Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. 'Und ich dachte, es müßte um Gott und das Heil der Seelen gehen. Ich bin ja so naiv'
  2. 'Denn es wird nicht zu dem kommen, was diese Lügner versprechen.'
  3. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘
  4. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  5. Liebe 'Deutsche Kirche', ihr seid Heuchler vor dem Herrn!
  6. Nicht mehr zu retten - Zum Substanzverlust der Kirche
  7. ‚Synodalität – ein Wort ohne Begriff? Ein erfundenes Narrativ macht Karriere
  8. Ein Drittel der 15-Jährigen in Deutschland kann nicht mehr ausreichend lesen oder rechnen!
  9. Kritik von Theologen an der Beurlaubung von P. Edmund Waldstein
  10. Piusbruderschaft kritisiert ‚Doppelmoral‘ nach Verweigerung des Zutritts zur Basilika in Assisi
  11. Wundersame Heilung, eine Marienerscheinung und Berufung mit 4 Jahren
  12. Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm
  13. US-Präsident Donald Trump gratuliert Katholiken zum Fest Maria Geburt
  14. 'Gott, hilf mir. Jesus, hilf mir. Seid ihr Jungs bereit? Let’s Roll'
  15. Scharfe Kritik von Birgit Kelle an Leihmutterschaftsentschuldigung von Jens Spahn

In muslimischen Regionen müssen Christen den Ramadan nicht selten mitbefolgen

26. März 2026 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Während des Ramadan erleben viele Christen in muslimischen Gesellschaften starken sozialen Druck und teilweise offene Diskriminierung, schreibt Ninve Ermagan in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).


Frankfurt a.M. (kath.net) Ninve Ermagan hat einen Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) veröffentlicht mit dem Titel „Christen im Ramadan: Du musst auch fasten!“. Nach Gesprächen mit Christen aus Jemen und Ägypten beschreibt sie die Situation der Christen in mehrheitlich muslimischen Ländern während des Ramadan. Während der Ramadan für Muslime eine Zeit der Gemeinschaft, Spiritualität und des freiwilligen Fastens darstellt, erleben viele Christen in solchen Gesellschaften starken sozialen Druck und teilweise offene Diskriminierung, stellt sie fest.

Ermagan schildert, dass Christen besonders in konservativen oder radikaleren Landstrichen sich oft anpassen müssen, um Konflikte oder Repressalien zu vermeiden: Deshalb fasten Christen tagsüber mit, essen und trinken nicht öffentlich und verbergen sogar ihre christliche Identität. 

Im Jemen (besonders unter Huthi-Herrschaft) müssen Christen wie die Konvertitin Nada tagsüber öffentlich fasten, um nicht aufzufallen. Sie bricht das Fasten nur heimlich zu Hause. Die Autorin zitiert Nada: „Wenn wir das Haus verlassen, müssen wir fasten, um so zu sein wie sie.“ Und weiter: „Wir mögen keine Lügen, aber wir sind gezwungen zu lügen.“ Ihre Familie weiß nichts von ihrem Glauben – sonst droht ihr der Tod. Sie beteiligt sich sogar an muslimischen Gebeten, um Verdacht zu vermeiden.


Der konvertierte Christ Ahmed (ehemals Jemen, jetzt Ägypten) berichtet: Öffentliches Nicht-Fasten ist auch in Ägypten kaum möglich – man fällt auf und muss sich rechtfertigen. Zitat Ahmed: „In der Öffentlichkeit nicht zu fasten, ist auch hier kaum möglich.“ Er selbst kann wegen eines Leistenbruchs gesundheitlich gar nicht fasten, nutzt das aber als „Schutz-Erklärung“, ohne zu provozieren.

Der jemenitische Christen-Aktivist John Ghanim (aus London) erzählt von einem jungen Mann, der gezwungen wurde, in die Moschee zu gehen: „Er weinte, weil er dachte, dass er seinen Glauben betrügt.“

Ermagan kontrastiert klar: Für Muslime ist der Ramadan Gemeinschaft, Besinnung und freiwilliges Fasten. Für Christen als Minderheit bedeutet er Zwang zur Anpassung, Unsichtbarkeit, Verbergen des eigenen Glaubens und ständige Angst vor Nachbarn, Familie oder Behörden. Der Islamwissenschaftler Kacem El Ghazzali wird zitiert: Gesetze kriminalisieren öffentliches Essen/Trinken, und die Gesellschaft fungiert als „Hüter der Regeln“.

