Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vertrauenskrise in der Kirche
  2. Vatikan korrigiert argentinische Bischöfe: Gläubige dürfen kniend und auf die Zunge kommunizieren
  3. „Puff für alle“: Entsetztes Kopfschütteln über Sexualkunde-Aufgabe an katholisch geprägtem Gymnasium
  4. „Ut unum sint“ - Wahrheit, Tradition und sichtbare Communio
  5. 'Gut' gebrüllt, Löwe?
  6. Kardinal Eijk: Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 muss zurückgewiesen werden
  7. Sacrosanctum Concilium: Die Liturgie und das Geheimnis Christi
  8. „Leo macht Schluss mit ‚Doppelstandards‘: Warum der deutsche Synodale Weg ins Stocken gerät“
  9. Rom und die orientalisch-orthodoxen Kirchen seit Fiducia supplicans
  10. MAGNIFICA HUMANITAS
  11. Vatikan veröffentlicht die Leitlinien für den Umsetzungsweg der Synode über die Synodalität
  12. Nach Gipfelkreuzschändung: 18-Jähriger stellt neues selbstgebautes Kreuz auf
  13. US-Diözese Wichita hat seit Jahren viele Priesterberufungen
  14. Trend unter jungen New Yorkern: Gemeinsam zur Sonntagsmesse gehen
  15. Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 ‚beunruhigend‘ und ‚verblüffend‘

Kraftvolle Grundsatzkritik an den Evangelischen Landeskirchen und irrlehrenden Theologien

17. Oktober 2025 in Aktuelles, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Konservatives evangelisches Netzwerk „Crossbearer“ veröffentlicht „95 Thesen an die evangelischen Landeskirchen in Europa“


Wittenberg (kath.net/pl) „Mit Trauer beobachten wir, wie unsere Kirchen, die einst den christlichen Glauben verkündet haben, diesen nun aber in immer größerem Maße vernachlässigen und aufgeben. Als Christen sind wir berufen, für den Glauben zu kämpfen, der ein für alle Mal den Heiligen anvertraut ist, und deshalb wollen wir Martin Luthers Mut nachahmen, indem wir diese 95 Thesen veröffentlichen, um gegen die aktuellen Missstände zu protestieren.“ So leiten die „Crossbearer“ [Kreuzträger] ihre vor wenigen Tagen veröffentlichten 95 Thesen zur Erneuerung der evangelischen Landeskirchen ein. Sie greifen damit den Anschlag von 95 Thesen an die Kirchentür der Schlosskirche von Wittenberg am 31.10.1517 auf*, die als Geburtsstunde des Protestantismus verstanden wird.

„Wir sind Kreuzträger, weil wir Jesus Christus nachfolgen – trotz des Widerstandes innerhalb und außerhalb der Kirche. Dazu gehören lutherische, reformierte und anglikanische Christen auf dem ganzen Kontinent, deren Leitungsteam ich vertrete. Dahinter stehen aber auch die über 400 Unterzeichner der Petition mit unseren 95 Thesen“, erläutert Jorge Monsalve vom Leitungskreis der „Crossbearers“ im Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur „idea“. Auf den Einwand, dass die landeskirchlichen Synoden diese Thesen mutmaßlich ignorieren werden, erläuterte er: „Jede Familie, jede Gemeinde und jede Synode, die sich daran bindet, ist ein Gewinn fürs Reich Gottes. Die Familien, Gemeinden und Synoden, die sich am Haupt Jesus Christus festhalten, werden bestehen. Die anderen haben keine Lebenskraft und vergehen von selbst.“

„Die Schafe Christi hungern nach seinem Wort, nicht nach parteipolitischen Reden von Menschen.“ (These 56)
Die 95 Thesen greifen ein breites Themenspektrum von Irrlehren auf, die in den Evangelischen Landeskirchen derzeit vertreten werden. Diese Irrlehren sind bekanntermaßen auch in der katholischen Kirche in Europa nachweisbar, was die Crossbearers als innerprotestantische Bewegung aber nicht thematisieren. Da einige Thesen in ihrer Grundrichtung auch für praktizierende katholische Christen interessant sind, bringt kath.net einen Auszug. Link zum vollen Text der „95 Thesen an die evangelischen Landeskirchen in Europa“.


