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Hört auf Jesus! Der Weg des Glaubens und die Sendung der Kirche

vor 6 Stunden in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Papst Leo XIV. besuchte eine kritische Peripherie von Rom. Zwischen Verfall und Hoffnung: eine Pfarrei im Schatten der Großstadt. Die Verklärung als Schlüssel zum Verständnis des christlichen Lebens. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Am Nachmittag des heutigen zweiten Sonntags der Fastenzeit besuchte Papst Leo XIV. die Pfarrei „Ascensione di Nostro Signore Gesù Cristo“ (Christi Himmelfahrt) im römischen Viertel Quarticciolo, einer sozialen Peripherie im Osten der Hauptstadt Rom. Nach Papst Johannes XXIII. (1963) und Johannes Paul II. (1980) ist er der dritte Pontifex, der diese Gemeinde besucht, ein Zeichen besonderer pastoraler Aufmerksamkeit für einen Ort, der von sozialen Spannungen und strukturellem Verfall geprägt ist.

Der Besuch ist Teil einer Reihe von Begegnungen mit fünf Gemeinden seines Bistums in der Fastenzeit als geistliche Vorbereitung auf Ostern. Die 1954 errichtete Pfarrei zählt etwa 10.000 Gläubige. Die meisten wohnen in den sogenannten „lotti“, langen Wohnblöcken des sozialen Wohnungsbaus, errichtet zwischen den späten 1930er- und frühen 1940er-Jahren.

Pfarrer Daniele Canali beschrieb gegenüber der Presse ein Viertel, das in den letzten Jahren zunehmend in eine Spirale des Niedergangs geraten ist: Geschäftsschließungen, Abwanderung von Familien, Arbeitslosigkeit und soziale Unsicherheit prägen das Bild. Entlang der nach Palmiro Togliatti benannten Hauptstraße haben sich Prostitution und Drogenhandel ausgebreitet. Erst vor wenigen Tagen wurden bei einem Polizeieiinsatz elf Personen festgenommen und zahlreiche Drogen beschlagnahmt.

Auch die Pfarrei selbst war in der Vergangenheit von dieser Realität nicht unberührt geblieben: Übergriffe, Diebstähle und sogar Angriffe auf den Pfarrer und Gläubige haben zu einer Atmosphäre der Unsicherheit geführt. Dennoch bleibt die Gemeinde ein lebendiger geistlicher Mittelpunkt. Initiativen wie Familiengruppen, neokatechumenale Gemeinschaften, Jugendgruppen („Magis“), eine Theaterwerkstatt für Kinder und musikalische Projekte geben Zeugnis davon, dass das kirchliche Leben hier nicht erloschen ist. Der Besuch des Papstes ist daher mehr als eine symbolische oder traditionelle Geste. Er ist ein Zeichen der Nähe der Kirche zu den Rändern, dorthin, wo die sozialen Wunden offen zutage treten. Der Bischof von Rom setzt ein ein Zeichen dafür, dass gerade in der Peripherie der Glaube als Quelle der Hoffnung fortlebt.


In seiner Predigt bei der heiligen Messe legte der Papst die biblischen Texte dieses Sonntags aus und stellte das Leben des Glaubens als einen Weg dar, der Vertrauen, Loslassen und Verwandlung einschließt. Zu Beginn brachte er seine Nähe zur Gemeinde zum Ausdruck: „Ich bin froh, unter euch zu sein und gemeinsam mit eurer Pfarrgemeinde das Wort Gottes hören zu dürfen“. Die Liturgie dieses Sonntags habe die Gläubigen vor den Weg Abrahams und vor die Verklärung Jesu gestellt. In Abraham könne jeder Mensch sich selbst erkennen, denn „das Leben ist ein Weg, der Vertrauen verlangt, der das Sich-Anvertrauen an das Wort Gottes verlangt, das uns ruft und uns bisweilen auffordert, alles zu verlassen“. Darin liege eine Erfahrung der Unsicherheit, die erschüttern könne, doch gerade in ihrem Inneren eröffne sich eine Verheißung. Es sei möglich, dass man versucht werde, dieser Unsicherheit zu entfliehen, während gerade aus ihr „eine Verheißung unerwarteter Größe“ hervorgehe.

Das menschliche Denken sei darauf ausgerichtet, alles zu kontrollieren und zu messen. So geschehe es, dass der Mensch sich bemühe, alles unter Kontrolle zu haben, und dabei die Möglichkeit verliere, das Wesentliche zu entdecken. In diesem Zusammenhang verwies der Papst auf das Evangelium und erklärte, dass Gott „den wahren Schatz, die kostbare Perle, wie das Evangelium lehrt, in unserem Acker verborgen hat“. Der Weg Abrahams habe mit einem Verlust begonnen, mit dem Verlassen des Landes und des Hauses, die seine Vergangenheit getragen hätten, und habe sich in einer neuen Wirklichkeit erfüllt, in der alles Segen geworden sei. Auch der Christ brauche keine Angst vor dem Verlust zu haben, denn wenn er sich vom Glauben zum Aufbruch rufen lasse und neue Entscheidungen des Lebens und der Liebe wage, werde er erfahren, dass er „in einem Reichtum wächst, den niemand rauben kann“.

