Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Neue Fantasien über das Weiheamt für Frauen?
  2. Leo XIV. möchte bei "Alter Messe" "konkrete und großzügige Lösungen"
  3. Papst Leo gratuliert der neuen Erzbischöfin von Canterbury
  4. "Vaccine Amen"
  5. Spanien am moralischen Abgrund
  6. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  7. Belgischer Bischof Johan Bonny kündigt Weihe verheirateter Männer zu Priestern an
  8. Euthanasie-Skandal in Spanien: Wurde Noelia Castillo Ramos der Widerruf verweigert?
  9. Christliche Werte unerwünscht - Einschränkung der Meinungsfreiheit in Finnland!
  10. 'Erzieherischer Unterton': Harald Schmidt rechnet mit Tagesthemen und Heute Journal ab
  11. Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ wird neuer Bischof von Münster
  12. Panik in Magdeburg
  13. Dienst, Ordnung, Sendung: Die hierarchische Gestalt der Kirche
  14. Norwegen: Bischof Hansen bittet, dass jeder Gläubige des Bistums Oslo zur Beichte geht
  15. Wien: Einziger Christ in der Klasse wird "Schwein" genannt

‚Die Kleinen schreiben Geschichte‘: Leo XIV. spricht im Fürstentum Monaco

vor 7 Stunden in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Leo XIV. erinnert an Verantwortung von Wohlstand und Glauben. Monaco als Ort der Begegnung und sozialen Verantwortung im Horizont des Reiches Gottes. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Beim seinem Apostolischen Besuch im Fürstentum Monaco wurde Papst Leo XIV. am Vormittag des 28. April von Fürst Albert II. empfangen und richtete dann vom Balkon des Palastes eine Ansprache an die Bevölkerung. Er erinnerte daran, erstmals als Nachfolger Petri in der Neuzeit diesen Stadtstaat zu besuchen, der sich durch seine Verbundenheit mit Rom und dem katholischen Glauben auszeichne.

Das Land habe, so der Papst, „in seiner Unabhängigkeit eine Berufung zur Begegnung und zur Pflege der sozialen Freundschaft“, die durch Abschottung gefährdet sei. Die „Kleinheit“ sei ein Auftrag: „Das Geschenk der Kleinheit […] verpflichtet Ihren Wohlstand zum Dienst an Recht und Gerechtigkeit“. In diesem Zusammenhang hob er hervor: „Wie Sie wissen, schreiben in der Bibel die Kleinen Geschichte!“ Der Glaube verlange Vertrauen in die Vorsehung, auch angesichts von Ohnmacht, da das Reich Gottes „einem winzigen Samenkorn gleicht, das zu einem Baum wird“. Dieser Glaube verändere die Welt, wenn der Mensch seiner Verantwortung entspreche.

Mit Blick auf die soziale Struktur Monacos beschrieb der Papst das Land als „Mikrokosmos“, in dem unterschiedliche Bevölkerungsgruppen zum Gemeinwohl beitrügen. Daraus erwachse die Aufgabe, den eigenen Platz in der Welt zu erkennen, denn: „In Gottes Augen empfängt man nichts ohne Grund“. Im Horizont des Evangeliums dürften anvertraute Güter nicht „in der Erde vergraben werden“, sondern müssten zum Wohl aller eingesetzt werden. Das Reich Gottes sei keine Utopie, sondern wirke gegen „ungerechte Machtverhältnisse“ und „Strukturen der Sünde“. Jedes Gut trage „einen innewohnenden Anspruch, nicht zurückgehalten, sondern neu verteilt zu werden“.

Der katholische Glaube verpflichte dazu, „ein Reich von Brüdern und Schwestern zu bilden“, das Leben zu schützen und niemanden auszuschließen. In diesem Zusammenhang verwies der Papst auf die Soziallehre der Kirche und übertrug Monaco die Aufgabe, diese zu vertiefen und in konkrete Praxis umzusetzen. Auch in einer säkularisierten Kultur könne diese Herangehensweise „das große Licht offenbaren, das vom Evangelium her in unsere Zeit hineinstrahlt“.


Abschließend erinnerte der Papst an die Worte von Paul VI. über die Bedeutung der Wahrheit für den gesellschaftlichen Fortschritt und rief dazu auf, Maria zu bitten, zu Christus zu führen.

kath.net veröffentlicht die Ansprache von Papst Leo XIV. beim Höflichkeitsbesuch bei Fürst Albert II. von Monaco:

Durchlaucht,

liebe Brüder und Schwestern!

