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Moskauer Patriarchat verhält sich wie "Mob" und agiert "unbrüderlich" und "antichristlich"

2. August 2024 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Ökumenischer Patriarch übt scharfe Kritik an Russischer Kirche - Bartholomaios sagt in Schreiben dem Patriarchen von Alexandrien Unterstützung im Konflikt mit der Russisch-orthodoxen Kirche zu


Istanbul (kath.net/KAP) Mit scharfen Worten hat der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. einmal mehr den russisch-orthodoxen Patriarch Kyrill bzw. die gesamte Hierarchie der Russisch-orthodoxen Kirche (ROK) kritisiert. In einem Schreiben an den Patriarchen von Alexandrien, Theodoros II., prangerte er u.a. das Eindringen der ROK in Afrika, das traditionell Jurisdiktionsgebiet des Patriarchats von Alexandrien ist, als "unbrüderlich" und "antichristlich" an.

Die Verantwortlichen der ROK mit Patriarch Kyrill an der Spitze würden sich wie ein "Mob" verhalten und die rassische Dominanz über die kirchliche Einheit stellen. "Sie gehorchen nicht dem demütigen Christus, sondern dem mächtigen Gold", so Bartholomaios. Zugleich versichert der Ökumenische Patriarch dem Patriarchen von Alexandria, dass die Kirche von Alexandria mit diesen Herausforderungen nicht alleine dastehe.


Die Hierarchen des Moskauer Patriarchats müssten vor Gott Rechenschaft ablegen für ihre schweren kirchlichen Vergehen und den Schaden, den sie der Kirche von Alexandrien zugefügt hätten, insbesondere für die Seelen Tausender Neubekehrter, die ihr Heil in der orthodoxen Kirche suchten, so Bartholomaios. Das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie sprach weiters von einer zunehmenden Missachtung der kirchlichen Ordnung. Er warnte vor der großen Gefahr des Ethnophyletismus, also des Eindringens des Nationalismus in die Kirche. Die Kirche sei heute "innerlich krank", befinde sich in einer "katastrophalen Selbstbezogenheit" und sehe sich dem immer stärker werdenden "tödlichen Krebsgeschwür der nationalistischen Ideologie" gegenüber. Wörtlich hielt der Patriarch zudem in Richtung der russischen Hierarchen fest: "Sie erklären schamlos, dass sie zuerst Russen und dann Orthodoxe sind."

Bartholomaios geht in seinem Schreiben auch auf den Krieg Russlands in der Ukraine und die Haltung der ROK ein. "Heute segnen sie mit Freude die heiligen Waffen, die mörderischen Waffen gegen die orthodoxen Ukrainer, die die territoriale Integrität ihres Landes verteidigen." Das Patriarchat von Alexandrien, das ganz Afrika als sein eigenes kanonisches Territorium betrachtet, sieht sich zunehmendem Druck vonseiten der Russisch-orthodoxen Kirche (ROK) ausgesetzt.

Die ROK kündigte Ende 2019 die eucharistische Gemeinschaft mit Patriarch Theodoros II. von Alexandria und ganz Afrika auf, nachdem dieser die neue eigenständige (autokephale) Orthodoxe Kirche der Ukraine anerkannt hatte. Zudem erklärte das Moskauer Patriarchat die alexandrinische Kirche für "schismatisch" und sprach ihr das Recht ab, Afrikaner für die Orthodoxie zu missionieren. Die ROK gründete im Dezember 2021 ein eigenes Exarchat für Afrika, und breitet sich seither verstärkt auf dem Kontinent aus. Im Dezember 2022 kündigte Alexandrien seinerseits die eucharistische Gemeinschaft mit Moskau auf.

 

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