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Eine „Gerechte unter den Völkern“: Die Nonne und Judenretterin Schwester Cecylia Maria Roszak OP

3. März 2025 in Chronik, 3 Lesermeinungen
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Während des Zweiten Weltkriegs riskierte die Dominikanerin ihr Leben, indem sie Juden vor den Nazis versteckte. Als Widerstandskämpferin sorgte sie für das Überleben von prominenten Juden. Von Elmar Lübbers-Paal


Warschau (kath.net) Die Mission von Schwester Cecylia Maria Roszak OP, die 2018 im Alter von 110 Jahren, als damals älteste Nonne der Welt starb, lag darin, anderen zu dienen. Während des Zweiten Weltkriegs riskierte sie ihr Leben, indem sie Juden vor den Nazis versteckte. Als Widerstandskämpferin sorgte sie unter anderem für das Überleben von Abba Kovner, Izrael Chaim Wilner (Arie Wilner), Chajka Grosman, Edek Boraks, Chum Godot und Israel Nagel, um nur die prominentesten Juden zu erwähnen.

Maria Roszak wird am 25. März 1908 in Kielce in der Provinz Posen, Polen, geboren. Sie schließt ihr Studium an der staatlichen Mädchenschule für Handel und Industrie in der Universitätsstadt an der Warthe ab.

Im Alter von 21 Jahren tritt sie dem Dominikanerorden in Krakau bei und nimmt bei ihren ersten Ordensgelübden 1931 den Namen „Cecylia“ an. Drei Jahre später legt sie ihre ewigen Gelübde ab. 1938 gehörte sie zu einer Gruppe Dominikanerinnen, die nach Vilnius (Litauen) gehen, um dort ein neues Kloster zu errichten. Dies missglückt zunächst, auch wegen der wechselnden Territorialverhältnisse. Ab Juni 1941 versteckt die Dominikanerinnen-Gemeinschaft Juden vor dem NS-Machtapparat.

Schwester Cecylia Maria bietet zusammen mit den anderen Schwestern und der Oberin Schwester Betranda 17 Mitgliedern einer jüdischen Widerstandsbewegung im Kloster Unterschlupf, womit sie ihr eigenes Leben riskieren. So finden die Mitglieder des jüdisch-zionistischen Untergrunds bei den Klosterfrauen einen sicheren Aufenthaltsort. Die Ordensgemeinschaft bewirtschaftet ein fünf Hektar großes Feld, während der Bau des Klosters auf dem Gelände noch unvollendet ist. Die Schwestern leben vorübergehend in einem Holzhaus mit einer kleinen Kapelle.


Trotz des Platzmangels nimmt Schwester Cecylia Maria auch verängstigte jüdische Kinder in ihre Obhut. Immer wieder nehmen sie auch Juden aus dem nahegelegenen Ghetto auf. Kommt es zu Durchsuchungen durch die Besatzer, versteckt sie die Kleinen in Getreideballen in der Scheune, wo sich ein paar andere Nonnen befinden, die zum Schutz als Zivilisten verkleidet sind.

Die Schwestern kümmern sich sehr herzlich um die Schutzsuchenden und sorgen sich auch um deren Erziehung, und nicht nur um die spirituelle. Im September 1941 beschließen jüdische Oppositionelle das Kloster zu verlassen und in das jüdische Ghetto zurückzukehren. Aktiv helfen ihnen die Nonnen beim Schmuggeln von Waffen und Lebensmittelvorräten, um den Widerstand zu stärken. Die Unterstützung fliegt auf. Mutter Betranda wird 1943 verhaftet und das Kloster in Vilnius geschlossen.

Das Holocaust-Gedenkzentrum Yad Vashem schreibt über die damalige Hausoberin: "Trotz der enormen Unterschiede zwischen den beiden Gruppen bildeten sich enge Bande zwischen den christlichen Nonnen und den linken säkularen Juden. Sie fanden einen sicheren Ort hinter den Klostermauern, sie arbeiteten mit den Nonnen in der Landwirtschaft und hielten an ihren politischen Tätigkeiten fest. Sie nannten die Mutter Oberin 'Ima', hebräisch für Mutter."

