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Die erste Rechtsanwältin mit Down-Syndrom weltweit: Ana Victoria Espino de Santiago

24. März 2026 in Prolife, 4 Lesermeinungen
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Unglaubliche Lebensreise der jetzt 27-jährigen Mexikanerin – Sie gilt als erster Träger des Down-Syndroms mit abgeschlossenem Jurastudium - Sie möchte in die Politik gehen und sich für die Rechte behinderter Menschen einsetzen. Von Petra Lorleberg


Zacatecas (kath.net/pl) Ana Victoria Espino de Santiago (27) aus Zacatecas (Mexiko) gilt als der erste Träger des Down-Syndrom weltweit, der ein Jurastudium erfolgreich abgeschlossen hat. Nach mexikanischem Recht ist sie offiziell Rechtsanwältin.

Ana wurde nicht in einer privilegierten Umgebung geboren, konnte aber trotzdem erfolgreich ihren High School-Abschluss ablegen. Dann bestand sie sogar die Aufnahmeprüfung für die Universidad Autónoma de Zacatecas. Allerdings teilte ihr nach der bestandenen Aufnahmeprüfung der damalige Rektor mit, die Universität „habe keine Möglichkeiten“ für eine Studentin mit Down-Syndrom. Doch ein Professor wurde auf die junge Frau aufmerksam und ließ sich von Anas Entschlossenheit berühren. Er versprach, sie zu unterstützen, und hielt sein Wort fünf Jahre lang: Er saß in jeder Vorlesung neben ihr, half bei der Prüfungsvorbereitung und sorgte dafür, dass die Lücken des Systems nicht zu ihren Lücken wurden. Im Juli 2024 bestand sie ihre Juraprüfungen und trägt nun den Titel „Licenciada en Derecho“. Das berichten lateinamerikanische und internationale Quellen.


Ana selbst betonte später in einem Interview mit NTR TV: „Ich mag das Recht wirklich, weil es mir ermöglicht, Menschen mit Behinderungen und die Rechte der Menschen zu verteidigen – auch meine eigenen Rechte. Ich möchte Menschen mit Behinderungen helfen, jenen, die keine Stimme haben. Deshalb wurde ich Rechtsanwältin.“

In Mexiko ist für die Zulassung als Anwältin kein weiteres Examen erforderlich, der erfolgreiche Abschluss des Jurastudiums reicht aus. Nach fünf anspruchsvollen Jahren erhielt Ana ihren Abschluss. Für sie ist dies jedoch kein Endpunkt, sondern erst der Anfang. Sie möchte nicht primär in Gerichtssälen arbeiten, sondern in die Politik gehen, um Gesetze und Entscheidungsprozesse mitzugestalten, die das Leben von Menschen mit Behinderungen verbessern. 

Ana war schon lange vor ihrem Studienabschluss aktiv, sie ist seit 2014 auch als Malerin tätig. Eine ihrer bemerkenswertesten Ausstellungen – „Desde mi cielo“ („Aus meinem Himmel“) – wurde im Foyer des Mexikanischen Kongresses in Mexiko-Stadt gezeigt. Bereits zuvor trat sie in juristien Foren auf, nicht um Beifall zu erhalten, sondern um auf die Lücken in der Behindertenrechtsgesetzgebung, auf fehlenden Zugang und mangelnde Repräsentation hinzuweisen. Sie sprach als Betroffene, die diese Lücken selbst erlebt hat und sie sichtbar machen wollte. Heute blickt Ana klar in die Zukunft. In einem Interview mit „Zacatecas En Imagen“ sagte sie: „Ich sehe mich als lokale Abgeordnete. Ich bin leidenschaftlich für das Recht, und ich möchte den Weg ebnen, damit alle Menschen, die mit einer Behinderung leben, Entscheidungsräume einnehmen können. Denn unsere Verfassung verschweigt unsere Stimme, unseren Willen und unsere Fähigkeit nicht, unseren Staat zu verbessern.“

 


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