Der Druck verschärft sich laut Organisationen wie Open Doors besonders auf Konvertiten (Beispiele: Auspeitschung auf Sansibar, Zwangsschließung von Geschäften in Bangladesch). Christen leben oft im Verborgenen, gehen täglich Risiken ein, verlieren viel – finden aber Frieden in ihrem Glauben.

 Ermagan kontrastiert das mit der freiwilligen, spirituellen Fastenpraxis im Christentum (z. B. Fastenzeit) und kritisiert damit auch implizit eine einseitige Feier des Ramadan in Deutschland (indirekter Bezug auf das Fastenbrechen der Grünen im Bundestag als Zeichen von „Vielfalt“), während die Realität für Christen in manchen islamischen Ländern ausgeblendet wird.

 Ninve Ermagan verlinkt ihren FAZ-Beitrag auf ihrem Auftritt auf X und schreibt dazu: „Verrückt, mit welchem Hass ich überschüttet werde, weil ich einen Artikel über die Situation von Christen während des Ramadan geschrieben habe. Ich habe mit Christen aus dem Jemen und Ägypten gesprochen. Mir wird deshalb Rassismus vorgeworfen.“

Ninve Ermagan ist eine junge deutsche Journalistin mit assyrisch-christlichen Wurzeln. Sie ist in Deutschland geboren und aufgewachsen – als Tochter assyrisch-orthodoxer Eltern, die aus dem Nahen Osten flohen. Sie schreibt immer wieder für Medien wie FAZ, taz, Jüdische Allgemeine, NZZ, Cicero, ZDF und ARD.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Christenverfolgung

  1. UN-Experten: Christliche Frauen und Mädchen in Nigeria besonders von Gewalt bedroht
  2. Bischof Robert Barron: Krieg gegen Christen ist real – Welt darf nicht länger schweigen
  3. Besuch des syrischen Präsidenten - „Kirche in Not“ fordert Bundeskanzler Merz zum Handeln auf
  4. Zur weltweiten Christenverfolgung Schweigen, zu Israels „Fehler“ Empörung
  5. Belgischer öffentlich-rechtlicher Sender lässt Moderatoren Marien- und Jesus-Statuen zertrümmern!
  6. Berliner Landesbischof Stäblein erinnert an weltweite Christenverfolgung
  7. Neuer Bericht zum Iran: Zahl der Festnahmen von Christen verdoppelt sich

Islam

  1. Zwei muslimische Feiertage könnten bald in Kalifornien staatlich anerkannt werden
  2. Ehemaliges Priesterseminar auf Long Island soll muslimisches Internat werden
  3. 'Weil die andere Option darin bestand, in der Hölle zu brennen, ewig an meinen Haaren aufgehängt.'
  4. Historiker Raymond Ibrahim: Kreuzzüge waren Antwort auf islamische Aggression
  5. Berliner Studie: 41 Prozent der islamischen Neuntklässler geben religiösen Regeln Vorzug
  6. Dokumentation zeigt die Islamisierung Birminghams
  7. Italienischer Bischof ruft zur Evangelisierung von Muslimen auf – Unterstützung von Konvertiten







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Spanischer Erzbischof erinnert angesichts der Migrationskrise an die Reconquista
  3. Drei katholische Bischöfe werden am Marsch für das Leben teilnehmen
  4. Archäologen ‚absolut‘ sicher: Bethsaida gefunden
  5. Vatikan erinnert neue Missionsbischöfe: „Liturgie ist nicht unser eigenes Werk“
  6. Ein Drittel der 15-Jährigen in Deutschland kann nicht mehr ausreichend lesen oder rechnen!
  7. YouTube-Kanal der Erzdiözese Łódź wurde ohne Wissen oder Zustimmung der Administratoren entfernt
  8. 'BILD' greift kath.net-Beitrag von Kardinal Müller auf
  9. Die Würde des Menschen ist unverfügbar
  10. US-Präsident Donald Trump gratuliert Katholiken zum Fest Maria Geburt
  11. Kritik von Theologen an der Beurlaubung von P. Edmund Waldstein
  12. 'Schweigen angesichts des Bösen ist selbst Böses'
  13. „Die fünfsaitige Lyra der Pentarchie neu zum Klingen bringen“
  14. „Bin ich Konvertitin oder von Kindesbeinen an katholisch?“
  15. Eine vergiftete Unterstützungserklärung

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz