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Vatikanist: Europäische Wähler belohnten einwanderungskritische Parteien

11. Juni 2024 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Kommentar von John L. Allen: Der Rechtsruck bei den Europawahlen könnte die Agenden von Papst Franziskus teilweise behindern (Migration), teilweise fördern (sein Widerstand gegen die Gender-Theorie, gegen Abtreibung und Euthanasie.


Brüssel (kath.net/pl) „Weniger als eine Woche, nachdem Papst Franziskus die Menschen dazu aufgerufen hatte, Migranten als ‚lebendes Bild des Volkes Gottes auf dem Weg in die ewige Heimat‘ anzuerkennen, versetzten die Wähler in ganz Europa dieser Vision einen möglicherweise schweren Schlag, indem sie bei den Wahlen zum Europaparlament rechte, einwanderungsfeindliche Parteien belohnten.“ So kommentiert der amerikanische Vatikanist John L. Allen in der Internetzeitung „Crux“ die Ergebnisse der jüngsten Europawahl.

Viele Beobachter würden nun erwarten, „dass das neue Europäische Parlament etwas europaskeptischer, weniger aggressiv in der Reaktion auf den Klimawandel und in der Umweltpolitik und härter in der Migrationspolitik sein“ werde, dies „könnte die diplomatische und politische Agenda des Vatikans unter Papst Franziskus, der wiederholt vor dem Aufstieg genau jener nationalistischen und populistischen Kräfte gewarnt hat, die große Erfolge erzielt haben, ernsthaft in Frage stellen“. Die Offenheit des Papstes für Migration werden, so deuten die Wahlergebnisse an, „von einer wachsenden Zahl europäischer Wähler nicht geteilt oder zumindest priorisiert“.


Mit Blick auf die Situation in Deutschland kommentiert Allen: „Die Ergebnisse könnten besonders für katholische Leitungsverantwortlichen in Deutschland eine Herausforderung darstellen, wo die Bischöfe des Landes im Februar die Partei Alternative für Deutschland (AfD) als ‚unvereinbar‘ mit der kirchlichen Lehre bezeichnet hatten. Kritiker behaupten, sie sei eine rechtsextreme Partei, die sich unter dem Deckmantel des Konservatismus tarne. Zudem wurde ein Gemeindemitarbeiter, der auch ein prominentes Parteimitglied war, entlassen. Trotz dieser Bemühungen erhielt die AfD bei den EU-Wahlen 16 Prozent der Stimmen, übertraf damit die Sozialdemokraten von Bundeskanzler Olaf Scholz und wurde zur zweitgrößten politischen Kraft im Land.“

Andererseits wies Allen darauf hin, dass der wachsende politische Einfluss von weiter rechts orientierten Kräften in Europa dem Papst bei seinem Widerstand gegen die „Gender-Theorie“, gegen Euthanasie und Abtreibung helfen könne.

Link zum Kommentar in voller Länge: Right-wing shift in European elections could both hinder and help Pope’s agenda

 


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