Leo XIV. richtete den Blick sodann auf den Weg der Jünger nach Jerusalem. Auch sie hätten sich auf einen Weg begeben, der zur Vollendung der Sendung Christi geführt habe. Dort habe der Meister sein Leben hingegeben und sei für alle zum Segen geworden. Die Jünger hätten Widerstand geleistet, doch sie hätten lernen müssen, dass der Mensch nur dann zum Segen werde, wenn er sich selbst nicht verteidige, sondern sich dem Willen Christi öffne. In diesem Zusammenhang erklärte der Papst, dass Christus im eucharistischen Zeichen seine Hingabe offenbare, nämlich „den eigenen Leib als Brot darzubringen, um gegessen zu werden, zu leben und zu sterben, um Leben zu geben“. Der Sonntag erscheine daher als Unterbrechung auf dem Weg, als Sammlung um Christus, der ermutige, nicht stehenzubleiben und die Richtung nicht zu ändern: „Es gibt keine größere Verheißung, es gibt keinen kostbareren Schatz, als zu leben, um Leben zu geben“.

Der Papst erinnerte daran, dass Jesus vor der Verklärung seinen Jüngern sein Leiden und seine Auferstehung angekündigt habe und dass Petrus sich dagegen gestellt habe. Die Antwort Christi habe deutlich gemacht, dass menschliches Denken und göttliches Denken sich unterscheiden. Wenige Tage später habe Jesus drei Jünger auf den Berg geführt, wo ihre innere Dunkelheit durch das Licht der Verklärung durchbrochen worden sei. Christus habe sich in einer Herrlichkeit gezeigt, in der sichtbar geworden sei, dass sich in ihm die Schrift erfülle.

Petrus habe in diesem Augenblick den Wunsch geäußert, diesen Zustand festzuhalten. Darin habe sich die menschliche Neigung gezeigt, das Geschehen anzuhalten und unter Kontrolle zu bringen. Doch der Weg habe weitergeführt. Aus der Wolke sei die Stimme des Vaters erklungen: „Dieser ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören“. Diese Worte richteten sich auch an die Gegenwart der Kirche. Der Papst wiederholte diesen Ruf und erklärte: „Ich bitte euch, Brüder und Schwestern, hören wir auf ihn!“. Christus gehe auch heute mit seinem Volk, um es die Logik der Liebe zu lehren, die keine Verteidigung suche, sondern Hingabe sei. Die Gläubigen seien aufgerufen, auf ihn zu hören und in sein Licht einzutreten, um Licht der Welt zu werden, beginnend mit dem Viertel, in dem wir leben. Das gesamte Leben der Pfarrei habe seinen Sinn darin, „ein Dienst am Licht, ein Dienst an der Freude“ zu sein.

Der Weg Jesu habe sich nach der Verklärung fortgesetzt. Ebenso empfange die Kirche aus dem Evangelium ihre Sendung. Angesichts der zahlreichen komplexen Schwierigkeiten des Viertels sei der Gemeinde eine Aufgabe anvertraut worden, die der Papst als „Pädagogik des Blicks des Glaubens“ bezeichnete, ein Blick, der alles in Hoffnung verwandle und dazu führe, Leidenschaft, Teilen und schöpferische Sorge für die Wunden der Menschen hervorzubringen.

Leo XIV. zeigte seine Freude darüber, dass diese Gemeinde ein lebendiger Ort des Glaubens sei und dass sie trotz der Schwierigkeiten das Evangelium mutig bezeuge. Unter dem Leitwort, Gemeinschaft zu bilden, habe sie einen Weg begonnen, der Zugehörigkeit und Aufnahme fördere, „mit offenen Armen für alle, wirklich für alle“. Darin liege ein Weg, der fortgesetzt werden müsse, und die Gläubigen seien aufgerufen, diesen Weg weiterzugehen und für das Viertel zu einem Sauerteig des Guten und der Gerechtigkeit zu werden.

Besondere Aufmerksamkeit widmete der Papst den jungen Menschen und betonte, dass ihr Einsatz gefördert werden müsse. Der Weg - „Magis“ -, der hier gegangen werde, verweise auf das „Mehr“, von dem die geistliche Tradition spreche, und stelle eine Einladung dar, ein Leben zu wählen, das Mut, Wahrheit und Güte in Christus finde, der das wahre „Magis“, das „Mehr“ des Menschen sei.

Am Ende seiner Predigt wandte sich der Papst erneut an die Gemeinde: „Ihr seid Zeichen der Hoffnung“. Das Licht der Verklärung sei bereits gegenwärtig, weil der Herr wirke und weil viele an seine verwandelnde Kraft glaubten. Angesichts der Erfahrung des Bösen könne die Versuchung der Entmutigung entstehen, doch gerade dort sei der Christ gerufen, seine Identität zu bezeugen und das Reich Gottes sichtbar zu machen. Angesichts alles dessen, was den Menschen entstelle, höre die Kirche nicht auf, das Evangelium zu verkünden, „das verwandelt und Leben schenkt“.

 


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