Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  2. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  3. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  4. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  5. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  6. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  7. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  8. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  9. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  10. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  11. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  12. Wir machen da was mit Medien
  13. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  14. Eine katholische Fake-Priesterin möchte das Töten kleiner Kinder
  15. Blutiger Anschlag auf orthodoxe Kirche in Jordanien – Mindestens sechs Tote bei Trauerfeier

Moschee unter Salafismus-Verdacht zitiert Koranstelle mit Aufforderung zur Tötung Ungläubiger

18. Dezember 2024 in Deutschland, 10 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Moschee verweist auf den ‚liturgischen Charakter‘, in dem die Koranzitate zu sehen seien. Für Islamismus-Expertin Sigrid Herrmann ist das ein vorgeschobenes Argument.


Reutlingen (kath.net/jg)
Der Verfassungsschutz rechnet die Al-Ikhlas-Moschee in Reutlingen (Baden-Württemberg) der salafistischen Szene zu. Jetzt ist ein Video aufgetaucht, in dem eine Koranstelle zitiert wird, in der zur Tötung von Ungläubigen aufgerufen wird, berichtet die Nachrichtenseite NiUS.de.

Das Video stammt vom August dieses Jahres. Es ist mit dem Titel „Vom Beginn der Sure Al-Tawbah“ versehen und auf dem YouTube-Kanal der Moschee auf Arabisch abrufbar. Wörtlich heißt es: „Wenn nun die Schutzmonate abgelaufen sind, dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet, ergreift sie, belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf.“

In ähnlichem Ton geht es weiter: „Wenn sie aber bereuen und das Gebet verrichten und die Abgabe entrichten, dann lasst sie des Weges ziehen. Gewiss, Allah ist vergebend und barmherzig. Diejenigen aber, die ungläubig sind, für sie wird es das Feuer der Hölle geben, wobei mit ihnen kein Ende gemacht wird, sodass sie sterben, und ihnen auch ihre Strafe nicht erleichtert wird.“ Und weiter: „Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und nicht an den jüngsten Tag glauben und nicht verbieten, was Allah und sein Gesandter verboten haben und nicht denjenigen, denen die Schrift gegeben wurde, bis sie den Tribut aus der Hand entrichten und gefügig sind.“


Die Moschee bestreitet den Inhalt nicht, sieht ihn aber im gottesdienstlichen Kontext. „Die Koranrezitation hat in dem Video liturgischen Charakter“, teilte Mohammed Hafafsa, der stellvertretende Vorsitzende, auf Anfrage von NiUS.de mit. Die Stellen hätten „keinen rechtlichen und handlungsweisenden Charakter, weil sie einen Kontext des 7. Jahrhunderts wiedergeben, der heute nicht gegeben ist.“ Im Islam gebe es ähnlich wie in der christlichen Tradition einen Diskurs, wie der Koran zu verstehen sei, insbesondere im Hinblick auf die heutige Zeit.

NiUS.de hat auch nachgefragt, wie die Aussagen mit der freiheitlich-demokratischen Ordnung Deutschland vereinbar seien und wie häufig vergleichbare Stellen in der Moschee rezitiert werden. Auf diese Fragen gab die Moscheegemeinde keine Antwort.

Die Rezitation der genannten Koranstellen sei deshalb brisant, weil Islamisten immer wieder gewalttätig gegen Menschen vorgehen, die sie als Ungläubige bezeichnen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz habe festgestellt, dass islamistische Prediger gerne auf das „Feindbild der Ungläubigen“ zurückgreifen, um eine „Die-Wir-Dichotomie“ zu erreichen. Militante Kämpfer für den islamischen Gottesstaat wie der „Islamische Staat“ (IS) oder Al-Qaida sprechen ebenfalls oft von Ungläubigen, gegen die sich ihr Kampf richte, schreibt Jan A. Karon für NiUS.de.