Ich freue mich, diesen Tag mit Ihnen zu verbringen und damit als erster unter den Nachfolgern des Apostels Petrus in der Neuzeit das Fürstentum Monaco zu besuchen, einen Stadtstaat, der sich durch eine tiefe Verbundenheit mit der Kirche von Rom und dem katholischen Glauben auszeichnet.

Am Mittelmeer gelegen und eingebettet zwischen Gründungsländern der europäischen Einheit, hat Ihr Land in seiner Unabhängigkeit eine Berufung zur Begegnung und zur Pflege der sozialen Freundschaft, die heute durch ein weit verbreitetes Klima der Abschottung und Selbstgenügsamkeit bedroht sind. Das Geschenk der Kleinheit und ein lebendiges geistliches Erbe verpflichten Ihren Wohlstand zum Dienst an Recht und Gerechtigkeit, besonders in einem Moment der Geschichte, in dem die Zurschaustellung von Macht und die Logik des Machtmissbrauchs der Welt Schaden zufügen und den Frieden gefährden. Wie Sie wissen, schreiben in der Bibel die Kleinen Geschichte! Authentische Spiritualität hält dieses Bewusstsein lebendig. Man muss auf die Vorsehung Gottes vertrauen, auch wenn das Gefühl der Ohnmacht oder Unzulänglichkeit überwiegt, denn wir glauben, dass das Reich Gottes einem winzigen Samenkorn gleicht, das zu einem Baum wird (vgl. Mt 13,31-32). Natürlich verändert dieser Glaube die Welt nur dann, wenn wir unserer historischen Verantwortung gerecht werden.

Die vielfältige Zusammensetzung der Bevölkerung macht dieses Land zu einem Mikrokosmos, zu dessen Wohlergehen eine lebendige Minderheit Einheimischer und eine Mehrheit von Bürgern aus anderen Ländern der Welt beitragen. Nicht wenige von ihnen bekleiden einflussreiche Positionen im Wirtschafts- und Finanzbereich, viele üben Dienstleistungsberufe aus, und zahlreich sind auch die Besucher und Touristen. Hier zu leben stellt für einige ein Privileg dar und für alle eine besondere Aufforderung, sich nach dem eigenen Platz in der Welt zu fragen.

In Gottes Augen empfängt man nichts ohne Grund! Wie Jesus im Gleichnis von den Talenten andeutet, darf das, was uns anvertraut wurde, nicht in der Erde vergraben werden, sondern es muss in Umlauf gebracht und im Blick auf das Reich Gottes vermehrt werden. Dieser Horizont ist weiter als der private und bezieht sich nicht auf eine Utopie: Das Reich Gottes, dem Jesus sein Leben gewidmet hat, ist nahe, denn es kommt zu uns und erschüttert die ungerechten Machtverhältnisse, die Strukturen der Sünde, welche Abgründe zwischen Arm und Reich, zwischen Privilegierten und Ausgeschlossenen, zwischen Freunden und Feinden aufreißen. Jedes Talent, jede Chance, jedes Gut, das uns anvertraut wurde, hat eine umfassende Bestimmung, einen innewohnenden Anspruch, nicht zurückgehalten, sondern neu verteilt zu werden, damit das Leben aller besser wird. Deshalb hat Jesus uns gelehrt zu beten: »Gib uns heute das Brot, das wir brauchen!« (Mt 6,11); und zugleich sagt er: »Sucht aber zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit« (Mt 6,33). Diese Logik der Freiheit und des Teilens bildet die Grundlage des Gleichnisses vom Jüngsten Gericht, in dessen Mittelpunkt die Armen stehen: Christus, der Richter, der auf dem Thron sitzt, identifiziert sich mit jedem einzelnen von ihnen (vgl. Mt 25,31-46).

