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| ![]() Wo Sendung aus Entäußerung geboren wird. Die Kirche im Durchgang von Kreuz und Osternvor 11 Stunden in Aktuelles, 1 Lesermeinung Leo XIV. in der Chrisam-Messe: Die Sendung des Gottesvolkes als Weg der Loslösung, der Begegnung und des Zeugnisses im Horizont des Ostergeheimnisses. Zwischen Ursprung und Aufbruch: Die Dynamik der christlichen Mission. Von Armin Schwibach Rom (kath.net/as) An der Schwelle zum Ostertriduum stellte Papst Leo XIV. die bevorstehenden Tage in den Horizont der Sendung der Kirche und führte aus, der Herr werde die Gläubigen erneut „zum Höhepunkt seiner Mission hinführen“, damit Leiden, Tod und Auferstehung „zur lebendigen Mitte unserer Sendung werden“. In diesen Ereignissen liege eine Kraft, die das verwandle, was im Menschen fest geworden sei, und die Identität sowie den Platz in der Welt neu forme. Die Freiheit Jesu verwandle das Herz, heile, versöhne und führe zum Leben. Im ersten Jahr seines Dienstes als Bischof von Rom richtete der Papst den Blick auf die Sendung des Gottesvolkes und erklärte, die Sendung der Christen sei „dieselbe wie die Sendung Jesu, nicht eine andere“. An ihr habe jeder Anteil gemäß seiner Berufung und im Gehorsam gegenüber dem Heiligen Geist, jedoch niemals ohne die anderen, sodass Gemeinschaft weder vernachlässigt noch zerbrochen werde. Die Bischöfe und Priester erneuerten ihre Gelübde im Dienst eines missionarischen Volkes, das als Leib Christi „gesalbt von seinem Geist der Freiheit und des Trostes, der Prophetie und der Einheit“ lebe. Ausgehend von der Schrift verwies der Papst auf die Verheißung des Propheten Jesaja und ließ Jesus selbst sprechen, wenn dieser bekenne: „Er hat mich gesandt“ (Lk 4,18). Darin zeige sich die Dynamik einer Sendung, die mit den Armen, Gefangenen und Unterdrückten verbunden sei. Die Kirche nenne sich „apostolisch“, weil sie gesandt sei und im Dienst an den Menschen stehe: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“ (Joh 20,21). Die Sendung bringe eine Loslösung mit sich, das Wagnis, Vertrautes zu verlassen. Jesus sei „erfüllt von der Kraft des Geistes“ nach Nazaret zurückgekehrt, habe diesen Ort jedoch verlassen müssen, um einen neuen Abschnitt zu eröffnen. Daraus folge ein Weg, auf dem kein Ort zur Einfriedung und keine Identität zum Rückzug werde. Der Papst führte aus, jede Sendung beginne mit jener Entäußerung, von der der Philipperbrief spreche: Christus habe „sich entäußert“ (vgl. Phil 2,6–7). In dieser Bewegung entstehe Neues. Zugleich bleibe die Würde der Gotteskindschaft unaufhebbar. Sendung setze Versöhnung mit den eigenen Ursprüngen voraus und verbinde sich mit Aufbruch, Loslösung und Risiko. Alles finde sich wieder, „wenn es zuvor ohne Furcht losgelassen wurde“. Der Weg Jesu erschließe die Voraussetzung der Begegnung. Liebe zeige sich ohne Anspruch auf, und eine „frohe Botschaft für die Armen“ sei nicht möglich, wenn sie mit Zeichen der Herrschaft verbunden werde. Daraus ergebe sich ein weiteres Gesetz der Sendung: Auf die Loslösung folge die Begegnung. In der Geschichte habe sich die Mission auch unter dem Einfluss von Herrschaftslogiken verformt. Im Bewusstsein der gemeinsamen Verantwortung erinnerte der Papst an die Einsicht von Johannes Paul II., dass die Glieder der Kirche die Last früherer Fehler mittrügen. Die Sendung verlange daher einen Weg der Annäherung durch gemeinsames Leben, Dienst, Dialog und Respekt. In der Dynamik der Inkulturation könne das Heil „in der Muttersprache“ angenommen werden. Der Heilige Geist handle gegenwärtig