Dialog mit anderen Religionen:
Es gibt nur einen Mittler zwischen Gott und Mensch, Jesus Christus, wahrer Mensch und wahrer Gott.
Ein Bethaus, wo zugleich zum dreieinigen Gott und zu anderen Göttern gebetet wird, ist kein „House of One“ [1] sondern eine Höhle vieler Dämonen, denn es ist keine Gemeinschaft zwischen Christus und Belial.
Eine Versammlung, wo sowohl zur Heiligen Dreifaltigkeit als auch zu einem anderen Gott gebetet wird, ist kein Platz für einen Christen, denn sie ist die Darbringung eines fremden Feuers an den Herrn.
Ein christliches Bethaus ist ein heiliger Ort zur Anbetung des Gottes, der in Jesus Christus Fleisch angenommen hat. Gegenstände aufzustellen, die zur Anbetung eines falschen Gottes verführen – geschweige denn, Bilder sexueller Unmoral innerhalb seiner Wände aufzuhängen – bedeutet, den Herrn, unseren Gott, zu versuchen.

Unwürdiger Empfang der Sakramente [im protestantischen Verständnis gibt es die Sakramente Taufe und Abendmahl]:
59. Das Gebot, zu taufen, darf nicht getrennt werden von dem Gebot, zu lehren, alles zu halten, was der Herr uns befohlen hat.
60. Die mit der heiligen Taufe verbundenen Heilszusagen über einen offensichtlichen Ungläubigen auszusprechen, nur um eines innerweltlichen Vorteils willen, ist Missbrauch des dreifach heiligen Namens.
61. Kinder zu taufen, ohne nach bestem Gewissen zu gewährleisten, dass sie auf den Wegen des Herrn erzogen werden, ist ein verantwortungsloser Umgang mit ihrem Seelenheil und ein Missbrauch des Sakraments.
62. Die Empfindlichkeiten des Zeitgeistes spielen keine Rolle bei der Verkündigung des Namens des Vaters, des Sohnes, und des Heiligen Geistes, insbesondere während der Heiligen Taufe. Es ist weitaus verheerender, das Sakrament ungültig zu machen, als einige wenige Zuhörer zu stören.
63. Wenn jemand sein Vertrauen nicht in Christus gesetzt und sich seiner Herrschaft nicht ergeben hat, was kann er dann bei einer Konfirmation bekennen?
64. Christus ist bei jeder stiftungsgemäßen Feier des heiligen Abendmahls ebenso gegenwärtig wie in der Nacht, in der er verraten wurde, in der er es einsetzte und uns seinen eigenen Leib und sein eigenes Blut anbot.
65. Wenn wir nicht glauben, dass wir am Abendmahl an Christus selbst teilhaben, ist unsere Versammlung vergeblich und unsere Teilnahme daran nutzlos.
66. Ungetaufte sollen nicht eingeladen werden, am heiligen Abendmahl teilzunehmen, da sie den Leib des Herrn nicht unterscheiden können; stattdessen sollten sie aufgerufen werden, Buße zu tun und sich taufen zu lassen zur Vergebung ihrer Sünden.
67. Unbußfertige Christen sollen gewarnt werden, nicht am heiligen Abendmahl teilzunehmen, denn wer den Leib des Herrn nicht achtet, der isst und trinkt sich selbst zum Gericht.

Lebensschutz:
70. Weder ein ungeborener noch ein todesnaher Zustand entfernen das Bild Gottes von uns Menschen, sodass uns unser gebührender Schutz vorenthalten oder unsere Tötung gerechtfertigt werden könnte.

