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Katholikentreffen in Italien meldet Rekordzahlen

26. August 2024 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Über 150.000 Beteiligte vor Ort, Hunderttausende über Live-Schaltung verbunden - Stärkung des Engagements für Dialog, Freundschaft zwischen Kulturen und Suche nach Frieden


Rom (kath.net/KAP) Mit neuen Rekordzahlen an Teilnehmern ist am Sonntag das 45. Katholikentreffen in Rimini zu Ende gegangen. Nach Angaben der Organisatoren nahm die Zahl der teilnehmenden Menschen um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. 150.000 Teilnehmende gab es vor Ort; mit jenen, die das Treffen über Livestream mitverfolgten, waren es insgesamt sogar 900.000, hieß es. Von 450 Referenten und Podiumsteilnehmern seien 100 aus dem Ausland gekommen. Auch mehrere Zehntausend Kinder und Jugendliche seien gezählt worden, sowie 3.000 an der Organisation beteiligte Freiwillige.

Auch Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella und der Bischofskonferenz-Vorsitzende Kardinal Matteo Zuppi statteten dem Treffen auf dem Messegelände von Rimini ihren Besuch ab, zudem gab es eine Botschaft von Papst Franziskus, hob der Präsident des Treffens, Bernhard Scholz, zum Abschluss hervor. Die Begegnungen seien eine "starke Ermutigung für unser Engagement für den Dialog, für den Aufbau von Freundschaften zwischen den Menschen und zwischen den Kulturen und für die Suche nach Wegen zum Frieden" gewesen.


Themen des Treffens waren unter anderem die Bildung der jungen Generationen, Religionsdialog, Ökologie, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz (KI), nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung sowie die Demokratie mit ihren kulturellen Grundlagen. Dutzende Betroffene gaben Zeugnisse davon, wie inmitten von Krieg, Armut und sozialer Not "Orte der Hoffnung" geschaffen wurden. Bei vielen der Ausstellungen, Konferenzen und Veranstaltungen im Rahmen des Treffens seien junge Menschen als Protagonisten aufgetreten, so Scholz.

Als einer der Vortragenden erinnerte der Apostolische Nuntius in Kiew, Erzbischof Visvaldas Kulbokas, an "heroische Taten einfacher Bürger", die inmitten des Krieges die Menschlichkeit am Leben erhielten. Eine ukrainische Frau habe dank Unterstützung vieler Bekannter Hilfsgüter im Wert von 60 Millionen US-Dollar ins Land gebracht. Ein Mann habe 280 Menschen zur Flucht verholfen, die protestantische Gemeinde von Mariupol 800 Menschen evakuiert. Die Zivilgesellschaft sei oft schneller beim frühzeitigen Erkennen von Gefahren und der Reaktion auf Krisen als Institutionen, so der Vatikan-Diplomat.

Hinsichtlich der KI warnte der Technikethiker und Franziskanerpater Paolo Benanti in Rimini davor, Innovationen unreflektiert zu feiern. Innovation müsse immer im Kontext des Gemeinwohls betrachtet werden, wobei der entscheidende Maßstab die Entwicklung, nicht die bloße Neuerung um ihrer selbst willen sei, was die Soziallehre der Kirche bereits längst fordere. KI dürfe nicht zu einer weiteren Quelle der Ungleichheit oder des Unheils werden. "In dem Maße, in dem die künstliche Intelligenz in der Lage sein wird, zwischen Innovation und Entwicklung zu wechseln, wird sie das Wesentliche sein, auf das wir schauen müssen, um eine Zeit des Friedens und der Gelassenheit zu leben", so das Mitglied im KI-Komitee der Vereinten Nationen.

Ausblicke auf das für 2025 anstehende "Heilige Jahr" der katholischen Kirche kamen vom Vatikan-Verantwortlichen für die Organisation des "Giubileo", Erzbischof Rino Fisichella. Die Stadt Rom stelle sich auf mehr als 100.000 Pilger täglich ein, Vergleiche mit den Olympischen Spielen seien durchaus angebracht, sagte er. Besonders gehe es laut dem Pro-Präfekt des Evangelisierungs-Dikasteriums darum, "die Schönheit des Evangeliums zu den Leuten zu bringen" und eine "besondere Gelegenheit zu Vergebung und Versöhnung" zu bieten. Das Heilige Jahr ermögliche die Erfahrung der Vergebung Gottes durch das Pilgern mit dem Durchschreiten einer Heiligen Pforte, dem Glaubensbekenntnis und Taten der Nächstenliebe; erst recht angesichts eines von Gewalt, Groll und Rachsucht geprägtem Klima.

Das Katholikentreffen in Rimini findet seit 1980 alljährlich im August statt. Veranstaltet wird es von einer Stiftung im Umfeld der katholischen Gemeinschaft "Comunione e liberazione". Der Titel der diesjährigen Veranstaltung lautete: "Wenn wir nicht das Wesentliche suchen, was suchen wir dann?"

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kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
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