und gehe dem kirchlichen Handeln voraus: Er „ist da und wirkt, er kommt vor uns an, er arbeitet mehr als wir und besser als wir“. Daraus folge die Aufgabe, ihn zu erkennen, aufzunehmen und ih m zu folgen. Die Kirche erscheine dabei als Gast in den Wirklichkeiten der Welt. Auch in säkular geprägten Kontexten handle es sich nicht um Räume der Eroberung, sondern um Orte, an denen neue Ausdrucksformen entstünden. Die Sendung vollziehe sich gemeinsam. Sie sei kein Unternehmen Einzelner, sondern „das lebendige Zeugnis eines Leibes mit vielen Gliedern“. Eine weitere Dimension der Sendung zeigte sich im möglichen Widerstand. Der Papst erinnerte an die Reaktion in Nazareth: „Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen“ (Lk 4,28–29). Daraus ergebe sich die Notwendigkeit, Prüfungen nicht zu meiden, sondern ihnen zu begegnen, wie Christus, der „mitten durch sie hindurch schritt“. Das Kreuz sei Teil der Sendung und verändere ihren Charakter, indem es Gewalt entlarve und eine neue Wirklichkeit eröffne. In der Betrachtung von Zeugnis und Hoffnung verwies der Papst auf Gestalten wie Óscar Arnulfo Romero, der angesichts der Gefahr sein Vertrauen auf Christus bekannte, sowie auf Kardinal Joseph Bernardin, Erzbischof von Chicago, der im Angesicht von Krankheit und Anfechtung eine Freiheit von Angst bezeugte: „Er sagte zwei Monate vor seinem Tod lächelnd zu den Journalisten: ‚Ich bin mit drei großen Ängsten aufgewachsen: der Angst vor Krebs, der Angst vor dem Tod und der Angst, eines Tages zu Unrecht beschuldigt zu werden. Das Schicksal wollte es, dass ich mich ihnen allen stellen musste und dass ich plötzlich feststellte, keine Angst mehr zu haben. Ich glaube, all dies ist dem Glauben zu verdanken … Meine Gebete haben mich stärker gemacht, als ich es mir jemals hätte vorstellen können’“. In solchen Lebenszeugnissen erscheine die Sendung als gelebte Hingabe. Abschließend führte der Papst auf die Perspektive der Offenbarung hin: „Gnade sei mit euch und Friede von […] Jesus Christus“ (Offb 1,4–5). In einer Welt widerstreitender Mächte entstehe ein Volk von Zeugen. Gott habe sein Volk gesandt, „den Wohlgeruch Christi“ zu verbreiten. In dieser Sendung erneuerte die versammelte Kirche ihr „Ja“ und verband es mit dem Bekenntnis: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit“. ****** kath.net veröffentlicht die Predigt von Papst Leo XIV. bei der Chrisam-Messe am Gründonnerstag in der Petersbasilika Liebe Brüder und Schwestern, wir befinden uns nun an der Schwelle zum Ostertriduum. Erneut wird der Herr uns zum Höhepunkt seiner Mission hinführen, damit sein Leiden, sein Tod und seine Auferstehung zur lebendigen Mitte unserer Sendung werden. Denn das, was wir nun wieder begehen werden, birgt in sich die Kraft, das zu verwandeln, was der menschliche Stolz nicht selten unbeweglich werden lässt: unsere Identität, unseren Platz in der Welt. Die Freiheit Jesu verwandelt das Herz, heilt die Wunden, verleiht Wohlgeruch und lässt unsere Gesichter strahlen, versöhnt und führt zusammen, vergibt und erweckt zu neuem Leben. Im ersten Jahr, in dem ich der Chrisam-Messe als Bischof von Rom vorstehe, möchte ich mit euch über die Sendung nachdenken, für die Gott uns als sein Volk auserwählt hat. Die Sendung der Christen ist dieselbe wie die Sendung Jesu, nicht eine andere. An ihr hat ein jeder gemäß seiner Berufung und in einem ganz persönlichen Gehorsam gegenüber der Stimme des Heiligen Geistes Anteil, niemals jedoch ohne die anderen, niemals darf es zur Vernachlässigung oder zum Zerbrechen der Gemeinschaft kommen! Als Bischöfe und Priester, die wir nun unsere Gelübde erneuern, stehen wir im Dienst eines missionarischen Volkes. Wir sind zusammen mit allen Getauften der Leib Christi, gesalbt von seinem Geist der Freiheit und des Trostes, der Prophetie und der Einheit. Die entscheidenden Momente der Sendung Jesu waren bereits in der Weissagung Jesajas angekündigt worden, auf die Jesus in der Synagoge von Nazaret verweist, wenn er sagt, jenes Wort habe sich »heute« erfüllt (vgl. Lk 4,21). In der Stunde von Ostern wird nämlich endgültig klar, dass Gott salbt, um auszusenden. »Er hat mich gesandt« (Lk 4,18), sagt Jesus und beschreibt damit jene Dynamik, die seinen Leib mit den Armen, mit den Gefangenen, mit denen, die in der Finsternis tappen, und mit den Unterdrückten verbindet. Und wir, als Glieder seines Leibes, nennen eine Kirche „apostolisch“, die gesandt ist, die über sich selbst hinausgeht und im Dienst an seinen Geschöpfen Gott geweiht ist: »Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch« (Joh 20,21). Wir wissen, dass gesandt zu sein zunächst einmal eine Loslösung mit sich bringt, also das Wagnis, Vertrautes und Gewisses loszulassen, um sich auf Neues einzulassen. Es ist interessant, dass Jesus »erfüllt von der Kraft des Geistes« (Lk 4,14), der nach der Taufe im Jordan auf ihn herabgekommen war, nach Galiläa zurückkehrte, »nach Nazaret, wo er aufgewachsen war« (Lk 4,16). Das ist der Ort, den er nun verlassen muss. Er handelt »wie gewohnt« (V. 16), allerdings um eine neue Zeit einzuläuten. Er wird nun endgültig aus jenem Dorf aufbrechen müssen, damit weiter reifen kann, was dort Sabbat für Sabbat im treuen Hören auf das Wort Gottes anfanghaft entstanden ist. Ebenso wird er andere dazu aufrufen, sich auf den Weg zu machen, etwas zu riskieren, damit kein Ort zu einer Einfriedung und keine Identität zu einem Schlupfwinkel wird. Meine Lieben, wir folgen Jesus nach, der »nicht daran festhielt, Gott gleich zu sein, sondern sich entäußerte« (vgl. Phil 2,6-7). Jede Sendung beginnt mit dieser Art von Entäußerung, aus der alles neu entsteht. Unsere Würde als Söhne und Töchter Gottes kann uns weder genommen werden noch kann sie verloren gehen, und ebenso wenig können die Gefühle, Orte und Erfahrungen, die am Ursprung unseres Lebens stehen, ausgelöscht werden. Wir sind Erben von so viel Gutem und zugleich Erben der Grenzen einer Geschichte, in die das Evangelium Licht und Heil, Vergebung und Heilung bringen muss. Folglich gibt es keine Sendung ohne Versöhnung mit unseren Ursprüngen, mit den Gaben und den Grenzen der Prägung, die wir empfangen haben; doch zugleich gibt es auch keinen Frieden ohne Aufbruch, kein Bewusstsein ohne Loslösung, keine Freude ohne Risiko. Wir sind der Leib Christi, wenn wir weitergehen und uns mit der Vergangenheit auseinandersetzen, ohne deren Gefangene zu werden: Alles findet sich wieder und vervielfacht sich, wenn es zuvor ohne Furcht losgelassen wurde. Dies ist ein erstes Geheimnis der Sendung. Und wir machen diese Erfahrung nicht nur einmal, sondern bei jedem neuen Aufbruch, bei jeder weiteren Aussendung. Der Weg Jesu offenbart uns, dass die Bereitschaft, zu verlieren, sich zu entäußern, kein Selbstzweck ist, sondern eine Voraussetzung für Begegnung und Vertrautheit. Liebe ist nur dann echt, wenn sie wehrlos ist; sie kommt ohne viel Aufhebens und ohne Prahlerei aus, sorgsam behütet sie Schwächen und Blößen. Es fällt uns schwer, uns auf eine so exponierte Mission einzulassen, und doch gibt es keine „frohe Botschaft für die Armen“ (vgl. Lk 4,18), wenn wir mit den Insignien der Macht zu ihnen gehen, noch gibt es echte Befreiung, wenn wir uns nicht vom Besitz befreien. Hier stoßen wir auf ein zweites Geheimnis der christlichen Sendung. Auf das Gesetz der Loslösung folgt jenes der Begegnung. Wir wissen, dass die Mission im Laufe der Geschichte nicht selten durch die Logik der Herrschaft entstellt wurde, die dem Weg Jesu Christi völlig fremd ist. Der heilige Johannes Paul II. hatte die Klarheit und den Mut anzuerkennen, dass wir alle »wegen jenes Bandes, das uns im mystischen Leib miteinander vereint, […] die Last der Irrtümer und der Schuld derer [tragen], die uns vorausgegangen sind, auch wenn wir keine persönliche Verantwortung dafür haben und nicht den Richterspruch Gottes, der allein die Herzen kennt, ersetzen wollen«. [1] Daher ist nun besonders wichtig, daran zu erinnern, dass aus einem Missbrauch von Macht weder im pastoralen noch im gesellschaftlichen und politischen Bereich Gutes entstehen kann. Die großen Missionare sind Zeugen sehr behutsamer Annäherung durch ein gemeinsam geteiltes Leben, durch selbstlosen Dienst und Verzicht auf jede berechnende Strategie, durch Dialog und Respekt. Es ist der Weg der Menschwerdung, der immer wieder neu die Form der Inkulturation annimmt. Das Heil kann von einem jeden nämlich nur in der Muttersprache angenommen werden. »Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören?« ( Apg 2,8). Die Überraschung des Pfingstereignisses wiederholt sich, wenn wir uns nicht anmaßen, Gottes Zeitplan zu bestimmen, sondern auf den Heiligen Geist vertrauen, der »auch heute da ist, wie zur Zeit Jesu und der Apostel: er ist da und wirkt, er kommt vor uns an, er arbeitet mehr als wir und besser als wir; es ist nicht unsere Aufgabe, ihn auszusäen oder zu wecken, sondern vor allem, ihn zu erkennen, ihn aufzunehmen, ihn zu unterstützen, ihm den Weg zu bereiten, ihm zu folgen. Er ist da und hat angesichts unserer Zeit nie den Mut verloren; vielmehr lächelt er, tanzt, durchdringt, erobert, umhüllt und gelangt sogar dorthin, wo wir es uns nie hätten vorstellen können.« [2] Um diesen Einklang mit dem Unsichtbaren zu erreichen, müssen wir mit Einfachheit dorthin gelangen, wohin wir gesandt sind, und dabei das Geheimnis ehren, das jeder Mensch und jede Gemeinschaft in sich birgt. Wir sind Gäste: Wir sind es als Bischöfe, als Priester, als Ordensleute, als Christen. Um Gäste aufnehmen zu können, müssen wir in der Tat lernen, uns selbst aufnehmen zu lassen. Auch jene Orte, an denen die Säkularisierung am weitesten fortgeschritten zu sein scheint, sind kein Land der Eroberung oder Rückeroberung: »Es entstehen fortwährend neue Kulturen in diesen riesigen menschlichen Geographien, wo der Christ gewöhnlich nicht mehr derjenige ist, der Sinn fördert oder stiftet, sondern derjenige, der von diesen Kulturen andere Sprachgebräuche, Symbole, Botschaften und Paradigmen empfängt, die neue Lebensorientierungen bieten, welche häufig im Gegensatz zum Evangelium Jesu stehen. […] Es ist notwendig, dorthin zu gelangen, wo die neuen Geschichten und Paradigmen entstehen, und mit dem Wort Jesu den innersten Kern der Seele der Städte zu erreichen.« [3] Dies geschieht nur, wenn wir in der Kirche gemeinsam gehen, wenn die Mission kein heldenhaftes Abenteuer von Einzelnen ist, sondern das lebendige Zeugnis eines Leibes mit vielen Gliedern. Es gibt dann noch eine dritte Dimension der christlichen Mission, die vielleicht die radikalste ist. Die dramatische Möglichkeit des Unverständnisses und der Ablehnung zeigt sich bereits in der heftigen Reaktion der Einwohner Nazarets auf die Worte Jesu: »Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut. Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen« (Lk 4,28-29). Auch wenn die Lesung in der Liturgie diesen Teil ausgelassen hat, verpflichtet uns das, was wir ab heute Abend feiern werden, dazu, nicht zu fliehen, sondern wie Jesus „mitten durch“ die Prüfung zu gehen, der »mitten durch sie hindurch schritt und wegging« (vgl. Lk 4,30). Das Kreuz ist Teil der Mission: Die Aussendung wird bitterer und beängstigender, aber auch selbstloser und bahnbrechender. Die imperialistische Besetzung der Welt wird dann von innen heraus unterbrochen, die Gewalt, die bis heute Gesetz ist, wird entlarvt. Der arme, gefangene, abgelehnte Messias stürzt in die Dunkelheit des Todes, doch so bringt er eine neue Schöpfung ans Licht. Wie oft dürfen auch wir die Erfahrung von Auferstehung machen, wenn wir uns, frei von Abwehrhaltung, dienend herabbegeben wie ein Samenkorn in die Erde! Es kann im Leben vorkommen, dass wir Situationen durchmachen, in denen alles verloren scheint. Dann fragen wir uns, ob unsere Sendung vergeblich war. Ja, es stimmt: Im Unterschied zu Jesus erleben wir auch Misserfolge, die auf unsere eigene Unzulänglichkeit oder die anderer zurückzuführen sind, oft auf ein Durcheinander von Verantwortlichkeiten, von Licht und Schatten. Doch können wir uns die Hoffnung vieler Zeugen zu eigen machen. Ich erinnere an einen, der mir besonders viel bedeutet. Einen Monat vor seinem Tod schrieb der heilige Bischof Óscar Romero in sein Exerzitien-Notizbuch: »Der Nuntius von Costa Rica hat mich gerade in dieser Woche vor einer drohenden Gefahr gewarnt … Den unvorhergesehenen Umständen werde ich mich mit Gottes Gnade stellen. Jesus Christus hat den Märtyrern geholfen, und wenn es nötig sein sollte, werde ich ihn ganz nah bei mir spüren, wenn ich ihm meinen letzten Atemzug anvertraue. Doch wichtiger noch als der letzte Augenblick des Lebens ist es, ihm das ganze Leben zu schenken und für ihn zu leben… Es genügt mir, um glücklich und zuversichtlich zu sein, dass ich sicher weiß, dass mein Leben und mein Tod in ihm geborgen sind; dass ich trotz meiner Sünden mein Vertrauen in ihn gesetzt habe und nicht zuschanden werde und dass andere mit mehr Weisheit und Heiligkeit das Werk für die Kirche und für die Heimat fortsetzen werden.« Liebe Schwestern und Brüder, die Heiligen machen Geschichte. Dies ist die Botschaft des Buches der Offenbarung. »Gnade sei mit euch und Friede von […] Jesus Christus; er ist der treue Zeuge, der Erstgeborene der Toten, der Herrscher über die Könige der Erde« (Offb 1,4-5). Dieser Gruß fasst den Weg Jesu zusammen, der in eine Welt kam, die von Mächten umkämpft ist, die sie verwüsten. In ihrem Inneren entsteht ein neues Volk, kein Volk von Opfern, sondern von Zeugen. In dieser dunklen Stunde der Geschichte wollte Gott uns aussenden, um den Wohlgeruch Christi dort zu verbreiten, wo der Gestank des Todes herrscht. Erneuern wir unser „Ja“ zu dieser Sendung, die von uns Einheit verlangt und die den Frieden bringt. Ja, wir sind bereit! Lasst uns das Gefühl der Ohnmacht und der Angst überwinden! Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit. _____________________________________ [1] Hl. Johannes Paul II., Verkündigungsbulle des Großen Jubiläums des Jahres 2000 Incarnationis mysterium (29. November 1998), 11. [2]C.M. Martini, Tre racconti dello Spirito, Mailand 1997, 11. [3] Franziskus, Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium (24. November 2013), 73-74.
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