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In muslimischen Regionen müssen Christen den Ramadan nicht selten mitbefolgen

26. März 2026 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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Während des Ramadan erleben viele Christen in muslimischen Gesellschaften starken sozialen Druck und teilweise offene Diskriminierung, schreibt Ninve Ermagan in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).


Frankfurt a.M. (kath.net) Ninve Ermagan hat einen Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) veröffentlicht mit dem Titel „Christen im Ramadan: Du musst auch fasten!“. Nach Gesprächen mit Christen aus Jemen und Ägypten beschreibt sie die Situation der Christen in mehrheitlich muslimischen Ländern während des Ramadan. Während der Ramadan für Muslime eine Zeit der Gemeinschaft, Spiritualität und des freiwilligen Fastens darstellt, erleben viele Christen in solchen Gesellschaften starken sozialen Druck und teilweise offene Diskriminierung, stellt sie fest.

Ermagan schildert, dass Christen besonders in konservativen oder radikaleren Landstrichen sich oft anpassen müssen, um Konflikte oder Repressalien zu vermeiden: Deshalb fasten Christen tagsüber mit, essen und trinken nicht öffentlich und verbergen sogar ihre christliche Identität. 

Im Jemen (besonders unter Huthi-Herrschaft) müssen Christen wie die Konvertitin Nada tagsüber öffentlich fasten, um nicht aufzufallen. Sie bricht das Fasten nur heimlich zu Hause. Die Autorin zitiert Nada: „Wenn wir das Haus verlassen, müssen wir fasten, um so zu sein wie sie.“ Und weiter: „Wir mögen keine Lügen, aber wir sind gezwungen zu lügen.“ Ihre Familie weiß nichts von ihrem Glauben – sonst droht ihr der Tod. Sie beteiligt sich sogar an muslimischen Gebeten, um Verdacht zu vermeiden.


Der konvertierte Christ Ahmed (ehemals Jemen, jetzt Ägypten) berichtet: Öffentliches Nicht-Fasten ist auch in Ägypten kaum möglich – man fällt auf und muss sich rechtfertigen. Zitat Ahmed: „In der Öffentlichkeit nicht zu fasten, ist auch hier kaum möglich.“ Er selbst kann wegen eines Leistenbruchs gesundheitlich gar nicht fasten, nutzt das aber als „Schutz-Erklärung“, ohne zu provozieren.

Der jemenitische Christen-Aktivist John Ghanim (aus London) erzählt von einem jungen Mann, der gezwungen wurde, in die Moschee zu gehen: „Er weinte, weil er dachte, dass er seinen Glauben betrügt.“

Ermagan kontrastiert klar: Für Muslime ist der Ramadan Gemeinschaft, Besinnung und freiwilliges Fasten. Für Christen als Minderheit bedeutet er Zwang zur Anpassung, Unsichtbarkeit, Verbergen des eigenen Glaubens und ständige Angst vor Nachbarn, Familie oder Behörden. Der Islamwissenschaftler Kacem El Ghazzali wird zitiert: Gesetze kriminalisieren öffentliches Essen/Trinken, und die Gesellschaft fungiert als „Hüter der Regeln“.

Der Druck verschärft sich laut Organisationen wie Open Doors besonders auf Konvertiten (Beispiele: Auspeitschung auf Sansibar, Zwangsschließung von Geschäften in Bangladesch). Christen leben oft im Verborgenen, gehen täglich Risiken ein, verlieren viel – finden aber Frieden in ihrem Glauben.

 Ermagan kontrastiert das mit der freiwilligen, spirituellen Fastenpraxis im Christentum (z. B. Fastenzeit) und kritisiert damit auch implizit eine einseitige Feier des Ramadan in Deutschland (indirekter Bezug auf das Fastenbrechen der Grünen im Bundestag als Zeichen von „Vielfalt“), während die Realität für Christen in manchen islamischen Ländern ausgeblendet wird.

 Ninve Ermagan verlinkt ihren FAZ-Beitrag auf ihrem Auftritt auf X und schreibt dazu: „Verrückt, mit welchem Hass ich überschüttet werde, weil ich einen Artikel über die Situation von Christen während des Ramadan geschrieben habe. Ich habe mit Christen aus dem Jemen und Ägypten gesprochen. Mir wird deshalb Rassismus vorgeworfen.“

Ninve Ermagan ist eine junge deutsche Journalistin mit assyrisch-christlichen Wurzeln. Sie ist in Deutschland geboren und aufgewachsen – als Tochter assyrisch-orthodoxer Eltern, die aus dem Nahen Osten flohen. Sie schreibt immer wieder für Medien wie FAZ, taz, Jüdische Allgemeine, NZZ, Cicero, ZDF und ARD.


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