Gender-Ideologie:
68. Jeder Mensch trägt das Bild Gottes als entweder Mann oder Frau.
71. Menschen mit Störungen der Geschlechtsentwicklung sind immer noch in der von Gott bestimmten Gestaltung der Menschheit als Mann und Frau eingeschlossen. Deshalb ist es für uns Menschen sowohl heilsam als auch geboten, uns mit unserem gegebenen biologischen Geschlecht zu identifizieren, soweit es erkannt werden kann.
72. Die Kirche sollte denen Liebe erweisen, die unter Identitätsstörungen leiden, indem sie sie daran erinnert, dass sie wunderbar von Gott gemacht worden sind. So hilft sie ihnen, sich mit ihrem Körper als Geschenk Gottes zu versöhnen.
73. Im Einklang mit dem Befehl und dem Segen Gottes, fruchtbar zu sein und uns zu mehren als Menschen, steht einem Mann und einer Frau frei, einen öffentlichen, lebenslangen Bund zu schließen, durch den sie ein Fleisch werden. Nur diese Art von körperlicher Vereinigung kann rechtmäßig als Ehe bezeichnet werden.

Zeitgeistkritik:
92. Die Sakramente der Kirche werden gemäß dem Willen Gottes verwaltet, nicht gemäß der Laune der Menschen.
93. Die Hoffnung der Kirche ruht auf den unabänderlichen Versprechen Gottes, nicht auf den Vorhersagen, Drohungen oder Ambitionen des Zeitgeistes.
94. Es ist nicht die Furcht vor den Prognosen, sondern die Furcht Gottes, die uns Christen dazu führen wird, die Weisheit zu erlangen, die wir für eine richtige Bewahrung und Beherrschung der Schöpfung benötigen.
95. Die Botschaft, die die Welt zum Zittern bringen sollte, die kritischer als jede Naturkatastrophe ist und die die Kirche verkündigen muss, ist, dass es trotz der Zerbrochenheit unserer Welt eine feste und sichere Hoffnung gibt: das unausweichliche Kommen des Königs der Könige, der die Lebenden und die Toten richten wird, und dessen Herrschaft kein Ende sein wird.

*Anmerkung: Die Historizität des Anschlag jener 95 Thesen im Jahr 1517 ist nicht sicher verifizierbar, aber der damit in Zusammenhang gebrachte Text mit 95 Thesen gegen damalige massive Missstände im [katholischen] Ablasshandel hat bis heute eine starke Wirkungsgeschichte, allerdings leider häufig auch mit antikatholischer Unterströmung.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Protestanten

  1. Alternative zu Bürokratie: Soziales Engagement aus dem Glauben
  2. Baptist will im Tretboot von Mittelamerika nach Australien strampeln
  3. Frankreich: Lutherischer Bischof wird Katholik
  4. Kirchenschändungen in Dessau: Waren es Anhänger der Black-Metal-Szene?
  5. Evangelische Kirche geht 'auf Teufel komm raus' mit dem Zeitgeist
  6. BRD: Die katholisch-evangelische Schere wird größer
  7. Bußaufruf des Pfarrers mit Erfolg






Top-15

meist-gelesen

  1. „Leo macht Schluss mit ‚Doppelstandards‘: Warum der deutsche Synodale Weg ins Stocken gerät“
  2. „Puff für alle“: Entsetztes Kopfschütteln über Sexualkunde-Aufgabe an katholisch geprägtem Gymnasium
  3. Vertrauenskrise in der Kirche
  4. Vatikan korrigiert argentinische Bischöfe: Gläubige dürfen kniend und auf die Zunge kommunizieren
  5. MAGNIFICA HUMANITAS
  6. Kardinal Eijk: Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 muss zurückgewiesen werden
  7. 'Gut' gebrüllt, Löwe?
  8. Komm, o Geist der Heiligkeit! Aus des Himmels Herrlichkeit!
  9. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  10. 'Ich denke, dass Gott der Größte ist! Er kann alle Türen für uns öffnen'
  11. Rom und die orientalisch-orthodoxen Kirchen seit Fiducia supplicans
  12. Nach Gipfelkreuzschändung: 18-Jähriger stellt neues selbstgebautes Kreuz auf
  13. „Die Genderideologie ist zutiefst reaktionär“
  14. Trend unter jungen New Yorkern: Gemeinsam zur Sonntagsmesse gehen
  15. „Synodenbericht präsentiert einen toxischen ‚Paradigmenwechsel‘“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz