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Alle sind gerufen: Heiligkeit ist kein Sonderweg, sondern Wesensbestimmung des Getauften

vor 2 Stunden in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Leo XIV.: die allgemeine Berufung zur Heiligkeit in der Kirche im Licht von Lumen gentium. Sakramente, Martyrium und das Leben aus der Gnade. Die evanglieschen Räte: Gestalt der Freiheit. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Im Übrigen, Brüder und Schwestern, bitten und ermahnen wir euch im Namen Jesu, des Herrn: Ihr habt von uns gelernt, wie ihr leben müsst, um Gott zu gefallen, und ihr lebt auch so; werdet darin noch vollkommener! Ihr wisst ja, welche Ermahnungen wir euch im Auftrag Jesu, des Herrn, gegeben haben. Das ist es, was Gott will: eure Heiligung“ (1 Thess 4,1-3).

Im Rahmen der Generalaudienz am Mittwoch der Osteroktav setzte Papst Leo XIV. die Betrachtung der dogmatischen Konstitution Lumen gentium fort und wandte sich dem fünften Kapitel zu, das der allgemeinen Berufung zur Heiligkeit gewidmet ist. Im Mittelpunkt stand die Aussage, dass alle Gläubigen zur Heiligkeit berufen sind, indem sie in der Gnade Gottes leben, die Tugenden üben und sich Christus angleichen.

Diese Heiligkeit sei nicht als  Vorrecht weniger zu verstehen, sondern als Gabe, die jeden Getauften verpflichte, zur Vollkommenheit der Liebe zu streben, das heißt zur Fülle der Liebe zu Gott und zum Nächsten: „Denn die Liebe als Band der Vollkommenheit und Fülle des Gesetzes (vgl. Kol 3,14; Röm 13,10) leitet und beseelt alle Mittel der Heiligung und führt sie zum Ziel132. Daher ist die Liebe zu Gott wie zum Nächsten das Siegel des wahren Jüngers Christi“ (Lumen gentium, 42). Damit betonte der Papst die Liebe als Mitte der Heiligkeit, die aus dem Vater durch den Sohn in den Gläubigen eingegossen werde.

Von hier aus lenkte Leo XIV. den Blick auf das Martyrium, die höchste Form der Heiligkeit. Das Konzil spreche so vom Martyrium als „höchstes Zeugnis des Glaubens und der Liebe“ ( vgl. Lumen gentium, 50) und halte fest, dass jeder Gläubige bereit sein müsse, Christus bis zum Vergießen des Blutes zu bekennen (vgl. Lumen gentium, 42). Diese Bereitschaft zum Zeugnis verwirkliche sich auch dort, wo Christen im Leben der Gesellschaft Zeichen des Glaubens und der Liebe setzten und sich für Gerechtigkeit einsetzten.


Der Papst verband diese Perspektive mit der sakramentalen Wirklichkeit der Kirche. Alle Sakramente, in besonderer Weise die Eucharistie, seien Nahrung, durch die das Leben der Heiligkeit wachse und der Mensch Christus gleichgestaltet werde, der Maß und Gestalt der Heiligkeit sei. Christus selbst heilige die Kirche als ihr Haupt und Hirte, so dass die Heiligkeit als seine Gabe zu verstehen sei, die sich im Leben der Gläubigen verwirkliche, wenn sie ihn aufnehmen und darauf antworten. Leo XIV. verwies auf Paul VI., der in einer Generalaudienz daran erinnert habe, dass die Kirche verlange, dass alle Getauften „heilig seien, das heißt wahrhaft ihre würdigen, starken und treuen Kinder“. Diese Heiligkeit werde  als innere Umgestaltung sichtbar, durch die das Leben des Menschen dem Bild Christi angeglichen werde „kraft des Heiligen Geistes“ (vgl. Röm 8,29; Lumen gentium, 40).

Die Konstitution Lumen gentium beschreibe so die Heiligkeit der katholischen Kirche als eine ihrer wesentlichen Eigenschaften, die im Glauben empfangen werde, da die Kirche „unzerstörbar heilig“ sei (Lumen gentium, 39). Diese Aussage bedeute nicht, dass sie in vollendeter Weise verwirklicht sei, sondern dass sie aufgerufen sei, dieses Geschenk auf ihrem Weg zur Vollendung zu bezeugen, indem sie „unter den Verfolgungen der Welt und den Tröstungen Gottes“ voranschreite (vgl. Augustinus von Hippo, De civitate Dei, XVIII, 51,2; Lumen gentium, 8). In diesem Zusammenhang sprach der Papst auch die traurige Wirklichkeit der Sünde innerhalb der Kirche an, die jeden Gläubigen zu einer Umkehr des Lebens rufe. Die Heiligkeit erscheine daher nicht als bloße ethische Anforderung, sondern als Wesensmerkmal des christlichen Lebens selbst, das die persönliche und gemeinschaftliche Existenz umfasse.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Rolle des geweihten Lebens, das im sechsten Kapitel der Konstitution behandelt wird (vgl. Lumen gentium, 43–47). Innerhalb des Volkes Gottes erscheine es als Zeichen des kommenden Reiches, das bereits in der Geschichte gegenwärtig sei. Die evangelischen Räte - Armut, Keuschheit und Gehorsam - seien Ausdruck dieser Wirklichkeit. Sie erschienen nicht als Einschränkung der Freiheit, sondern als Gaben des Heiligen Geistes, durch die einige Gläubige sich ganz Gott weihten. Die Armut wurde als Vertrauen auf die Vorsehung beschrieben, der Gehorsam als Selbsthingabe nach dem Vorbild Christi und die Keuschheit als Ausdruck eines ungeteilten Herzens im Dienst an Gott und der Kirche. In dieser Lebensform werde die Berufung zur Heiligkeit sichtbar. Die geweihten Personen „bezeugen die allgemeine Berufung zur Heiligkeit der ganzen Kirche in Form einer radikalen Nachfolge“. Die evangelischen Räte führten zur vollen Teilhabe am Leben Christi bis hin zum Kreuz, aus dessen Opfer die Erlösung hervorgehe. In der Betrachtung dieses Geschehens werde deutlich, dass es keine menschliche Erfahrung gebe, die nicht von Gott erlöst und verwandelt werden könne, auch das Leiden, das in der Vereinigung mit der Passion Christi zum Weg der Heiligkeit werde. Die Katechese mündete in den Hinweis, dass die Gnade, die den Menschen verwandelt, ihn in Prüfungen stärke und auf das Ziel hinweise, das nicht in einem fernen Ideal bestehe, sondern in der Begegnung mit Gott, der Mensch geworden sei.

Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Liebe Brüder und Schwestern deutscher Sprache, in diesen Tagen danken wir Gott für das Geschenk unserer Erlösung, denn durch das Kreuzesopfer Christi sind wir gerettet und geheiligt. Durch seine Liebe und die sichere Hoffnung auf die Auferstehung gestärkt, wollen wir uns vor den Menschen zum ihm als unserem Erlöser bekennen.

Foto (c) Vatican Media

 


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Lesermeinungen

 Stefan Fleischer vor 28 Minuten 

Solche Predigten,

auch auf der Ebene der einzelnen Gemeinden und Gemeinschaften, sollte die Welt von heute wieder viel mehr zu hören bekommen. Ich bin überzeugt, dass solches das Heilmittel für die Krise unsere Kirche sein könnten, wenn sie überzeugt und überzeugend gelehrt und von allen Christen, besonders von Hirten guten Willens, vorgelebt würden.


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