Der katholische Glaube, den Sie als eines der wenigen Länder der Welt als Staatsreligion haben, stellt uns vor die Hoheit Jesu, der die Christen dazu verpflichtet, in der Welt ein Reich von Brüdern und Schwestern zu bilden, nicht zu unterdrücken, sondern aufzurichten, nicht zu trennen, sondern zu verbinden, bereit zu sein, alles menschliche Leben liebevoll zu schützen, zu jeder Zeit und unter allen Umständen, damit niemand jemals vom Tisch der Geschwisterlichkeit ausgeschlossen wird. Das ist die Perspektive der ganzheitlichen Ökologie, die Ihnen, wie ich weiß, sehr am Herzen liegt. Ich vertraue dem Fürstentum Monaco aufgrund seiner so tiefen Verbindung mit der Kirche von Rom die ganz besondere Aufgabe an, die Soziallehre der Kirche zu vertiefen und gute lokale und internationale Praktiken zu entwickeln, die ihre verwandelnde Kraft zeigen. Auch in einer wenig religiösen, stark säkularisierten Kultur kann die für die Soziallehre typische Herangehensweise bei der Problemlösung das große Licht offenbaren, das vom Evangelium her in unsere Zeit hineinstrahlt – eine Zeit, in der es vielen Menschen so schwerfällt, zu hoffen.

Dank eines seit langem bestehenden Glaubens werden Sie so zu Experten für Neues: nicht indem Sie vergänglichen Gütern nachjagen – oft Neuheiten, die schon nach einer Saison veralten –, sondern dadurch, dass Sie auf noch nie dagewesene Herausforderungen vorbereitet sind, denen man sich nur mit freiem Herzen und erleuchtetem Verstand stellen kann. »Ihr versteht sehr gut«, sagte der heilige Papst Paul VI. zum 75. Jahrestag von Rerum novarum, »dass man Licht braucht, um voranzukommen, und dass man eine Lehre braucht, um den sozialen Fortschritt zu fördern […]; es ist das Denken, das das Leben leitet; und wenn das Denken die Wahrheit widerspiegelt – die Wahrheit über den Menschen, über die Welt, über die Geschichte, über die Dinge –, dann kann der Weg offen und zügig weitergehen; wenn nicht, wird der Weg entweder langsam, unsicher, beschwerlich oder führt in die Irre«.1 Das sind sehr aktuelle Worte! Deshalb wollen wir Maria, Sitz der Weisheit und Ursache unserer Freude, bitten, sie möge uns stets mit unserem Verstand, unserem Herzen und unseren Entscheidungen zu Christus, dem Friedensfürsten, führen.

Pax vobis! Que la paix soit avec vous!

____________

1 Hl. Paul VI., Predigt zum 75. Jahrestag der Enzyklika „Rerum novarum“ (22. Mai 1966).

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Stefan Fleischer vor 5 Stunden 

Was wir aber auch nie vergessen sollten:

1.Kor 15,19
«Wenn wir unsere Hoffnung nur in diesem Leben auf Christus gesetzt haben, sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen.»


0
 
 gebsy vor 5 Stunden 

Frieden aus Gerechtigkeit

"In Gottes Augen empfängt man nichts ohne Grund! Wie Jesus im Gleichnis von den Talenten andeutet, darf das, was uns anvertraut wurde, nicht in der Erde vergraben werden(...): Das Reich Gottes, dem Jesus sein Leben gewidmet hat, ist nahe, denn es kommt zu uns und erschüttert die ungerechten Machtverhältnisse, (...). Jedes Talent, jede Chance, jedes Gut, das uns anvertraut wurde, hat eine umfassende Bestimmung, einen innewohnenden Anspruch, nicht zurückgehalten, sondern neu verteilt zu werden, damit das Leben aller besser wird."
Frieden aus Gerechtigkeit


0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE DIESE WOCHE - 25. MÄRZ!!!
  2. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Euthanasie-Skandal in Spanien: Wurde Noelia Castillo Ramos der Widerruf verweigert?
  4. Spanien am moralischen Abgrund
  5. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  6. Leo XIV. möchte bei "Alter Messe" "konkrete und großzügige Lösungen"
  7. Panik in Magdeburg
  8. 'Erzieherischer Unterton': Harald Schmidt rechnet mit Tagesthemen und Heute Journal ab
  9. Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ wird neuer Bischof von Münster
  10. Neue Fantasien über das Weiheamt für Frauen?
  11. Ein Champion am Galgen – und die Welt sieht weg
  12. Belgischer öffentlich-rechtlicher Sender lässt Moderatoren Marien- und Jesus-Statuen zertrümmern!
  13. DBK kritisiert ZDF-Kinderformat „Logo“ wegen Christentum-Beitrag
  14. Wenn das künftige nominelle Kirchenoberhaupt mit dem eigenen Glauben fremdelt
  15. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz