition aus linksliberalen Parteien gebildet hat).

Die 4 Gesetzesentwürfe:

Die Linke („Lewica“) hat zwei Gesetzesentwürfe eingebracht, die u.a. die Abtreibung entkriminalisieren und für einen „sicheren Schwangerschaftsabbruch“ sorgen sollen: der Straftatbestand bei einem Schwangerschaftsabbruch bis zur 12. Woche sowie bei der Unterstützung dabei soll ausgeschlossen werden, der Zugang zur Abtreibung soll Bestandteil des Gesundheitsversorgung sein und in bestimmten Fällen (z.B. Wahrscheinlichkeit, dass eine Schädigung des Fötus vorliegt) über die 12. Schwangerschaftswoche hinaus gehen. In den Gesetzesentwürfen ist die Rede von „schwangeren Personen“.

In dem Gesetzentwurf, der von Abgeordneten der „Bürgerkoalition“ („Koalicja Obywatelska“), vorgelegt wurde („bewusste Elternschaft“), heißt es, dass eine „schwangere Person“ im Rahmen von Gesundheitsleistungen bis zur 12. Schwangerschaftswoche Anspruch auf Abtreibung haben soll. Eine Erklärung der „schwangeren Person“ über die Tatsache der Vergewaltigung soll laut diesem Entwurf ausreichen (zurzeit ist dazu eine staatsanwaltliche Bescheinigung erforderlich).

Die die Mitte repräsentierende Partei „Der Dritte Weg“ hingegen hat ein Gesetzesentwurf eingebracht, das das Urteil des Verfassungsgerichtshofs aus dem Jahr 2020 aufheben und damit die Abtreibung im Falle einer schweren und irreversiblen Schädigung des Fötus oder einer unheilbaren Krankheit, die sein Leben bedroht, zulassen soll. Es wird auch vorgeschlagen, ein Referendum über das Abtreibungsrecht durchzuführen.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 heikostir 16. April 2024 
 

Der erfolgreichste Schutz ungeborenen Lebens besteht darin, für (u.a. soziale) Umstände zu sorgen, die werdenden Müttern ein "Ja" zum Leben ihrer ungeborenen Kinder ermöglichen.


0
 
 modernchrist 16. April 2024 
 

Ja, 50 000 Polen für das Leben

weil die katholischen Bischöfe dahinter stehen und nach Warschau eingeladen haben. Auch in allen Pfarreien wurden Fürbitten für die Ungeborenen verlesen!
Bei uns gibt es Fürbitten für alles und jedes, praktisch nie für Mütter in Konflikt und für die Rettung ihrer Kinder. Wann wird das einmal angeregt von unseren Hirten? Lebensschützer dürfen in kirchlichen Medien verunglimpft und diffamiert werden als Rechte; wenn wir einen einzigen Queeren negativ darstellen würden, möchte ich nicht die Empörung hören. Wann endlich kehren unsere Bischöfe - es gibt Ausnahmen - spürbar um?


1
 
 modernchrist 16. April 2024 
 

50 000 polen für das Leben


0
 
 DieLaura 16. April 2024 
 

Sehr traurig

Wir sehen das letzte katholische Land Europas, das bedeutet nach den Gesetzen des Staats noch katholisch ist. Es verfällt auch immer mehr und wird gleich den Staaten in Westeuropa.
Die Wahl des letzten Jahres macht klar: vor allem die jungen Menschen sind für das Ende des katholischen Lebens in Polen. Das ist sehr traurig.
Ich selbst habe in Österreich gelebt und ich finde das das postkatholische Europa keine Perspektive ist. Das sollten die Menschen in Polen wissen.


1
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Deutschland: Jüngere Priester lehnen „Synodalen Irrweg“ ab! – DBK beunruhigt
  2. Kann man "Fiducia Supplicans" jetzt einstampfen?
  3. "NEIN" - Papst Franziskus klar gegen Priesterinnen und Diakoninnen!
  4. „Je veux voir Dieu – Ich möchte Gott sehen“
  5. Das Wunder, das Carlo Acutis zum Heiligen macht
  6. Jana for Rosenkranz - Freikirchliche Influencerin wirbt für Rosenkranz-Challenge
  7. Ordinatio sacerdotalis ist nach 30 Jahren immer noch de fide
  8. Raymond Arroyo: Gästehaus Santa Marta viel komfortabler als der ‚zugige’ päpstliche Palast
  9. 'Synodale Kirche ODER wie man Katholiken (nicht nur in Österreich) für dumm verkauft
  10. Santo subito - Heiligsprechung von "Cyber-Apostel" Carlo Acutis
  11. Kardinal Koch: die arianische Irrlehre gehöre „nicht einfach der Vergangenheit“ an
  12. Kirche ist die ,allerletzte Instanz, die Menschen wegstoßen sollte‘
  13. Vertuschung im Mammut-Stil
  14. Niger: Christen fliehen nach Einführung der Scharia
  15. Präfekt Fernández versichert Koptenpapst Tawadros: Ehe nur zwischen Mann und Frau

© 2024 kath.net | Impressum | Datenschutz