Schwester Cecylia Maria kehrte nach Krakau zurück, wo sie für den Rest ihres Lebens bleiben wird. Schwester Betranda gibt das Klosterleben nach dem Krieg auf und kehrt in den Laienstand zurück, während Schwester Cecylia Maria Roszak 1946 Oberin ihrer Gemeinschaft wird. Eine regelrechte Wiedererrichtung des Krakauer Klosters kann erst ein Jahr später erfolgen.

Eines Tages erhält Schwester Cecylia Maria einen Anruf von einem Mann namens Abba Kovner (1918-1987), der sich bei ihr dafür bedankt, dass sie ihm das Leben gerettet hat. Der Anrufer ist ein litauisch-israelischer Schriftsteller, Gründer der Organisation Nakam, und einer von denen, die von den Schwestern damals versteckt wurden. Einige Tage später kommt ein mysteriöses Paket im Kloster an. Es enthält ein kleines Kreuz mit der Aufschrift „Jerusalem“. Dies ist der Grundstock für eine erneute Betätigung in Vilnius. Ein Jahr später nennt man Vilnius tatsächlich das „Jerusalem Litauens“, nachdem Schwester Cecylia Maria zusammen mit den anderen Schwestern in ihr Mutterkloster zurückgekehrt ist. Die Ordensschwester hat ein unwahrscheinliches Sprachtalent. Neben Polnisch spricht sie auch Englisch, Deutsch, Französisch und Latein.

Im Laufe ihres Ordenslebens hat Schwester Cecylia verschiedene Positionen inne. Sie arbeitet als Organistin und Kantorin und dient dem Ordenshaus auch mehrfache als Priorin. 1984 erhält sie für ihren Einsatz durch die Gedenkstätte Yad Vashem die prestigeträchtige Auszeichnung „Gerechte unter den Völkern“. Eine Auszeichnung, die an diejenigen verliehen wird, die während des Holocaust ihr Leben, ihre Freiheit und den Verlust ihrer Arbeit riskierten, um Juden zu helfen.

Schwester Cecylia Maria Roszak galt damals als die älteste Nonne der Welt, bis sie mit 110 Jahren stirbt. Bis ins hohe Alter ist sie eine echte Aktivistin. Zu ihren Diensten, die sie bis zu Letzt ausführt, zählen das aufopfernde Gebetsleben und die Besuche und Tröstungen ihrer erkranken Mitschwestern. Sie hegt ihre persönlichen Schätze bis ans Ende ihrer Tage: eine Medaille aus Israel und ein kleines Kruzifix von Abba Kovner. Als Schwester Cecylia eines Tages nach dem Geheimnis ihrer Langlebigkeit gefragt wird, antwortete sie, dass man beten und Sprachen lernen sollte. Die mutige Ordensfrau stirbt hochbetagt im Krakauer Dominikanerinnenkloster am 16. November 2018.

Foto: Sr. Cecylia Roszak OP im Jahr 2015 (c) Wikipedia/Pressebüro der Erzdiözese Krakau/Piotr Jantos/Gemeinfrei

 


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Lesermeinungen

 rosengarten1997 5. März 2025 

@ rosenstaedter

Oh ja, da haben Sie recht, mir scheint es heute genau daran zu mangeln und das was wir sehen, ist nicht das was ist, die Manipulation ist gigantisch! Unsere Entscheidungen müssen von einem absoltuen Glauben an Gott und an Seine Kirche getragen sein, aber besonders in dieser, gibt es all zu oft Verwirrung und Spaltung, der Widersacher leistet ganz Arbeit, aber am Ende wird das unbefleckte Herz Mariens triumphieren! Deo Gratias!


0
 
 rosenstaedter 3. März 2025 
 

Es braucht viel Mut dem "Bösen" zu widersagen!

und gegen den Strom zu schwimmen!

Es braucht viel Mut sich gegen fehlende und unterdrückte "Main-Stream-Meinung" zu stellen!


2
 
 rosengarten1997 3. März 2025 

Wunderbar !

Danke für dieses sehr leuchtende Beispiel einer unscheinbaren Nonne, die mi ihren Mitschwestern soviel Mut bewiesen hat! Schwester Cecylia Maria Roszak bitte für uns!????????


2
 

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