Die Al-Ikhlas Moschee ist gleichzeitig Partnerin der Stadt Reutlingen. Sie wirkt bei der interkulturellen Woche und der internationalen Woche gegen Rassismus mit, nimmt am interreligiösen Dialog teil und betreibt einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt und betreut Flüchtlinge.

Ein Sprecher der Stadt Reutlingen gab auf Anfrage von NiUS.de bekannt, dass aus dem Videoausschnitt der Kontext, in welchen die Rezitation eingebunden ist, nicht erkennbar sei. Die Stadt werde deshalb mit dem Moschee-Verein in Kontakt treten, um diese Frage zu klären. Das Thema sei aber nicht auf den Islam begrenzt. Es gebe „in unterschiedlichen Religionen Aussagen“, die „nicht mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung im Einklang sind“.

In der Al-Ikhlas-Moschee haben laut Bericht von NiUS.de immer wieder Personen gepredigt, die sich in islamistischen Kreisen bewegen. Dies bestätigt die Islamismus-Expertin Sigrid Herrmann gegenüber der Nachrichtenplattform. Sie weist darauf hin, dass die Auswahl der Koranstellen in der Predigt dem Imam obliegt, der dabei an keine vorgegebene Reihenfolge gebunden ist. Wenn kein aktueller Kontext oder Anlass gegeben ist, bleibe offen, warum genau diese Stelle vorgetragen wurde, sagt Herrmann. Der gesamte Koran habe, insbesondere beim Vortrag auf Arabisch, handlungsweisenden Charakter, betont sie. Die Erklärung der Moschee hält sie für ein vorgeschobenes Argument. „Wer nicht will, dass Gläubige diese Passagen wörtlich nehmen, muss sie entweder auslassen oder eine andere Lesart verdeutlichen“, fordert sie.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Islam

  1. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  2. Meloni kündigt Burka- und Niqab-Verbot, Ausländerquoten an Italiens Schulen an
  3. Der 11. September und die Notwendigkeit eines kämpferischen Christentums
  4. Zwei muslimische Feiertage könnten bald in Kalifornien staatlich anerkannt werden
  5. Ehemaliges Priesterseminar auf Long Island soll muslimisches Internat werden
  6. 'Weil die andere Option darin bestand, in der Hölle zu brennen, ewig an meinen Haaren aufgehängt.'
  7. Historiker Raymond Ibrahim: Kreuzzüge waren Antwort auf islamische Aggression
  8. Berliner Studie: 41 Prozent der islamischen Neuntklässler geben religiösen Regeln Vorzug
  9. Dokumentation zeigt die Islamisierung Birminghams
  10. Italienischer Bischof ruft zur Evangelisierung von Muslimen auf – Unterstützung von Konvertiten







Top-15

meist-gelesen

  1. Nach Christus-Verhöhnung: CDU-Politikerin Bosbach legt Beschwerde gegen Jan Böhmermann ein
  2. Blutiger Anschlag auf orthodoxe Kirche in Jordanien – Mindestens sechs Tote bei Trauerfeier
  3. 'Rita hat das Herz eines Engels! Gott segne sie!“
  4. Filmstar Evangeline Lilly verließ Hollywood vor sechs Jahren: ‚Gott hat einen Plan‘
  5. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  6. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  7. Papst Leo lädt zum Weltjugendtag ein: „Ich freue mich darauf, euch in Seoul zu sehen!“
  8. USA: Kontenschließungen von Banken bei Lebensschutz- und konservativen Gruppen
  9. Krakauer Regens: Johannes Paul II. war Hotspot für Verbindung mit Gott
  10. US-Erzbischof Cordileone: „Die Familie: Das Abbild Gottes“
  11. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  12. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  13. MISSIO Österreich - Nationaldirektor Johannes Laichner legt Amt aus gesundheitlichen Gründen zurück
  14. „Neun interessante Fakten über den heiligen Johannes Paul II., die Sie wohl noch nicht kannten“
  15. Wallner: „Richten sich kirchliche Stellen bei uns nicht klammheimlich als Palliativstationen ein?“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz